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Europa

Konjunktur: Schwäche der Industrie erfaßt Konsum

Markus Fugmann

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am

Die Freude war groß nach den heutigen Zahlen zum deutschen Einkaufsmanagerindex Industrie: ist nun wieder alles gut mit der Konjunktur? Zwar erholte sich die deutsche Industrie mit einem von 43,8 etwas stärker als erwartet (Prognose war 42,9), aber damit steckt der Industrie-Sektor in Deutschland nach wie vor tief in einer Rezession:


(Grafik: tradingeconomics.com).

Weitgehend ausgeblendet haben aber die Finanzmärkte die Tatsache, dass die seit Anfang 2018 anhaltende Schwäche der deutschen Industrie nun aber auch auf den Binnenkonusm durchschlägt, sichtbar an der schwachen Zahl zum Einkaufsmanagerindex Dienstleistung. Der Index fiel (entgegen der Erwartung) auf nun 51,3 (Prognose war 52,0; Vormonat war 51,6) und erreicht damit den tiefsten Stand seit September 2016:

Die Stütze der deutschen Konjunktur, der Konsum, schwächelt
(Grafik: tradingeconomics.com)

Ähnlich schwach auch das Bild in der gesamten Eurozone im Dienstleistungssektor: der Index verfehlte mit einem Wert von 51,5 nicht nur die Erwartungen (Prognose war 52,5; Vormonat war 52,2), sondern fiel damit auf den schwächsten Stand seit Januar:

Enttäuschende Daten zur Konjunktur in der Eurozone
Grafik: https://tradingeconomics.com/euro-area/services-pmi

Auch in Großbritannien zeigen die heute veröffentlichten Daten eine Schrumpfung des Dienstleistungssektors: der heute vermeldete Wert von 48,6 lag deutlich unter den Erwartungen (Prognose war 50,1) und markiert den tiefsten Stand seit Juli 2016:

Der Konsum schwächelt in Großbritannien

Grafik: https://tradingeconomics.com/united-kingdom/services-pmi

Für die britische Wirtschaft, die stark Dienstleistungs-orientiert ist, ist das ein deutliches Warnzeichen: die Brexit-Unsicherheit ist nach wie vor eine Belastung („Service providers continued to link weaker demand to domestic political uncertainty and subdued consumer spending patterns“), während gleichzeitig die Kosten der britischen Unternehmen so stark steigen wie seit August 2016 nicht mehr („operating expenses rose at the softest pace since August 2016“). All das mag eine „Sonder-Story“ der Briten im Brexit-Tohuwabohu“ sein, aber gleichzeitig folgen die Zahlen aus Großbritannien damit eben dem Trend in ganz (West-)Europa!

All das zeigt: die Schwäche der Industrie hat nun auch den Binnenkonsum der jeweiligen Länder erfaßt. Und da der Abschwung der Industrie Anfang 2018 begonnen hat und erst im Herbst 2019 auf tiefem Niveau sich stabilisiert, heißt das faktisch, dass der Konsum noch längere Zeit schwächeln wird, da der Dienstleistungssektor ein nachlaufender Indikator für die Konjunktur ist! In Sachen Konjunktur also noch lange keine Entwarnung!

Bislang war der Dienstleistungs-Sektor Stütze der Konjunktur - aber auch hier nun Schwäche

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Europa

Exporte: Die Stimmung ist prächtig! Alles eitel Sonnenschein?

Claudio Kummerfeld

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Viele deutsche Exporte laufen über den Hamburger Hafen

Die deutschen Exporte sind ein Hort der Glückseligkeit, zumindest wenn man nach den aktuellen Exporterwartungen der deutschen Industrie geht. Heute ganz frisch für den Monat September veröffentlichte Umfragedaten vom ifo-Institut (2.300 befragte Unternehmen) zeigen, dass der Index der Exporterwartungen aktuell bei einem Wert von +10,4 liegt, nach +5,5 im August. Im absoluten Tief der Coronakrise im April war es ein Wert von -49,6. Der Chart, der bis 2014 zurückreicht, zeigt den Verlauf der Erwartungen an die Exporte sehr gut. Das Tal ist in V-Form durchschritten, und die Erwartungen steigen weiter an. Die Stimmung ist so gut wie seit Oktober 2018 nicht mehr. Der Aufschwung der Industrieproduktion in vielen wichtigen Abnehmerländern kommt der deutschen Exportwirtschaft dabei zu Gute, so das ifo-Institut.

Diese prima Stimmung bei den Erwartungen an die Exporte ist schon erstaunlich, so möchten wir anmerken, bei den aktuellen Massenentlassungen bei den Auto-Zulieferern (hier eine kleine Übersicht). Und auch die großen Autohersteller selbst bauen weiter ab, siehe aktuell MAN und Daimler. Hier weitere aktuelle Detailaussagen vom ifo-Institut im Wortlaut:

In der Chemischen Industrie erwarten deutlich mehr Unternehmen im vierten Quartal, dass ihre Exporte zunehmen. Gleiches gilt für die Hersteller von elektrischen Ausrüstungen. Auch die Automobilbranche rechnet mit Umsatzzuwächsen beim Auslandsgeschäft. Der Maschinenbau hingegen erwartet vorerst keine größeren Sprünge, dort zeigen sich die Unternehmen eher zurückhaltend. Mit deutlichen Einbußen beim Export rechnen die Hersteller von Bekleidung, Lederwaren und Schuhen.

Chart zeigt Erwartungen an die deutschen Exporte

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Europa

ifo Index etwas schwächer als erwartet, aber fünfter Anstieg in Folge

Markus Fugmann

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Soeben hat das ifo Institut den ifo Index für September veröffentlicht:

– ifo Geschäftsklimaindex 93,4 (Prognose war 93,8; Voromonat August war 92,6)

– aktuelle Lage 89,2 (Prognose war 89,5; August war 87,9)

– Erwartungen: 97,7 (Prognose war 98,0; Voromonat war 97,5)

Fünfter Anstieg in Folge beim ifo Index

Dazu ifo in einer Pressemitteilung:

 

„Die Stimmung in den deutschen Chefetagen hat sich erneut verbessert. Der ifo Geschäftsklimaindex ist im September auf 93,4 Punkte gestiegen, nach 92,5 Punkten im August. Die Unternehmen beurteilten ihre aktuelle Situation abermals positiver als im Vormonat. Zudem erwarten sie eine weitere Erholung ihrer Geschäfte. Die deutsche Wirtschaft stabilisiert sich trotz steigender Infektionszahlen.

Im Verarbeitenden Gewerbe ist der Geschäftsklimaindikator merklich gestiegen. Deutlich weniger Unternehmen schätzten ihre aktuelle Geschäftslage schlecht ein. Zudem erwarteten mehr Industriefirmen, dass sich ihre wirtschaftliche Lage weiter verbessern wird. Insbesondere die Elektroindustrie ist optimistisch.

Im Dienstleistungssektor ging der Index hingegen zurück, nach zuletzt vier Anstiegen in Folge. Dies war auf weniger optimistische Erwartungen zurückzuführen. Die aktuelle Lage beurteilten die Unternehmen jedoch als minimal besser.

Im Handel hat sich das Geschäftsklima deutlich aufgehellt. Die Händler waren merklich zufriedener mit ihrer aktuellen Geschäftslage. Zusätzlich gehen viele von ihnen von einer weiteren Belebung in den kommenden Monaten aus.

Im Bauhauptgewerbe ist der Index erneut gestiegen. Der Indikator zur aktuellen Lage kletterte auf den höchsten Wert seit März dieses Jahres. Der Ausblick ist weiterhin pessimistisch, aber etwas weniger als im August.“

 

Der ifo Index ist das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer

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Europa

Deutsche Wirtschaft: Einkaufsmanagerindex – Dienstleister schrumpfen, Gewerbe stark

Markus Fugmann

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Soeben wurde der Einkaufsmanagerindex für deutsche Wirtschaft (Markit PMI; erste Veröffentlichung für September) veröffentlicht – einer der zentralen Indikatoren für die deutsche Wirtschaft:

Gesamtindex: 53,7 (Prognose war 54,1; Vormonat war 54,4)

Verarbeitendes Gewerbe: 56,6 (Prognose war 52,5; Vormonat war 52,2)

Dienstleistung: 49,1 (Prognose war 53,0; Vormonat war 52,5)

Kurz zuvor war der Einkaufsmanagerindex aus Frankreich mit 48,5 schwächer ausgefallen als erwartet (Prognose war 51,9)

Dazu kommentiert Phil Smith von Markit, das die Daten erhebt:

 

„Während die aktuellen PMI-Daten zeigen, dass die deutsche Wirtschaft im September insgesamt auf Wachstumskurs geblieben ist, liefen die Trends auf Sektorenebene jedoch zunehmend auseinander. So vermeldete der Dienstleistungssektor erstmals seit drei Monaten wieder Geschäftseinbußen, was bedeuten könnte, dass die Erholung hier wegen der weiter geltenden Abstandsregeln, der starken Verunsicherung in der Wirtschaft und der Ungewissheit der Beschäftigten hinsichtlich der weiteren Jobentwicklung ihren Höhepunkt bereits überschritten haben dürfte. Im Gegensatz dazu erholte sich die Industrie – nicht zuletzt dank der wieder anziehenden Exportnachfrage – weiter im Eiltempo. Produktion und Auftragseingang wiesen hier abermals starke Zuwächse aus, was mit dazu beitrug, dass sich der Stellenabbau verlangsamte. Die steigenden Infektionszahlen decken sich mit der etwas weniger optimistischeren Stimmung im Servicesektor. Demgegenüber konnten die Industrieunternehmen scheinbar jegliche Sorgen hinsichtlich potenzieller Restriktionen im In- oder Ausland abschütteln, sodass die Geschäftsaussichten binnen Jahresfrist hier wieder so positiv ausfielen wie zuletzt vor über zweieinhalb Jahren.”

 

Die deutsche Wirtschaft mit mühsamer Erholung

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