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Europa

Konjunktur: Signale vom Arbeitsmarkt in Deutschland

Wolfgang Müller

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am

Die Anzeichen mehren sich: DIW-Konsumbarometer mit der Vorhersage für das vierte Quartal, der Ifo-Index mit dreimonatiger Stabilisierung, das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung mit dem Anstieg im monatlichen Arbeitsmarktbarometer und vorgestern das neue Ifo-Beschäftigungsbarometer: alle zeigen einen leichten Aufwärtstrend der Konjunktur an.

Anders als die zahlreichen Meldungen aus der Automobilindustrie und der Zulieferer es vermuten lassen – am deutschen Arbeitsmarkt ist noch kein stärkerer Einbruch in Sicht. Die neuesten Daten des Ifo-Instituts lassen, wenige Stunden vor Veröffentlichung des großen Arbeitsmarktberichtes, diesen Schluss zu. Deutschland scheint sich bei der Konjunktur in der Entwicklung insgesamt ein wenig zeitversetzt zu den USA zu entwickeln. Man war früher in der Krise – kommt man aus dieser vielleicht auch früher wieder heraus?

Deutsche Konjunktur und der Beschäftigungsindex des Ifo-Instituts

Nach der neuesten Umfrage unter 9000 Firmen durch das Ifo-Institut sind die deutschen Unternehmen wieder auf Personalsuche. Das dazugehörige Barometer ist nach dem Oktoberrückgang auf 99,5 Punkte gestiegen – nach dem Tief vom August mit 98,1 – September 98.9 – Oktober 98,7 ist jetzt wieder der Stand vom Monat Juli erreicht worden. Kein dramatischer Anstieg, aber dennoch schon eine längere Phase der Stabilisierung. Vor allem unter dem Aspekt, dass in einer Krise als Letztes an Einstellung von Personal gedacht wird.

Es sind vor allem Jobs aus dem Dienstleistungssektor, der nach einer Phase der Verunsicherung wieder einstellen will: Unternehmensberater, Steuerprüfer, aber auch Arbeiter für die Baubranche, so der Ifo-Experte Dr. Klaus Wohlrabe.

Im Handelssektor gleichen sich Entlassungen und Einstellungen in etwa aus, nicht jedoch im Industriesektor. Dieser Bereich steckt immer noch in der Rezession, der schwache Export hinterlässt seine Spuren am Arbeitsmarkt. Für jedermann ersichtlich auch an den großen Entlassungswellen im Automobilsektor – die Audi-Sanierung ist Schlagzeile in vielen Medien. Dennoch rechnet das Ifo-Institut nicht mit einem Überschwappen der Industrieschwäche auf Dienstleistung und Bau, man kalkuliert für Q4 mit einem Wachstum von 0,2 Prozent.

Was die Entwicklung im Automobilsektor betrifft: Infolge des Dieselskandals und der Unsicherheit über die künftigen Antriebssysteme sind bereits über 40 Prozent der 47 Millionen in Deutschland gemeldeten Kfz älter als 10 Jahre, die Autoquote pro Haushalt beträgt aber weiterhin konstante 77 Prozent. Die Quote für Neuwagen ist auf das tiefste Niveau in diesem Jahrzehnt gefallen, wie Daten des Statistischen Bundesamtes zeigen. Sollte sich diese Entwicklung noch für längere Zeit so fortsetzen?

 

Fazit

Was soll man also von den Indikatoren halten, die auf einen kleinen „Rebound“ in der deutschen Wirtschaft hindeuten? Ist es nur ein kleines Strohfeuer, das in den nächsten Wochen und Monaten wieder erlischt?

Dagegen spricht ein anderer Hauptindikator, nämlich der Dax, der bekanntermaßen noch weiter in die Zukunft blickt. Auch wenn dieser nur eine eingeschränkte Prognosequalität besitzt und diese auch nur wenn man ihn in einer geglätteten Sicht betrachtet, so liegt seiner Treffergenauigkeit doch deutlich über den meisten Einzelindikatoren. Deshalb ist es erstaunlich, dass er sich schon mehrere Monate auf diesen Höhen befindet. Normalerweise werden Übertreibungen in einem längeren Zeitraum wieder korrigiert, denn Firmeninsider wissen deutlich mehr als Otto-Normal-Analyst. Außer in Phasen der Euphorie, wie im Jahr 2000, als eine giergetriebene Milchmädchenhausse den Kleinanleger in den Markt trieb. Wo man selbst bei 100 Euro noch für die Telekomaktie warb – als der Dax ein KGV von 30 erreicht hatte.

Dergleichen haben wir derzeit nicht, deshalb sollte man die Indikation des Marktes nicht außer Acht lassen. Also, was für ein Licht sehen wir am Ende des Tunnels? Vielleicht doch das Licht eines entgegenkommenden Zuges? Dies wird mit jeder Konjunkturzahl unwahrscheinlicher.

Eines haben die Indizes und Indikatoren aber nicht auf dem Schirm: Eine Eskalation im Handelskrieg mit weiteren Zöllen gegenüber China und der EU. China spielt für das Exportland Deutschland weiter eine Schlüsselrolle, deshalb auch der äußerst diplomatische Umgang deutscher Politiker mit dem Zentralstaat (Beispiel Huawei). Sollte die chinesische Wirtschaft wegen der Entwicklung im Handelsstreit noch schwächer werden, würde dies das zarte Pflänzchen Hoffnung auf eine Erholung der Konjunktur vermutlich brutal zertreten.

Zahlreiche Indikatoren deuten auf eine Stabilisierung der deutschen Konjunktur

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Europa

ifo Index mit zweitem Rückgang in Folge – Lage ok, Erwartungen schwächer

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Soeben hat das ifo Institut den ifo Index für November veröffentlicht:

– ifo Geschäftsklimaindex 90,7 (Prognose war 90,1; Vormonat Oktober war 92,7) – das ist der zweite Rückgang in Folge nach zuvor fünf Monaten Anstieg in Folge

– aktuelle Lage 90,0 (Prognose war 87,0; Vormonat war 90,3)

– Erwartungen: 91,5 (Prognose war 93,5; Vormonat war 95,0)

Dazu Wohlrabe von ifo: Dienstleistungssektor spürbar schwächer, Industrie hat sich Abwärtsentwicklung entgegen gestemmt, Handel schwächer

Hier die Pressemitteilung des ifo:

„Die Stimmung in den deutschen Chefetagen hat sich verschlechtert. Der ifo Geschäftsklimaindex ist im November auf 90,7 Punkte gesunken, nach 92,5 Punkten im Oktober. Der Rückgang war vor allem auf deutlich pessimistischere Erwartungen der Unternehmen zurückzuführen. Auch ihre aktuelle Lage bewerteten sie etwas weniger gut. Die Geschäftsunsicherheit ist gestiegen. Die zweite Corona-Welle hat die Erholung der deutschen Wirtschaft unterbrochen.

Das Verarbeitende Gewerbe ist der Lichtblick in diesem Monat. Das Geschäftsklima hat sich verbessert. Die Unternehmen beurteilten ihre aktuelle Lage deutlich besser. Die Auftragseingänge stiegen, wenn auch langsamer als im Vormonat. Der Ausblick auf die kommenden Monate fiel jedoch merklich weniger optimistisch aus.

Im Dienstleistungssektor hat der Geschäftsklimaindikator merklich nachgegeben. Er liegt erstmals seit dem Juni wieder im negativen Bereich. Die zuletzt gute Lageeinschätzung hat sich deutlich eingetrübt. Zudem blicken erheblich mehr Unternehmen pessimistisch auf die kommenden Monate. Die Indikatoren im Bereich Hotels und Gastgewerbe sind regelrecht abgestürzt.

Im Handel hat sich das Geschäftsklima verschlechtert. Die Unternehmen waren mit ihrer aktuellen Lage weniger zufrieden. Auch die Erwartungen trübten sich merklich ein. Insbesondere die Einzelhändler berichteten von deutlich weniger gut laufenden Geschäften.

Im Bauhauptgewerbe hat der Index leicht nachgegeben. Die Baufirmen bewerteten ihre aktuelle Lage etwas besser als im Vormonat. Ihre Erwartungen hingegen fielen etwas pessimistischer aus.“

Der ifo Index ist das wichtgiste deutsche Konjunkturbarometer

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Europa

Deutsche Wirtschaft: Einkaufsmanager – Lage mau, aber Optimismus wegen Impfstoff

Markus Fugmann

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Soeben wurde der Einkaufsmanagerindex für deutsche Wirtschaft (Markit PMI; erste Veröffentlichung für November) veröffentlicht – einer der zentralen Indikatoren für die deutsche Konjunktur:

Gesamtindex: 52,0 (Prognose war 50,4; Vormonat war ,)

Verarbeitendes Gewerbe: 57,9 (Prognose war 56,5; Vormonat war 58,2)

Dienstleistung: 46,2 (Prognose war 46,3; Vormonat war 49,5)

Kurz zuvor war der Einkaufsmanagerindex aus Frankreich mit 49,1 für Gewerbe (Prognose war 50,1; Vormonat war 51,3) und mit 38,0 für Dienstleistung (Prognose war 37,7; Vormonat war 46,5) veröffentlicht worden.

Zu den Daten aus Deutschland kommentiert Phil Smith von Markit, das die Umfrage ausgeführt hat:

„Wie erwartet wirkten sich die neuerlichen Lockdown-Beschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie negativ auf die deutsche
Wirtschaft aus. Die aktuellen PMI-Vorabschätzungen zeigen, dass der Servicesektor aktuell wieder so tief in der Krise steckt wie im Mai.
Die Widerstandskraft der Industrie, die vor allem von den Exportsteigerungen nach Asien profitierte, bekräftigt uns allerdings in der Annahme, dass ein möglicher Abschwung im vierten Quartal 2020 deutlich schwächer ausfallen dürfte als im ersten Halbjahr. Die positiven Nachrichten um die Entwicklung eines Corona-Impfstoffs verliehen der Stimmung unter den deutschen Unternehmen jedenfalls Auftrieb, von denen viele jetzt auf eine Rückkehr zur Normalität in den nächsten zwölf Monaten hoffen. Dies dürfte auch den jüngsten Daten zum Arbeitsmarkt zu Gute gekommen sein, die zeigen, dass sich die Lage in der Industrie der Stabilisierung weiter angenähert hat und die Beschäftigung im Servicesektor weiter gestiegen
ist.“

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Europa

Verbraucherpreise in Eurozone dritten Monat in Folge in Deflation – Zweiteilung des Kontinents

Claudio Kummerfeld

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Geldbörse in der Klemme

Die europäische Statistikagentur Eurostat hat heute die ausführlichen und endgültigen Ergebnisse für die Verbraucherpreise im Oktober veröffentlicht. Mit -0,3 Prozent im Jahresvergleich hängen sie nun den dritten Monat in Folge in der Deflation (Vormonate -0,3 Prozent und -0,2 Prozent). Auffällig bleibt wie in den Vormonaten, dass Osteuropa zu großen Teilen eine Art Deflations-Abwehr darstellt. Wo einige Länder noch nicht den Euro haben, ist Inflation klar erkennbar – oft sogar mehr als deutlich. So hat die Gesamt-EU im Oktober auch einen Wert von +0,3 Prozent hingelegt. Man muss es sich mal vorstellen. Länder wie die Slowakei, Rumänien, Tschechien, Ungarn und Polen liefern Steigerungen der Verbraucherpreise zwischen +1,6 Prozent und 3,8 Prozent (siehe rechter Teil der Grafik).

Grafik zeigt Veränderungen der Verbraucherpreise pro Land

In den Details für die Eurozone sieht man: Die Verbraucherpreise für Lebensmittel legen zu, jetzt mit einer Steigerungsrate von +2,0 Prozent. Die Energiepreise ziehen mit -8,2 Prozent den Schnitt weiterhin kräftig nach unten. Aber auch die Dienstleistungen sind mit schuldig mit nur noch +0,4 Prozent, wo man noch im Juni Steigerungsraten über 1 Prozent sah. Hier schlägt wohl auch die deutsche Mehrwertsteuersenkung zu Buche, die seit Juli in Kraft ist. Aber abwarten. Ab Januar, wenn die Mehrwertsteuersenkung in Deutschland wieder rückgängig gemacht wird, dürften die Verbraucherpreise wieder auf die Null-Linie kommen – auch für die Eurozone?

Grafik zeigt Details der Verbraucherpreise

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