Folgen Sie uns

Aktien

Kollaps der Globalisierung: warum der Euro einfach nicht fällt..

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Eigentlich müsste der Euro zum Dollar nachgeben: während die EZB auf dem Weg ist, ihre Geldpolitik weiter zu lockern, geht der Zug in den USA bereits in die andere Richtung. Die Fed wird -vermutlich früher als viele vermuten – die Zinsen anheben und so dem Dollar Rückenwind verleihen. All das aber schlägt sich seltsamerweise nicht in einem fallenden Euro-Dollar-Kurs wieder: die Gemeinschaftswährung handelt immer noch auf hohem Niveau, wenngleich unter den Höchstständen des Jahres 2014 knapp unter der 1,40.

Eine faszinierende Erklärung für die relative Euro-Stärke liefert nun Paul Donovan von der UBS in einem Artikel in der Jakarta Post mit dem aufschlussreichen Titel „Currencies and the Collapse of Globalisation„.

Seine These: seit der Finanzkrise 2007 folgende haben die globalen Finanzströme dramatisch abgenommen und betragen derzeit nur noch ein Drittel des Vorkrisenniveaus – ausgelöst vor allem durch strengere Regularien für Banken, mit der Folge einer starken Zunahme von Investitionen in den jeweiligen Heimatmarkt der Finanz-Institute. Donovan spricht daher von einem „Kollaps“ der Finanzströme – meint damit aber nicht die Warenströme durch Exporte, die auf dem Niveau vor Ausbruch der Finanzkrise liegen. Es geht nur um den globalen Kapitalfluss von Finanzinstitutionen, vorwiegend Banken.

Wenn nun die Kapitalströme um zwei Drittel gefallen sind, wird es für Länder mit einer negativen Handelsbilanz schwerer, Kapital anzulocken, um die eigenen Defizite zu finanzieren – schließlich ist der zu verteilende „Kuchen“ um zwei Drittel geschrumpft. So wird die Konkurrenz deutlich härter – auch für die USA, die nach wie vor ein gigantisches Handelsbilanzdefizit ausweist (deutlich über 100 Milliarden Dollar allein im ersten Quartal 2014). Anders dagegen die Eurozone, die regelmäßig Handelsbilanzüberschüsse erwirtschaftet – mit Deutschland als Vorreiter. Die USA stehen damit in einer harten Konkurrenz gegenüber Europa, dessen Handelsbilanzüberschuss für ausländisches Kapital nach wie vor ein attraktives Ziel ist.

Die schon lange sehr niedrige Volatilität am Devisenmarkt ist einerseits Ausdruck der dramatisch eingebrochenen globalen Kapitalströme – und reflektiert andererseits eine Patt-Situation: die Handelsbilanz spricht für Europa, die Geldpolitik mit absehbaren Zinsanhebungen für die USA. Während aber die USA nach wie vor Kapital aus anderen Regionen anziehen, könnten die reduzierten Kapitalströme für Asien ein echtes Problem werden: Wohl nicht zufällig sind im letzten Monat die Kapitalzuflüsse nach China deutlich zurück gegangen.

Die Folgen der stark gesunkenen Kapitalströme sind also noch gar nicht absehbar. Dazu Donovan: „Global capital flows have been hidden from the headlines, but the collapse of globalization may turn out to be one of the most important economic changes of the past decade“.

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    Michael

    25. Juni 2014 15:12 at 15:12

    Wenn man Baltic Dry, Baltic Tanker oder Harper zugrunde legt, liegen die Warenstroeme durchaus am Boden. Der überbewertete € verschärft die Krise im Süden. Nur durch Deutschland hat die Eurozone Handelsbilanzueberschuesse. Ohne D wäre sie seit Euroeinfuehrung immer defizitaer gewesen.

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Aktien

Aktienmärkte: Corona-Krise und ein heimlicher Star im deutschen Leitindex

Wolfgang Müller

Veröffentlicht

am

Normalerweise waren die letzten Jahre die Zeit für Wachstumstitel, also für Growth, wie man es in der Sprache der Aktienmärkte bezeichnet. Eher jedoch nicht für den deutschen Leitindex Dax – aber dort steht ein Wert ganz oben in der Performance, von dem man es noch weniger erwartet hätte: die Deutsche Post. Man profitiert derzeit vom „Stay at Home“ und vielleicht nochmals durch ein logistisches Thema der Superlative.

Die bevorstehende Massenimpfungen

Was werden nicht alles für Zahlen herumgereicht? Die Gesamtbevölkerung der Erde müsse gegen Covid-19 geimpft werden, 7,7 Milliarden Menschen und dies gleich zweimal. Aber gemach, es werden sich nicht alle impfen lassen wollen, und es einige durch Immunität nicht mehr brauchen (oder durch heimische Pharmafirmen versorgt werden) und viele sich in einem Alter befinden, in dem die Gefährlichkeit des Virus unterhalb des Promillebereichs für die Betagten und Gefährdeten liegt. Dennoch: Es gilt Abermillionen von Impfdosen zu transportieren, mit den verschiedensten Transportmitteln, mit speziellen Behältern und mit der Aufrechterhaltung von Kühlketten und überall ist der deutsche Marktführer gut aufgestellt.

Die unauffällige Hausse bei einem Underdog der Aktienmärkte

Die Deutsche Post (DHL Group) feierte gerade den 20. Börsengeburtstag. Der Logistik-Riese, der aus einem Paket- und Postzusteller hervorging, wurde am 20. November 2000 zu 21 Euro an die Börse gebracht. Zu dieser Zeit stand der Dax bei 6609 Punkten. Betrachtet man nun die Kursentwicklung von Index und den Dax-Wert Deutsche Post (gestern 40,39 Euro), so könnte man den Eindruck gewinnen, als wäre der Dax mit seiner Kursverdoppelung besser gelaufen, als der deutsche Logistiker, der es nur auf gut 80 Prozent Kurszuwachs brachte. Rechnet man die Dividendenzahlungen hinzu, käme man bei der Post aber auf circa 268 Prozent Gewinn. Beim Dax als Performance-Index werden die Dividenden einfach hinzugerechnet. Macht eine Rendite der Deutschen Post von 6,7 Prozent p.a. gegenüber dem Index mit seinen 3,5 Prozent. Der Traditionswert ein heimlicher Star der Aktienmärkte – gewiss, denn ein Großteil der Dax-Werte ist noch weit von seinen ehemaligen Höchstständen entfernt. Bis auf fünf Werte, einer davon ist die Marke mit dem auffälligen Gelb.

Dies ist natürlich den Analysten nicht verborgen geblieben: so erwarten Ökonomen von Goldman Sachs einen Umsatzanstieg der Deutschen Post von aktuell 65 Milliarden bis auf 80 Milliarden Euro im Jahr 2024, der Gewinn soll im gleichen Zeitraum von 4,4 Milliarden auf 6,5 Milliarden Euro steigen. Wäre ein einstelliges KGV, hinzu kommt die niedrige Börsenbewertung im Vergleich zu UPS oder Fedex.

Fazit

Obwohl die Aktienmärkte derzeit die Umschichtung von Growth zu Value spielen, kann dies dem deutschen Logistiker relativ egal sein. Man profitiert weiter von den Auswirkungen der partiellen Lockdowns, vermutlich noch durch die Wintermonate, als auch von der neuen Situation um die Mammutaufgabe Impfung der Bevölkerung mit all den personellen und logistischen Herausforderungen.

Jetzt steht in dieser Woche erst einmal der große vorweihnachtliche Hype um den „Black Friday“ und den „Cyber Monday“ auf dem Programm. Angesichts der Pandemie sicherlich mit bisher noch nie gesehenen Umsätzen. Ein DHL-Manager sprach schon davon, dass Covid-19 die Umsätze der Post in das Jahr 2030 hieven werde. Und jetzt kommt noch das Transportthema Impfstoff hinzu. Ein Goldilocks-Szenario? Nicht ganz, denn da gibt es noch einen übermächtigen Konkurrenten aus Übersee, der bis 2021 mit eigenen Paketzentren in Deutschland zulegen will. Der „All-Star“ der amerikanischen Aktienmärkte Amazon, der bereits schon für ein Viertel der Paketsendungen in Deutschland verantwortlich ist.

Die Aktienmärkte in Deutschland und ihr heimlicher Star

weiterlesen

Aktien

Aktienmärkte: Die 8-Billionen-Dollar Bombe – 20%-Korrektur voraus

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Die Aktienmärkte der USA haben ein Klumpenrisiko – sie sind eine Bombe, die entschärft werde auf Kosten einer heftigen Korrektur. Das sagt nicht ein sogenannter „Crash-Prophet“, sondern der eher als „Dauer-Bulle“ bekannte Hans. A. Bernecker. Alle Indizes der amerikanischen Aktienmärkte seien extrem überkauft, getrieben vor allem in den letzten Monaten durch die Tech-Werte. Bevor dann ab dem 09.November mit der Pfizer/BioNTech-Meldung über den Impfstoff eine gewaltige Rotation erfolgte – raus aus Tech, rein in die sogenannten Value-Werte (die jedoch in vielen Fällen eigentlich alles andere als „value“ sind). Man wechselt also von einer Überbewertung in die andere, und dabei entfernen sich die Aktienmärkte immer mehr von der ökonomischen Realität.

Aktienmärkte: Nach dem Entschärfen der Bombe kommt die Erholung

Der Hype der Aktienmärkte, so Hans Bernecker, sei vor allem von Kleininvestoren getragen gewesen (die sogenannten „Robinhooder“). Das alles erinnert an die Euphorie des Jahres 1987, der dann im Oktober diesen Jahres ein gewaltiger, wenn auch nur kurzfristiger Absturz folgte. Nun aber gebe es eine Schwachstelle: das seien extrem überbewertete Aktien wie eine Tesla mit einer Marktkapitalisierung von mehr als 500 Milliarden Dollar, die nun ein großer Hedgefonds-Manager geshortet habe. Es werde nun, so Bernecker, bald eine heftige Marktbereinigung geben bei den großen und marktschweren Titel der amerikanischen Aktienmärkte, die alleine acht Billionen Dollar auf die Waage bringen.

Wann kommmt der Einbruch? Eher zeitnah, meint Bernecker. Es handele sich dabei um eine Markt-Bereinigung, der dann jedoch wieder eine Aufwärtsbewegung folgen werde. Sehen Sie hier die Aussagen des „Altmeisters“ Bernecker:

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

Die überbewrteten Aktienmärkte der USA als Bombe, die bald entschärft wird

weiterlesen

Aktien

Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Bullen, Bären und fliegende Schweine

Redaktion

Veröffentlicht

am

Von

Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Ab morgen startet das verlängerte Thanksgiving-Wochenende in den USA. Die gut laufenden Kurse im November sind im Fokus seiner heutigen Berichterstattung.

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage