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Konjunktur in Deutschland: Wird es vielleicht doch ein V?

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Betrachtet man sich die Daten der Konjunktur in Deutschland der letzten beiden Wochen, so kommt man schon etwas ins Staunen. Trotz weiter und wieder steigender Coronazahlen steigen die wirtschaftlichen Frühindikatoren, bei manchen Parametern ist graphisch ein eindeutiges V zu erkennen.

Konjunktur in Deutschland: Eine Phase von verwirrenden Indikatoren

Wenn der Bürger in den letzten zwei Wochen die Wirtschaftsnachrichten verfolgt hat, dürfte er des Öfteren die Stirn gerunzelt haben, angesichts der unterschiedlichen Schlagzeilen. Denn vor gut einer Woche bekam er die deftigsten Rezessionszahlen für ein Frühjahrsquartal seit dem Zweiten Weltkrieg serviert. Von minus 10,1 Prozent in Deutschland bis 18,5 Prozent in Spanien, dann noch die sensationellen minus 32,9 Prozent aus den USA, die aber nach unserer Berechnungsmethode bei etwas unter minus 10 Prozent gelegen hätten. Aber zugleich die Meldung über die Rückkehr zum Wachstum in China mit plus 3,2 Prozent für Q2.

Dazu gesellten sich noch die Berichte über die Arbeitslosigkeit in vielen Ländern, die Kurzarbeit, die verschobene Welle von Firmenpleiten durch staatliche Sonderregelungen- und Maßnahmen. 2020 wird ein Jahr der Extremdaten für die Konjunktur – sowohl negativ wie auch positiv.

Die Börse und die Frühindikatoren

Hätte sich jemand ein halbes Jahr schlafen gelegt und dann heutzutage die Kurstafel der großen Indizes der Börsen betrachtet, würde er sich schon sehr wundern. War da nicht etwas? Denn der Weltleitindex S&P 500 stand vor sechs Monaten fast auf denselbem Stand wie am Freitag (3342 Punkte), der Dax hätte eine milde Korrektur von den damaligen 13500 Punkten zu verzeichnen. Dazwischen liegt die wildeste Achterbahn in der Geschichte der Börsen. In nur 16 Tagen der schnellste Einbruch in einen Bärenmarkt von einem Allzeithoch und dann ab Mitte März ein Anstieg von 50 Prozent in nur wenigen Monaten bis Anfang Juni.

Dazu noch ein Blick auf die globale Entwicklung: Die Gesamtheit der börsennotierten Unternehmen verloren im Coronatief von Januar bis März 24 Billionen Dollar an Marktkapitalisierung, um dann bis dato 20 Billionen Dollar wieder aufzuholen.

Aber nicht nur die Börsen haben einen solchen Ritt hingelegt, auch die Vorlaufparameter, die so genannten Frühindikatoren der Konjunktur, deuten in Teilbereichen auf eine solche V-Erholung hin.

Der Lockdown im April hatte gerade durch den gleichzeitigen Einbruch von Angebot und Nachfrage ein tiefes Loch in der industriellen Produktion gerissen. Nach dem Sturz in nicht gesehene Tiefen erholte sich der Einkaufsmanagerindex Verarbeitendes Gewerbe von Monat zu Monat und erreichte in der letzten Veröffentlichung fast überall wieder die 50-er-Schwelle, die Wachstum signalisiert (Vormonatswert in Klammern):

China: 52,8 (51,2) Punkte
Europa: 51,8 (47,4) Punkte
Deutschland: 51,0 (45,2) Punkte
USA: 54,2 (52,6) Punkte
Wenige Tage später die Dienstleistungen:

China: 54,1 (58,2) Punkte:
Deutschland: 55,6 (47,3) Punkte
USA: 58,1 (57,1) Punkte

In Deutschland wird diese Erholungsbewegung auch noch stark unterlegt durch den Ifo-Index (der Befragung von 9000 Unternehmenschefs), dessen Entwicklung einen eindeutigen Aufwärtstrend andeutet:

Ifo-Index Geschäftsklima:

April bis Juli: 74,3 – 79,7 – 86,2 – 90,5

Auftragseingänge

Vor dem Wochenende kamen frische Zahlen aus dem Produktionssektor, die diese Daten auch noch bestätigen.

So am letzten Donnerstag die neuesten Zahlen zu den Auftragseingängen in der Industrie. Diese fielen mit einem Plus von 27,9 Prozent nicht nur dreimal so stark aus wie von Ökonomen erwartet, es war auch ein Anstieg, wie man ihn in den letzten Jahrzehnten noch nie gesehen hat. Wieder eine Bestätigung dafür, dass bei Einbrüchen, die weit über die 50 Prozent-Schwelle hinausgehen, im Anschluss Extreme in den Erholungszahlen kommen werden – das Mysterium der Finanzmathematik. Wenn in einer Branche wie der Luftfahrtindustrie durch ein „Grounding“ 95 Prozent der Flugbewegungen ausfallen, so sehen 200 oder 300 Prozent Steigerung nachher zwar spektakulär aus, bedeuten aber immer noch eine Minusquote von 80 Prozent zur Vergleichsperiode.

So liegen die Bestellung in der deutschen Industrie auch erst bei 88 Prozent des Vorjahresniveaus, auch wenn die Jubelmeldung im ersten Moment etwas anderes erwarten ließe. Ähnliches ist auch für die Automobilbranche zu erwähnen, deren Bestellungen auf 90 Prozent zum Vorjahresniveau gestiegen sind – nach den 37 Prozent Horrortiefständen im Lockdown.

Exporte

Am Freitag kamen dann die Exportzahlen des Statistischen Bundesamts.

Im Juni setzte sich die im Mai begonnene Erholung fort, die Exporte stiegen gegenüber dem Vormonat um 14,9 Prozent. Auch hier eine große Steigerung im Vormonatsvergleich, die größte seit 1990. Dennoch liegen die Ausfuhren auch hier noch 16,0 Prozent unter dem Vorkrisenniveau vom Februar 2020. Im Vergleich zum Juni 2019 verringerten sich die Ausfuhren um 9,4 Prozent, die Importe sanken um zehn Prozent.

Damit lautete das Corona-Fazit des Statistischen Bundesamts für das erste Halbjahr 2020:

Der Wert der deutschen Exporte brach gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 13,4 Prozent auf 576,8 Milliarden Euro ein. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) und der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) rechnen auch noch für das Gesamtjahr mit einem Rückgang der Ausfuhren um 15 Prozent.

Kurzarbeit

Das Element der Kurzarbeit gehört auch 2020 hierzulande wieder zur politischen Strategie der Bewältigung einer Krise. Am Höhepunkt des Lockdowns sprach man von 10,1 Millionen gestellten Anträgen. Im Mai waren es 7,3 Millionen, im Juni 6,7 Millionen Kurzarbeiter und diese Zahl ist auch im Juli weiter zurückgegangen – allerdings auf weiter hohem Niveau von 5,6 Millionen Menschen, so das Ifo-Institut. Trotz des beschleunigten Rückgangs legt die Kurzarbeit in manchen Branchen sogar noch zu.

Das Damoklesschwert Insolvenzwelle hängt über den Märkten, viele der staatlichen Hilfsprogramme für Firmen laufen im Herbst aus.

Zahlen des Wirtschaftsinstituts IWH zeigen, dass im Juli bereits dreimal so viele Jobs von Unternehmenspleiten betroffen sind, als im Durchschnitt vor Corona.

Prognosen

Dem Bundeswirtschaftsministerium sind die verschiedenen deutlich steigenden Parameter der Konjuktuur in Deutschland nicht verborgen geblieben. Man komme „einen großen Schritt voran“, so der Tenor aus Berlin.

Aber auch das Ifo-Institut hat seine Prognosen für die deutsche Konjunktur bereits leicht angehoben. Man rechnet in diesem Jahr in der neuesten Schätzung „nur“ noch mit einem Konjunktureinbruch von fünf Prozent.

Fazit

Man kann es gar nicht oft genug wiederholen: Für die Wirtschaftsentwicklung der jetzigen Pandemie gibt es kein brauchbares historisches Vorbild. Ein extrem schneller Einbruch und eine dann folgende extreme Erholung der Konjunktur, was aber nicht bedeutet, dass man die ganze Geschichte nach einem halben Jahr ad acta legen kann und zu alten Wachstumszyklen zurückkehren wird. Der Aufholeffekt ist da, initiiert durch Rettungspakete in zweistelliger Billionenhöhe, gigantischen Schuldenpakete und marginalisierten Zinsen. Professor Sinn sprach schon vor zwei Monaten von einer möglichen V-förmigen Erholung der Konjunktur, die aber eher einem umgedrehten Wurzelzeichen gleiche. Ein steiler Einbruch, eine steile Erholung bis zu einem gewissen Niveau, welches nicht dem Ausgangswert entspricht und dann ein längerer Querverlauf.

Auch wenn der ehemalige Ifo-Chef keine Glaskugel besitzt, so bleibt festzustellen, dass an der deutschen Börse schon so etwas eingetreten ist wie dieses mögliche Szenario. Unser Leitindex Dax stand bereits am 5. Juni diesen Jahres bei 12600 Punkten, also haben wir bereits über zwei Monate Seitwärtsbewegung, garniert mit einem Fehlausbruch nach oben.

In den USA liefen die Börsen etwas weiter, der Grund dafür liegt natürlich an der Apple-Mania und den anderen großen Tech-Werten. Über die Performance der restlichen 495 S&P-Titel wurde schon ausführlich berichtet. Aber auch bei GAFAM ist eine Korrektur unausweichlich, vor allem, weil der neue „Fast-2-Billionen-Dollar-Wert“ schon 45 Prozent über seinem 200-Tagesdurchschnitt notierte. Da braucht man den Graphen nur etwas weiter zu zeichnen und man befindet sich im Reich von Absurdistan..

Die Konjunktur in Deutschland mit einer V-Erholung

3 Kommentare

3 Comments

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    Johann Steinhaus

    10. August 2020 14:31 at 14:31

    @Wolfgang Müller

    Hallo, denken Sie nicht auch das dieser Hype um die V-Erholung übertrieben ist?
    Letztendlich ist es nur ein Graph der durch Stimulus hochgezogen wird und somit
    auch nicht die Aussagekraft wie vor der Krise hat.

    • Avatar

      Wolfgang M.

      10. August 2020 17:07 at 17:07

      @Johann Steinhaus. Hallo, Ihr Einwand ist berechtigt, deshalb habe ich auch von einem „unvollständigen“ V gesprochen. Der Mensch strebt zu alten Gewohnheiten, wenn möglich, daher auch ein schneller Anstieg nach einer Phase der Enthaltung.
      Viele Grüße

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    thinkSelf

    10. August 2020 16:32 at 16:32

    Mich interessieren keine „Stimmungsindikatoren“, mich interessieren harte Fakten. Und die sind:

    – China Konsum offiziell weiterhin -10% (echt wahrscheinlich eher 15). Kann sich aber in den nächsten zwei Jahren berappeln wenn sie den Exportanteil zurückfahren können.
    – Westliche Industriestaaten: Weiterhin ein Drittel der Arbeitnehmer auf der staatlich finanzierten Couch.
    – Schuldenstände der Staaten explodiert.
    -Rücklagen der Wirtschaft und Sozialkassen global abgeräumt.

    So lange Verkäufer noch die aktuellen Währungen akzeptieren kann die Wirtschaftsleistung nicht unter ein gewisses Level fallen.
    Denn bei 80% der Haushalte ist der größte Teil des Einkommens durch unmittelbar Notwendiges gebunden. Locker ein Drittel für das Wohnen, Güter des täglichen Bedarfs und Ersatzinvestitionen die man nicht aufschieben kann. so ist ein kaputter Heizkessel im Winter oder ein defekter Kühlschrank im Sommer schon ein echtes Problem.

    Was hat das mit den Aktien- und Immobilienpreisen zu tun? Nichts. Die hängen nur an der Geldpolitik.

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Sparquote explodiert – der deutsche Michel sorgt in der Krise vor!

Claudio Kummerfeld

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Stapel an Geldmünzen als Symbol für höhere Sparquote

Zur Sparquote kommen wir gleich noch. Aber erstmal eine Frage für Sie: Was macht man in Krisenzeiten, wenn extrem viel Unsicherheit herrscht? Das Konsumverhalten hat sich schon nachweislich geändert. Die Deutschen geben weniger für Bekleidung aus, dafür mehr für die Einrichtung ihrer vier Wände, was aktuelle Daten belegen. Aber wenn man nicht gerade arbeitslos geworden ist, und nun dank entfallender Events, Restaurantbesuche und Urlaubsbuchungen viel Geld übrig hat, was macht man? Während die Amerikaner wie die Geisteskranken seit Monaten ihr Geld in die Börse pumpen, macht der deutsche Michel was?

Ja, Sie haben richtig geraten. Der deutsche Michel pumpt sein Geld aufs Sparbuch – offensichtlich ist es egal, dass man real sogar Geld verliert. Gut, seit drei Monaten schwankt die Inflation in Deutschland an der Null-Linie und ist derzeit sogar negativ. Aber seit Jahren verzeichnen die Sparer bei Nullzinsen nach Abzug der Inflation reale Wertverluste. Nimmt man an, dass die Inflation wieder über die Null-Linie steigt, geht dieser Trend so weiter. Aber wie wir es schon mehrmals die letzten Jahre thematisiert hatten – was der Sparer am Zins verliert, gleicht er ganz einfach aus, in dem er Monat für Monat einfach mehr Geld zurücklegt!

Sparquote in Deutschland explodiert

Dieses Verhalten untermauert eine heute veröffentlichte Studie des Bundesverbands der deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR). Die Sparquote, also der Anteil vom verfügbaren Einkommen der Bürger, der auf die hohe Kante gelegt wird, lag von 2015-2019 immer im Bereich zwischen 10,1 und 10,8 Prozent. Jetzt soll dieser Anteil (die Sparquote) in 2020 aber laut BVR auf 15 Prozent hochspringen! Was sich auf das gesamte Einkommen bezogen nicht nach viel anhört, ist aber mal eben ein Plus von grob gesagt 50 Prozent in der Sparquote bei den privaten Haushalten.

Laut dem Bankenverband sei dieser massive Anstieg des Sparens ist ein Corona-Sondereffekt. Ausgefallene Urlaubsreisen und verschobene Autokäufe würden nur allmählich nachgeholt. Auch in 2021 dürfte die Sparquote noch erhöht bleiben und erst danach wieder auf rund 11 Prozent zurückgehen, so der BVR. Und der Verband bestätigt unsere These, dass die Menschen bei ausbleibenden Zinsen einfach mehr Geld auf die Hohe Kante packen, als Ausgleich. Zitat BVR:

Die Sparquote sei in Deutschland im internationalen Vergleich in den vergangenen Jahren vergleichsweise hoch und stabil geblieben, so der BVR. Martin: „Die Sparkultur ist in Deutschland fest verankert.“ Die historisch niedrigen Zinsen senkten die Sparanreize, erhöhten aber wegen des fehlenden Zinseszinseffekts das für ein Vorsorgeziel nötige Sparvolumen. Ein nachlassendes Sparen war in den vergangenen Jahren allerdings bei Sparern mit niedrigen Einkommen festzustellen.

Der deutsche Michel bleibt Sparbuch-Liebhaber, und kann mit der Börse nach wie vor kaum etwas anfangen. Dies kann man aus den folgenden Aussagen des BVR herauslesen:

Die Deutschen seien bei der Geldanlage weiterhin risikoscheu. Dies zeigten die vorliegenden Zahlen zur Geldvermögensbildung der Bundesbank. Im Zeitraum vom zweiten Quartal 2019 bis zum ersten Quartal 2020 hätten die privaten Haushalte 282 Milliarden Euro neues Geldvermögen gebildet. Dieser Betrag ergebe sich im Wesentlichen aus dem Sparen zuzüglich der Netto-Kreditaufnahme und abzüglich der Sachinvestitionen, hauptsächlich in Form des Wohnungsbaus. Mit 49 Prozent sei fast die Hälfte der Geldvermögensbildung in Form von Bargeld und Bankeinlagen geflossen, sehr hoch liege mit 28 Prozent auch der Anteil des Versicherungssparens.

Der Anteil des Wertpapiersparens, wozu neben Investmentfonds, Aktien und an anderen Anteilsrechten auch Schuldverschreibungen zählen, habe bei 23 Prozent gelegen. Wertpapiere hätten als Anlageform zuletzt etwas an Bedeutung gewonnen, im internationalen Vergleich sei ihr Anteil aber ausbaufähig. Beispielsweise liege der Anteil der Wertpapieranlage in Schweden und Finnland bei rund 50 Prozent. Martin: „Mit einer stärkeren Geldanlage in Investmentfonds und Aktien können Sparer höhere Renditechancen bei überschaubaren Risiken erreichen, wenn grundlegende Anlageprinzipien eingehalten werden.“ Hierzu zählt eine breite Streuung der Investments, wie sie über Investmentfonds erreicht werden kann, eine langfristige Anlageperspektive und ausreichende Liquiditätspolster für den Fall unvorhergesehener Ausgabenotwendigkeiten.

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Einzelhandelsumsätze: Krise vorbei – nur Bekleidungsgeschäfte haben ein Problem

Claudio Kummerfeld

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Frau mit Einkaufstaschen

Erst vorgestern berichteten wir über das veränderte Konsumverhalten der Deutschen im Zuge der Coronakrise. Die Menschen würden den Rotstift zuerst bei Urlaub, Bekleidung oder Schmuck ansetzen. Und diese Erkenntnis, gewonnen aus Umfragedaten von Creditreform, erkennt man auch in den heute veröffentlichten Einzelhandelsumsätzen vom Statistischen Bundesamt für den Monat August. Noch nicht wieder auf dem Vorjahresniveau sind demnach nämlich die Einzelhandelsumsätze in den Bereichen Textilien, Bekleidung, Schuhe, Lederwaren, sowie der Einzelhandel mit Waren verschiedener Art (zum Beispiel Waren- und Kaufhäuser) mit real -10,1 % und -2,5 % gegenüber dem Vorjahresmonat.

Aber abgesehen davon sind die gesamten Einzelhandelsumsätze im Vergleich zu Februar und auch im Jahresvergleich zu August 2019 inzwischen wieder höher! Damit kann man also sagen: Die Menschen konsumieren wieder mehr als vor der Krise, von daher ist die Konsum-Angst offenbar verflogen – nur das Konsumverhalten hat sich verschoben, zum Beispiel von Bekleidung hin zu Wohnungseinrichtung. Deutlich zugenommen hat auch der Handel mit Einrichtungsgegenständen, Haushaltsgeräten und Baubedarf mit einem realen Plus von 8,1 Prozent.

Die gesamten Einzelhandelsumsätze sind im August im Jahresvergleich um 3,7 Prozent gestiegen (der August 2019 hatte sogar einen Verkaufstag mehr), und im Monatsvergleich um 3,1 Prozent. Hier weitere Details der Statistiker im Wortlaut:

Der Einzelhandel mit Lebensmitteln, Getränken und Tabakwaren setzte im August 2020 real 2,6 % und nominal 5,4 % mehr um als im August 2019. Dabei lag der Umsatz bei den Supermärkten, SB-Warenhäusern und Verbrauchermärkten real 2,9 % und nominal 5,6 % über dem des Vorjahresmonats. Der Facheinzelhandel mit Lebensmitteln (wie zum Beispiel der Facheinzelhandel mit Obst und Gemüse, Fleisch, Backwaren oder Getränken) setzte im entsprechenden Vergleich real 0,3 % und nominal 3,7 % mehr um. Im Einzelhandel mit Nicht-Lebensmitteln stiegen die Umsätze im August 2020 im Vergleich zum Vorjahresmonat real um 4,5 % und nominal um 5,4 %. Das größte Umsatzplus zum Vorjahresmonat mit real 23,0 % und nominal 24,4 % erzielte der Internet- und Versandhandel.

Grafik zeigt Details der Einzelhandelsumsätze im August

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Das ist die erfolgreichste deutsche Anlegerin – Werbung

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Lieber Börsianer,

vorgestern ist Beate Sander mit 82 Jahren einem Krebsleiden erlegen. Hierzulande wurde sie bekannt als die „Börsen-Oma“, die in den 90er-Jahren völlig unbeleckt an die Börse startete und aus 60.000 DM weit über 2 Millionen Euro machte. Sie gilt zu Recht als die erfolgreichste Privatanlegerin Deutschlands.

Dabei war ihr der Börsenerfolg definitiv nicht in die Wiege gelegt. Sie wuchs in Rostock auf und hat im Arbeiter- und Bauernstaat sicherlich nicht viel über den freien Markt gelernt. Als Jugendliche kam sie nach Süddeutschland und schlug dort eine Laufbahn als Realschullehrerin ein.

Im Alter von 60 Jahren hat sie dann ihrem Leben eine Wende gegeben und wurde Börsianerin, ohne dabei ihre Aufgaben als Pädagogin zu vernachlässigen. Ich wiederhole mich, ihrem Sohn hinterlässt sie nun ein Depotvermögen von weit über 2 Millionen Euro. Daneben setzte sie sich erfolgreich für die Aktienkultur in Deutschland ein, schrieb einige Börsenratgeber und verfasste regelmäßig Börsen-Kolumnen etwa in der Bild-Zeitung.

Ihre Erfolgsformel: Kaufen, wenn die Welt vermeintlich untergeht

Was war ihr Erfolgsrezept? Frau Sander pflegte einen offensiven Anlagestil und war in besonderem Maße an Technologie und Innovation interessiert. Gewissermaßen war das Silicon Valley ihre zweite Heimat. Daneben zeichnete sie sich durch einen streng antizyklischen Ansatz aus. So nutzte sie die Finanzkrise bzw. den Börsen-Crash von 2008, um ihr Depot nochmals auszubauen. Sie hat damals, als viele Anleger…..

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