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„Bravo, EZB! Ein Anfang ist gemacht!“ Kommentare zur EZB-Entscheidung von Experten

EZB Zinsen Kommentar

Die EZB hat heute den Leitzins um 0,75 Prozentpunkte erhöht und hält sich die Tür für weitere Zinsschritte in den kommenden Monaten weit offen. Bravo! Offensichtlich haben inzwischen auch die Tauben – also die Verfechter einer lockeren Geldpolitik – begriffen, dass längst nicht mehr nur die Reputation von EZB-Chefin Christine Lagarde auf dem Spiel steht, sondern dass die gesamte Institution ihre Glaubwürdigkeit verliert. Nämlich dann, wenn es ihr nicht gelingt, die langfristigen Inflationserwartungen wieder zu stabilisieren und die Abwärtsspirale des Euro zu brechen.

Doch die Herausforderungen sind groß, vielleicht sogar riesig: Das Inflationsproblem im Euroraum können die Währungshüter nicht aus eigener Kraft lösen. Denn mit monetären Mitteln lassen sich weder Energiereserven herzaubern, noch Energiepreise senken, noch die Dauer der Energiekrise verkürzen. Zudem steht der Euroraum vor einer Rezession, die vielleicht nicht so stark ausfällt wie beim Ausbruch der Corona-Pandemie, dafür aber deutlich länger anhalten kann.

In diesem extrem schwierigen Umfeld scheint die EZB jetzt endlich richtig zu handeln. Sie nutzt den zeitlichen Spielraum, den sie bis zum Ausbruch dieser Rezession hat, um die Zinsen deutlich nach oben zu schleusen. Ein Anfang ist gemacht.

Dr. Otmar Lang, Chefvolkswirt der TARGOBANK

——

„Ein Paukenschlag: Die Europäische Zentralbank bekämpft die Inflation entschlossen – die historische Leitzinserhöhung von 0,75 Prozentpunkten ist ein klares Signal, die straffere Geldpolitik noch konsequenter als bisher weiterzuführen. Die Bauzinsen haben sich in Erwartung einer deutlichen Leitzinserhöhung von ihrem Zwischentief im August bereits wieder nach oben bewegt, von 2,7 Prozent auf aktuell rund 3,2 Prozent. Wir gehen nach der EZB-Entscheidung von Volatilität, aber grundsätzlich von weiter leicht steigenden Bauzinsen in den nächsten Monaten aus. Bis zum Jahresende erwarten wir Zinsen um etwa 3,5 Prozent für zehnjährige Darlehen. Angesichts der Nervosität der Märkte sind Schwankungen weiterhin wahrscheinlich.“

„Angesichts des volatilen Umfelds und der Tatsache, dass Anbieter Zinsanpassungen unterschiedlich schnell einpreisen, lohnt ein umfassender Zinsvergleich.“

Mirjam Mohr, Interhyp-Vorständin für das Privatkundengeschäf



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4 Kommentare

  1. Alles den Amerikanern nachmachen.
    Die Inflation ist schon seit Ewigkeiten da und wird auch nicht verschwinden, sie gehört zur kapitalistischen Marktlogik.
    Es ist doch nur die Energie, stupid!
    In der Corona-Pandemie stand alles still und das Geld ist massiv geflossen, und jetzt steht nicht alles still, nur die Energie ist etwas knapp und teuer, aber es gibt kein billiges Geld mehr für den Wirtschaftskreislauf. Das ist eine 180°-Kehrtwende! Wer soll das noch verstehen, absurd.
    Und dabei verarmt das Volk und die Unternehmen, weil sämtliche Anlagen den Bach runter gehen.
    Sehr weise Wirtschaftspolitik, jawohl.
    Jetzt Zinsen erhöhen, damit man in Kürze wieder, um die Schäden, die man damit anrichtet, auszugleichen, Geld pumpen muss.

    1. Die Schäden durch den zu niedrigen Manipulationszins sind bereits weitaus größer als man es mit Zinserhöhungen je ausgleichen könnte.

      1. Was versprechen Sie sich durch Zinsen, ausser Rezession, Schrumpfung und höheren Schulden?
        Zu guter Letzt könnten sie sogar zu noch höherer Inflation führen, denn wenn ich nicht im Geld schwimme und meine Kreditschulden irgendwie stemmen muss, werde ich es auf die Preise in der nachgelagerten Produktions- / Konsumkette draufschlagen.
        Oder ich mach die hohle Hand beim Staat der mir dann vielleicht einen Rettungs- oder Regenschirm spendiert, wenn ich ganz großes Glück habe. Was dann auch wieder inflationstreibend wirkt.

  2. Wirtschaftskrise, Finanzkrise, Immobilienkrise, Eurokrise wir kommen !!! Yeahhh.

    https://de.investing.com/rates-bonds/germany-10-year-bond-yield

    Die Renditen steigen, der Euro stagniert oder fällt leicht.

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