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Konjunktur: Was uns Dax, ifo und die Statistik für 2020 voraussagen!

Wolfgang Müller

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Ein Blick auf die deutsche Konjunktur im nächsten Jahr

Wie passt das zusammen? Deutschland wird in diesem Jahr nur ein Wachstum von etwa 0,5 Prozent aufweisen können, zwischenzeitlich bestand für die Konjunktur sogar die Gefahr des Abgleitens in eine technische Rezession, und dennoch steht der Dax derzeit nur wenig unter seinem Höchststand vom Januar 2018. Die deutsche Wirtschaft wächst nur noch so schwach wie zu Zeiten der Eurokrise 2012/2013 und dennoch fallen die Notierungen nicht. Man preist ein Wachstum ein, welches aber zu einem großen Teil auf statistische Effekte zurückzuführen ist. Auffallend ist jedoch die jüngste Kursentwicklung des Dax. Er steht seit zwei Monaten trotz internationaler Kursrally auf der Stelle.

Dax und Ifo im Rückblick

Der deutsche Leitindex sowie der Ifo-Index gelten als Frühindikatoren für die Wirtschaftsentwicklung, mit einem Vorlauf von zwei bis drei Quartalen (Dax), beziehungsweise sechs Monaten (Ifo). Beide Indikatoren erreichten zum Jahreswechsel 2017/2018 ihren Höhepunkt. Während die Welt von einem synchronen Wirtschaftsaufschwung ausging, brachen beide Barometer ein. Natürlich spielten die USA mit ihrer Zinspolitik (monetäre Bremsung) eine entscheidende Rolle, aber die Wirtschaftsdaten verschlechterten sich auch von Quartal zu Quartal. Die großen Indizes fielen im Dezember 2018 auf ihre Tiefstände, um sich nach der „dovishen“ Wende der Fed drastisch zu erholen. Man preiste eine bevorstehende Rezession aus, was sich ein gutes halbes Jahr später auch bestätigte. Auch der Ifo-Index steht mittlerweile auf einem Sechsmonatshoch, allerdings noch deutlich unter seinen Hochständen von vor zwei Jahren. Der Dax tritt trotz Jahresendrally aber seit acht Wochen auf der Stelle. Worauf deutet diese Frühindikation hin? Hier ein paar konjunkturelle Daten.

2020, ein besonderes Arbeitsjahr

Volkswirtschaftliche Analysen gehen derzeit davon aus, dass das deutsche Bruttoinlandsprodukt 2020 saison- und kalenderbereinigt um etwa 0,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr wachsen wird. Dies ist eine Steigerung gegenüber 2019, die offiziell mit 1,1 Prozent sogar deutlich höher ausfallen könnte, weil es im nächsten Jahr je nach Bundesland zwischen drei und fünf Arbeitstage mehr geben wird. Dieser Kalendereffekt überdeckt aber die grundsätzliche konjunkturelle Schwäche unserer Exportwirtschaft, die nach wie vor vom Handelsstreit zwischen den USA und China und dessen Langfristfolgen geprägt ist.

Die volkswirtschaftlichen Rahmendaten

Deutschland ist eines der großen Opfer der Deglobalsierungstendenz im Welthandel, verstärkt durch diverse Zollkriege. Der von Donald Trump im Frühjahr 2018 initiierte Handelsstreit hinterlässt seine Spuren in Deutschlands Bruttoinlandsprodukt. Er hat aber in den letzten Wochen an Abwärtsdynamik verloren, durch die vielbeschriebenen Zwänge beider Kontrahenten (Wahltaktik 2020, Abschwächung der Exportwirtschaft in China). Dies wird auch an der seltsamen Entwicklung im Phase 1-Deal und dem Stopp bei der Einführung neuer Zölle ersichtlich.

Die von mir in den letzten Wochen beschriebene Stabilisierung der Frühindikatoren (Ifo, DIW-Barometer, Einkaufsmanagerindizes) deutet darauf hin, dass es zu etwas mehr Dynamik in der Konjunktur des verarbeitenden Gewerbes kommen könnte. Die Unternehmensentwicklung steht aber insgesamt noch auf sehr wackligen Beinen. Der Auftragsschwund lässt kaum größere Ausfuhren oder Ausrüstungsinvestitionen für 2020 erwarten. Die Auslandsbestellungen liegen derzeit über fünf Prozent unter denen des Vorjahres. Dass die Exporte in diesem Jahr in Summa doch etwas zugelegt haben werden, lag vor allem an den hohen Auftragsbeständen des Vorjahres mit einer Reichweite von über einem halben Jahr. Auch die inländischen Auftragseingänge für Investitionsgüterhersteller stehen in diesem Jahr rund drei Prozent unter dem Vorjahresniveau.

Auch wenn sich der größte Teil des Handels in der Eurozone abspielt, so sind die USA und China für unsere Wirtschaft doch mehr als nur ein Zünglein an der Waage. Die deutsche Wirtschaft tut sich erkennbar schwer für eine Positionierung im Handelsstreit. Beide Märkte sind zu wichtig, um es sich mit einer Wirtschaftszone zu verscherzen. Deshalb war der deutsche Dax immer Leittragender bei jeder Verschärfung im Handelskrieg, andererseits hatte er seit Mitte August zunächst von den Tönen der Entspannung am meisten profitieren können (Dax-Anstieg von 11400 auf 13400 Punkte von August bis November). Aber wie erwähnt, seit Anfang November geht es mit dem Dax nicht mehr weiter nach oben.

Konsum, Löhne und Arbeitsmarkt, die Stabilisatoren für die Konjunktur

Während sich die deutsche Industrie bereits seit einigen Quartalen in einer Rezession befindet, hält sich die deutsche Konjunktur insgesamt „über Wasser“. Ursache ist der private Verbrauch mit seinem 50 Prozent-Anteil am Bruttoinlandsprodukt, der sich in den vergangenen Jahren zu einer Stütze des deutschen Wirtschaftswachstums gemausert hat. So auch in diesem Jahr, in dem die Konsumausgaben gegenüber 2018 um 1,5 Prozent zulegen werden.

Der deutsche Konsument ist zwar deutlich zurückhaltender als der amerikanische Verbraucher mit seinen Kreditkartenorgien, aber der bisher erstaunlich robuste Arbeitsmarkt in Kombination mit hohen Lohn- und Rentenzuwächsen sorgten für eine ordentliche Konsumlaune der privaten Haushalte. Begleitet von einer niedrigen Inflationsrate, die für eine gestiegene Kaufkraft der Bürger gesorgt hat.

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3 Kommentare

3 Comments

  1. Avatar

    Übelkeit

    27. Dezember 2019 09:53 at 09:53

    Tja wie passt das zusammen?

    Ganz einfach. Performance-Index nicht mit Kurs-Index verwechseln. Der Kurs-Index bildet die Kurse ab. Der steht 9% unter dem ATH von 2018.

    Der Performanceindex ist für die Mainstreammedien um den DAX zu bejubeln. In Wirklichkeit sind ja die Kurse vieler Autobauer ausgebombt. Wie man sieht passt hier der Performance-Index nicht.

    Eure Qualität ist in der Regel sehr hoch. Warum tut ihr euch den Mainstreamindex an? 30 Unternehmen in einem durch Dividenden verwässerten Index um die Kursentwickung / verfassung der Wirtschaft zu zeigen.

    Warum ist er seit August so stark gestiegen? Charttechnische Unterstützung die seit 20 Jahren hält. (Länger kann ich in meinem Tool nicht zurück blicken.)

    Stellt euch selbst die Frage: was passiert mit einem Performance Index wenn die Kurse der einzelaktien um 99% fallen? 40% Restwert gegenüber realem totalverlust?

    Liefert Qualität oder Mainstream-Verarschung – eure Entscheidung.

    • Avatar

      Wolfgang M.

      27. Dezember 2019 11:01 at 11:01

      @ Übelkeit. Ich weiß nicht, worauf Sie hinauswollen? Habe ich nicht bereits zwei große Artikel über den unseligen Äpfel-Birnen-Vergleich zwischen Performance- und Kursdax geschrieben? Und ist es nicht vollkommen egal, ob man im Herbst/Dezember die Entwicklung beider Indizes betrachtet. Es gibt dort keine Dividendeneinbeziehung und damit steigen oder fallen diese synchron. Natürlich ist mir auch bekannt, dass das Allzeithoch des Kursdax mit 6266 Punkten aus dem Jahr 2000 stammt und wir aktuell bei 5944 Punkten stehen. Aber was hat das mit meinem Artikel zu tun? Darin geht es um die derzeitige Frühindikation des Leitindex (egal in welcher Ausführung) auf das Jahr 2020. Dass er sich nicht von der Stelle rührt (seit Anfang November), obwohl in Übersee und anderswo Hausse angesagt ist. Darüber sollten wir nachdenken und nicht über alte Kamellen.
      Grüße

  2. Avatar

    Übelkeit

    27. Dezember 2019 19:00 at 19:00

    Die Erklärung ist auch hier wieder in der Charttechnik zu finden. Nicht vergessen: Die Aktienmärkte haben sich schon lange von der Realwirtschaft entkoppelt. Die Notenbanken sorgen für billiges Geld und die Algos/Charttechniker bestimmen die Kursverläufe.

    Der SP500 bewegt sich im Gegensatz zum DAX seit der Finanzkrise in einem relativ engen Trendkanal. Das führt zu gleichmäßgigen Kursanstiegen.

    Der DAX (Kursindex) befindet sich seit vielen Jahren ebenso in einem Aufwärtstrend. Der Trendkanal ist jedoch viel breiter und komplexer was zu massiven Kursanstiegen (Übertreibungen) und Rücksetzen führt. Im August besiepielsweise erreichte dieser eine Untersützung. Der DAX stieg deutich stärker als der SP500. Man wunderte sich hier genau umgekehrt über die Outperformance.

    Nun sollen wir plötzlich darüber nachdenken warum der DAX seit Anfang November verharrt während der SP500 steigt?

    „Und ist es nicht vollkommen egal, ob man im Herbst/Dezember die Entwicklung beider Indizes betrachtet. Es gibt dort keine Dividendeneinbeziehung und damit steigen oder fallen diese synchron.“
    Ja diese bewegen sich nahezu synchron, jedoch ergeben sich im DAX-Performance index durch die Dividenden Abweichungen, welche das Bild verzerren und mit der Zeit immer größer werden. Chartechnisch lassen sich Ziele auf mehere Jahre nicht ermitteln. Das ist also was für kurzftige Trader mit Lust auf Überraschungen.

    Interessant wird es eher wenn beide im Einklang laufen an charttechnisch sehr wichtigen Hürden. So wie 2018 als der DAX-Kursindex wiedereinmal am ATH aus 2000/2015 scheiterte und der SP500 zeitgleich an der Oberkannte seines Trendkanals in den Sturzflug ging.

    Das hat nix mit irgendwelchen News zu tun. Da drücken die Trader /Algos auf den Sell-Knopf. Häufig ist es erschreckend wie Algos in Perfektion sämtliche Indizes sowie deren Einzelaktien an charttechnische Ziele manövrieren.

    Ein Grund weshalb die Eliten Bitcoin und Co unbedingt an die Handelssysteme anbinden wollten. Nun sie ebenso Spielball dieses absurden Finanzcasinos.

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Dirk Müller über das Börsenjahr 2021: „Mit Gas und Bremse durch den Markt“

Claudio Kummerfeld

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Bulle und Bär - Dirk Müller will mit Gas und Bremse durchs Jahr kommen

Dirk Müller hat in einem aktuellen Interview über das Börsenjahr 2021 gesprochen, aber auch über die Corona-Restriktionen und den Bitcoin. Beim Thema Corona ist er der Meinung, dass die Beschränkungen nach einer flächendeckenden Impfung und rückläufigen Infektionszahlen nicht verschwinden würden. In welcher Form genau es weitergehe, könne er auch nicht sagen, aber gewisse Arten von Einschränkungen im Alltag würden dauerhaft bestehen bleiben. Dirk Müller erwähnt in dem Zusammenhang die auch bei der Grippe ständigen Mutationen und jährlich neuen Impfungen, um sich dagegen zu schützen. Corona käme dauerhaft als neues Risiko hinzu.

Dirk Müller über das die Aktienmärkte in 2021

Immer weiter steigende Börsenkurse sind laut Dirk Müller auch im Börsenjahr 2021 möglich, auch dank der Notenbanken. Aber, so seine Worte, alle Welt glaube es gehe an der Börse jetzt nur noch nach oben. Man frage sich nur noch, wie kräftig die Kursgewinne im Jahr 2021 ausfallen werden. Aber ein großer Börsencrash sei jederzeit möglich. Was dafür exakt der Auslöser sei, könne man vorher nie sagen. Ein Problem für die Aktienmärkte sei aktuell das Ansteigen der Anleiherenditen in den USA (aktuell 1,09 Prozent). Diese würden laut Dirk Müller unabhängig von der Politik der Notenbanken anziehen, weil die Inflationserwartungen in den USA zunehmen. Es stehe für 2021 eine Sektorenrotation bevor. Das Anlegergeld verlasse die Tech-Aktien. US-Banken würden interessanter werden, aber auch Branchen wie der Flüssiggas-Sektor. Er gehe mit Gas und Bremse durch das kommende Börsenjahr. Man solle für weiter steigende Kurse offen sein, aber mit Absicherung.

Bitcoin

Und was ist mit dem Bitcoin? Wochenlang war der Kurs ja kräftig gestiegen, dann wieder deutlich gefallen (hier unsere aktuellste Berichterstattung). Dirk Müller bleibt bei seiner bisherigen Meinung. Der Bitcoin sei eine eindeutige Zockerei, dahinter stehe kein echter Wert. Er könnte kräftig verlieren, aber auch unendlich weiter steigen.

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EZB: Auf der Spur der wahren Gründe für das große Gelddrucken

Claudio Kummerfeld

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Die EZB-Zentrale in Frankfurt

Wir alle hören es seit Jahren und nehmen es zur Kenntnis. Offiziell betreibt die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Geldpolitik (Zinsen und Anleihekäufe), um die Inflation von der Null-Linie in Richtung 2 Prozent zu bekommen. Und Bürger und vor allem Unternehmen sollen durch die Banken in der derzeitigen Krise günstige Finanzierungsbedingungen erhalten. Daher flutet man alles und jeden mit Notenbank-Euros, und die Banken können dem braven Mittelständler noch günstigere Kredite anbieten? So kommt die Wirtschaft in Schwung, und letztlich auch die Inflation? So geht natürlich die offizielle Story. Und tatsächlich?

Viele Beobachter der EZB-Politik behaupten oder meinen erkannt zu haben, dass es Frau Lagarde und vorher Mario Draghi in Wirklichkeit darum ging, mit günstigen Finanzierungskonditionen und mit massiven Anleihekäufen die Südländer in der Eurozone am Leben zu erhalten. So wolle man die Eurozone als Konstrukt zusammenhalten. Auch wir bei FMW haben uns in den letzten Jahren diverse Mal zu diesem Thema geäußert. Nach der gestrigen PK von Christine Lagarde ist uns der Kommentar von Dr. Jörg Krämer aufgefallen, dem Chefvolkswirt der Commerzbank. Man kann ihn also ruhig als seriöse Quelle bezeichnen.

EZB hält Bedingungen für Südländer günstig

Er hat seinen Kommentar betitelt mit der Headline „Was Günstige Finanzierungsbedingungen wirklich bedeuten“. Er zielt auch auf die oberflächlichen Gründe der EZB ab, nämlich Kreditkunden in der Wirtschaft zu günstigen Konditionen zu verhelfen. Es sei interessant zu beobachten, wie stark Christine Lagarde das Konzept der „günstigen Finanzierungsbedingungen“ betont habe. Sie folge dabei einem „holistischen Ansatz“ und habe verschiedene Zinsen im Blick – etwa die für Kredite an Unternehmen oder private Haushalte. Tatsächlich aber (so Jörg Krämer) dürfte es der EZB aber vor allem darum gehen, die Renditeaufschläge der Anleihen der besonders hoch verschuldeten Staaten zu begrenzen. So lasse sich beobachten, dass die EZB im Rahmen ihres PEPP-Programms immer dann mehr Staatsanleihen kaufe, wenn die Risikoaufschläge steigen (siehe Grafik). Zitat Jörg Krämer:

Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg habe ein EZB-Vertreter gesagt, dass die EZB sogar bestimmte Höchstwerte für die Risikoaufschläge einzelner Staatsanleihen bestimmt habe. Offenbar sieht es die EZB als ihre Aufgabe an, die Währungsunion zusammenzuhalten, solange die hoch verschuldeten Staaten nicht ihre Hausarbeiten machen und damit latent die Existenz der Währungsunion gefährden.

Endet diese Politik der EZB, wenn das Corona-Aufkaufprogramm PEPP Anfang 2022 endet? Nein, Jörg Krämer glaubt, dass das Aufkaufen auch danach weitergeht, optisch eben nur über ein andere Vehikel. Die EZB werde dann das „normale“ Kaufprogramm namens APP aufstocken, und zwar von 20 auf 30 bis 40 Milliarden Euro pro Monat. Begründen dürfte sie dies unter anderem mit einer merklich unter zwei Prozent liegenden Inflation. Und ja, so möchten wir von FMW anmerken: So läuft es schon seit Jahren. Die Inflation, die ist einfach zu niedrig, deswegen muss man Billionen an Euros drucken und immer weitere Teile der Anleihemärkte aufkaufen. In Wirklichkeit will man, so nehmen wir es auch an, nur weiterhin gewährleisten, dass Italien, Griechenland, Spanien und Co sich so günstig wie nur irgend möglich immer weiter verschulden können.

EZB kauft mehr Anleihen um Spreads zu senken

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So sichern Sie Ihr Depot optimal ab – Werbung

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Lieber Börsianer,

die Aktienmärkte eilen von einem Rekord zum nächsten. Das Virus wühlt zwar weiterhin, und tatsächlich eilt auch die Anzahl der Covid-Neuinfektionen weltweit von einem Rekord zum nächsten. Wir vertrauen allerdings auf die Kraft des Impfstoffes und sehen die Volkswirtschaften dieser Welt nächstens befreit.

Bei so viel Euphorie beschleicht allerdings den ein oder anderen Börsianer ein ungutes Gefühl. Sie haben also das Bedürfnis Ihr Depot, Ihre Buchgewinne einmal zumindest teilweise abzusichern. Im Folgenden erkläre ich Ihnen, welche drei goldenen Regeln Sie berücksichtigen müssen, damit die Absicherung auch wirklich greift.

Das Absichern oder Shorten eines Depots ist kein Hexenwerk. Allerdings sind wir als Börsianer natürlich eher geeicht auf steigende Kurse und Chancen. Mit anderen Worten: Shorten zählt bei den meisten von uns nicht zur ersten Begabung.

Das sind die drei goldenen Regeln:

– Fassen Sie immer punktuell und kurzfristig zu!
– Definieren Sie Ihren Depotschwerpunkt und vergessen Sie Einzelaktien!
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Was sagen uns diese Regeln konkret?

Zu 1. Ein Short – ganz gleich ob als Optionsschein, Short-ETF oder Zertifikat – ist kein Pkw-Anschnallgurt, den wir fortwährend zur Anwendung bringen. Erfolgreiches Shorten verlangt eine kurzfristige Marktmeinung. Solche Instrumente kaufen wir immer punktuell und lediglich für wenige Wochen oder Monate. Andernfalls verzichten wir auf Geld und Rendite. Dabei sind weniger die laufenden Kosten eines Short-ETFs oder eines Optionsscheins das Problem. Sondern: Shorts – egal in welcher Form – bringen uns Verluste, wenn der Markt entgegen unserer Prognose doch steigt. Zudem fehlt uns das Kapital für den Short auf der Aktienseite. Zu Deutsch: Ein unsauber gesetzter Short wird schnell zum doppelten Renditekiller.

Zu 2. Das ist offensichtlich: Wenn von 20 Ihrer Depotpositionen 15 aus dem DAX stammen, sichern Sie nicht gegen den S&P 500 oder NASDAQ-Index ab, sondern natürlich gegen den DAX. Als kluger Börsianer kennen Sie den Schwerpunkt Ihres Depots und erwerben dazu passend einen Short. Ganz wichtig: Vergessen Sie…..

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