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Europa

Konjunktur: Lohnanstieg trotz Krise

In Deutschland steigen die Reallöhne – weil die Inflation fällt. Das stützt die Konjunktur

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Am Freitag kommen die neuen Zahlen zum deutschen Arbeitsmarkt und damit zu einem der zentralen Bereiche der Konjunktur. Dieser zeigt sich außerordentlich stabil trotz der Rezession im Industriesektor.

Trotz der Abkühlung der Konjunktur 2019 präsentiert sich der deutsche Jobmarkt bisher also erstaunlich robust. Dies zeigt unter anderem die weiterhin hohe Anzahl an offenen Stellen, trotz der ständigen Meldungen aus der Automobilindustrie über Entlassungen und Kurzarbeit. Der Arbeitsmarkt ist zwar ein nachlaufender Konjunkturindikator, aber er stützt auch in Deutschland den Konsum, der hierzulande immerhin 50 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt beiträgt. Dabei kommt der Lohnentwicklung eine entscheidende Bedeutung bei – hier eine aktuelle Studie.

Konjunktur: Das Lohnplus im Jahr 2020

Nach einer Auswertung der Unternehmensberatung Korn Ferry können Arbeitnehmer in Deutschland im Jahr 2020 mit einer Lohnsteigerung rechnen, die sogar höher ausfällt, als die im Jahr 2019. Dieses Unternehmen verfügt tatsächlich über eine Datenbank mit Lohndaten von über 20 Millionen Arbeitnehmern und von 25 000 Firmen. Seine Analysen reichen schon fast 50 Jahre in die Vergangenheit.

Der neuesten Studie zufolge werden Arbeitnehmer in Deutschland in zwölf Monaten real, also nach Abzug der Preissteigerung, 1,4 Prozent mehr zur Verfügung haben als heute.

Gute Nachrichten für Konsum und Dienstleistungen – und vielleicht ein Grund dafür, warum der Dax nicht so sehr auf die Daten des Produktionssektors reagiert hat.

 

Lohnanstiege, ein weltweites Phänomen

Erstaunlicherweise ist dies nicht nur eine deutsche Entwicklung. In der Studie rechnen die Ökonomen sogar global mit einer Verdoppelung des Lohnzuwachses, nach einem Prozent im Jahr 2019. Diese Reallohnentwicklung beruht laut Korn Ferry aber nicht auf großen Lohnsteigerungen – diese seien konstant gegenüber dem Vorjahr geblieben – sondern aufgrund des Rückganges der Inflation. Eine Folge der Schwäche der Konjunktur, allerdings mit gefährlichen Langfristfolgen, sollte hier nicht bald eine Stabilisierung erfolgen.

Hier noch ein Blick auf die erwarteten Lohnsteigerungen – real – in den großen Wirtschaftsblöcken:

Asien plus 3,1 Prozent, Osteuropa plus 2,6 Prozent, Afrika plus 2,3 Prozent, Südamerika plus 2,0 Prozent (Ausnahme Argentinien mit geschätzten minus sieben Prozent), Europa plus 1,2 Prozent und Nordamerika mit plus 1,1 Prozent.

Alles unter dem Vorbehalt, dass Donald Trump und China die Weltwirtschaft nicht an die Wand fahren.

 

Konjunktur: Konsumrausch und Bauboom

Zur Verdeutlichung, warum es in Deutschland trotz eines Einkaufsmanagerindex des Verarbeitenden Gewebes von grob 41 bis 43 Punkten in den letzten vier Monaten noch nicht zu einer Rezession gekommen und eher mit einer milden Stabilisierung zu rechnen ist, zeigt der Blick auf die aktuelle Konsumlage:

Der Handelsverband Deutschland (HDE) gab vorletzte Woche seinen Ausblick auf das Weihnachtsgeschäft bekannt. Demzufolge wollen nach den Umfragen 23 Prozent der Verbraucher ihre Ausgaben erhöhen, 15 Prozent reduzieren. Summa summarum sollen die Umsätze in den beiden letzten Monaten des Jahres erstmals mit 102 Milliarden Euro die Schallmauer von 100 Milliarden durchbrechen.

Auch der Bauboom ebbt noch nicht ab, dazu kamen erst gestern Zahlen des Statistischen Bundesamtes, die zeigen, dass der Auftragseingang im Bauhauptgewerbe auf Jahresbasis von September 2018 auf September 2019 um 8,6% gestiegen ist.

Zusammengefasst wäre damit festzustellen: Eine wesentliche Ursache für die Ausgabefreude der Konsumenten zu Weihnachten 2019 ist natürlich die Stabilität des Arbeitsmarktes, trotz der Exportlastigkeit der deutschen Industrie. Auch deshalb, weil die Industrie nur 25 Prozent zur deutschen Wertschöpfung beiträgt.

Ob dies auch weiter so der Fall ist, dazu bekommen wir am Freitag neue Zahlen.

 

Fazit

Die Daten zum Arbeitsmarkt und die Lohnsituation in Deutschland sind Zeichen dafür, dass man etwas vorsichtig sein muss mit den Katastrophenszenarien für die Konjunktur, die bereits auf kurze Sicht auch für Deutschland gezeichnet werden. Auch wenn die Probleme infolge der demografischen Entwicklung, der weltweiten Verschuldung und der Zombiefizierung vieler Unternehmensbereiche evident sind, so darf man für Deutschland die hierzulande gelten Faktoren nicht außer Acht lassen: Ein wiederum gestiegenes Geldvermögen der Deutschen auf 6,326 Billionen Euro (Q2 – 2019) eine Steigerung von fast 300 Milliarden Euro gegenüber Q2 – 2018, eine Staatsverschuldung von derzeit unter 60 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt und eine Aktionärsquote von nur 15 Prozent in der Bevölkerung.

Damit würde ein Aktiencrash in Deutschland weit weniger Schäden im Geldvermögen anrichten, als im Aktienland USA. Nur ein kleiner mathematischer Vergleich: Ein Kursrutsch im Dax von 20 Prozent würde gerade den Zuwachs des Geldvermögens von 2018 auf 2019 vernichten.

Dazu bemerkte ein erfahrener Ökonom in den USA: Deutschland könnte mit seiner niedrigen Verschuldung von 60 Prozent ganz andere fikalpolitische Geschütze auffahren als fast alle anderen großen Nationen, die oft bei 100 Prozent lägen. Hierzu braucht man sich nur die Summen ausrechnen, die da im Raume stehen – da geht es nicht um Milliarden. wir wollendie Situation in Deutschland nicht schönreden: Börsenkorrekturen werden sicher kommen! Aber der größte Crash aller Zeiten?

Die Konjunktur in Deutschland profitiert von steigenden Reallöhnen

 

14 Kommentare

14 Comments

  1. Avatar

    Zimmermann

    26. November 2019 18:04 at 18:04

    Vorerst ist am Horizont kein Aktiencrash zu sehen, solang das Geld billig und die Notenbanken den Markt fluten. Das kann noch Jahre andauern.

  2. Avatar

    Roberto

    26. November 2019 18:54 at 18:54

    @Zimmermann, exakt das sind die einzigen Zutaten die ein Bullenmarkt braucht. Mehr muss er nicht haben. Liquidität und niedrige Zinsen.

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    Unterbulle

    26. November 2019 20:16 at 20:16

    Haben die 2 Oberbullen schon gedacht, dass eine Hausse,die nur durch tiefe Zinsen u.Geldschwemme gepusht wird , nicht unendlich ist.Gemäss Ray Dalio gäbe es auch noch Chancen im chinesischen Markt oder in andern Ländern.Die vielgerühmte fast hundertjährige Börsenerfahrung von Roberto spiegelt sich nicht in seinen Ansichten. Die grossen Anleger sind weltweit investiert u.werden stark überbewertete Aktien eines absteigenden Landes irgendwann meiden.Jeder Anfänger kennt die Gründe der jetzigen Hausse ,
    jeder Nichtanfänger sollte wissen ,dass jede Übertreibung korrigiert wird.Auf viel tieferen Niveaus hat es meistens 1 bis 2 Rückschläge pro Jahr gegeben u.jetzt sollte das alles nicht mehr passieren. Eines morgens werden wir mit MINUS 5% erwachen.

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      Roberto

      27. November 2019 09:39 at 09:39

      Lieber@Unterbulle, vieles was du sagst ist richtig. Hast Du aber vergessen das unser Leben auch nicht unendlich ist ? Wir haben jetzt schon 11 Jahre hinter uns. Ich bin 11 Jahre älter geworden. Hätte ich auf all die Bärenstimmen täglich gehört, was hätte ich heute davon gehabt ??? Natürlich wird es irgendwann fallen, sinken, korrigieren oder crashen. Aber wo bin ich dann ?

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      Chris

      27. November 2019 09:47 at 09:47

      “ jede Übertreibung korrigiert wird.Auf viel tieferen Niveaus hat es meistens 1 bis 2 Rückschläge pro Jahr gegeben u.jetzt sollte das alles nicht mehr passieren. Eines morgens werden wir mit MINUS 5% erwachen.“
      Es sind ja alles sensationelle Erkenntnisse und Börsenweisheiten, Sie wissen als Nichtanfänger auch wann „wir mit MINUS 5% erwachen“ oder haben ein bestimmtes Preisbereich?
      …Ich hab doch gesagt und gewarnt…-ein Schlachtruf einer notorischen Niete.

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    Lausi

    26. November 2019 21:26 at 21:26

    Ob sich damit immer alles zubuttern lässt, ist die Frage. Auf jeden Fall nimmt damit die Wirtschafts-Sklerose zu. Und charttechnisch ist ein Schlag auf den Deckel überfällig. Fallbeil, ick hör dir rasseln ;-)

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      Karsten

      27. November 2019 00:42 at 00:42

      @Lausi,
      auch wenn Du ja wirklich ein angenehmer Zeitgenosse bist: Deine (charttechnisch unterstützen) Prognosen gehen ja regelmäßig direkt und ohne Umweg direkt in die Hose, oder?
      Am gefährlichen wird es, wenn sich irgendwelche Keile verkeilen. Da hat schon oft an der völlig falschen Stelle was geklappert

      Erinnert mich irgendwie an den Superduper-Analysten aus dem Hause Lossless, der vor Jahren schon Dinge gesehen hat, die Otto-Normalanleger das Blut in den Adern hätte gefrieren lassen sollen.
      Der hat wohl auch die falsche Brille aufgehabt.

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        Lausi

        27. November 2019 07:20 at 07:20

        @Karsten: Ich gebe ja zu, dass ich (noch) nicht unfehlbar bin, aber ein paar mal lag ich mit meinen Prognosen auch richtig. Bei der Charttechnik ist es sowieso nur ein jonglieren mit Wahrscheinlichkeiten, und wer weiß schon mit Gewissheit, ob der Kurs an einer Trendlinie abprallt oder nicht. Und manchmal formuliere ich meine Meinung schon etwas überspitzt (rasselndes Fallbeil) – aber das machen andere Kommentatoren ja auch. Hier noch eine weitere „lausige“ Prognose: Bitcoin – das digitale Gold – wird bald abgehen wie eine Rakete. So a bissl kann man ja auch da wetten, oder?

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          Karsten

          27. November 2019 10:45 at 10:45

          @Lausi @Chris,
          nein, auch ich habe keine verlässlichen Prognosen zu bieten, deshalb haue ich auch keine raus.
          Vermutlich ist das aber auch der Grund für meinen etwas ungehaltenen und unhöflichen Post (sorry Lausi!). Ich selbst gehe ja auch (viel zu lange schon) von einer größeren Korrektur aus und sehe mich Tag für Tag durch die vielen guten Kommentare der Herren Fugmann, Müller & co darin bestätigt. Nur leider tritt alles, was so wunderbar schlüssig scheint und doch längst überfällig sein sollte, leider nicht ein.
          Da fragt man sich schon irgendwann, ob es wirklich sinnvoll ist, sich das jeden Tag aufs Neue durchzulesen oder ist das am Ende womöglich verschenkte Lebenszeit?

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        Chris

        27. November 2019 09:35 at 09:35

        @Karsten Gibt es von dir irgendwelche „(charttechnisch unterstützen) Prognosen“. Noch nie etwas von dir gelesen :-)
        Oder stänkerst du nur, geilst du dich auf, wenn jemand falsch liegt und schäumst vor Wut, wenn jemand Erfolg hat?
        Komm, husch-husch, poste mal was :-)

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    Prognosti

    27. November 2019 05:49 at 05:49

    Die Zutaten für ein Ende der Hausse sind, wenn Alle glauben es gehe nie mehr abwärts.Die Geldschwemme stützt nur kurzfristig die Börsen, aber die Rezessionszyklen kann sie nicht aufheben.Fast kein Ökonom hat jemals eine Rezssion vorausgesehen. Einer der grossen Nummern, NOURIEL ROUBINI ,der die letzte Finanzkrise voraussagte, sagt jetzt: DER AKTUELLE OPTIMISMUS IST IRRATIONAL.

  6. Avatar

    Unterbulle

    27. November 2019 16:26 at 16:26

    @ Chris , diese notorische Niete hat mit gleicher Einstellung wie heute auf viel tieferem Niveau bei der Korrektur vor einem Jahr ganz schön verdient. ( sechsstellig ) Ich freue mich übrigens über jede noch höhere Fallhöhe. Wenn du nur ein kleines Vermögen hättest, denke ich, würdest du mit meinen sogenannten
    Börsenweisheiten nicht so fahrlässig umgehen, denn sie werden auch von den Notenbanken nicht abgeschafft werden können.Im übrigen habe ich eher Erbarmen mit Leuten,die jetzt noch immer die Nicht-Permabullen verhöhnen, sind doch in letzter Zeit einige ganz Prominente die dem Notenbank- Glücksspiel auch nicht mehr trauen dazugekommen.

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      Chris

      27. November 2019 18:27 at 18:27

      @Unterbulle
      Und nochmal von vorne:
      „Sie wissen als Nichtanfänger auch wann „wir mit MINUS 5% erwachen“ oder haben ein bestimmtes Preisbereich?“
      Derjenige, der ganz schön ( sechsstellig ) bei der Korrektur vor einem Jahr verdient hat, hat doch mehr drauf als nur uralte Börsenweisheiten zu posten.
      Ich habe bei der letzten Korrektur dreißigstellig verdient ;-) aber ich poste keinen kalten Kaffee, wie Börsenweisheiten, die niemanden nur irgendetwas bringen und verspotte hier keinen, der Erfolg hat.

      p.s. Was ist nochmal Nicht-Permabulle und was ist Permabulle?

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    Dorinella

    28. November 2019 10:18 at 10:18

    @all…
    Leute, also ich bin ja Anfängerin…trotzdem…zieht hier von den Nichtanfängern nicht langsam eine Linie zwischen Xi und Putin ? Putin macht sich immer weiter unabhängig vom Dollar. Und Trump hat gerade Chinas Autorität durch das Hongkonggesetz massiv untergraben und Xi mächtig verärgert ! Dass es keinen Handelsdeal zwischen den Beiden geben wird, sage ich ja schon lange !!! Aber so langsam habe ich echt Angst vor einem realen Krieg zwischen den Grossmächten. Xi und Putin sind sich ziemlich einig, was die USA betrifft. Habt Ihr das Bild von Trump bei Twitter gesehen ? Das im Rocky-Kostüm ? Wie sehr müssen Xi und Putin langsam an der Zurechnungsfähigkeit Trumps zweifeln ? Das Foto ist ein echt eindeutiger Beweis !! Oder dient es nur zur Ablenkung ?? Ich bitte um Antworten der hier vertretenen “ Nicht-Anfänger“. Danke schön

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Europa

ifo Index schwächer, erster Rückgang seit sechs Monaten

„Die Unternehmen blicken deutlich skeptischer auf die Entwicklung in den kommenden Monaten“

Markus Fugmann

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am

Soeben hat das ifo Institut den ifo Index für Oktober veröffentlicht:

– ifo Geschäftsklimaindex 92,7 (Prognose war 93,0; Vormonat August war 93,4) – der erste Rückgang nach fünf Monaten Anstieg in Folge

– aktuelle Lage 90,3 (Prognose war 89,9 ; Vormonat war 89,2)

– Erwartungen: 95,0 (Prognose war 96,5; Vormonat war 97,7)

Dazu ifo in einer Pressemitteilung:

„Die Stimmung unter den Unternehmenslenkern hat sich eingetrübt. Der ifo Geschäftsklimaindex ist im Oktober auf 92,7 Punkte gesunken, nach 93,2 Punkten[1] im September. Dies ist der erste Rückgang nach fünf Anstiegen in Folge. Die Unternehmen blicken deutlich skeptischer auf die Entwicklung in den kommenden Monaten. Ihre aktuelle Situation beurteilten sie hingegen etwas besser als im Vormonat. Angesichts steigender Infektionszahlen nehmen die Sorgen der deutschen Wirtschaft zu.

Im Verarbeitenden Gewerbe liegt der Geschäftsklimaindikator erstmals seit Juni 2019 wieder im positiven Bereich. Deutlich mehr Firmen waren mit ihrer aktuellen Geschäftslage zufrieden. Die Unternehmen konnten ihre Kapazitätsauslastung im letzten Quartal deutlich von 75,3 auf 79,8 Prozent steigern. Der zuletzt aufgekommene Optimismus mit Blick auf die kommenden Monate hat aber einen merklichen Rückschlag erhalten.

Im Dienstleistungssektor hat sich das Geschäftsklima hingegen merklich verschlechtert. Die Dienstleister waren weniger zufrieden mit ihrer aktuellen Lage. Zudem ist der Optimismus der Vormonate zur weiteren Geschäftsentwicklung wieder verschwunden.

Im Handel ist Geschäftsklimaindikator leicht gesunken. Während die Händler pessimistischer auf die kommenden Monate schauen, waren sie mit den laufenden Geschäften zufriedener.

Auch im Bauhauptgewerbe ist die Aufwärtsbewegung des Geschäftsklimas gestoppt. Die Unternehmen korrigierten ihre sehr guten Einschätzungen zur aktuellen Lage deutlich nach unten. Auch ihre Erwartungen fielen etwas pessimistischer aus.“

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Europa

Deutsche Wirtschaft: Schwache Dienstleister, starkes Gewerbe

„Dauerhafter Aufschwung ab jetzt zunehmend schwieriger“

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Soeben wurde der Einkaufsmanagerindex für deutsche Wirtschaft (Markit PMI; erste Veröffentlichung für Oktober) veröffentlicht – einer der zentralen Indikatoren für die deutsche Wirtschaft:

Gesamtindex: 54,5 (Prognose war 53,2; Vormonat war 54,7)

Verarbeitendes Gewerbe: 58,0 (Prognose war 55,1; Vormonat war 56,4)

Dienstleistung: 48,9 (Prognose war 49,2; Vormonat war 50,6)

Damit bestätigt sich der Trend der letzten Zeit: Dienstleistung leidet, Gewerbe bleibt robust (noch?)

Kurz zuvor war der Einkaufsmanagerindex aus Frankreich mit 47,3 schwächer ausgefallen als erwartet (Prognose war 48,0)

(Hinweis: das ifo Institut hat soeben mitgeteilt, dass die ifo Umfrage erst am Montag veröffentlicht wird, im Videoausblick hatte ich gesagt, dass die Zahlen heute um 10Uhr veröffentlicht werden).

Dazu kommentiert Phil Smith von Markit, das die Daten erhebt: „dauerhafter Aufschwung ab jetzt zunehmend schwieriger“

„Die deutsche Wirtschaft hält sich angesichts der zweiten Corona-Infektionswelle erfreulicherweise ziemlich wacker, wie der Oktober-Flash zeigt.
Obwohl einige Dienstleistungsunternehmen unter den neuen Restriktionen und der zunehmenden Unsicherheit im Zusammenhang mit der ‘zweiten Welle’ leiden, hielten sich die Geschäftseinbußen hier insgesamt noch in Grenzen. Gleichzeitig hat die boomende Industrie der Konjunktur ordentlich Auftrieb verliehen. Folglich sieht es zunehmend nach einer Wirtschaft der zwei Geschwindigkeiten aus. Das verarbeitende Gewerbe ist bisher weniger stark von den neuen Restriktionen betroffen als der Servicesektor und hat zudem enorm vom wieder
florierenden Welthandel profitiert. Da sich immer mehr Industrieunternehmen dem Wachstumsniveau von vor der CoronavirusPandemie nähern oder es sogar schon erreicht haben, wird ein dauerhafter Aufschwung ab jetzt zunehmend schwieriger. So sind die Erwartungen der Hersteller im Oktober auch erstmals seit siebenMonaten wieder leicht gesunken. Dennoch, Sorgenkind Nummer eins bleibt der Dienstleistungssektor.”

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Europa

Verbraucherpreise Eurozone: Deflation im Westen – Inflation nur in Osteuropa

Redaktion

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Soeben wurden für die Eurozone für den Monat September die Verbraucherpreise veröffentlicht (2.Veröffentlichung). Sie gehen im Jahresvergleich um -0,3 Prozent zurück, nach -0,2 Prozent im August und +0,4 Prozent im Juli. Auffallend: Inflation gibt es nur im Osten, während der Westen eher unter Deflation leidet.
Zum Vormonat steigen die Verbraucherpeise um +0,2%, ebenso in der Kernrate (ohme Nahrung und Energie) um +0,2%.

Dazu schreibt Eurostat, das die Daten erhebt:

Die jährliche Inflationsrate im Euroraum lag im September 2020 bei -0,3%, gegenüber -0,2% im August. Ein Jahr zuvor hatte sie 0,8% betragen. Die jährliche Inflationsrate in der Europäischen Union lag im September 2020 bei 0,3%, gegenüber 0,4% im August. Ein Jahr zuvor hatte sie 1,2% betragen. .
Die niedrigsten jährlichen Raten wurden in Griechenland (-2,3%), Zypern (-1,9%) und Estland (-1,3%) gemessen.
Die höchsten jährlichen Raten wurden in Polen (3,8%), Ungarn (3,4%) und Tschechien (3,3%) gemessen.

Die Verbraucherpreise in den jeweiligen Ländern

 

Gegenüber August ging die jährliche Inflationsrate in dreizehn Mitgliedstaaten zurück, blieb in sieben unverändert und stieg in sieben an.
Im September kam der höchste Beitrag zur jährlichen Inflation im Euroraum von Lebensmitteln, Alkohol und Tabak (+0,34 Prozentpunkte, Pp.), gefolgt von Dienstleistungen (+0,24 Pp.), Industriegütern ohne Energie (-0,08 Pp.) sowie Energie (-0,81 Pp.).

Die Verbraucherpreise in der EU und der Eurozone

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