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Märkte

Klarer Indikator für steigenden Ölpreis?

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Es ist ein ewiges Dilemma am Ölmarkt, vor allem wenn Ölproduzenten nicht zentral staatlich gelenkt werden, sondern privat organisiert sind. Fällt der Ölpreis stark ab, wird die Ölproduktion für viele Produzenten unprofitabel, und sie fahren ihre Förderaktivität zurück. Die Fördermenge sinkt. Außerdem kommen noch Organisationen wie die OPEC dazu und kürzen ihre Fördermengen ebenfalls, weil diese Länder für ihre Staatshaushalte einen höheren Ölpreis benötigen.

Ölpreis-Kreislauf

Dann steigt der Ölpreis wieder stark an, wodurch die Produktion für die privaten Produzenten wieder rentabel wird. Sie fahren ihre Fördermenge wieder drastisch nach oben, wodurch ein globales Überangebot an Öl entsteht. Dies drückt den Ölpreis wieder in den Keller, und die Förderung der privaten Anbieter wird wieder unrentabel. In diesem Kreislauf beziehungsweise in dieser Falle steckt die gesamte Branche schon seit Jahren. Schuld sind vor allem die US-Fracker, die erst seit zehn Jahren so richtig mitmischen am globalen Ölmarkt.

Ganz aktuell stehen wir an dem Punkt, wo die privaten Produzenten in den USA die gesamte US-Fördermenge auf ein Allzeithoch gedrückt haben, wodurch der Ölpreis seit Oktober übelst eingebrochen ist. Nun stehen die Fracker vor alle in Texas wieder an dem Punkt, dass sie vermutlich ihre Bohrstellen wieder teilweise stilllegen müssen, weil die Rentabilität teilweise nicht mehr gegeben ist – je nach Beschaffenheit des Fracking-Felds, Größe der Firma, Finanzierungskosten etc. Aber der Ölpreis an sich bleibt der entscheidende Faktor.

Umfrage der Dallas Fed

Fahren die Fracker jetzt ihre Fördermenge spürbar runter, könnte dies ein gutes Zeichen für einen steigenden Ölpreis sein. Konkrete Anzeichen hierfür kann man ablesen in einer Umfrage der Dallas Fed, einer regionalen Außenstelle der US-Notenbank Federal Reserve in Dallas, Texas. Hier hat man die Ölindustrie in Texas befragt. Alle Details deuten darauf hin, dass die Fracking-Industrie derzeit ihre Aktivität massiv zurückfährt, eben wegen dem niedrigen Ölpreis.

Im vierten Quartal 2018 zeigt der Index der Geschäftsaktivität der Energiebranche einen Einbruch gegenüber dem 3. Quartal von 43,3 Punkten auf jetzt nur noch 2,3 Indexpunkte. Also steht man ganz kurz vor einem Rückgang der Aktivität. Seit zehn Quartalen nacheinander gab es bisher eine positive Entwicklung.

Die Ölproduktionsmenge steigt im vierten Quartal 2018 das neunte Quartal nacheinander. Der Index sank aber von 34,8 auf 29,1 Punkte, ist aber wie gesagt immer noch über der Null-Linie. Der Index für die Auslastung der Ausrüstung der Service-Unternehmen in der Ölindustrie ist um 43 Punkte auf nur noch 1,6 Punkte gesunken. Auch dies zeigt, dass ein Einbruch in der eigentlichen Produktion bevorstehen könnte.

Die Preise für Ölfeld-Dienstleistungen sind von 23,2 auf 0 Indexpunkte gesunken. Der Beschäftigungsindex in der Energiebranche (Öl und Gas) ist von 31,7 auf 17,5 Indexpunkte gesunken. Der Index für gearbeitete Stunden sinkt von 41 auf 19,4 Punkte. Der Index für Gehälter ist hingegen gestiegen von 23,5 auf 32,9 Punkte.

Bei den Aussichten der befragten Unternehmen sank der Index um 57 Indexpunkte auf einen Wert von -10,2. Laut Umfrage solle der WTI-Ölpreis Ende 2019 bei 59,97 Dollar liegen, also mehr als 10 Dollar höher als aktuell. Die Umfragedaten zeigen ganz eindeutig: Ein massiver Abschwung beim US-Fracking ist doch sehr wahrscheinlich. Damit könnte die gesamte US-Fördermenge in den nächsten Monaten sinken, und der Ölpreis könnte sich erholen (könnte, nicht muss).

Ölquellen - Ölpreis
Beispielfoto für Ölquellen. Foto: Arne Hückelheim / Wikipedia (CC BY-SA 3.0) – Ausschnitt aus Originalfoto

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. daniel

    8. Januar 2019 21:33 at 21:33

    öl wurde abgeschrieben. öl ist der rohstoff des vergangen jahrhunderts. wie kohle oder die dampfmaschine.
    selbst bestätigt durch die öl barone rockefeller und co.

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Anleihen

Marktüberblick zum Wochenende: Glaubt die Börse dem US-Militär nicht?

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am

Das aktuell beherrschende Thema an der Börse ist der Angriff auf zwei Öltanker im Golf von Oman. Wer war es, was ist da passiert? Die USA haben ziemlich schnell ein Video hervorgezaubert, auf dem angeblich zu sehen sei, wie iranische Soldaten auf einem Schnellboot eine Haftmine von einem Öltanker entfernen, weil sie nicht explodiert war. Aber den späteren erfolgreichen Angriff auf den Öltanker zeigt das Video nicht. Ob es der Iran war? Vielleicht ja, vielleicht nein. Oder vielleicht auch iranische Kommandeure, die auf eigene Faust handeln?

Wie auch immer. Wenn man sich heute die Marktreaktionen anschaut, dann darf die Frage erlaubt sein: Glaub die Börse dem US-Militär nicht? Glaubt man an ein Fake-Video? Oder ist den meisten einfach klar, dass dieses Video ja nun mal keinerlei Angriff auf den Öltanker zeigt, und dass es von daher keinen Beweis für einen Angriff durch den Iran gibt? Wir halten uns bei einer konkreten Bewertung raus, und können nur Fragen stellen. Das Problem für die USA ist wohl, dass ihre Seriosität in Sachen Beweislieferung seit den Fake-Beweisen für den Irak-Krieg im Jahr 2003 im Eimer ist.

Der Aktienmarkt jedenfalls reagierte von gestern bis heute überhaupt nicht ängstlich auf diese mögliche Krise. Der Dow ist seit gestern früh bis jetzt um 70 Punkte gestiegen, der Dax notiert exakt +-0 seit Bekanntwerden der „Tanker-Krise“. Im folgenden Chart haben wir Dax und Dow übereinander gelegt und das Bekanntwerden der Angriffe eingekreist.

Dax und Dow

Und der Devisenmarkt? Im folgenden Chart schauen wir mal auf Euro vs USD. Links eingekreist haben wir eine winzige, ganz kurze Reaktion zum Tanker-Angriff. Sie ist aber eigentlich nicht mal erwähnenswert. Denn danach lief EURUSD mehr als 24 Stunden fast seitwärts. Erst heute (Pfeile) kam durch die Konjunkturdaten in den USA ein klein wenig Bewegung in den Markt, und der Dollar wertete gegen den Euro ein wenig auf.

Euro vs USD

Und sonst? Die Zeichen für eine Konjunktureintrübung mehren sich. Russland hat heute seinen Leitzins gesenkt, und will wohl bald weiter senken. Der Grund: Die Wirtschaft laufe schwächer als bislang gedacht. Die Internationale Energie-Agentur spricht heute von nachlassender Öl-Nachfrage. Dass die Institutionellen Anleger auch eine weitere Verschlechterung der Konjunktur erwarten, sehen wir am Ehesten im Anleihemarkt. Die extrem wichtige und auch international stark beachtete deutsche Bundesanleihe (10 Jahre Laufzeit) weist heute eine weiter fallende Rendite auf. Sie fiel heute im Tief auf -0,269%. Einfach unglaublich. Zum Jahresanfang 2019 lag die Rendite noch mit 0,25% im Plus.

Rendite 10 Jahre Bund

Gold

Wohl die Kombination aus dem Konjunkturabschwung, Handelskrieg und den Tanker-Angriffen lässt Gold spürbar steigen. Viele Analysten sind der Meinung, dass mehr Potenzial auf der Aufwärtsseite vorhanden ist. Wie wir es heute früh schon sagten. Nach dem Überschreiten des Hochpunkts bei 1.346 Dollar aus Februar ist der Weg charttechnisch nach oben erstmal frei. Heute stieg Gold bis auf 1.358 Dollar. Bis jetzt kam es wieder zurück auf 1.348 Dollar. Also: Die Flucht in die Sicherheit ist im Gold erkennbar, aber aktuell hat die Angst auch wieder abgenommen. Aber Handelskrieg, Tanker und Co bieten wohl auch nächste Woche die Möglichkeit für einen steigenden Goldpreis.


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Gold

Öl

Und das liebe Öl? Wenigstens hier hat man den USA geglaubt, und jagt den Ölpreis gnadenlos nach oben, weil ein Krieg zwischen Saudis und USA gegen den Iran bevor steht? Offensichtlich glauben auch die Termintrader am Ölmarkt nicht so richtig an die große Kriegsangst für die Region. Zwar reagierte der Ölpreis gestern mit gut 2 Dollar nach oben. Im Chart haben wir den Anstieg eingezeichnet. Aber danach folgte bis jetzt erstmal eine Seitwärtsphase. Wie es weiter geht? Ganz schwer zu sagen. Natürlich kann die Lage weiter eskalieren, und Öl schießt weiter nach oben. Aber die Erfahrung der letzten Jahrzehnte zeigt eine kurze Halbwertzeit für solche Zwischenfälle. Möglich ist, dass sich der Ölmarkt in den nächsten Tagen wieder der globalen Konjunkturschwäche und der damit einhergehenden Nachfrageschwäche widmet. Das würde natürlich auf einen fallenden Ölpreis deuten.

Öl

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Devisen

Russland senkt Leitzins, stellt weitere Schritte in Aussicht

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Die Russische Zentralbank hat heute den Leitzins von 7,75% auf 7,50% gesenkt. Der russische Rubel ist seit der Entscheidung sogar minimal gestiegen. USD vs Rubel sank nämlich von Von 64,41 auf 64,31. Also was ist hier los? Die Zentralbank sagt als Begleittext, dass der Rückgang der Inflation voran schreite. Und das Wirtschaftswachstum in Russland im 1. Halbjahr sei geringer als vorher erwartet. Auch sagt man heute klipp und klar, dass weitere Zinssenkungen in den nächsten Sitzungen möglich seien (hier der gesamte Text im Wortlaut).

Der IWF hatte Russland vor einigen Tagen dazu geraten die Zinsen zu senken. Es sei nun Zeit für diesen Schritt, so der IWF in seinen Aussagen. Von daher war die Senkung heute offenkundig keine Überraschung für die Märkte. Aber dass der Rubel trotz Ankündigung weiterer Zinssenkungen eher leicht steigt, als zu fallen – das ist schon bemerkenswert. Im Chart sieht man USD vs Rubel seit September 2018. In den letzten Monaten gab es eine nicht zu übersehende Range in einem Seitwärtstrend für das Währungspaar. In dieser Range ist man derzeit mitten drin.

Russland - USD vs Rubel

Zentralbank Russland
Russische Zentralbank in Moskau. Foto: Ludvig14 CC BY-SA 4.0

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Märkte

Internationale Energie-Agentur: Öl-Nachfrage rückt in den Fokus

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Die Internationale Energie-Agentur hat heute ihren aktuellsten Ölmarktbericht veröffentlicht. Ausgerechnet heute, einen Tag nach den Vorfällen mit den Öltankern zwischen dem Oman und Iran. Bis vor Kurzem sei es nur um die Angebotsseite am Ölmarkt gegangen, als da wären Libyen, Iran, Venezuela, und die Fördermengenkürzung der OPEC. Diese Sichtweise habe Brent im April über 70 Dollar geschoben, so die IEA.

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Die aktuelle Tanker-Story hat die IEA in ihrem Bericht aber schon mit erwähnt. Aufgrund einer Angst vor Verknappung des Angebots (so unsere Klar-Formulierung der IEA-Aussagen) sei Öl gestern um 4% gestiegen. Die Themen auf der Angebotsseite seien aktuell nicht verschwunden. Aber jetzt liege der Fokus auf der Nachfrageseite, da die ökonomischen Indikatoren schwächeln würden (also tendenziell sinkende Öl-Nachfrage).

Im Mai habe die OECD (Mutterorganisation der IEA) eine Prognose für das globale BIP-Wachstum herausgegeben. 2019 sollen es +3,2% werden, weniger als in der vorigen Prognose. Das weltweite Wirtschaftswachstum sei auf die niedrigste Rate zurückgefallen sei der Finanzkrise vor zehn Jahren. Die Folgen für die Nachfrage nach Öl seien offenkundig, so die IEA. Das Wachstum in der globalen Öl-Nachfrage könne aber von vermutlich +1,2 Millionen Barrels pro Tag in 2019 auf +1,4 Millionen Barrels pro Tag in 2020 steigen. Hier einige Detailaussagen der IEA im Wortlaut zur Nachfrageseite:

The consequences for oil demand are becoming apparent. In 1Q19, growth was only 0.3 mb/d versus a very strong 1Q18, the lowest for any quarter since 4Q11. The main weakness was in OECD countries where demand fell by a significant 0.6 mb/d, spread across all regions. There were various factors: a warm winter in Japan, a slowdown in the petrochemicals industry in Europe, and tepid gasoline and diesel demand in the United States, with the worsening trade outlook a common theme across all regions. In contrast, the non-OECD world saw demand rise by 0.9 mb/d, although recent data for China suggest that growth in April was a lacklustre 0.2 mb/d. In 2Q19, we see global demand growth 0.1 mb/d lower than in last month’s Report. For now though, there is optimism that the latter part of this year and next year will see an improved economic picture. The OECD sees global GDP growth rebounding to 3.4% in 2020, assuming that trade disputes are resolved and confidence rebuilds.

Auch sagt die Internationale Energie-Agentur, dass es für die Angebotsseite schwierig sein werde die Nachfrage zielgenau zu treffen. Massenhaft zusätzliche Ölproduktion komme aus Nicht OPEC-Staaten auf den Markt. Alleine die USA würden im laufenden Jahr 90% des Zuwachses von 1,9 Millionen Barrels pro Tag ausmachen. Und wir wissen ja (unsere Anmerkung), dass die Fracker in den USA völlig unberechenbar sind. Es handelt sich um jede Menge kleine, mittelgroße und große Privatunternehmen, die anders als staatliche Ölkonzerne in anderen Ländern nicht von oben herab zu regulieren sind.

Heute hat die Internationale Energie-Agentur zum ersten Mal einen Öl-Ausblick für 2020 gegeben. Eine klare Botschaft für das Jahr 2020 sei, dass es viele Angebotssteigerungen außerhalb der OPEC geben werde, um ein wahrscheinliches Niveau der Nachfrage zu decken. Dies könne eine willkommene Nachricht für die Verbraucher und die allgemeine Gesundheit der derzeit anfälligen Weltwirtschaft sein, da sie den erheblichen Aufwärtsdruck auf die Ölpreise begrenzen werde.

Kurz-Fazit unsererseits: Die IEA sieht die Nachfrage-Seite schwächeln. Auf der Angebotsseite könnte es zu nicht kontrollierbaren zusätzlichen Mengen kommen. Also: Abwärts mit dem Ölpreis auf mittlere Sicht gesehen?

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