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Europa

Konjunktur: Lohnanstieg trotz Krise

In Deutschland steigen die Reallöhne – weil die Inflation fällt. Das stützt die Konjunktur

Wolfgang Müller

Veröffentlicht

am

Am Freitag kommen die neuen Zahlen zum deutschen Arbeitsmarkt und damit zu einem der zentralen Bereiche der Konjunktur. Dieser zeigt sich außerordentlich stabil trotz der Rezession im Industriesektor.

Trotz der Abkühlung der Konjunktur 2019 präsentiert sich der deutsche Jobmarkt bisher also erstaunlich robust. Dies zeigt unter anderem die weiterhin hohe Anzahl an offenen Stellen, trotz der ständigen Meldungen aus der Automobilindustrie über Entlassungen und Kurzarbeit. Der Arbeitsmarkt ist zwar ein nachlaufender Konjunkturindikator, aber er stützt auch in Deutschland den Konsum, der hierzulande immerhin 50 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt beiträgt. Dabei kommt der Lohnentwicklung eine entscheidende Bedeutung bei – hier eine aktuelle Studie.

Konjunktur: Das Lohnplus im Jahr 2020

Nach einer Auswertung der Unternehmensberatung Korn Ferry können Arbeitnehmer in Deutschland im Jahr 2020 mit einer Lohnsteigerung rechnen, die sogar höher ausfällt, als die im Jahr 2019. Dieses Unternehmen verfügt tatsächlich über eine Datenbank mit Lohndaten von über 20 Millionen Arbeitnehmern und von 25 000 Firmen. Seine Analysen reichen schon fast 50 Jahre in die Vergangenheit.

Der neuesten Studie zufolge werden Arbeitnehmer in Deutschland in zwölf Monaten real, also nach Abzug der Preissteigerung, 1,4 Prozent mehr zur Verfügung haben als heute.

Gute Nachrichten für Konsum und Dienstleistungen – und vielleicht ein Grund dafür, warum der Dax nicht so sehr auf die Daten des Produktionssektors reagiert hat.

 

Lohnanstiege, ein weltweites Phänomen

Erstaunlicherweise ist dies nicht nur eine deutsche Entwicklung. In der Studie rechnen die Ökonomen sogar global mit einer Verdoppelung des Lohnzuwachses, nach einem Prozent im Jahr 2019. Diese Reallohnentwicklung beruht laut Korn Ferry aber nicht auf großen Lohnsteigerungen – diese seien konstant gegenüber dem Vorjahr geblieben – sondern aufgrund des Rückganges der Inflation. Eine Folge der Schwäche der Konjunktur, allerdings mit gefährlichen Langfristfolgen, sollte hier nicht bald eine Stabilisierung erfolgen.

Hier noch ein Blick auf die erwarteten Lohnsteigerungen – real – in den großen Wirtschaftsblöcken:

Asien plus 3,1 Prozent, Osteuropa plus 2,6 Prozent, Afrika plus 2,3 Prozent, Südamerika plus 2,0 Prozent (Ausnahme Argentinien mit geschätzten minus sieben Prozent), Europa plus 1,2 Prozent und Nordamerika mit plus 1,1 Prozent.

Alles unter dem Vorbehalt, dass Donald Trump und China die Weltwirtschaft nicht an die Wand fahren.

 

Konjunktur: Konsumrausch und Bauboom

Zur Verdeutlichung, warum es in Deutschland trotz eines Einkaufsmanagerindex des Verarbeitenden Gewebes von grob 41 bis 43 Punkten in den letzten vier Monaten noch nicht zu einer Rezession gekommen und eher mit einer milden Stabilisierung zu rechnen ist, zeigt der Blick auf die aktuelle Konsumlage:

Der Handelsverband Deutschland (HDE) gab vorletzte Woche seinen Ausblick auf das Weihnachtsgeschäft bekannt. Demzufolge wollen nach den Umfragen 23 Prozent der Verbraucher ihre Ausgaben erhöhen, 15 Prozent reduzieren. Summa summarum sollen die Umsätze in den beiden letzten Monaten des Jahres erstmals mit 102 Milliarden Euro die Schallmauer von 100 Milliarden durchbrechen.

Auch der Bauboom ebbt noch nicht ab, dazu kamen erst gestern Zahlen des Statistischen Bundesamtes, die zeigen, dass der Auftragseingang im Bauhauptgewerbe auf Jahresbasis von September 2018 auf September 2019 um 8,6% gestiegen ist.

Zusammengefasst wäre damit festzustellen: Eine wesentliche Ursache für die Ausgabefreude der Konsumenten zu Weihnachten 2019 ist natürlich die Stabilität des Arbeitsmarktes, trotz der Exportlastigkeit der deutschen Industrie. Auch deshalb, weil die Industrie nur 25 Prozent zur deutschen Wertschöpfung beiträgt.

Ob dies auch weiter so der Fall ist, dazu bekommen wir am Freitag neue Zahlen.

 

Fazit

Die Daten zum Arbeitsmarkt und die Lohnsituation in Deutschland sind Zeichen dafür, dass man etwas vorsichtig sein muss mit den Katastrophenszenarien für die Konjunktur, die bereits auf kurze Sicht auch für Deutschland gezeichnet werden. Auch wenn die Probleme infolge der demografischen Entwicklung, der weltweiten Verschuldung und der Zombiefizierung vieler Unternehmensbereiche evident sind, so darf man für Deutschland die hierzulande gelten Faktoren nicht außer Acht lassen: Ein wiederum gestiegenes Geldvermögen der Deutschen auf 6,326 Billionen Euro (Q2 – 2019) eine Steigerung von fast 300 Milliarden Euro gegenüber Q2 – 2018, eine Staatsverschuldung von derzeit unter 60 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt und eine Aktionärsquote von nur 15 Prozent in der Bevölkerung.

Damit würde ein Aktiencrash in Deutschland weit weniger Schäden im Geldvermögen anrichten, als im Aktienland USA. Nur ein kleiner mathematischer Vergleich: Ein Kursrutsch im Dax von 20 Prozent würde gerade den Zuwachs des Geldvermögens von 2018 auf 2019 vernichten.

Dazu bemerkte ein erfahrener Ökonom in den USA: Deutschland könnte mit seiner niedrigen Verschuldung von 60 Prozent ganz andere fikalpolitische Geschütze auffahren als fast alle anderen großen Nationen, die oft bei 100 Prozent lägen. Hierzu braucht man sich nur die Summen ausrechnen, die da im Raume stehen – da geht es nicht um Milliarden. wir wollendie Situation in Deutschland nicht schönreden: Börsenkorrekturen werden sicher kommen! Aber der größte Crash aller Zeiten?

Die Konjunktur in Deutschland profitiert von steigenden Reallöhnen

 

14 Kommentare

14 Comments

  1. Avatar

    Zimmermann

    26. November 2019 18:04 at 18:04

    Vorerst ist am Horizont kein Aktiencrash zu sehen, solang das Geld billig und die Notenbanken den Markt fluten. Das kann noch Jahre andauern.

  2. Avatar

    Roberto

    26. November 2019 18:54 at 18:54

    @Zimmermann, exakt das sind die einzigen Zutaten die ein Bullenmarkt braucht. Mehr muss er nicht haben. Liquidität und niedrige Zinsen.

  3. Avatar

    Unterbulle

    26. November 2019 20:16 at 20:16

    Haben die 2 Oberbullen schon gedacht, dass eine Hausse,die nur durch tiefe Zinsen u.Geldschwemme gepusht wird , nicht unendlich ist.Gemäss Ray Dalio gäbe es auch noch Chancen im chinesischen Markt oder in andern Ländern.Die vielgerühmte fast hundertjährige Börsenerfahrung von Roberto spiegelt sich nicht in seinen Ansichten. Die grossen Anleger sind weltweit investiert u.werden stark überbewertete Aktien eines absteigenden Landes irgendwann meiden.Jeder Anfänger kennt die Gründe der jetzigen Hausse ,
    jeder Nichtanfänger sollte wissen ,dass jede Übertreibung korrigiert wird.Auf viel tieferen Niveaus hat es meistens 1 bis 2 Rückschläge pro Jahr gegeben u.jetzt sollte das alles nicht mehr passieren. Eines morgens werden wir mit MINUS 5% erwachen.

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      Roberto

      27. November 2019 09:39 at 09:39

      Lieber@Unterbulle, vieles was du sagst ist richtig. Hast Du aber vergessen das unser Leben auch nicht unendlich ist ? Wir haben jetzt schon 11 Jahre hinter uns. Ich bin 11 Jahre älter geworden. Hätte ich auf all die Bärenstimmen täglich gehört, was hätte ich heute davon gehabt ??? Natürlich wird es irgendwann fallen, sinken, korrigieren oder crashen. Aber wo bin ich dann ?

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      Chris

      27. November 2019 09:47 at 09:47

      “ jede Übertreibung korrigiert wird.Auf viel tieferen Niveaus hat es meistens 1 bis 2 Rückschläge pro Jahr gegeben u.jetzt sollte das alles nicht mehr passieren. Eines morgens werden wir mit MINUS 5% erwachen.“
      Es sind ja alles sensationelle Erkenntnisse und Börsenweisheiten, Sie wissen als Nichtanfänger auch wann „wir mit MINUS 5% erwachen“ oder haben ein bestimmtes Preisbereich?
      …Ich hab doch gesagt und gewarnt…-ein Schlachtruf einer notorischen Niete.

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    Lausi

    26. November 2019 21:26 at 21:26

    Ob sich damit immer alles zubuttern lässt, ist die Frage. Auf jeden Fall nimmt damit die Wirtschafts-Sklerose zu. Und charttechnisch ist ein Schlag auf den Deckel überfällig. Fallbeil, ick hör dir rasseln ;-)

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      Karsten

      27. November 2019 00:42 at 00:42

      @Lausi,
      auch wenn Du ja wirklich ein angenehmer Zeitgenosse bist: Deine (charttechnisch unterstützen) Prognosen gehen ja regelmäßig direkt und ohne Umweg direkt in die Hose, oder?
      Am gefährlichen wird es, wenn sich irgendwelche Keile verkeilen. Da hat schon oft an der völlig falschen Stelle was geklappert

      Erinnert mich irgendwie an den Superduper-Analysten aus dem Hause Lossless, der vor Jahren schon Dinge gesehen hat, die Otto-Normalanleger das Blut in den Adern hätte gefrieren lassen sollen.
      Der hat wohl auch die falsche Brille aufgehabt.

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        Lausi

        27. November 2019 07:20 at 07:20

        @Karsten: Ich gebe ja zu, dass ich (noch) nicht unfehlbar bin, aber ein paar mal lag ich mit meinen Prognosen auch richtig. Bei der Charttechnik ist es sowieso nur ein jonglieren mit Wahrscheinlichkeiten, und wer weiß schon mit Gewissheit, ob der Kurs an einer Trendlinie abprallt oder nicht. Und manchmal formuliere ich meine Meinung schon etwas überspitzt (rasselndes Fallbeil) – aber das machen andere Kommentatoren ja auch. Hier noch eine weitere „lausige“ Prognose: Bitcoin – das digitale Gold – wird bald abgehen wie eine Rakete. So a bissl kann man ja auch da wetten, oder?

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          Karsten

          27. November 2019 10:45 at 10:45

          @Lausi @Chris,
          nein, auch ich habe keine verlässlichen Prognosen zu bieten, deshalb haue ich auch keine raus.
          Vermutlich ist das aber auch der Grund für meinen etwas ungehaltenen und unhöflichen Post (sorry Lausi!). Ich selbst gehe ja auch (viel zu lange schon) von einer größeren Korrektur aus und sehe mich Tag für Tag durch die vielen guten Kommentare der Herren Fugmann, Müller & co darin bestätigt. Nur leider tritt alles, was so wunderbar schlüssig scheint und doch längst überfällig sein sollte, leider nicht ein.
          Da fragt man sich schon irgendwann, ob es wirklich sinnvoll ist, sich das jeden Tag aufs Neue durchzulesen oder ist das am Ende womöglich verschenkte Lebenszeit?

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        Chris

        27. November 2019 09:35 at 09:35

        @Karsten Gibt es von dir irgendwelche „(charttechnisch unterstützen) Prognosen“. Noch nie etwas von dir gelesen :-)
        Oder stänkerst du nur, geilst du dich auf, wenn jemand falsch liegt und schäumst vor Wut, wenn jemand Erfolg hat?
        Komm, husch-husch, poste mal was :-)

  5. Avatar

    Prognosti

    27. November 2019 05:49 at 05:49

    Die Zutaten für ein Ende der Hausse sind, wenn Alle glauben es gehe nie mehr abwärts.Die Geldschwemme stützt nur kurzfristig die Börsen, aber die Rezessionszyklen kann sie nicht aufheben.Fast kein Ökonom hat jemals eine Rezssion vorausgesehen. Einer der grossen Nummern, NOURIEL ROUBINI ,der die letzte Finanzkrise voraussagte, sagt jetzt: DER AKTUELLE OPTIMISMUS IST IRRATIONAL.

  6. Avatar

    Unterbulle

    27. November 2019 16:26 at 16:26

    @ Chris , diese notorische Niete hat mit gleicher Einstellung wie heute auf viel tieferem Niveau bei der Korrektur vor einem Jahr ganz schön verdient. ( sechsstellig ) Ich freue mich übrigens über jede noch höhere Fallhöhe. Wenn du nur ein kleines Vermögen hättest, denke ich, würdest du mit meinen sogenannten
    Börsenweisheiten nicht so fahrlässig umgehen, denn sie werden auch von den Notenbanken nicht abgeschafft werden können.Im übrigen habe ich eher Erbarmen mit Leuten,die jetzt noch immer die Nicht-Permabullen verhöhnen, sind doch in letzter Zeit einige ganz Prominente die dem Notenbank- Glücksspiel auch nicht mehr trauen dazugekommen.

    • Avatar

      Chris

      27. November 2019 18:27 at 18:27

      @Unterbulle
      Und nochmal von vorne:
      „Sie wissen als Nichtanfänger auch wann „wir mit MINUS 5% erwachen“ oder haben ein bestimmtes Preisbereich?“
      Derjenige, der ganz schön ( sechsstellig ) bei der Korrektur vor einem Jahr verdient hat, hat doch mehr drauf als nur uralte Börsenweisheiten zu posten.
      Ich habe bei der letzten Korrektur dreißigstellig verdient ;-) aber ich poste keinen kalten Kaffee, wie Börsenweisheiten, die niemanden nur irgendetwas bringen und verspotte hier keinen, der Erfolg hat.

      p.s. Was ist nochmal Nicht-Permabulle und was ist Permabulle?

  7. Avatar

    Dorinella

    28. November 2019 10:18 at 10:18

    @all…
    Leute, also ich bin ja Anfängerin…trotzdem…zieht hier von den Nichtanfängern nicht langsam eine Linie zwischen Xi und Putin ? Putin macht sich immer weiter unabhängig vom Dollar. Und Trump hat gerade Chinas Autorität durch das Hongkonggesetz massiv untergraben und Xi mächtig verärgert ! Dass es keinen Handelsdeal zwischen den Beiden geben wird, sage ich ja schon lange !!! Aber so langsam habe ich echt Angst vor einem realen Krieg zwischen den Grossmächten. Xi und Putin sind sich ziemlich einig, was die USA betrifft. Habt Ihr das Bild von Trump bei Twitter gesehen ? Das im Rocky-Kostüm ? Wie sehr müssen Xi und Putin langsam an der Zurechnungsfähigkeit Trumps zweifeln ? Das Foto ist ein echt eindeutiger Beweis !! Oder dient es nur zur Ablenkung ?? Ich bitte um Antworten der hier vertretenen “ Nicht-Anfänger“. Danke schön

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Soeben hat das Statistische Bundesamt vorab die Verbraucherpreise für den Monat November veröffentlicht. Im Jahresvergleich sind sie mit -0,3 Prozent den dritten Monat in Folge deflationär (Vormonate jeweils -0,2 Prozent im Jahresvergleich). Erwartet für heute waren ein Minus von 0,1 Prozent. Die Inflationsrate ist unter anderem durch die seit 1. Juli 2020 geltende Mehrwertsteuersenkung beeinflusst, wie die Statistiker in ihrer Headline-Mittelung erwähnen. Hier die Daten im Detail:

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Aktuell: Kurzarbeit ist im November wieder spürbar angestiegen

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Die Kurzarbeit ist im November wieder spürbar angestiegen. Es ist klar, der zweite Lockdown in der Coronakrise zeigt seine Auswirkung, auch wenn er als softer Lockdown bezeichnet wird. Laut vor wenigen Minuten veröffentlichten Umfragedaten (Rückmeldungen von 7.000 Unternehmen) des ifo-Instituts ist der Anteil der Firmen mit Kurzarbeit im November erstmals seit Monaten wieder angestiegen, und zwar von 24,8 Prozent im Oktober auf 28,0 Prozent im November. Insbesondere bei Hotels stieg der Anteil von 62,9 auf 91 Prozent der Unternehmen, in der Gastronomie von 53,4 auf 71,7 Prozent, bei Reisebüros und Reiseveranstaltern von 88,0 auf 91,1 Prozent. Gerade in diesen vom Teil-Lockdown massiv betroffenen Branchen werde wieder sehr viel Kurzarbeit gefahren. Hier Details zur Umfrage im Wortlaut von ifo:

Der Anstieg zog sich durch fast alle großen Wirtschaftszweige. Bei den Dienstleistern stieg die Kurzarbeit von 24,0 auf 30,6 Prozent der Unternehmen, im Handel von 18,8 auf 20,7 Prozent und auf dem Bau von 7,4 auf 9,0 Prozent. Nur in der Industrie war ein leichter Rückgang zu verzeichnen, von 31,9 auf 30,5 Prozent.

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ifo Index mit zweitem Rückgang in Folge – Lage ok, Erwartungen schwächer

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Soeben hat das ifo Institut den ifo Index für November veröffentlicht:

– ifo Geschäftsklimaindex 90,7 (Prognose war 90,1; Vormonat Oktober war 92,7) – das ist der zweite Rückgang in Folge nach zuvor fünf Monaten Anstieg in Folge

– aktuelle Lage 90,0 (Prognose war 87,0; Vormonat war 90,3)

– Erwartungen: 91,5 (Prognose war 93,5; Vormonat war 95,0)

Dazu Wohlrabe von ifo: Dienstleistungssektor spürbar schwächer, Industrie hat sich Abwärtsentwicklung entgegen gestemmt, Handel schwächer

Hier die Pressemitteilung des ifo:

„Die Stimmung in den deutschen Chefetagen hat sich verschlechtert. Der ifo Geschäftsklimaindex ist im November auf 90,7 Punkte gesunken, nach 92,5 Punkten im Oktober. Der Rückgang war vor allem auf deutlich pessimistischere Erwartungen der Unternehmen zurückzuführen. Auch ihre aktuelle Lage bewerteten sie etwas weniger gut. Die Geschäftsunsicherheit ist gestiegen. Die zweite Corona-Welle hat die Erholung der deutschen Wirtschaft unterbrochen.

Das Verarbeitende Gewerbe ist der Lichtblick in diesem Monat. Das Geschäftsklima hat sich verbessert. Die Unternehmen beurteilten ihre aktuelle Lage deutlich besser. Die Auftragseingänge stiegen, wenn auch langsamer als im Vormonat. Der Ausblick auf die kommenden Monate fiel jedoch merklich weniger optimistisch aus.

Im Dienstleistungssektor hat der Geschäftsklimaindikator merklich nachgegeben. Er liegt erstmals seit dem Juni wieder im negativen Bereich. Die zuletzt gute Lageeinschätzung hat sich deutlich eingetrübt. Zudem blicken erheblich mehr Unternehmen pessimistisch auf die kommenden Monate. Die Indikatoren im Bereich Hotels und Gastgewerbe sind regelrecht abgestürzt.

Im Handel hat sich das Geschäftsklima verschlechtert. Die Unternehmen waren mit ihrer aktuellen Lage weniger zufrieden. Auch die Erwartungen trübten sich merklich ein. Insbesondere die Einzelhändler berichteten von deutlich weniger gut laufenden Geschäften.

Im Bauhauptgewerbe hat der Index leicht nachgegeben. Die Baufirmen bewerteten ihre aktuelle Lage etwas besser als im Vormonat. Ihre Erwartungen hingegen fielen etwas pessimistischer aus.“

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