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Konjunkturprogramm – der Game Changer für die Aktienmärkte

Hannes Zipfel

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Die Anzahl der Ökonomen, die ein umfangreiches Konjunkturprogramm fordern, wächst von Tag zu Tag. Mario Draghi betont bei jeder sich bietenden Gelegenheit die Verantwortung der Fiskalpolitiker. An billigem Geld mangelt es nicht, aber noch am politischen Willen.

Konjunkturprogramm – Deutschland läuft die Zeit davon

Schaut man sich die Indikatoren für die deutsche Wirtschaft an, dann wird klar, dass sich die größte Ökonomie der Eurozone bereits seit über einem Jahr mitten im Abschwung befindet und sich dieser Trend weiter verstärkt. Die Hoffnung, dass lediglich der verarbeitende Sektor betroffen sei und sich die Konjunktur im zweiten Halbjahr wieder erholen würde, werden sich nicht bestätigen. Die Vorlaufindikatoren wie die Auftragseingänge der Industrie, die Einkaufsmanagerindizes sowie die Geschäftserwartungen des ifo Geschäftsklima Index zeigen auch für die kommenden Monate deutlich in Richtung einer heraufziehenden Rezession in Deutschland:

ifo Index

Zumal ab Oktober jeden Jahres saisonale Effekte dämpfend auf die Konjunktur und den Arbeitsmarkt wirken. Selbst wenn jetzt kurzfristig schnell wirkende, nachfrageorientierte Konjunkturstimuli beschlossen würden, kämen diese dennoch bereits zu spät, um den Eintritt Deutschlands in eine technische Rezession zu vermeiden.

Wirtschaftsministerium zögert noch

Umso erstaunlicher sind die Aussagen von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier vom letzten Mittwoch. Nachdem die führenden deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute dem Minister gemeinschaftlich ihre stark gesenkten Prognosen für das BIP-Wachstum 2019 und 2020 vorlegten und höhere Staatsausgaben inkl. der Aufgabe der Schwarzen Null empfahlen, sagte Altmaier: „Ich nehme die Vorschläge der Institute zur Kenntnis, die Diskussion über die Schwarze Null kommt aber zur falschen Zeit“. Erstaunlich ist die Einigkeit der Institute in Bezug auf die Abwärtsdynamik der Deutschen Wirtschaft, die in den kommenden Monaten verstärkt von dem verarbeitenden Gewerbe auf den Dienstleistungssektor sowie den Arbeitsmarkt überzugreifen droht. Der jüngste Absturz in der Industrie hat eine Dynamik wie zuletzt während der Finanzkrise und ist durch vielfältige Ursachen bedingt:

PMI ganz schwach - Konjunkturprogramm notwendig?

Peter Altmaier sieht die Entwicklung zumindest offiziell dennoch gelassen: „Wir haben aktuell keine Konjunkturkrise und eine solche droht auch nicht“. Altmaier stellte lediglich den Abbau von Bürokratie und selektive Entlastungen bei Steuern und Abgaben in Aussicht. Die Frage ist, ob das ausreicht und v. a. schnell genug wirkt, um die sich selbst verstärkenden Abwärtskräfte aufzuhalten? Oder ob nicht doch ein breit angelegtes, volumenstarkes Konjunkturprogramm bereits jetzt Sinn machen würde?

Aktienmärkte leben nur noch von der Hoffnung

Für die deutschen Aktien wird die Luft langsam dünn. Die Unternehmensergebnisse sind bereits mehrheitlich deutlich negativ und verschlechtern sich weiter. Zwei Drittel der DAX-Konzerne erlitten im ersten Halbjahr Rückgänge bei den Betriebsergebnissen. Der Anteil wird im abgelaufenen dritten Quartal weiter steigen. Noch hangeln sich die DAX-Aktien von Hoffnung geleitet mit leichter Abwärtstendenz seitwärts. Doch in der vergangenen Woche gab es erneut einen Einblick in die innere Verfassung des Marktes. Schwache Konjunkturdaten aus den USA trafen in Deutschland auf schwache Nerven und der deutsche Leitindex reagierte mit einem signifikanten Kursrücksetzer unter die Zwölftausendpunktemarke. Der freie Fall konnte erst von der 200-Tage-Durchschnittslinie aufgehalten werden. Zur Stabilisierung trugen auch Zinssenkungshoffnungen und moderate Arbeitsmarktdaten aus den USA bei. Beides wird den Markt jedoch nicht lange stabilisieren können.

Dax Tageschart

Wenn sich ein Abverkauf wie im letzten Herbst nicht wiederholen soll, müssen kurzfristig von irgendwo her positive Impulse kommen. Entweder entspannt sich der globale Handelskrieg, das Brexit-Dilemma wird gelöst oder es kommt rasch ein ausreichend dimensioniertes Konjunkturprogramm. Dann wäre sogar recht zügig ein Überschreiten der Abwärtstrendlinie aus dem Januar 2018 beim DAX möglich. Kommt es jedoch am 11. Oktober zu keinem wie auch immer gearteten Deal zwischen den USA und China, sondern im Gegenteil zu neuen Zöllen der USA gegenüber der Eurozone und das alles ohne Brexit-Deal und Konjunkturprogramm, dann geht es steil abwärts – nicht nur bei den deutschen Aktien.

Fazit

Im Moment gilt für den DAX hopp oder topp. Beruhigt sich die Lage bei Handelskrieg und Brexit, könnte der Markt sogar ohne Konjunkturprogramm den Ausbruch nach oben schaffen. Aber für 2020 führt kein Weg an den Fiskalstimuli vorbei. Zu groß sind die ökonomischen Schäden durch den Handelskrieg bereits geworden. Zu gering ist das Vertrauen, dass sich nach einer möglichen Wiederwahl Trumps keine neuerliche Eskalation mit China ergibt. Selbst eine nochmalige Verschiebung des Brexits würde weder in Deutschland noch in Großbritannien die Investitionsneigung erhöhen. Warum die Bundesregierung all das völlig anders sieht und glaubt, mit der zur Schau Stellung von Optimismus die harte Realität in den Unternehmen ändern zu können, bleibt ihr Geheimnis. Die jüngsten Meldungen von Lohnkürzungen, Kurzarbeit und Massenentlassungen aus den deutschen Schlüsselindustrien Automobil- und Maschinenbau lassen eigentlich wenig Spielraum für weiteres Zögern.

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    Marko

    5. Oktober 2019 17:08 at 17:08

    Hallo,

    der Markt würde sofort nach oben abdrehen, sollte die EZB zur Vernunft kommen…

    Die Briten sind weg.

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Nullzinsphase in der Realität: BaFin entzieht zwei Pensionskassen die Betriebserlaubnis

Claudio Kummerfeld

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am

Nullzinsphase

Die Nullzinsphase erfreut zwar private Kreditnehmer und Staaten, die sich zum Traumkonditionen verschulden können. Aber wo Kredite für die einen nur Schulden sind, da sind sie auf der anderen Seite für Fondsgesellschaften, Rentenversicherungen und Pensionskassen nichts anderes als eine Geldanlage, die Zinsen abwerfen muss. Tut sie das nicht, geraten die Zusagen gegenüber den Kunden und die gesamten Kalkulationen der Kassen ins Wanken. Neben 20 Lebensversicherungsgesellschaften hat die BaFin derzeit auch 36 Pensionskassen unter sogenannter „verschärfter Beobachtung“.

Zwei Pensionskassen endgültig ohne Betriebserlaubnis

Schon im Jahr 2018 hatte die BaFin den Pensionskassen „Kölner Pensionskasse“ und „Pensionskasse der Caritas“ die Anordnung erteilt, dass sie nicht weiter ihrer Arbeit nachgehen dürfen (wir berichteten damals). Die beiden legten aber Widerspruch ein. Nun hat die BaFin offiziell mitgeteilt, dass die Entziehung der Betriebserlaubnis für die beiden Pensionskassen rechtskräftig ist, rückwirkend zum 31.12.2020 (hier und hier die offiziellen Mitteilungen). Beide Meldungen sind im Wortlaut identisch, daher drucken wir hier nur eine ab. Zitat:

Die BaFin hat gemäß § 304 Absatz 1 Nr. 2 Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG) die Erlaubnis zum Betrieb des Versicherungsgeschäfts der Pensionskasse der Caritas VVaG mit Bescheid vom 24. Oktober 2018 widerrufen. Das Unternehmen konnte die Mindestkapitalanforderung nicht erfüllen und hat einen Finanzierungsplan zur Beseitigung dieser Unterdeckung vorgelegt, der aus Sicht der BaFin unzureichend war. Der Bescheid ist mit Ablauf des 31. Dezember 2020 bestandskräftig geworden. Der Betrieb des Versicherungsgeschäfts ohne die erforderliche Erlaubnis stellt eine Straftat dar. Gemäß § 304 Absatz 5 VAG darf die Pensionskasse der Caritas VVaG keine neuen Versicherungsverträge abschließen und bestehende Versicherungsverträge weder verlängern noch erhöhen.

In der Realität bedeutet dies, dass diese beiden Pensionskassen nur noch ihr vorhandenes Bestandsgeschäft abwickeln dürfen. Den insgesamt 55.000 betroffenen Anspruchsinhabern auf Pensionen dürften womöglich nach und nach Kürzungen ihrer Ansprüche und Auszahlungen bevorstehen. Die beiden Pensionskassen sind nun sozusagen in Liquidation. Sie werden noch solange bestehen, bis die letzten der jetzt noch eher jungen Mitglieder irgendwann sterben. Also werden diese Pensionskassen also auf Jahrzehnte hinweg Abwicklungsanstalten mit Restbeständen sein.

Man kann es sich kaum vorstellen, aber es ist, wie es ist. Das Finanzsystem und in diesem Fall das System der Pensionskassen beruht vor allem darauf, dass die eingezahlten Beiträge auch am Kapitalmarkt Zinsen abwerfen, damit die vorhandenen Vermögensbestände sich vermehren. Seit Jahren knabbert nun die Nullzinsphase an den Reserven. Womöglich sind diese beiden Kassen nur der Anfang einer Entwicklung? Denn man sieht es ja, die Zinsen in Euroland werden noch sehr lange auf der Null-Linie verharren.

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Aktuell: Citigroup und Wells Fargo melden Quartalszahlen

Claudio Kummerfeld

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Die Quartalszahlen von Citigroup und Wells Fargo wurden soeben veröffentlicht. Zunächst Citi. Hier die wichtigsten Kennzahlen.

Der Umsatz liegt bei 16,50 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 18,38/erwartet 16,50).

Der Gewinn liegt bei 2,08 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 2,11/erwartet 1,35).

Die Aktie notiert vorbörslich mit -1,7 Prozent.

Die Kreditausfälle sinken von 1,84 vor einem Jahr auf 1,27 Milliarden Dollar im letzten Quartal. Von den Rücklagen für möglicherweise noch ausfallende Kredite wurden 197 Millionen Dollar abgebaut, was also den Gewinn erhöht.

Citigroup-Quartalszahlen

Wells Fargo

Die große Konsumentenbank Wells Fargo hat soeben auch ihre Zahlen veröffentlicht. Hier die wichtigsten Kennzahlen.

Der Umsatz liegt bei 17,93 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 19,86/Erwartungen 18,1).

Der Gewinn liegt bei 0,64 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 0,60/Erwartungen 0,59).

Die Aktie notiert vorbörslich mit -5 Prozent.

Risikovorsorge für Kreditausfälle reduziert um 179 Millionen Dollar.

Wells Fargo Quartalszahlen

Wells Fargo Schriftzug
Foto: Gabriel Vanslette CC BY 3.0

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Aktien

Autonomes Fahren: Jetzt kommt Apple – Werbung

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Lieber Börsianer,

die Kinder haben jetzt genug gespielt und gestümpert. Nun will es Apple machen, nachdem die Resultate bislang nicht befriedigend sind. Worum geht es?

Sicherlich haben Sie der Berichterstattung der letzten Tage entnommen, dass das US-Unternehmen aus dem kalifornischen Cupertino sich nun dem Autonomen Fahren annimmt. Offenbar plant man gemeinsam mit dem koreanischen Autobauer Hyundai den Bau eines bzw. mehrerer autonom fahrender Roboterautos. Während die konventionellen Autobauer unverändert an ihren semi-autonomen Fahrassistenten basteln, geht Apple nun aufs Ganze.

Am Markt sorgte diese Perspektive für positive Unruhe. Denn man weiß, was Apple macht hat normalerweise Hand und Fuß und wird sehr oft zur großartigen Erfolgsgeschichte. So krachte zuletzt schon einmal die Aktie der Hyundai durch die Decke. Obwohl die Korea-Aktie zuletzt wieder korrigierte, steht hier für die Aktionäre immer noch ein starker Wochengewinn von 30 % zu Buche.

Aber lassen wir Hyundai einmal Hyundai sein und untersuchen, warum dem autonomen Fahren bislang noch nicht der Durchbruch beschieden war. Das Stichwort ist hier LiDAR oder Light Detection and Ranging. Vereinfacht gesprochen misst ein LiDAR-Sensor mit einem gepulsten Laser in seinem Sichtfeld die Entfernung zwischen sich und einem Gegenstand.

Damit steht und fällt die Idee des Autonomen Fahrens mit diesen Sensoren. Die gute Nachricht: Die Technologie ist gut erforscht und funktioniert. Die schlechte Nachricht: Ein halbwegs leistungsfähiger LiDAR-Sensor kann schon einmal rund 20.000 USD pro Stück kosten. Außerdem sind die Geräte sperrig. ZU Deutsch: Mit den derzeit verfügbaren LiDAR-Sensoren wird Autonomes Fahren in diesem Jahrhundert keine Realität mehr. Folglich ist das Marktvolumen dieser…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

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