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Konjunktur, Frühindikatoren – und Aktienmärkte

Wirtschaft und Aktienmärkte am Ende des Jahres 2019

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Nicht nur aus Deutschland kommen in letzter Zeit Signale einer Stabilisierung der Konjunktur: Konsumbarometer, Ifo-Index, Arbeitsmarktentwicklung – alles Anzeichen, dass es in kurzer Zeit nicht zu einer Rezession kommt. Auch weltweit haben sich die Indikatoren – trotz des ungelösten Handelsstreits – wieder etwas gefestigt, abzulesen an den Einkaufsmanagerindizes des verarbeitenden Gewerbes (Ausnahme USA). Gestern kamen Zahlen zu seinem Pendant aus dem Dienstleistungsbereich, welches in den letzten Monaten den Absturz vieler Volkswirtschaften verhindert hat.

Konjunktur: Einkaufsmanagerindizes Dienstleistungssektor

Der Abschwung der Konjunktur in der Industrieproduktion weltweit ist eindeutig, abzulesen am globalen Einkaufsmanagerindex, der zwischenzeitlich schon in den rezessiven Bereich abgedriftet ist. Währenddessen hält sich (global) der Dienstleistungssektor robust im expansiven Bereich. Nachdem der Industrieindex in den USA, die der internationalen Entwicklung scheinbar etwas hinterherlaufen, bei sehr enttäuschenden 48,3 Punkten präsentiert wurde, achtet man sehr auf die aktuelle Entwicklung der Purchasing Managers Index – PMI Dienstleistung.

Hierfür gab es am Mittwoch jede Menge Daten. Die große Überraschung war China, aber auch in Japan und Europa zeigte sich der Sektor robust:

  • Japan 50,3 Punkte (Vormonat 49,7)
  • China 53,5 Punkte, nach 51,1 im Vormonat ein deutliches Lebenszeichen
  • Indien 52,7 Punkte, (Vormonat 49,2)
  • Deutschland 51,7 Punkte, (51,6)
  • Italien 50,4 Punkte, (52,2)
  • Frankreich 52,2 Punkte (52,9)
  • Europa gesamt 50,6 Punkte gleichbleibend
  • Großbritannien 49,3 Punkte, nach 50,0 – der Brexit lässt grüßen
  • USA 53,9 Punkte, nach 54,7, noch auf hohem Niveau

Das bedeutet in einer allgemeinen Bewertung, dass aufgrund dieser Zahlen die Gefahr einer unmittelbaren Rezession abgenommen hat. Was auch in gewisser Weise an den Aktienmärkten abzulesen ist, die das Goldilock-Szenario spielen. Eine schwach wachsende Wirtschaft, mit einer üppigen Geldversorgung für die Märkte, bei einer sehr geringen Konkurrenz von der Rentenseite.

 

Wie geht es weiter?

Aus meiner Sicht werden große Adressen versuchen, den Markt auf hohen Ständen zum Jahresende zu bringen. Nicht zuletzt wegen der Bonuszahlung nach einem der erfolgreichsten Jahre des letzten Jahrhunderts mit 25 Prozent plus – das gab es nur circa ein Dutzend Mal in diesem langen Zeitraum.

Vorher könnte es sogar noch einen kleinen Schub geben, da man mit dem seltsamen „Window Dressing“ seitens der Fonds, diejenigen Gewinneraktien Aktien ins Depot holen muss, die man im Jahresbericht vorzeigen will. Natürlich driften die Bewertungen auseinander zwischen Aktienmarkt und der Realwirtschaft – aber das ist kurzzeitig weniger relevant als die Entwicklung im Handelsstreit. Kommt zwischen den USA und China eine Eskalation, dann könnte die Jahresendrally in den letzten 10 bis 15 Börsentagen noch ein abruptes Ende nehmen!

Frühindikatoren zeigen an, dass die globale Konjunktur nicht zeitnah in eine Rezession rutschen wird

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DAX daily: Richtungsentscheidung vertagt – wie geht es weiter?

Stefan Jäger

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Im gestrigen Handel ist dem Dax nach der kräftigen Rally zum Wochenauftakt die Kraft ausgegangen. Während der deutsche Leitindex zur Kassaeröffnung noch ein Tageshoch bei 12.859 Punkten erzielte, konsolidierte er im Laufe des Handels und markierte zwischenzeitlich ein Tagestief bei 12.738. Im Tages-Chart ist dadurch eine Inside-Kerze (Inside-Day) entstanden, damit hat der Dax die Richtungsentscheidung erst einmal vertagt. Im Großen und Ganzen haben wir einen ruhigen Handelstag gesehen, an dem der Leitindex schließlich mit einem kleinen Abschlag von 45 Punkten (-0,35 %) bei 12.825 aus dem Handel gegangen ist.

Nach dem starken Anstieg könnte typischerweise ein Rücksetzer starten, der den Dax in Richtung der 12.620 oder sogar bis zur 12.565 führt. Demgegenüber wäre ein nachhaltiger Anstieg über die Marke bei 12.904 (Punkt 1 der Topbildung) ein positives Signal für die Bullen. Im großen Bild sind auch die Marken der Inside-Bar vom Montag bei 12.587 und 12.883 entscheidend, schließt der Dax auf Tagesbasis darunter oder darüber, dann könnte sich folglich ein stärkerer Impuls in die entsprechende Richtung ergeben.

News und fundamentale Daten

Was die Konjunkturdaten betrifft, ist der heutige Tag das Highlight der Woche, er liefert nämlich einige Trading-Events. Zuerst wurden heute Nacht die Einkaufsmanagerindizes aus China veröffentlicht. Diese haben keine Überraschung geliefert und sind wie erwartet ausgefallen. Vor wenigen Minuten erschienen außerdem die deutschen Einzelhandelsumsätze (Aug). Der Wert liegt mit 3,1 % weit über der Erwartung von 0,4 % (vorherig -0,2 %). Weiter geht es um 9:20 Uhr mit der EZB-Präsidentin, Madame Lagarde äußert sich dann in ihrer Rede zur aktuellen europäischen Geldpolitik. Danach sehen wir um 10:55 Uhr  die Veränderung der Arbeitslosenquote aus Deutschland. Aus der Euro-Zone folgt 5 Minuten später der Verbraucherpreisindex. Das sind schon mal jede Menge Daten, die den Dax auf Trab bringen können.

Damit aber noch nicht genug zudem erscheinen diverse Wirtschaftsdaten aus den USA. Zuerst die ADP-Arbeitsmarktdaten um 14:15 Uhr und gleich danach um 14:30 Uhr das Bruttoinlandsprodukt (Q2). Anschließend sehen wir um 16:00 Uhr die Schwebenden Hausverkäufe, ehe um 16:30 Uhr noch die API-Rohöllagerbestände folgen. Die zahlreichen Konjunkturdaten können für richtig Schwung an der Wall Street sorgen und somit auch den Dax bewegen.

Das gestrige Fernsehduell zwischen Trump und Biden verlief typisch amerikanisch. Anstatt mit Fakten zu überzeugen, wurde ein wilder Schlagabtausch daraus. Trump ist Biden immer wieder ins Wort gefallen und hat ihn lautstark unterbrochen, dabei sind Sticheleien und Beschimpfungen in beide Richtungen gefallen. Alles in allem hat sich Biden besser geschlagen als es viele erwartet haben. Einen richtigen Gewinner gab es dennoch nicht – letzten Endes war es viel Lärm um nichts. Die Auswirkungen auf die Aktienmärkte sind dementsprechend gering ausgefallen. Zu Beginn des Duells ging es zum Beispiel im Dax bis an die 12.900er Marke, was aber kurz danach wieder abverkauft wurde.

Die wichtigen Marken für den Handelstag im Dax

Vorbörslich notiert der Dax bereits knapp 100 Punkte tiefer und befindet sich unter dem gestrigen Tagestief. Nachdem wir gestern schon einen Inside-Day gesehen haben, kann dies auch heute wieder passieren. Das bedeutet, dass der Kurs im Bereich von 12.860 bis 12.900er gedeckelt ist und nach unten sogar Platz bis an die 12.600er Marke wäre. In diesem Bereich könnte im Dax eine Range entstehen. Unterschreitet er das gestrige Tagestief bei 12.738, dann liegt im Bereich zwischen 12.700 und 12.685 eine erste Unterstützung. Geht es auch dadurch, dann folgt ein Unterstützungsbereich zwischen 12.630 und 12.620. Dort könnten wieder Käufer einsteigen und den Dax gen Norden befördern. Wenn nicht, dann wird der Bereich an der 12.565 Marke interessant. Auf der Oberseite kam der Dax gestern nicht über den Widerstand bei 12.860 hinaus. Diesen muss er überwinden, um die nächsten Ziele bei 12.904 und 13.000 zu erreichen.

DAX daily: Tagesausblick 30.09. - M30-Chart - Inside Day

Dax Unterstützungen (US):

12.738 – Tagestief 29.09.

12.731 – Pivot Punkt S1

12.700 – vorher mehrfacher WS (H1)

12.629 – Pivot Punkt S2

12.622 – Tageshoch 25.09.

12.565 – Stundenchart

12.522 – Pivot Punkt S3

12.505 – Tagestief 21.09.

12.469 – Gap 25.09.

Dax Widerstände (WS):

12.839 – Pivot Punkt

12.859 – Tageshoch 29.09.

12.872 – Tageshoch 28.09.

12.904 – Punkt 1 Topbildung (Hoch 13.460)

12.913 – 50-Tagelinie

13.000 – psychologische Marke

13.032 – 61,8 % Retracement (Hoch 13.460)

13.116 – Gap 18.09.

Disclaimer

Die hier angewandte technische Analyse stellt keine Anlageberatung dar. Es handelt sich auch nicht um Kauf- oder Verkaufsempfehlungen von Wertpapieren und sonstigen Finanzinstrumenten. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können eine individuelle Anlageberatung nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

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Finanznews

Aktienmärkte: Bis US-Wahl jede Rally „gedeckelt“? Marktgeflüster (Video)

Markus Fugmann

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Ist von nun an jede Rally der Aktienmärkte „gedeckelt“, solange die Unsicherheit über den Ausgang und die Folgewirkungen der US-Wahl besteht? So sieht es zumindest die US-Großbank Goldman Sachs. Entscheidend ist vor allem, ob Trump im Vorfeld der Wahl doch noch sagt, dass er auch eine Niederlage akzeptieren würde – was jedoch aufgrund seiner konstanten Kritik an der Briefwahl in den USA eher unwahrscheinlich ist. Gerade angesichts der deutlich steigenden Zahl an Brief-Wählern dürfte die Fersehdebatte zwischen Biden und Trump heute besondere Bedeutung haben, und wenn Biden keine schlechte Figur machen sollte, wäre das für die US-Demokraten schon ein wichtiger Punktsieg. Die Aktienmärkte sind im Vorfeld der Debatte nervös und zappeln hin und her..

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Rüdiger Born: Chancen im Nasdaq

Rüdiger Born

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