Europa

Konsumklima in Deutschland sinkt kräftig

Einkaufswagen

Das Konsumklima in Deutschland verschlechtert sich. Das ist leicht nachvollziehbar beim seit Wochen laufenden zweiten Lockdown. Bevor wir zu den heute früh veröffentlichten Aussagen der „GfK“ kommen, darf von unserer Seite auch die Frage gebracht werden, ob nicht auch die seit Anfang Januar wieder angehobene Mehrwertsteuer eine Rolle spielt. Denn viele hochpreisige Anschaffungen (Küchen, Autos, Fernseher, Möbel) fanden vermehrt in den letzten Monaten zu reduzierten Mehrwertsteuersätzen statt. Dieser Konsum fehlt jetzt natürlich. Aber gut. Schauen wir auf das offizielle GfK-Konsumklima. Es sinkt für Februar auf einen Wert von -15,6 Punkte, und liegt damit 8,1 Punkte tiefer als im Januar dieses Jahres (revidiert -7,5 Punkte).


source: tradingeconomics.com

Dazu einige Aussagen der GfK hier im Wortlaut:

Der erneute Einbruch des Konsumklimas ist neben dem moderaten Rückgang der Einkommensaussichten vor allem dem Absturz der Anschaffungsneigung zuzuschreiben.

„Die Schließung von Gastronomie und weiten Teilen des Handels Mitte Dezember 2020 hat die Konsumneigung ähnlich hart getroffen wie beim ersten Lockdown im Frühjahr des vergangenen Jahres. Aktuell fällt die Anschaffungsneigung auf null Punkte. Dies ist gegenüber dem Vormonat ein Minus von 36,6 Punkten, während des ersten Lockdowns im April 2020 betrugen die Einbußen 36 Punkte“, so Rolf Bürkl, GfK Konsumexperte.

Angesichts der kürzlich beschlossenen Verlängerung der harten Maßnahmen für den Lockdown haben zudem die Hoffnungen auf eine zügige Erholung des Konsumklimas schwinden lassen.

Bürkl weiter: „Dem Konsumklima stehen im ersten Quartal dieses Jahres schwierige Zeiten bevor. Für eine nachhaltige Erholung ist es notwendig, dass die Infektionszahlen stärker als bislang zurückgehen, damit die Maßnahmen spürbar gelockert werden können. Das heißt, die für dieses Jahr von vielen erhoffte Erholung wird noch etwas auf sich warten lassen.“

Ergebnisse einer aktuellen GfK eBUS®-Umfrage zeigen zudem: Vier von fünf Bundesbürgern (81 Prozent) sind der Meinung, dass COVID-19 für Deutschland eine große bzw. sehr große Bedrohung darstellt. Das ist der höchste Wert, der seit Beginn der Erhebungen (Mitte April 2020) gemessen wurde. Nur 15 Prozent verspüren eine eher geringe Bedrohung oder zeigen sich völlig unbeeindruckt. Auch bei der Frage nach den Sorgen um die persönliche wirtschaftliche Zukunft angesichts der Corona-Krise erreichen die Werte einen Höchststand: 54 Prozent machen sich sehr große bzw. eher große Sorgen um ihre persönliche wirtschaftliche Zukunft in diesen Krisenzeiten. 43 Prozent zeigen sich eher weniger oder gar nicht besorgt.



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