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Knickt die RBS vor Putin ein?

FMW-Redaktion

Gestern hatte die britische Bank NatWest (National Westminster Bank) angekündigt, die in Uk befindlichen Konten für die russische Nachrichtenagentur RT zu schließen. RT gilt als Sprachrohr des Kremls und betreibt Kanäle in englischer, aber auch zum Besipiel deutscher Sprache. Ursächlich für die angekündigte Sperrung der Konten von RT dürfte sein, dass die Briten (zusammen mit den Amerikanern) eine Ausweitung der Sanktionen gegen Russland anstreben und kurz zuvor laut über Sperrungen von russischen Konten nachgedacht hatten.

NatWest hatte in einem Brief an die Niederlassung von RT in London dann wenig später angekündigt, alle Konten von RT bis zum 12.Dezember zu schließen – man habe die Sache einer Prüfung unterzogen und sei zu dem Entschluß gekommen, die Zusammenarbeit mit RT zu beenden, so NatWest. Bis zum 14.November müsse RT nun die über Kreditkarten eingegangenen Verbindlichkeiten zurück erstatten.

Die Entscheidung, so NatWest in dem Brief an RT (hier im vollen Wortlaut, wie ihn RT widergibt), sei endgültig, und man werde darüber nicht in eine Diskussion einsteigen („our decision is final and we are not prepared to enter any discussion in relation to it“). Also Schließung der Konten – und damit Ende des Diskussion, eine ziemlich klare Ansage!

Aber eine Ansage mit offenkundig kurzer Haltwerts-Zeit! Denn heute heißt es, die „Strafmanßnahme“ sei wieder rückgängig gemacht worden! Was ist da passiert?

Die National Westminister Bank ist eine Tochter der Royal Bank of Scotland (RBS) – also faktisch einer Bank, die während der Finanzkrise durch den britischen Staat gerettet werden mußte. Daher ist auch eben dieser britische Staat größter Anteilseigner bei RBS – erst gestern mußte die Regierung in London verkünden, dass man nun leider eine bilanzielle Abschreibung vornehmen müsse auf die Anteile an der RBS. Peinlich.

Und heute dann also der plötzliche Rückzieher bei der Sache mit der Konten-Schließung von RT durch die Tochter NatWest. Zufall? Eher nicht. Denn, so berichtet die „Times“, Putin habe gedroht, alle Konten der RBS in Russland einzufrieren – was die Verantwortlichen bei NatWest bzw. der Mutter-Gesellschaft RBS offenkundig etwas nachdenklich gemacht hat. So nachdenklich, dass man die angedrohte Konten-Schließung nun also wieder rückgängig gemacht hat.

putin
Wladimir Putin
Foto: Kremlin.ru / Wikipedia (CC BY 4.0)

Dumm gelaufen! Und auch ein Beleg dafür, dass auch bei den Briten der schnöde Mammon im Zweifel vor der Ideologie kommt..



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3 Kommentare

  1. Nessi zischt nur noch, kann jedoch kein Gift versprühen wenn der Bär mal richtig brüllt und mit drohend mit den Pranken fuchtelt.

  2. Interessant ist auch ein (nicht zum Thema gehörender) Nebenpunkt:

    „Die National Westminister Bank ist eine Tochter der Royal Bank of Scotland (RBS) – also faktisch einer Bank, die während der Finanzkrise durch den britischen Staat gerettet werden mußte. Daher ist auch eben dieser britische Staat größter Anteilseigner bei RBS

    Bei UNS wurden doch auch Banken durch das Regime in Berlin gerettet (mit mehr als 280 Mrd. Euro!). Wieso ist die Staatskasse der BRD nicht ebenfalls „größter Anteilseigner “ bei den damals geretteten Banken??!!

  3. Was alle immer übersehen ist, dass die Ursache für die Sperrung eine ganz andere sein könnte. Der eine oder andere mag ja vielleicht den Keiser Report der von RT UK verbreitet wird kennen. Vielleicht sollte man sich da mal die Folge 980 etwas genauer ansehen, die unmittelbar vor der Sperrung heraus kam, dabei ging es nämlich hauptsächlich um die krummen Machenschaften der RBS. Diese Folge ist für mich viel mehr der Grund warum die RBS, bzw. ihre Tochter-Bank so gehandelt hat, wie sie es tat.

    https://www.rt.com/shows/keiser-report/362856-episode-max-keiser-980/

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