Der Parteienstaat, so wie wir ihn kennen, erodiert. Frankreich und Italien haben bereits vor einigen Jahren gezeigt, dass auch politische Systeme von Disruption betroffen sein können. Großbritannien scheint aktuell eine ähnliche Entwicklung zu erleben. Die Gründe dort mögen zunächst klassischer Natur gewesen sein: wachsende Unzufriedenheit mit etablierten Parteien.
Politik arbeitet mit Vergangenheit – Technologie mit Zukunft
Heute betrifft diese Entwicklung Deutschland – ja, letztlich die gesamte westliche Welt. Bleiben wir bei Deutschland: ein Land mit einer historisch tief verankerten Staatstreue – sowohl im positiven als auch im problematischen Sinne.
Was ist passiert, dass selbst diese Stabilität und Loyalität erodieren?
• Parteien legitimieren sich über historische Erfahrungen.
• Technologie legitimiert sich über zukünftige Möglichkeiten.
• Daraus entsteht ein struktureller Konflikt.
• Demokratien reagieren deshalb oft zu spät.
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Die Politik erklärt die Vergangenheit, während Technologie bereits die Zukunft implementiert.
Junge Wähler – und zunehmend auch ältere – orientieren sich an den politischen Rändern. Es sind nicht mehr die traditionellen Parteien mit ihrer hundertjährigen Geschichte wie SPD oder CDU/CSU, die gesellschaftliche Dynamik prägen. Diese Parteien drohen dasselbe Schicksal zu erleiden wie die FDP über lange Zeiträume hinweg: strukturelle Bedeutungslosigkeit.
Die Ursachen liegen tiefer, als viele glauben.
KI verändert nicht nur Arbeit — sondern gesellschaftliche Machtstrukturen
Junge Menschen haben schneller und intensiver als ältere Generationen erkannt, dass wir uns am Beginn – manche sagen bereits mitten in – einer globalen Transformation befinden. Und zwar in Echtzeit. Die oft als „Altparteien“ bezeichneten politischen Kräfte, die real auch eine hohe Altersquote aufweisen, erkennen diese Geschwindigkeit nicht. Ihnen fehlt häufig die Vorstellungskraft, wie die Welt bereits in fünf Jahren aussehen könnte.
Gerade das Exportland Deutschland, wie wir es kennen, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht mehr existieren.
Deutschland flüchtet sich deshalb zunehmend in die Vergangenheit, weil große Teile der politischen und gesellschaftlichen Elite mit der Zukunft kognitiv nicht mehr zurechtkommen. Es fehlt die Kraft – und teilweise auch der Wille –, die kommenden Entwicklungen ehrlich zu antizipieren.
Natürlich bleibt die Auseinandersetzung mit früheren historischen Katastrophen wichtig. Doch der damalige Kontext ist nicht auf die heutige Situation übertragbar. Er taugt nicht als Blaupause für die Zukunft.
Im Gegenteil: Dieses rückwärtsgewandte Denken ist grob fahrlässig. Es wird sich als Kardinalfehler der heutigen Zeit erweisen.
Warum? Weil nicht erkannt wird, dass die Transformation bereits heute die Welt fundamental neu formatiert – technologisch, ökonomisch und gesellschaftlich. Getrieben wird diese Neuformatierung von Technologien wie Künstlicher Intelligenz, Quantencomputing, Robotik und neuen digitalen Infrastrukturen.
Wie diese neue Welt konkret aussehen wird, ist offen.
Als sicher erscheint mir:
• Wer KI-Systeme kontrolliert, kontrolliert Informationsgeschwindigkeit.
• Informationsgeschwindigkeit wird wichtiger als klassische Institutionen.
• Parteien verlieren dadurch ihr Monopol auf gesellschaftliche Orientierung.
Deutschland wird darin und damit global nur noch eine deutlich kleinere Rolle spielen.
Neue Technologien lassen sich nicht aufhalten – staatliche Regulierungen hin oder her. In meinem Buch habe ich geschrieben:
„Technik bahnt sich ihren Weg, ob es uns passt oder nicht.“
Die Krise ist keine Parteienkrise — sondern eine Zeitkrise
Die Gesellschaft begegnet technologischen Innovationen nicht mit Demut, sondern oft mit einer Mischung aus Arroganz und Verdrängung. Auch diese gesellschaftliche Selbstüberschätzung wird uns auf die Füße fallen.
Die traditionellen Parteien verlieren deshalb immer schneller an Akzeptanz, weil sie bewusst oder unbewusst rückwärtsorientiert handeln. Sie begreifen vergangene gesellschaftliche Ordnungen nahezu dogmatisch als moralischen Imperativ und verlieren dadurch die Fähigkeit, die heutige Geschwindigkeit technologischer Veränderung überhaupt wahrzunehmen.
Warum ist das so?• Institutionen sind auf langsame Veränderungen ausgelegt.
• Technologie verändert jedoch Märkte, Wissen und Kommunikation in Echtzeit.
• Dadurch geraten ganze Systeme in eine permanente Überforderung.
Damit fehlt ihnen die Fähigkeit, in Zukunft zu denken. Das wird durch die aktuelle (reale) Politik noch verschärft. Das schadet dem Land massiv.
Diese Art von Politik erzeugt eine Langsamkeit in Entscheidungen und Anpassungen, die von der Geschwindigkeit technologischer Entwicklung überrollt wird – allerdings mit umgekehrtem Vorzeichen: Während Technologie exponentiell beschleunigt, fällt die Gesellschaft in ähnlicher Geschwindigkeit zurück.
In zwei oder drei Jahren könnte diese Lücke irreversibel werden.
Die kommenden zehn bis fünfzehn Jahre werden eine Intensität technologischer Veränderung entfalten, die historisch ohne Vergleich ist. Die Innovationsdichte dieser kurzen Zeitspanne könnte größer sein als jene der vergangenen Jahrhunderte zusammen.
Genau auf diese wenigen Jahre müssten wir unsere gesamte gesellschaftliche Energie konzentrieren.
Denn neue Technologien wie KI oder Quantentechnologie funktionieren fundamental anders als die Technologien der industriellen Vergangenheit. Sie entwickeln sich nicht linear, sondern exponentiell, global und nahezu in Echtzeit.
Der Nationalstaat verliert Geschwindigkeit gegenüber globalen Plattformen
Die politischen Systeme westlicher Demokratien sind dafür strukturell nicht vorbereitet.
• Staaten regulieren langsam.
• Plattformen skalieren global in Monaten.
• KI kennt keine nationalen Grenzen.
• Politische Systeme verlieren dadurch Steuerungsfähigkeit.
Deshalb gebe ich den heutigen Parteien in ihrer jetzigen Form allenfalls noch wenige Jahre. Neue gesellschaftliche Gruppen, Bewegungen und Organisationsformen werden entstehen – nicht mehr orientiert an klassischen Legislaturperioden oder Parteiprogrammen, sondern an technologischen Lebenszyklen, Plattformlogiken und Echtzeitdynamiken.
Neue politische Bewegungen werden anders entstehen
Sie werden schnell entstehen und sehr mächtig sein. Sie werden in der Lage sein, die Schnelligkeit zu adaptieren.
• weniger Ideologie,
• mehr Netzwerklogik,
• kurzfristigere Dynamiken,
• digitale Organisationsformen,
• Echtzeitmobilisierung,
• KI-gestützte Meinungsbildung.
Die Zukunft wird nicht mehr von Parteien im klassischen Sinne gestaltet werden, sondern von Netzwerken, Technologien und denjenigen, die Geschwindigkeit verstehen.
Die politischen und gesellschaftlichen Ordnungsmuster des vergangenen Jahrhunderts lassen sich nicht einfach in eine neue technologische Epoche übertragen. Zu grundlegend verändert sich derzeit die Logik von Wirtschaft, Kommunikation, Wissen und Macht.
Viele der institutionellen Strukturen, die unsere Gesellschaft bislang getragen haben, stammen aus einer linearen Industriezeit. Die kommenden technologischen Systeme folgen jedoch anderen Regeln: Sie sind global, exponentiell und nahezu in Echtzeit wirksam.
Genau darin liegt die eigentliche historische Zäsur unserer Zeit.
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Da hat es jemand eilig der erste zu sein die nahe Zukunft zu zeigen. Bravo.
Es steht sowieso im GG Art. 21 das die Parteien mitwirken bei der Willensbikdung. MITWIRKEN VERSTEHNS?
Niemand verlangt das diese Form die einzige wäre.
Die Plattformkönige sind der Nation überdrüssig, das ist klar. Jedoch für uns nicht. Wir können es nicht und ich ver rate ihnen ein Geheimnis, des Vermögens in der Welt verteilt, nicht.
Was die Eile der Neuerungen betrifft, läuft der Demokratie zuwieder, denn diese braucht Zeit, oder wollen sie jeden Tag Wahlen haben? Scherz.
Und von Natur der Dinge her werden viele Menschen wieder mal nicht mitkommen, das erzeugt garantiert den nächsten Riss.
Es werden sich KI Barone entwickeln die den Menschen das Denken abnehmen und die Wahlen. Scherz?
Für was die KI letztendlich sein muss ist der Ritt der Menschheit in den Weltenraum, und wenns auch nur mit angezogener Handbremse wäre. Und jetzt ein schönen Dank für ihr Werk.