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Kommentar zu den Tesla-Zahlen: Ein „historisches Quartal“ – in der Tat!

Elon Musk sagte heute Nacht, dass das dritte Quartal bei Tesla ein „historisches Quartal“ gewesen sei. Und ja, da müssen wir ihm diesmal (selten genug) wirklich recht geben. Es ist historisch. Der interessierte Beobachter von Musk´s jahrelangen Märchenstunden kann es immer noch nicht glauben, aber es scheint ja wirklich Realität zu sein. Von einem Verlust vor einem Jahr von 2,92 Dollar und einem Verlust von 3,06 Dollar im 2. Quartal springt Tesla auf 2,90 Dollar Gewinn pro Aktie im 3. Quartal.

Damit hat niemand gerechnet, wirklich niemand. Selbst die optimistischsten Prognosen wiesen immer noch ein kleines Minus auf. Wir berichteten gestern Abend schon darüber, müssen aber jetzt nochmal nach-berichten, weil die gestrigen Zahlen eine Zäsur darstellen. Auch der Quartalsumsatz von 6,82 Milliarden Dollar hat sich binnen 12 Monaten mehr als verdoppelt, und lag ebenfalls deutlich über den besten Erwartungen.

Elon Musk scheint es doch noch geschafft zu haben, seine „Chaos-Bude“ zu retten. Nun scheint doch alles möglich zu sein. Die Tesla-Aktie schoss gestern Abend nachbörslich noch 10% nach oben auf 316 Dollar. Nimmt man diesen Endstand, dann hat die Aktie seit Montag Abend 55 Dollar oder 21% zugelegt. Bei solchen Quartalszahlen ist das mehr als in Ordnung.

Musk hat allen Kritikern (auch uns) nun bewiesen, dass er doch tatsächlich liefern kann und Gewinne produziert. Auch der Cash Flow war im 3. Quartal kräftig gestiegen. Also hat man den explodieren Umsatz nicht mit steigenden Kosten erkauft! Tesla geht nun voll in die Offensive. Aktuelle Unterlagen zeigen, dass die Produktion vom Modell 3 und Modell Y in China nun konkret in Angriff genommen wird. Ebenfalls soll mit dem Verkauf des Modell 3 in Deutschland im ersten Halbjahr 2019 begonnen werden. Und man gab gestern bekannt, dass man im Fahrdienst-Markt den Anbietern Uber und Lyft Paroli bieten will.

Natürlich ist bei Tesla nicht über Nacht alles perfekt. So erwähnte Elon Musk gestern, dass man für die folgenden Quartale hoffe, dass stets ein Gewinn entstehe. Aber zeitweise könne es auch zu Verlusten kommen, wenn man größere Investitionen vornehmen müsse. Ebenfalls ein Problem könnte langfristig sein, dass die Konkurrenz der etablierten Hersteller nach und nach ihre E-Auto-Offensiven in reale Produkte umsetzen, und somit Tesla´s Wachstumsstory in Frage stellen.

Aber für den Augenblick überwiegt für Tesla dieses Sensations-Quartal! 4300 Modelle 3 wurden im letzten Quartal pro Woche produziert. Das ist zwar immer noch weniger als die angepeilten 5000 Stück pro Woche, aber es geht steil bergauf. Die Kapazität soll steigen bis auf 10.000 Stück pro Woche. Man darf gespannt sein, wie es rund um Tesla weitergeht. Erstmal rosa rote Wolken für die Aktie?

Tesla-Chef Elon Musk
Elon Musk. Foto: Steve Jurvetson – Flickr: FANUC Robot Assembly Demo CC BY 2.0 -Ausschnitt aus Originalfoto



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5 Kommentare

  1. Zuerst hatte Tesla keine Ahnung von Produktion, der Elon konnte aber seinen Jüngern glaubhaft vermitteln, dass es easy, egal oder beides ist. Daraufhin schoss die Aktie dauerhauft nach oben bis erste Zweifel aufkamen und dann gab es logischerweise ein paar Korrekturen. In der Zwischenzeit hat Tesla offenbar halbwegs gelernt, wie Industrieproduktion geht, deswegen wird erst mal kräftig gefeiert und der Aktienkurs wird natürlich ebenfalls mitmachen.
    Bis Tesla, die Kunden und auch die Anleger erkennen, dass es nicht nur Sales, sondern auch Aftersales gibt. Von Aftersales und insbesondere Werkstattgeschäft hat der Elon nämlich auch keine Ahnung, also werden irgendwann mal wieder Zweifel aufkommen und es werden neue Korrekturen einsetzen. Und dann wird Tesla auch Aftersales lernen oder wird von jemandem aufgekauft, der das schon draufhat.

    Etablierte Hersteller müssen weder Sales noch Aftersales neu lernen, aber sie müssen Selbstreflexion lernen und hinterfragen, warum jemand wie Elon mit einem mittelmäßigen Produkt zumindest in der subjektiven Wahrnehmung vieler Menschen so gut punkten kann.
    Unterm Strich müssen alle dazu lernen und wer sich den Stress nicht macht, wird irgendwann mal keinen Stress mehr haben, da er nicht mehr in der Form existieren wird.

    1. Das interessiert doch keine Sau. Kleinkariertes Denken…

  2. Ich finde die Entwicklung bei TESLA einfach nur grossartig. Warum das MODELL 3 ein nur mittelmäßiges Produkt sein soll, kann ich nicht beantworten, da ich diesen Typ noch nicht gefahren bin. Das MODELL S ist jedenfalls ein Hammer. Zum Aftersales, Werkstättenstruktur, etc. kann ich eigentlich auch nur positives berichten. Warum immer alles mit der „schwarz-rot-goldenen Brille“ runtergemacht wird, was nicht aus diesem Produktionsraum kommt verschließt sich mir völlig. Wo wären dann die vielgepriesenen Premium-Hersteller ohne die Innovationen von TESLA? Wenn ich mir deren „Entwicklungspotential“ ansehe habe ich immer, wie bei Japanern und Chinesen, das Gefühl, dass schlicht weg von TESLA abgekupfert wird, was ja DAIMLER auch offen in seinen Prospekten bewirbt (O-Ton: „Mit TESLA Technologie“). Und einen Vorteil hat der ELON in jedem Falle! Er muss sich nicht weltweit mit Schadensersatz-Klagen herumärgern und da kommt auf die sog. Marktführer noch so einiges zu.

  3. Das wird sich in Zukunft zeigen ob Tesla auch wirklich nachhaltig profitabel wird. Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer…

  4. Alles kreditfinanziert.

    Die alten Hersteller sitzen auf cash.
    Die werden den nächsten Chinahusten überleben.
    Tesla auch ? :D

    15% unter den eigenen Zielen als historisches quartal abzufeiern.
    Der normalmaßstab sagt dazu: bescheuert!

    Nur für tesla ist das natürlich supergeil.

    Wenn sie das mal ein Jahr durchhalten, ok

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