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Kollaps in der Reiseindustrie – dramatische Dimension des Niedergangs

Redaktion

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Vorab möchten wir sagen: Ja, natürlich ist derzeit jeder Branchenverband dabei Horrormeldungen zu publizieren, damit man seinen Forderungen in Richtung Politik beim Thema „Weitere Fördergelder“ Nachdruck verleihen kann. Dabei kann man aber sagen: Dass neben der Gastronomie vor allem die Reiseindustrie am Schlimmsten getroffen ist, leuchtet ein. Es gibt Reisewrwarnungen und Flugverbote. Wie soll und kann da jemand den geliebten Sommerurlaub buchen? Unmöglich! Zudem kommen beispielsweise kleine inhabergeführte Reisebüros nicht an den so begehrten KfW-Schnellkredit. Der bietet mit 100 Prozent Staatshaftung zwar die Aussicht, dass die Hausbank den Kredit ohne eigene Blockade schnell an die KfW weiterreicht. Aber er ist nur zugänglich für Unternehmen mit mindestens 11 Mitarbeitern.

Der große Kollaps der Reiseindustrie

Deswegen stehen gerade die ganzen kleinen Reisebüros vor dem totalen Aus. Auch die Anbieter in der Reiseindustrie konnten zwar die einmaligen Zuschüsse des Staats in Höhe mehrerer tausend Euro kassieren. Die sind aber längst aufgebraucht, so darf man es annehmen. Und selbst wenn man seine Mitarbeiter in Kurzarbeit schickt. Die Ladenmiete bleibt. Auch wenn sie gestundet wird, so türmen sich diese Schulden in der Zukunft auf. Außerdem wird sich selbst nach Aufhebung der Reisebeschränkungen das Problem ergeben, dass nur ein Teil der Verbraucher Reisen buchen wird – weil halt vielen das Geld für Reisebuchungen fehlt. Und vielen, die es sich leisten könnten, wird der Krisen-Schock so tief in den Gliedern sitzen, dass man lieber erstmal Geld spart. Die Reisebranche wird wohl, wenn die Gastronomie demnächst wieder öffnen sollte, die Branche sein, welche mit den Auswirkungen der Coronakrise am Längsten zu kämpfen hat. Denn die Saison ist futsch!

Also, braucht die deutsche Reiseindustrie einen gesonderten eigenen Fördertopf? Sonst steht womöglich ein Großteil dieser Branche kurz vor dem totalen Kollaps? Falls ja, hätten wir danach eine Branche, in der die größeren finanzstarken Anbieter sich die Branche ganz bequem aufteilen, weil die kleinen schwächeren Anbieter (Reisebüros, Busunternehmen, Reiseveranstalter) aus dem Markt ausgeschieden sind? Der Reiseverband „DRV“ erwähnt aktuell die Dramatik der Lage. Ein Großteil der Branche stehe vor der Pleite. Zitat:

„Die existenzbedrohende Situation in der Reisewirtschaft wird immer dramatischer. Das Geschäft der Reisebüros und Reiseveranstalter ist durch staatliche Anordnung fast vollständig zum Erliegen gekommen. Eine Besserung ist nicht in Sicht – die weltweite Reisewarnung aufgrund der Corona-Pandemie ist um weitere sechs Wochen nun bis Mitte Juni verlängert. Vor Ende der Pfingstferien in Deutschland werden keine Auslandsreisen möglich sein. Bis dahin hat die Reisewirtschaft Umsatzeinbußen in Höhe von mindestens 10,8 Milliarden Euro zu verkraften. Hinzu kommen die enormen Belastungen für die Branche durch die Rückabwicklung gebuchter Reisen.

Reisen ins Ausland sind das Rückgrat der deutschen Reisewirtschaft. Zwei Drittel der über 70 Millionen Reisen der Deutschen führen ins Ausland und sichern hunderttausende Arbeitsplätze bei Reisebüros, Reiseveranstalten, Fluggesellschaften und vielen anderen Anbietern von Dienstleistungen im Bereich der Reise. Damit dies auch so bleibt, brauchen wir dringend ein Soforthilfeprogramm. Denn zwei von drei Unternehmen sehen sich bereits unmittelbar von einer Insolvenz bedroht. Wir müssen die überwiegend mittelständisch geprägte touristische Infrastruktur retten – die Politik kann nicht länger völlig tatenlos hinnehmen, wie Reisebüros und Reiseveranstalter ihre Existenz verlieren. Jetzt müssen endlich zielgenaue Hilfsprogramme mit nicht rückzahlbaren Beihilfen für das weggebrochene Geschäft her. Der Branche geht ansonsten ganz schnell die Luft aus.“

Urlauber auf Mallorca - das waren die rosigen Zeiten für die Reiseindustrie
Playa de Palma auf Mallorca. Foto: Oliver Lipp CC BY-SA 3.0

6 Kommentare

6 Comments

  1. Avatar

    Tom

    4. Mai 2020 15:25 at 15:25

    Jetzt ist das Gejammer groß. Meiner Einschätzung nach sind doch hauptsächlich die Anbieter betroffen, welche in den letzten Jahren auf den Boom der Rentnerreisen aufgesprungen sind. Wir mit unserem Individualurlaub konnten uns, egal wo, dem Strom von Rentnern kaum wehren. Teilweise wie Horten sind sie unterwegs. Rücksicht wurde von uns verlangt, selbst haben sie jedoch keine an den Tag gelegt. Was war der Nebeneffekt? Die Preise stiegen überproportional, da die Nachfrage angestiegen ist und alles war überfüllt. Kreuzfahrten, die Hälfte waren mindestens im Rentenalter. Selbst gesehen, die Anreise zum Schiff war mit einem Rentnerbus, damit schön Bequem und ja nicht selbst für sich Sorgen zu müssen. Also, sollten diese kleinen Anbieter nicht mehr auf dem Markt sein, trauere ich ihnen keine Träne hinterher.

  2. Avatar

    Daxrabbit

    4. Mai 2020 16:29 at 16:29

    Hm, klar kann man die Reiseindustrie jetzt stüzen ….
    Aber macht das soooh viel Sinn? Es ist eben nicht soooh sexy wenn man jetzt vom Kurzarbeitergeld ’ne kreuzfahrt bucht. Und dann wäre da noch die Frage ob man Ende dieses Jahres oder nächstes Jahr überhaupt noch arbeitet.
    Wir haben lange korrekturlos die Hause gefeiert, und feiern jetzt wahrscheinlich auch recht lange lockdown und Rezession.
    Das übliche Spiel eben, je länger das „sssssttt“ desto lauter der „Bums“ – mal lustig und mal weniger lustig.
    Was lernen wir darauf, natürlich nichts ;) siehe „principles“ von Ray Dalio.

    • Avatar

      asisi1

      4. Mai 2020 18:12 at 18:12

      In der ehemaligen DDR konnte man auch nicht überall hin. Hat sich doch der dumme deutsche Depp so zurecht gewählt. Einen Vorgeschmack auf leere Regale hat er auch schon bekommen. Jetzt fehlt nur noch der Tausch mit den Dollars!

  3. Avatar

    Stefan

    4. Mai 2020 17:20 at 17:20

    Na toll, ist eh schon lange Zeit für eine grosse Pleitewelle.
    Wenn alles kurz vor der Pleite steht sollte man sich fragen wo denn das ganze Geld ist ?
    Das Problem heute ist das der grosse Teil der Arbeitsleistung als Kapitalertrag an die Kapitalhalter fliest. Da bleibt für die arbeitenden halt nicht mehr viel über.
    Und dann ist auch eine Durststrecke kaum zum überleben.

    Aber danach wirds besser !

    • Avatar

      Daxrabbit

      4. Mai 2020 19:22 at 19:22

      Wo das Geld ist ?
      Möglicherweise – so ein Gerücht – z.B. bei den Leuten welche vorher Anleihen im 7 und höherstelligen Bereich gekauft haben. Aber das würde ja nur Sinn machen wenn die EZB auch Anleihen aufkauft … nee nee nee, NIE gehört, das kann so nicht sein …. das wäre ja fast Betrug ….

  4. Pingback: Aktuelles vom 4. Mai 2020 – Teil 2 | das-bewegt-die-welt.de

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Dirk Müller über das Börsenjahr 2021: „Mit Gas und Bremse durch den Markt“

Claudio Kummerfeld

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Bulle und Bär - Dirk Müller will mit Gas und Bremse durchs Jahr kommen

Dirk Müller hat in einem aktuellen Interview über das Börsenjahr 2021 gesprochen, aber auch über die Corona-Restriktionen und den Bitcoin. Beim Thema Corona ist er der Meinung, dass die Beschränkungen nach einer flächendeckenden Impfung und rückläufigen Infektionszahlen nicht verschwinden würden. In welcher Form genau es weitergehe, könne er auch nicht sagen, aber gewisse Arten von Einschränkungen im Alltag würden dauerhaft bestehen bleiben. Dirk Müller erwähnt in dem Zusammenhang die auch bei der Grippe ständigen Mutationen und jährlich neuen Impfungen, um sich dagegen zu schützen. Corona käme dauerhaft als neues Risiko hinzu.

Dirk Müller über das die Aktienmärkte in 2021

Immer weiter steigende Börsenkurse sind laut Dirk Müller auch im Börsenjahr 2021 möglich, auch dank der Notenbanken. Aber, so seine Worte, alle Welt glaube es gehe an der Börse jetzt nur noch nach oben. Man frage sich nur noch, wie kräftig die Kursgewinne im Jahr 2021 ausfallen werden. Aber ein großer Börsencrash sei jederzeit möglich. Was dafür exakt der Auslöser sei, könne man vorher nie sagen. Ein Problem für die Aktienmärkte sei aktuell das Ansteigen der Anleiherenditen in den USA (aktuell 1,09 Prozent). Diese würden laut Dirk Müller unabhängig von der Politik der Notenbanken anziehen, weil die Inflationserwartungen in den USA zunehmen. Es stehe für 2021 eine Sektorenrotation bevor. Das Anlegergeld verlasse die Tech-Aktien. US-Banken würden interessanter werden, aber auch Branchen wie der Flüssiggas-Sektor. Er gehe mit Gas und Bremse durch das kommende Börsenjahr. Man solle für weiter steigende Kurse offen sein, aber mit Absicherung.

Bitcoin

Und was ist mit dem Bitcoin? Wochenlang war der Kurs ja kräftig gestiegen, dann wieder deutlich gefallen (hier unsere aktuellste Berichterstattung). Dirk Müller bleibt bei seiner bisherigen Meinung. Der Bitcoin sei eine eindeutige Zockerei, dahinter stehe kein echter Wert. Er könnte kräftig verlieren, aber auch unendlich weiter steigen.

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EZB: Auf der Spur der wahren Gründe für das große Gelddrucken

Claudio Kummerfeld

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Die EZB-Zentrale in Frankfurt

Wir alle hören es seit Jahren und nehmen es zur Kenntnis. Offiziell betreibt die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Geldpolitik (Zinsen und Anleihekäufe), um die Inflation von der Null-Linie in Richtung 2 Prozent zu bekommen. Und Bürger und vor allem Unternehmen sollen durch die Banken in der derzeitigen Krise günstige Finanzierungsbedingungen erhalten. Daher flutet man alles und jeden mit Notenbank-Euros, und die Banken können dem braven Mittelständler noch günstigere Kredite anbieten? So kommt die Wirtschaft in Schwung, und letztlich auch die Inflation? So geht natürlich die offizielle Story. Und tatsächlich?

Viele Beobachter der EZB-Politik behaupten oder meinen erkannt zu haben, dass es Frau Lagarde und vorher Mario Draghi in Wirklichkeit darum ging, mit günstigen Finanzierungskonditionen und mit massiven Anleihekäufen die Südländer in der Eurozone am Leben zu erhalten. So wolle man die Eurozone als Konstrukt zusammenhalten. Auch wir bei FMW haben uns in den letzten Jahren diverse Mal zu diesem Thema geäußert. Nach der gestrigen PK von Christine Lagarde ist uns der Kommentar von Dr. Jörg Krämer aufgefallen, dem Chefvolkswirt der Commerzbank. Man kann ihn also ruhig als seriöse Quelle bezeichnen.

EZB hält Bedingungen für Südländer günstig

Er hat seinen Kommentar betitelt mit der Headline „Was Günstige Finanzierungsbedingungen wirklich bedeuten“. Er zielt auch auf die oberflächlichen Gründe der EZB ab, nämlich Kreditkunden in der Wirtschaft zu günstigen Konditionen zu verhelfen. Es sei interessant zu beobachten, wie stark Christine Lagarde das Konzept der „günstigen Finanzierungsbedingungen“ betont habe. Sie folge dabei einem „holistischen Ansatz“ und habe verschiedene Zinsen im Blick – etwa die für Kredite an Unternehmen oder private Haushalte. Tatsächlich aber (so Jörg Krämer) dürfte es der EZB aber vor allem darum gehen, die Renditeaufschläge der Anleihen der besonders hoch verschuldeten Staaten zu begrenzen. So lasse sich beobachten, dass die EZB im Rahmen ihres PEPP-Programms immer dann mehr Staatsanleihen kaufe, wenn die Risikoaufschläge steigen (siehe Grafik). Zitat Jörg Krämer:

Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg habe ein EZB-Vertreter gesagt, dass die EZB sogar bestimmte Höchstwerte für die Risikoaufschläge einzelner Staatsanleihen bestimmt habe. Offenbar sieht es die EZB als ihre Aufgabe an, die Währungsunion zusammenzuhalten, solange die hoch verschuldeten Staaten nicht ihre Hausarbeiten machen und damit latent die Existenz der Währungsunion gefährden.

Endet diese Politik der EZB, wenn das Corona-Aufkaufprogramm PEPP Anfang 2022 endet? Nein, Jörg Krämer glaubt, dass das Aufkaufen auch danach weitergeht, optisch eben nur über ein andere Vehikel. Die EZB werde dann das „normale“ Kaufprogramm namens APP aufstocken, und zwar von 20 auf 30 bis 40 Milliarden Euro pro Monat. Begründen dürfte sie dies unter anderem mit einer merklich unter zwei Prozent liegenden Inflation. Und ja, so möchten wir von FMW anmerken: So läuft es schon seit Jahren. Die Inflation, die ist einfach zu niedrig, deswegen muss man Billionen an Euros drucken und immer weitere Teile der Anleihemärkte aufkaufen. In Wirklichkeit will man, so nehmen wir es auch an, nur weiterhin gewährleisten, dass Italien, Griechenland, Spanien und Co sich so günstig wie nur irgend möglich immer weiter verschulden können.

EZB kauft mehr Anleihen um Spreads zu senken

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So sichern Sie Ihr Depot optimal ab – Werbung

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Lieber Börsianer,

die Aktienmärkte eilen von einem Rekord zum nächsten. Das Virus wühlt zwar weiterhin, und tatsächlich eilt auch die Anzahl der Covid-Neuinfektionen weltweit von einem Rekord zum nächsten. Wir vertrauen allerdings auf die Kraft des Impfstoffes und sehen die Volkswirtschaften dieser Welt nächstens befreit.

Bei so viel Euphorie beschleicht allerdings den ein oder anderen Börsianer ein ungutes Gefühl. Sie haben also das Bedürfnis Ihr Depot, Ihre Buchgewinne einmal zumindest teilweise abzusichern. Im Folgenden erkläre ich Ihnen, welche drei goldenen Regeln Sie berücksichtigen müssen, damit die Absicherung auch wirklich greift.

Das Absichern oder Shorten eines Depots ist kein Hexenwerk. Allerdings sind wir als Börsianer natürlich eher geeicht auf steigende Kurse und Chancen. Mit anderen Worten: Shorten zählt bei den meisten von uns nicht zur ersten Begabung.

Das sind die drei goldenen Regeln:

– Fassen Sie immer punktuell und kurzfristig zu!
– Definieren Sie Ihren Depotschwerpunkt und vergessen Sie Einzelaktien!
– Legen Sie eine prozentuale Absicherungsquote fest!

Was sagen uns diese Regeln konkret?

Zu 1. Ein Short – ganz gleich ob als Optionsschein, Short-ETF oder Zertifikat – ist kein Pkw-Anschnallgurt, den wir fortwährend zur Anwendung bringen. Erfolgreiches Shorten verlangt eine kurzfristige Marktmeinung. Solche Instrumente kaufen wir immer punktuell und lediglich für wenige Wochen oder Monate. Andernfalls verzichten wir auf Geld und Rendite. Dabei sind weniger die laufenden Kosten eines Short-ETFs oder eines Optionsscheins das Problem. Sondern: Shorts – egal in welcher Form – bringen uns Verluste, wenn der Markt entgegen unserer Prognose doch steigt. Zudem fehlt uns das Kapital für den Short auf der Aktienseite. Zu Deutsch: Ein unsauber gesetzter Short wird schnell zum doppelten Renditekiller.

Zu 2. Das ist offensichtlich: Wenn von 20 Ihrer Depotpositionen 15 aus dem DAX stammen, sichern Sie nicht gegen den S&P 500 oder NASDAQ-Index ab, sondern natürlich gegen den DAX. Als kluger Börsianer kennen Sie den Schwerpunkt Ihres Depots und erwerben dazu passend einen Short. Ganz wichtig: Vergessen Sie…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

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