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Europa

Konjunktur: Signale vom Arbeitsmarkt in Deutschland

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Die Anzeichen mehren sich: DIW-Konsumbarometer mit der Vorhersage für das vierte Quartal, der Ifo-Index mit dreimonatiger Stabilisierung, das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung mit dem Anstieg im monatlichen Arbeitsmarktbarometer und vorgestern das neue Ifo-Beschäftigungsbarometer: alle zeigen einen leichten Aufwärtstrend der Konjunktur an.

Anders als die zahlreichen Meldungen aus der Automobilindustrie und der Zulieferer es vermuten lassen – am deutschen Arbeitsmarkt ist noch kein stärkerer Einbruch in Sicht. Die neuesten Daten des Ifo-Instituts lassen, wenige Stunden vor Veröffentlichung des großen Arbeitsmarktberichtes, diesen Schluss zu. Deutschland scheint sich bei der Konjunktur in der Entwicklung insgesamt ein wenig zeitversetzt zu den USA zu entwickeln. Man war früher in der Krise – kommt man aus dieser vielleicht auch früher wieder heraus?

Deutsche Konjunktur und der Beschäftigungsindex des Ifo-Instituts

Nach der neuesten Umfrage unter 9000 Firmen durch das Ifo-Institut sind die deutschen Unternehmen wieder auf Personalsuche. Das dazugehörige Barometer ist nach dem Oktoberrückgang auf 99,5 Punkte gestiegen – nach dem Tief vom August mit 98,1 – September 98.9 – Oktober 98,7 ist jetzt wieder der Stand vom Monat Juli erreicht worden. Kein dramatischer Anstieg, aber dennoch schon eine längere Phase der Stabilisierung. Vor allem unter dem Aspekt, dass in einer Krise als Letztes an Einstellung von Personal gedacht wird.

Es sind vor allem Jobs aus dem Dienstleistungssektor, der nach einer Phase der Verunsicherung wieder einstellen will: Unternehmensberater, Steuerprüfer, aber auch Arbeiter für die Baubranche, so der Ifo-Experte Dr. Klaus Wohlrabe.

Im Handelssektor gleichen sich Entlassungen und Einstellungen in etwa aus, nicht jedoch im Industriesektor. Dieser Bereich steckt immer noch in der Rezession, der schwache Export hinterlässt seine Spuren am Arbeitsmarkt. Für jedermann ersichtlich auch an den großen Entlassungswellen im Automobilsektor – die Audi-Sanierung ist Schlagzeile in vielen Medien. Dennoch rechnet das Ifo-Institut nicht mit einem Überschwappen der Industrieschwäche auf Dienstleistung und Bau, man kalkuliert für Q4 mit einem Wachstum von 0,2 Prozent.

Was die Entwicklung im Automobilsektor betrifft: Infolge des Dieselskandals und der Unsicherheit über die künftigen Antriebssysteme sind bereits über 40 Prozent der 47 Millionen in Deutschland gemeldeten Kfz älter als 10 Jahre, die Autoquote pro Haushalt beträgt aber weiterhin konstante 77 Prozent. Die Quote für Neuwagen ist auf das tiefste Niveau in diesem Jahrzehnt gefallen, wie Daten des Statistischen Bundesamtes zeigen. Sollte sich diese Entwicklung noch für längere Zeit so fortsetzen?

 

Fazit

Was soll man also von den Indikatoren halten, die auf einen kleinen „Rebound“ in der deutschen Wirtschaft hindeuten? Ist es nur ein kleines Strohfeuer, das in den nächsten Wochen und Monaten wieder erlischt?

Dagegen spricht ein anderer Hauptindikator, nämlich der Dax, der bekanntermaßen noch weiter in die Zukunft blickt. Auch wenn dieser nur eine eingeschränkte Prognosequalität besitzt und diese auch nur wenn man ihn in einer geglätteten Sicht betrachtet, so liegt seiner Treffergenauigkeit doch deutlich über den meisten Einzelindikatoren. Deshalb ist es erstaunlich, dass er sich schon mehrere Monate auf diesen Höhen befindet. Normalerweise werden Übertreibungen in einem längeren Zeitraum wieder korrigiert, denn Firmeninsider wissen deutlich mehr als Otto-Normal-Analyst. Außer in Phasen der Euphorie, wie im Jahr 2000, als eine giergetriebene Milchmädchenhausse den Kleinanleger in den Markt trieb. Wo man selbst bei 100 Euro noch für die Telekomaktie warb – als der Dax ein KGV von 30 erreicht hatte.

Dergleichen haben wir derzeit nicht, deshalb sollte man die Indikation des Marktes nicht außer Acht lassen. Also, was für ein Licht sehen wir am Ende des Tunnels? Vielleicht doch das Licht eines entgegenkommenden Zuges? Dies wird mit jeder Konjunkturzahl unwahrscheinlicher.

Eines haben die Indizes und Indikatoren aber nicht auf dem Schirm: Eine Eskalation im Handelskrieg mit weiteren Zöllen gegenüber China und der EU. China spielt für das Exportland Deutschland weiter eine Schlüsselrolle, deshalb auch der äußerst diplomatische Umgang deutscher Politiker mit dem Zentralstaat (Beispiel Huawei). Sollte die chinesische Wirtschaft wegen der Entwicklung im Handelsstreit noch schwächer werden, würde dies das zarte Pflänzchen Hoffnung auf eine Erholung der Konjunktur vermutlich brutal zertreten.

Zahlreiche Indikatoren deuten auf eine Stabilisierung der deutschen Konjunktur

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Europa

Verbraucherpreise Eurozone: Deflation im Westen – Inflation nur in Osteuropa

Redaktion

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Soeben wurden für die Eurozone für den Monat September die Verbraucherpreise veröffentlicht (2.Veröffentlichung). Sie gehen im Jahresvergleich um -0,3 Prozent zurück, nach -0,2 Prozent im August und +0,4 Prozent im Juli. Auffallend: Inflation gibt es nur im Osten, während der Westen eher unter Deflation leidet.
Zum Vormonat steigen die Verbraucherpeise um +0,2%, ebenso in der Kernrate (ohme Nahrung und Energie) um +0,2%.

Dazu schreibt Eurostat, das die Daten erhebt:

Die jährliche Inflationsrate im Euroraum lag im September 2020 bei -0,3%, gegenüber -0,2% im August. Ein Jahr zuvor hatte sie 0,8% betragen. Die jährliche Inflationsrate in der Europäischen Union lag im September 2020 bei 0,3%, gegenüber 0,4% im August. Ein Jahr zuvor hatte sie 1,2% betragen. .
Die niedrigsten jährlichen Raten wurden in Griechenland (-2,3%), Zypern (-1,9%) und Estland (-1,3%) gemessen.
Die höchsten jährlichen Raten wurden in Polen (3,8%), Ungarn (3,4%) und Tschechien (3,3%) gemessen.

Die Verbraucherpreise in den jeweiligen Ländern

 

Gegenüber August ging die jährliche Inflationsrate in dreizehn Mitgliedstaaten zurück, blieb in sieben unverändert und stieg in sieben an.
Im September kam der höchste Beitrag zur jährlichen Inflation im Euroraum von Lebensmitteln, Alkohol und Tabak (+0,34 Prozentpunkte, Pp.), gefolgt von Dienstleistungen (+0,24 Pp.), Industriegütern ohne Energie (-0,08 Pp.) sowie Energie (-0,81 Pp.).

Die Verbraucherpreise in der EU und der Eurozone

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Europa

Aktuell: ZEW-Index schwach – neuer Realismus?

Markus Fugmann

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Jeden Monat wird der ZEW-Index vom Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung erhoben. Der Index gilt daher als ein wichtiger Frühindikator für die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland. Die gerade veröffentlichten Daten sind wie folgt ausgefallen:

Der ZEW-Index (Konjunkturerwartungen Oktober) ist mit +56,0 Punkten deutlich schwächer ausgefallen als erwartet (Prognose war +73,0; Vormonat war +71,5).

Die Einschätzung der aktuellen Lage liegt bei -59,5 (Prognose war -60,0; Vormonat war -66,2) – damit sehen wir erneut eine starke Divergenz zwischen Erwartung und der Einschätzung der aktuellen Lage, wobei die aktuelle Lage nun jedoch skeptischer gesehen wird.

Dazu das ZEW: Erwartungen gehen erheblich zurück, große Unsicherheit wegen steigender Corona-Zahlen, dazu Unsicherheit vor US-Wahl..

Der ZEW-Index ist nach dem ifo Index der wichtigste Indikator für die deutsche Wirtschaft

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Devisen

Industrieproduktion in Italien: Ist das die große Wende für Europa? Euro steigt

Claudio Kummerfeld

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Italien-Flagge

Offizielle Daten zur Industrieproduktion in Italien für August wurden heute veröffentlicht. Und siehe da, was für eine Überraschung. Das übelst gebeutelte Italien feiert (zumindest gemäß dieser Daten) ein Comeback. Die Industrieproduktion steigt im Vergleich zu Juli um satte 7,7 Prozent, während ein Plus von lediglich 1 Prozent erwartet wurde. Im Durchschnitt der letzten drei Monate steigt sie im Vergleich zum Durchschnitt der vorigen drei Monate um 34,6 Prozent. Aber noch deutlich wichtiger ist, dass sie im Jahresvergleich zu August 2019 nur noch um 0,3 Prozent gesunken ist. Damit kann man sagen, dass die Industrie in Italien das Corona-Tal verlassen hat.


source: tradingeconomics.com


source: tradingeconomics.com

Gleich nach Veröffentlichung der Zahlen zur Industrieproduktion in Italien machte der Euro gegen den US-Dollar einen Sprung nach oben, von 1,1775 auf 1,1801. Das ist zwar nicht viel, aber bei der minimalen Volatilität der letzten zwei Handelstage war der Ausreißer nach oben direkt ab 10 Uhr heute Vormittag klar erkennbar. Der Devisenmarkt zeigt sich freudig überrascht von den Italien-Daten. Der kleine Euro-Anstieg ist derzeit auch ein Grund dafür, dass der US-Dollar heute insgesamt weiter fällt, was man in Form des US-Dollar-Index gut erkennen kann. Er ist ein Währungskorb des US-Dollar gegen andere Hauptwährungen, wo der Euro das Hauptgewicht darstellt.

Frage: Wenn schon Italien mit seiner Industrieproduktion glänzen kann, schafft es dann ganz Europa in diesem Herbst wirtschaftlich wieder nach oben? Man weiß es immer erst hinterher.

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