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Kommentar: Faszination Tesla

Redaktion

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Ein Gastkommentar von A.H. Kaltenecker

P.S: Der Ordnung halber möchte ich festhalten, dass ich mit TESLA nichts zu schaffen habe, weder direkt noch indirekt – meine festgehaltenen Wahrnehmungen basieren auf sehr umfangreicher Beschäftigung mit dem Theme E-Autos!

Als technisch interessierter und ausgebildeter Fachmann im Automotiv-Bereich, natürlich auch jeder andere Konsument, beschäftigt man sich spätestens vor Anschaffung eines neuen Fahrzeuges mit der aktuellen Marktsituation. Hat man zusätzlich noch offene Ohren für Umweltschutz, Reduktion von Emissionen (CO2, NOx, etc.), kommt man sehr rasch zum Thema Elektro-Mobilität. Also PC an, Google ein – Elektrofahrzeuge / PKW´s. Alle Informationen gesichtet und festgestellt: „Moment, ich möchte doch ein ordentliches Auto kaufen und keinen Mini-Stadtflitzer für 2,5 Personen in der Größe eines SMART. Ich möchte auch keine Zwitter-Lösung, nur um mein Gewissen zu beruhigen und doch wieder Emissionen produzieren“

Beinahe alle Anbieter verweisen darauf, dass es sich um Erstentwicklungen handelt, keine Erfahrungswerte bestünden und man seitens des Herstellers jetzt aber die Angelegenheit forcieren werde. Daimler schießt überhaupt den Vogel ab, in dem sie behaupten man würde im Modell B 250 E „TESLA Technologie“ verwenden – ein großartiges, oder doch beschämendes Statement, wie ich finde. Ja, hat man dann diesen ganzen “Wahnsinn“ hinter sich gebracht geht man schlussendlich zum Schmied (die „Schmiedl´s“ hat man ja schon hinter sich) TESLA!

Man geht in den Ausstellungsraum und stellt überrascht fest, wow, das sind ja richtige, geile Autos, mit richtigen Breitreifen.

Ohne auch nur ein Wort über Wettbewerb zu verlieren, informiert mich der Tesla-Mitarbeiter über die Technik des Fahrzeuges, unterschiedliche Modell-u. Batterievarianten und bietet mir an in einem S 100 D Platz zu nehmen, und wenn ich es wünsche auch eine Probefahrt zu machen. Auf geht´s, rein in die „Kiste“. Ist es von außen schon ein durchaus ansehnliches Fahrzeug, so hat man nach dem Platznehmen ein wenig einen Flashback zu „Raumschiff Orion“. Neudeutsch: „einfach nur geil“!

Die Erwartungshaltung auf die Fahreigenschaften hat sich massiv gesteigert und es ist einem schon ein wenig bange vor einer möglichen Enttäuschung im Fahrbetrieb. Los geht’s, raus aus dem Ausstellungsraum, über den Parkplatz und auf die Straße. Ein kaum wahrnehmbares Surren, Power ohne Ende und schon über 100 KMH (Oh, Schande-Ortsgebiet!) – Bremsmanöver, nein, eigentlich Anker geworfen – das Ding verzögert wirklich phänomenal. Beifahrer (Verkäufer) meint ich solle doch das Stadtgebiet verlassen um die Fahreigenschaften besser kennenlernen zu können. Ja dann, wenn er meint! Über Kopfsteinpflaster, Schlaglöcher und dem innerstädtischen, obligatorischen Fleckenteppich fahren wir ohne störendes Klopfen, Klappern oder sonstigen Geräuschen, spurtreu, entgegen den vorgetesteten „Schlaglochsuchgeräten“, auf die Landstraße.

Jetzt kann er zeigen was er kann – UND er kann! Ein Coupe der Extraklasse, ein richtig tolles Auto. Spätestens ab den Kilometern über die Landstraße, bei durchaus gesteigertem Tempo, verlässt einem auch die Angst, dass es sich eben doch nur um ein amerikanisches Auto, mit bescheidenen Fahreigenschaften, handeln würde. Nein es ist ein sehr, sehr ausgewogenes Auto, das den Vergleich mit europäischen Sportcoupe´s nicht zu scheuen braucht. Es hat nur einen unübersehbaren Vorteil, es ist ein lupenreines, ausgereiftes E-Fahrzeug.

Das Ding ist nicht so wirklich günstig im Anschaffungspreis. Bei gesteigerten Stückzahlen wird sich das aber auch ändern (es sei denn die ganze „Trump´sche Strafzollproblematik“ wird sich auch hier auswirken). Technologisch ist dieses Fahrzeug aber ALLEN am Markt befindlichen Wettbewerbsprodukten um Jahre voraus.

TESLA ist für mich der Taktgeber im E-Motiv Segment und wird daher sehr erfolgreiche Jahre vor sich haben. Dies spüren auch die Investoren, die trotz nicht berauschender Unternehmenszahlen hinter diesem Produkt, im Wissen seiner Vorreiterschaft, stehen.

Euer
Kritisch on fire

Tesla
Foto: Steve Jurvetson – https://www.flickr.com/photos/jurvetson/36251519855/ (CC BY 2.0)

7 Kommentare

7 Comments

  1. Avatar

    Gixxer

    3. August 2018 13:51 at 13:51

    Wie ich schon geschrieben hatte, ich bin noch keinen gefahren und aufgrund des Preises werde ich mir wohl auch so schnell keinen anschaffen können oder wollen, ich bin als Investor nur enttäuscht von der Informationspolitik von Musk, daher ist die Aktie ein No-Go für mich.

  2. Avatar

    Savestrax

    3. August 2018 16:20 at 16:20

    Das Produkt von Tesla ist sicher Top. Aber das reicht eben nicht. Es muss eben auch zu wirtschaftlich sinnvollen Kosten und in wirtschaftlich sinnvoller Stückzahl produziert werden. Das funktioniert bisher bei Tesla nicht.

    Tesla wäre nicht die erste Bude, deren Produkt zur Spitze gehört, aber letztlich von anderen erfolgreich vermarktet wird, während man selbst verschwindet.

  3. Avatar

    Petkov

    3. August 2018 21:47 at 21:47

    Hallo Hr. Kaltenecker, vielen Dank für diese überschwängliche Onanie ähhh ich meine Allegorie des ultimativen Fahrvergnügens. Ich teile Ihre Meinung uneingeschränkt: das Luftfahrwerk von Continental, die kunstvollen Recaros aus Schwabenländle, das übersinnliche Klangerlebnis durch Sinn-Audio (Stuttgart), die sehr direkte Servolenkung von ZF Friedrichshafen, die von Bosch mitentwickelten Fahrassistenzsysteme und nicht zuletzt die präzise Zusammensetzung durch die augsburger Kuka-Roboter machen ein Model S zu einem intergalaktischen Wunderwerk amerikanischer Automobilkunst, das den jämmerlichen Piefkes mit ihren konventionell betriebenen Pferdewägen um Lichtjahre voraus ist. Gut für Elon, dass die bleeeeden deutschen AutoBAUER (mit Mistgabeln) keine Ahnung haben, wo die o.g. mysteriösen Zulieferer sitzen, sonst kämen sie vielleicht auf die Idee, durch ihr Produktions- und Skalierungs-Know-how die Fahrzeuge besser und effizienter zu erzeugen.

    Der Musky ist nicht mal Vorreiter bei der Bewusstseinssteuerung seiner Junger / Aktionäre. Es gab wesentlich bessere vor ihm… Leider hatten sie keinen Internetanschluss.

    • Avatar

      A.H. KALTNECKER

      5. August 2018 20:48 at 20:48

      Allegorie?????? Bitte unterstützen sie einen Unwissenden über die Verwendung dieses Begriffes in diesem Zusammenhang!
      Bitte – Danke!

  4. Avatar

    Michael

    4. August 2018 01:00 at 01:00

    Da beschreiben Sie nun zwar begeistert die grundsätzlichen Eigenschaften eines Elektromotors, die wir schon alle seit Erfindung dieses Motors kennen:
    Ein kaum wahrnehmbares Surren, Power ohne Ende und schon über 100 KMH (Oh, Schande-Ortsgebiet!) – Bremsmanöver, nein, eigentlich Anker geworfen – das Ding verzögert wirklich phänomenal.
    Hat Sie der Verkäufer auch über die sozialen und ökologischen Herstellungskosten der Akkus aufgeklärt? Über die entsprechenden Entsorgungskosten der Akkus?
    Über die Haltbarkeit, die Lebensdauer, die Leistungsabnahme in einem benutzerrelevanten Zeitraum?

    Zurück zur puren Begeisterung:
    Die Erwartungshaltung auf die Fahreigenschaften hat sich massiv gesteigert und es ist einem schon ein wenig bange vor einer möglichen Enttäuschung im Fahrbetrieb.
    WOW, der Tesla schafft Schlaglöcher und Kopfsteinpflaster, wie jedes andere Auto auch. Klasse!

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    Sabine die Echte

    4. August 2018 11:12 at 11:12

    Naja, ich bezweifel dieses komische Lob für Tesla.
    a) Klar, wenn man noch nie eine E-Auto gefahren ist, ist man fasziniert von den 3 (!) Vorteilen: leise, Beschleunigung und Bremskraft. Das wars aber schon. An das Starwars-Innere hat man sich nach 4 Wochen gewöhnt, und findet es nicht mehr faszinierend, sondern höchstens ok oder gut. Außerdem hat man das im neuen Benz, BMW oder AUDI wesentlich schöner! und billiger. (Für die Tesla-Fans „zumindest gleichwertig“) Außerdem nicht diesen billigen Riesenfernseher. Knöpfe und Schalter sind ja viel teurer in der Herstellung, … und robuster. Ein Schlag auf das Display, alles weg. Ein Schlag auf einen Knopf, vielleicht defekt. Aber alles (!!) andere geht noch! Eben billig Tesla!

    b) Außerdem: Noch nie ein E-Auto gefahren? Der Schreiber sagt, er habe eine „umfangreiche Beschäftigung mit dem Theme E-Autos“ hinter sich und sei „technisch interessierter und ausgebildeter Fachmann im Automotiv-Bereich“. Ich auch, ich arbeite sogar für E-Autos.
    c) Aber es ist einfach nur eine staatserzwungene Lachnummer, typisch DDR. Wer stellt sich bitte 2,5 Std. in die Ecke, um zu tanken? Wenn nicht vor ihm einer da ist. Und wenn es 2 oder mehr Zapfsäulen sind, gehts es nicht viel schneller, weil sie sich gegenseitig den Strom, die Ladung, Spannung klauen! Mein mega-Supergrüner Nachbar hat ganz stolz ein E-Auto und lädt nachts. Wenn er mal schnell, oder auch länger, wohin muß, hat er sich noch einen Madza Sportcoupe (Benzin) gekauft! Ich liebe grün. Sie waren schon immer so, diese Oberlehrerpartei.
    d) Ach, und da wär noch das Akku, macht nur Probleme. Und die Zulassungszahlen:
    01.01.2017 – reine E-Autos 34.000 – von insg. 45 Mill. = 0,075 %
    01.01.2018 – reine E-Autos 53.800 – von insg. 46 Mill. = 0,11 % –> Wow!
    Aber das sind für Teslafäns nur Nebensächlichkeiten.
    Achja, und die Klimawerte werden weiterhin von Kreuzfahrtschiffen, LKWs(Diesel – pfui Spinne) und Flugzeugen. https://www.autozeitung.de/schadstoffe-feinstaub-co2-klimasuender-189741.html

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    A.H.KALTENECKER

    5. August 2018 20:35 at 20:35

    OH, Oh, welche Reaktionen auf meine subjektive Erfahrung mit TESLA und der ebenso subjektiven Einschätzung der Zukunft dieses Produkts. Sehr geschätzte Kritiker an meinem Bericht und meiner Meinung – alles ist gut! Welche Argumente da nicht aufgeboten werden ist schon sehr faszinierend. Lassen wir doch schlicht weg die nächsten Jahre ins Land ziehen und urteilen wir danach. Ich wollte doch gar nicht die „Heilige Kuh“ unserer Lieblingsnachbarn angreifen oder vielleicht doch ein bisschen? Ein ganz, klein wenig wurde ich heute auch wieder bestätigt – VW wir in diesem Jahr keine E-Fahrzeuge mehr ausliefern! Man hätte keine Kapazitäten an den Prüfständen, da man diese zur Bewältigung des Dieselskandals benötigen würde. Na, dann hoffen wir einmal, das Daimler, BMW und AUDI genügend Kapazitäten haben um nicht auch noch ihre E-Auto Produktionen drosseln zu müssen.
    Wenn mir dann noch jemand erklärt welche Technologien deutscher Provenienz im Tesla verarbeitet wären muss ich schmunzeln. Das erinnert mich an die österreichische Seele, die ebenfalls immer wenn jemand erfolgreich ist versucht einen Heimatbezug herbeizuführen – sehr amüsant!
    Also, ALLES GUT!
    Eine kleine Anmerkung sei noch gestattet. Hätten alle Quer-u. Vorausdenker immer gleich die Flinte ins Korn geworfen, weil Z.Bsp. die Infrastruktur (noch) nicht aufgebaut, der Konsument (noch) nicht überzeugt, der wirtschaftliche Gegenwind noch zu mächtig ist, ja dann, würden wir vielleicht heute noch bei immerhin schon Kerzenlicht in Steinhäusern leben.
    Immer schön kritisch bleiben

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Glas halb voll oder halb leer? 21 statt 33 Prozent der Betriebe stark von Corona betroffen

Claudio Kummerfeld

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Zahl von Corona stark beeinträchtigter Betriebe sinkt

Der eine sagt das Glas ist halb voll, der andere sagt es ist halb leer. Ansichtssache! So wohl auch in diesem Fall. Denn ab wann kann man sagen, dass sich die gesamtwirtschaftliche Lage so weit gebessert hat, dass die Coronakrise im großen Bild überstanden ist? Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), eine Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit, hat heute aktuelle Umfrageergebnisse veröffentlicht. Regelmäßig befragt man 1.500 Betriebe.

Demnach berichteten für den Monat Mai 33 Prozent der Betriebe von starken negativen Corona-Auswirkungen auf das eigene Geschäft. Heute meldet das IAB, dass noch 21 Prozent der Betriebe von starken negativen Auswirkungen sprechen. Also ein Fünftel der Unternehmen ist immer noch ernsthaft von Corona beeinträchtigt, und das laut Bundesregierung vier Monate nach dem wirtschaftlichen Tiefpunkt der Krise. Der eine erachtet dies als großen Schritt in die richtige Richtung, der andere sieht darin ein Desaster, dass immer noch so viele Betriebe ernsthafte Probleme haben. Dazu hier einige Aussagen des IAB im Wortlaut:

Die Ergebnisse zeigen, dass sich die wirtschaftliche Situation der Betriebe sehr deutlich gegenüber dem Höhepunkt der Krise im Frühjahr verbessert hat“, erklärt IAB-Forscher Jens Stegmaier.

Von den im Mai stark negativ durch die Corona-Krise betroffenen Betrieben sind 49 Prozent weiterhin stark betroffen. 25 Prozent der im Mai stark negativ betroffenen Betriebe geben aktuell geringe negative Auswirkungen an, 23 Prozent keine oder gleichermaßen positive wie negative Auswirkungen und 3 Prozent überwiegend positive Auswirkungen.

Am heftigsten wurde das Gastgewerbe von der Corona-Krise getroffen: Im Mai lag der Anteil der Betriebe mit starken negativen Auswirkungen bei 78 Prozent und der Anteil mit geringen negativen Auswirkungen bei 17 Prozent. Aktuell sind 45 Prozent stark negativ betroffen und 17 Prozent gering negativ betroffen.

Im Bereich Information und Kommunikation waren im Mai dagegen nur 3 Prozent der Betriebe stark negativ betroffen. Gering negativ betroffen waren 25 Prozent. Aktuell sind 5 Prozent stark negativ und 29 Prozent gering negativ betroffen.

Das Verarbeitende Gewerbe liegt dazwischen: Für den Mai berichteten 37 Prozent der Betriebe von starken negativen und 28 Prozent von geringen negativen Auswirkungen. Aktuell sind 29 Prozent mit starken negativen Auswirkungen und 24 Prozent mit geringen negativen Auswirkungen konfrontiert.

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Geldpolitik: US-Notenbank macht Nullzins langfristig fest – Werbung

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Lieber Börsianer,

gestern haben sich im Rahmen ihres turnusmäßigen Treffens die US-Notenbanker nochmals zur Geldpolitik eingelassen. Dabei verzichtete man erstmals auf jede Geheimniskrämerei und garantierte dem Kapitalmarkt, den gegenwärtigen Leitzins von Null langjährig beizubehalten. Die Fed wird dabei auch zumindest vorübergehend Inflationsraten oberhalb der bisher starren Inflationsgrenze von 2 % akzeptieren.

Das war nicht der ganz große Wurf der Fed. Am Aktienmarkt hatte man doch auf eine weitere Lockerung der Geldpolitik gehofft. So hofften die Börsianer, dass die Notenbanker nächstens ihre Anleihenkäufe nochmals ausweiten und künftig auch im Junk-Bereich (Anleihen mittlerer und schlechter Qualität) einkaufen werden. Diese Phantasie ist nach der gestrigen Notenbank-Sitzung erst einmal vom Tisch.

Trotzdem hatten die Währungshüter rund um Jerome Powell auch positive Nachrichten für uns. Mittlerweile wissen wir, die Pandemie hat sich nicht so zerstörerisch auf die US-Volkswirtschaft ausgewirkt wie zuvor befürchtet. So rechnen die Analysten der Fed nun damit, dass die Arbeitslosenrate in den USA Ende des Jahres zwischen 7 und 8 % liegen wird, aktuell übrigens 8,4 %. Zuvor war man noch von einer Rate in der Spanne zwischen 9 bis 10 % ausgegangen.

Vor diesem Hintergrund sah der Offenmarktausschuss – das oberste Gremium der Fed – keine Notwendigkeit, kurzfristig weitere Mittel in den Markt zu pumpen. Folglich schwächelten die Aktienmärkte rund um den Globus zum Wochenausklang.

Eine Frage: Warum ist eigentlich die Geldpolitik der Fed, aber auch der EZB so immens wichtig für uns als Anleger? Warum reagieren die Märkte jedes Mal nahezu prompt auf die Einlassungen der Geldpolitiker?

Hierzu einige Hintergrund-Informationen: Die Geldpolitik bestimmt vereinfacht gesprochen, wieviel Geld die Wirtschaftssubjekte wie Unternehmen, Verbraucher und auch Investoren in der Tasche haben. Und je lockerer oder expansiver eine Geldpolitik, desto mehr Kapital befindet sich im Wirtschaftskreislauf. Und viel Geld bedeutet letztlich immer steigende Aktienkurse.

Damit ist die Geldpolitik neben der fundamentalen Entwicklung in den Unternehmen der große und entscheidende Faktor für die Aktienmärkte. Ich behaupte, dass die Börsenhausse der vergangenen Jahre ganz wesentlich auf der lockeren…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

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Autoindustrie: Zulieferer bauen massenweise Stellen ab

Claudio Kummerfeld

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Autos am Abstellplatz - Zulieferer der Autoindustrie mit Stellenabbau

Die deutsche Autoindustrie steht vor dem Doppelproblem der Coronakrise sowie des Strukturwandels, hin zu E-Autos und Brennstoffzelle. Die Krise hatte aber schon vor dem Ausbruch des Coronavirus begonnen. Seit Monaten läuft die Welle der Entlassungen in der Autoindustrie. Von der breiten Öffentlichkeit wenig beachtet, sind es vor allem die Zulieferer, die in großem Stil Stellen abbauen. Hier ein paar Beispiele von den ganz Großen der Branche.

Zulieferer der Autoindustrie mit massivem Stellenabbau

Einer der Giganten der Zulieferer für die deutsche Autoindustrie ist Continental. Erst Anfang September verkündete man den Abbau von 30.000 Stellen, 13.000 davon alleine in Deutschland (bislang 59.000 Mitarbeiter in Deutschland). Dazu hier nur ein ganz kurzer Auszug aus der Meldung von Continental:

Die gesamte Autoindustrie hat derzeit gewaltige Herausforderungen zu bewältigen. Keine ihrer Krisen der vergangenen 70 Jahre war größer und schärfer. Sie trifft die Zulieferer besonders hart. Sie verlangt uns kurzfristig schon sehr viel ab und fordert uns auf Jahre bis zum Äußersten. Nach etwa einem Jahrzehnt des schnellen, profitablen Wachstums und Beschäftigungsaufbaus entlang des bisherigen Wachstumsmodells der Autoindustrie richten wir uns jetzt auf eine neue Art des Wachstums mit Zukunftstechnologien aus.

ZF Friedrichshafen

Das Unternehmen ZF Friedrichshafen ist ebenfalls einer der ganz großen Zulieferer in der Autoindustrie. Auch hier werden laut Meldung des Unternehmens Stellen abgebaut. Aber das Anbieten von Abfindungen, Altersteilzeit etc klingt doch besser als Entlassung? Zitat vom Unternehmen:

In Deutschland hat das Unternehmen dazu den „Tarifvertrag Transformation“ mit der Arbeitnehmervertretung und den Gewerkschaften geschlossen. Er sieht vor, dass ZF bis Ende 2022 keine betriebsbedingten Kündigungen ausspricht und keine Standorte in Deutschland schließt. Im Gegenzug erhält das Unternehmen die Möglichkeit, die Arbeitszeiten von Tarifmitarbeitern um bis zu 20 Prozent zu reduzieren und gezielt Abfindungs- und Altersteilzeitpakete in Deutschland anzubieten. Seit Mitte des vergangenen Jahres hat ZF weltweit 5.300 Stellen abgebaut, davon allein 3.800 seit Jahresbeginn.

Mahle

Erst gestern hat der Autozulieferer Mahle verkündet 7.600 Stellen streichen zu wollen, 2.000 davon in Deutschland. Man habe seine Geschäftseinheiten, Regionen und Standorte eingehend bewertet und globale Überkapazitäten von 7.600 Stellen ermittelt, so drückt man es aus. Aus den folgenden Worten des Unternehmens kann man entnehmen, dass die Lage in der deutschen Autoindustrie wohl doch dramatischer ist, als man es annehmen möchte. Zitat Mahle:

Bereits im letzten Jahr hatte MAHLE vor dem Hintergrund des technologischen Wandels in der Automobilindustrie und eines anspruchsvollen Marktumfeldes umfassende Kostenspar- und Restrukturierungsprogramme eingeleitet. Durch die massiven Einbrüche der internationalen Märkte und die anhaltend niedrigen Kundenabrufe als Folge der Corona-Pandemie hat sich der Handlungsdruck nochmals deutlich verschärft. MAHLE prognostiziert eine Rückkehr der Fahrzeugmärkte zum Vorkrisen-Niveau erst in mehreren Jahren. Zugleich bleibt das Vorantreiben der technologischen Transformation unerlässlich.

Schaeffler

Auch Schaeffler ist ein Großer der Branche. Bis Ende 2020 will man weitere 4.400 Stellen in Deutschland und Europa abbauen. Betroffen sind der Stammsitz in Herzogenaurach, sowie elf weitere Standorte in Deutschland und zwei im Ausland. Für die Standorte Wuppertal und Clausthal-Zellerfeld wird eine Komplettschließung nicht mehr ausgeschlossen, so Schaeffler in seiner Mitteilung vom 9. September. Neben Mahle erkennt man auch in den Aussagen von Schaeffler klar, dass die Krise der Autoindustrie und ihrer Zulieferer schon lange vor der Coronakrise begann. Zitat:

Der weltweit tätige Automobil- und Industriezulieferer Schaeffler hatte bereits im Jahr 2018 angesichts der sich abzeichnenden technologischen und regulatorischen Veränderungen sowie geänderter Kundenanforderungen begonnen, seinen europäischen Werkeverbund anzupassen, die Organisation zu verschlanken und stärker auf die Bedürfnisse der Sparten auszurichten. Vor diesem Hintergrund wurde im November 2018 die Präsenz in Großbritannien um drei Standorte reduziert. Zudem wurde im Frühjahr 2019 in der Sparte Automotive OEM das Effizienzprogramm RACE etabliert, dem im Verlauf desselben Jahres die Spartenprogramme GRIP (Automotive Aftermarket) und FIT (Industrie) folgten. Im Rahmen von RACE wurden seitdem unter anderem die drei Automotive-Standorte Hamm, Unna und Kaltennordheim verkauft. Ferner wurde im September 2019 noch vor Ausbruch der Coronakrise ein zusätzliches Freiwilligenprogramm aufgelegt, das sich aktuell in der Umsetzung befindet. Die Zahl der Beschäftigten der Schaeffler Gruppe hat sich seit Ende 2018 um rund 8.250 Stellen von 92.478 auf 84.223 per Ende Juni 2020 verringert, was einem Rückgang um knapp 9 Prozent entspricht. Die genannten Maßnahmen sind dabei bisher nur teilweise in den Beschäftigtenzahlen reflektiert.

Bosch

Auch bei dem Giganten der Branche Bosch tut sich in Sachen Stellenabbau und Werksschließungen so einiges. Wir verweisen an dieser Stelle auf folgende Berichte der FAZ sowie auf regionale Berichte (hier und hier).

Transformation und neue Jobs in der Autoindustrie?

Es fallen also hunderttausende Stellen in der Autoindustrie weg, was offenbar die Zulieferer richtig hart trifft. Glaubt man den Unternehmen, dann ist es Teil der großen Transformation hin zu E-Mobilität etc, wo einfach weniger Beschäftigte in der Produktion benötigt werden (vereinfacht ausgedrückt). Dazu kommt derzeit noch die Auto-Krise, die offenbar schon 2018 begann, sich 2019 verschlimmerte, und in welcher die Coronakrise als Brandbeschleuniger fungierte. Da stehen nun Mengen an qualifizierten Facharbeitern. Wohin mit ihnen, wenn sie offenkundig auf Sicht von Jahren in der Autoindustrie keinen neuen Job mehr finden werden? Das ist wohl die wichtigste Frage. Da bei solchen Stellenstreichungen erstmal verhandelt wird, Sozialpläne erstellt werden etc, sehen wir die meisten dieser Entlassenen wohl jetzt noch nicht in den Arbeitslosenstatistiken. Werden sie in einer Nach-Corona-Welt neue Betätigungsfelder in neuen Industrien finden können? Wird die Industrie stark und innovativ genug sein, um neue Stellen zu schaffen? Denn trotz aller „Zukunftsprogramme“, sollte man sich nun wirklich nicht auf die Politik als Schaffer neuer Arbeitsplätze oder neuer Industrien verlassen!

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