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Zweigeteilte Wirtschaft in der Energiekrise Konzerne sind die Gewinner- die Kleinen kämpfen ums Überleben

Die großen Konzerne machen in der Energiekrise gigantische Gewinne! Das Kleingewerbe hingegen kämpft ums Überleben. Wieso, weshalb, warum?

Hochhäuser in Frankfurt

Eigentlich müsste man meinen, dass die hohe Inflation und die Energiekrise die ganze Wirtschaft hart trifft? Schließlich haben große Unternehmen mit deutlich höheren Einkaufspreisen und sinkendem Konsum zu kämpfen, und man kann stark steigende Preise nicht an die Endverbraucher weitergeben, die sich viele Produkte eh nicht mehr leisten können? Von daher müssten die ganz Großen genau so leiden wie die ganz Kleinen? Die Realität sieht anders aus. Die großen Konzerne schwimmen im Geld und machen gigantische Gewinne, so zeigen es die derzeit herein prasselnden Quartalszahlen. Gleichzeitig gehen seit Wochen und Monaten Kleinstbetriebe den Bach runter.

Die großen Konzerne sind die Gewinner

BASF hat zwar in den ersten neun Monaten des Jahres an seinen europäischen Standorten 2,2 Milliarden Euro mehr für Gas bezahlt als im Vorjahr. Dennoch konnte der weltgrößte Chemiekonzern seinen Umsatz im letzten Quartal steigern, und binnen drei Monaten 1,35 Milliarden Euro Gewinn erwirtschaften, so wurde es gestern gemeldet. Außerdem kann so ein gigantischer Konzern neue Standorte zum Beispiel in den USA eröffnen um den hohen Brennstoffpreisen in Europa zu entfliehen. Der kleine Bäcker um die Ecke kann das natürlich nicht.

Mercedes meldete erst gestern eine hohe Nachfrage nach seinen Produkten und steigende Verkaufspreise. Offenbar gibt es im Luxussegment noch genug Käufer mit viel Geld für neue Autos. Mit 5,2 Milliarden Euro verdiente der Autobauer in den letzten drei Monaten 82 Prozent mehr als im selben Zeitraum des Vorjahres, und erhöhte gestern noch seine Prognosen. Die Deutsche Bank hat erst gestern mit 1,6 Milliarden Euro den besten Quartalsgewinn seit mehr als einem Jahrzehnt erzielt.

Der Ölgigant Shell hat erst heute den zweithöchsten jemals erzielten Quartalsgewinn vermeldet mit 9,4 Milliarden Dollar, will die Dividende anheben und Aktien zurückkaufen. Die Lufthansa hat heute auch Quartalszahlen veröffentlicht. Man verdient prächtig mit einem operativen Gewinn von 1,1 Milliarden Euro. Es gebe eine starke Nachfrage nach Flugtickets.

Man kann viele Gründe anführen. Die Ölkonzerne profitieren vom Nachfrageboom bei Brennstoffen, ausgelöst durch den Ukraine-Krieg. Die Banken profitieren von „Geldgeschenken“ der EZB und der Zinswende. Industriegiganten wie BASF können die Energiekrise mit ihrem großvolumigen Geschäft in Übersee gut kompensieren. Und so könnte man endlos weitermachen mit den Gründen, warum die großen Konzerne in dieser massiven Energie- und Inflationskrise bestens verdienen.

Der Rest muss in der Energiekrise zusehen wo man abbleibt

Nicht nur Kleingewerbe, sondern auch mittelgroße Betriebe mit viel Energieverbrauch haben zu kämpfen in der Energiekrise. Man kann sein Geschäft nicht mal eben ins Ausland verlagern etc. Ist der Faktor Energie das Hauptproblem, ist man auf die anstehenden Preisdeckel für Gas und Strom angewiesen. Aber abgesehen davon gehen schon jetzt reihenweise Betriebe den Bach runter. Besonders klar wird dies mit Blick auf den Einzelhandel.

Die Schuhkette Görtz ist im Sommer in die Insolvenz gerutscht wie auch der Klopapier-Hersteller Hakle. Und reihenweise Bäckereien sind jüngst insolvent gegangen! Denn Gas als Energiequelle zum Backen wurde unbezahlbar, explodierende Preise konnten nicht in diesem großen Ausmaß an Kunden weitergegeben werden. Bäckerei-Ketten wie Stöhr-Brot, die Traditionsbäckerei Otten, Hampe, die Brotmanufaktur Gaues und Thilmann Brot sind da zu nennen. Man könnte aber noch viele weitere nennen.

Was wird diese Energiekrise auf längere Sicht für den Einzelhandel bedeuten, wenn sich nicht umgehend etwas ändert? Die großen Anbieter werden die Gewinner der Energiekrise sein? Wenn der Bäcker um die Ecke verschwunden ist, kauft man seine Billig-Brötchen beim Discounter, und die Schuhe online bei Otto oder Zalando? Dass die Großen jetzt gewinnen und die Kleinen oft den Bach runtergehen – das ist unfair und ungerecht. Aber wem kann man dafür die Schuld in die Schuhe schieben? Da wird es kompliziert. Die Politik kann nicht alles und jeden retten. Dennoch könnte die Hilfe in der Energiekrise viel schneller und wirksamer ausfallen. Die Preisdeckel hätte man schon im Sommer einführen können, wenn man sofort nach Ausbruch des Ukraine-Kriegs und den steigenden Energiepreisen reagiert hätte. Aber das ist nun mal das Problem mit einer trägen Politik und einem in Zeitlupe agierenden Bundeskanzler an der Spitze.

Das kurze Fazit

Im Zuge der Deindustrialisierung können BASF und Co ihre energieintensiven Standorte in die USA verlagern, der Bäcker um die Ecke kann seinen Ofen aber nicht in die USA verlagern. So einfach ist das. Was lernen wir daraus? Hier und jetzt muss mit Steuerzahlergeld gerettet werden, was noch zu retten ist. Und dann muss die Politik zusehen, dass die Energiepreise durch die Ausweitung des Angebots wieder sinken, aber deutlich! Aber für diesen Punkt kann man nur eine begrenzte Hoffnung aufbringen.

 



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3 Kommentare

  1. Die Konzerne gewinnen, während die sonstige Wirtschaft geschredert wird. Genau das ist der Plan. Früher nannte man sowas Feudalismus, dann Korporatismus und heute nennt sich das NWO und Great Reset. Immer wieder sehr alter Wein in neuen Schläuchen.

    Läuft.

  2. In der tat, dass ist der Plan. Die kleinen braucht man nicht. Sie stören nur. Nur über die Konzerne lässt sich Europa unkompliziert steuern.
    Das ist bitter, aber wahr.

  3. Schiebung. Verschiebung.
    Corona. Durch Staatseingriff wurde der Gastronomie untersagt Umsatz oder USteigerung zu machen.
    Die Beihilfen waren zu mindestens eine Hilfe zum Über leben.
    WER WAR DER NUTZNIESER?
    Der LEBENSMITTEL EINZELHANDEL UND ANDERE……… .
    ÜBERGEWINNE WAREN HORREND.
    Investitionen der L mittelbranche ein leichtes.
    Ein anderes.
    Die angebliche De Globalisierung findet nicht statt.
    Die Konzerne, und Firmen werden lediglich ihre Produktion dahin verlagern wo es abgefragt wird.., oder ein Land die höchste Kompetenz hat.
    Das geschieht jetzt.
    Einige Container werden weiterhin gebraucht werde.

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