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Warum die EU-Kommission die Halbleiterindustrie mit Milliarden fördert

EU-Kommission beschließt Plan zur Förderung der Halbleiter-Produktion

Die EU-Kommission macht Ernst und beschließt einen Plan zur Förderung der Halbleiterproduktion. Seit Monaten belastet ein weltweiter Chipmangel nicht nur die hiesigen Automobilkonzerne und deren Zulieferer, sondern auch jegliche Hersteller von Smartphones, Computern und medizinischen Geräten. Um einen künftigen Chipmangel auszuschließen, hat die Europäische Union nun einen milliardenschweren Plan vorgestellt – den European Chips Act. Die milliardenschweren Investitionen sollen genutzt werden, um den europäischen Markt unabhängiger zu machen. Zu lange hat man tatenlos zugeschaut, wie Amerika, China und andere asiatische Länder den Markt für Halbleiter dominieren. Ziel ist es, sich aus der Abhängigkeit zu lösen und die Versorgung aufrecht zu halten. Dafür will die EU ungefähr 43 Milliarden Euro zur Verfügung stellen.

EU-Kommission plant die Chip-Produktion bis 2030 zu verdoppeln

Die Kommission teilte mit, dass die Investitionen aus staatlichen wie auch aus privaten Investitionen vor allem in neue Produktionsstätten fließen sollen, aber auch in Forschungsprojekte und Start-Ups. Jahrelang hat man es verschlafen, in den Bereich zu investieren. Allerdings haben die jüngsten Lieferengpässe deutlich gemacht, dass kein Weg daran vorbeiführt. Daher hat die Kommission das Ziel ausgegeben, den Anteil der EU an der weltweiten Chip-Produktion bis 2030 auf ein Fünftel zu verdoppeln. Nur so kann man sich unabhängiger machen und folglich die Versorgung für den Eigenbedarf sicherstellen.

Versorgung von Halbleitern sichern

Angesichts der hohen Bedeutung für die Herstellung von diversen Gütern aus im Technologiebereich sei das Thema für die EU-Kommission äußerst wichtig. Denn die Verfügbarkeit von Halbleitern ist essenziell für alle Zukunftsprojekte. Insbesondere für das autonome Fahren, die Industrie 4.0, Quantencomputing und Künstliche Intelligenz ist es unabdingbar. Um zukünftige Versorgungsengpässe für die europäische Wirtschaft zu vermeiden, muss man jetzt in die Schlüsseltechnologie investieren, sagte der EU-Kommissar Thierry Breton in einem Interview mit er FAZ. Der European Chips Act soll es allen Mitgliedsstaaten im Euroraum erleichtern, in die benötigte Chip-Infrastruktur zu investieren. Der Plan umfasst dabei drei Bereiche: Der größte Teil der Investitionen soll in den Ausbau der Chipbranche fließen. Ein zweiter Anteil steht für EU Pilotprojekte, Quantencomputing und Chip-Design zur Verfügung. Weitere Milliarden sollen schließlich zur Förderung von Start-ups bereitgestellt werden. Damit will man erreichen, dass die Eurozone im Spiel der Großen einen Platz bekommt.



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