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Krake Amazon greift immer weiter aus – jetzt wehrt sich ein deutsches Unternehmen gegen die totale Dominanz

Ausgerechnet ein deutsche Unternehmen wehrt sich jetzt vehement gegen eine neue, äußerst problematische Praxis von Amazon. Wer als Konsument strategisch denkt, sollte nun begreifen: es ist Zeit, Widerstand zu leisten!

Redaktion

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FMW-Redaktion

Amazon wird immer mächtiger, greift immer weiter aus – und gefährdet damit mehr und mehr den stationären Einzelhandel nicht nur in den USA. Im Trump-Land vollzieht sich derzeit, wie von uns schon häufiger berichtet, eine Art Massen-Sterben von stationären Einzelhändlern, die von Amazon an die Wand gedrückt werden.

Die Problematik hat jetzt eine neue Dimension erreicht, weil Amazon nun für den vollen Preis Produkte anderer Firmen einkauft, um sie dann auf seiner eigenen Plattform anzubieten. Häufig sind das lizensierte Vertriebspartner von Firmen, die nun natürlich mit Amazon hoffen, noch mehr Stückzahlen absetzen zu können. Das aber ist ein großes Problem für die Hersteller der Produkte, weil Amazon damit faktisch die Kontrolle über den Verkauf bekommt. Nun kann Amazon, und nicht mehr die Hersteller selbst, entscheiden, wo welche Produkte verkauft werden. Für die betroffenen Unternehmen ist das ein immenser Kontrollverlust!

Secretary of Defense Ash Carter (right) speaks with Jeff Bezos, Founder, Chairman & CEO of Amazon.com (second from left) and head of Defense Digital Service Chris Lynch(left) as they visit the Defense Digital Service as Bezos visits the Pentagon May 5 , 2016. (DoD photo by Senior Master Sgt. Adrian Cadiz)(Released)


Amazon-Chef Bezos
Foto: Gemeinfrei

Nun aber regt sich erstmals heftiger Widerstand – und das von einem deutschen Unternehmen, nämlich dem Gesundheitssandalen-Hersteller Birkenstock. Genauer gesagt vom CEO Birkenstock Americas, Dave Kahan. In einer ausführlichen Mail beklagt sich Kahan über die Praxis von Amazon, die juristische Probleme aufwerfe und wahrscheinlich Marken-Rechte verletze – es sei daher nur eine Frage der Zeit, wann die betroffenen Unternehmen gegen Amazon prozessieren würden. So oder so sei das Vorgehen Amazons ein „Anschlag auf den Anstand“, den man nicht tolerieren könne.

Nun ist die Versuchung von Vertriebs-Lizenzpartnern natürlich groß, auch an Amazon zu verkaufen, das sich dadurch wiederum erhofft, durch die Erweiterung des Angebots noch attraktiver zu werden für Kunden. Dave Kahan aber droht seinen Lizenzpartnern nun, sie für immer und ewig zu verbannen, wenn sie der Amazon-Versuchung erliegen sollten:

„I will state clearly, any Authorized retailer who may do this for even a single pair will be closed FOREVER. I repeat, FOREVER.“
(Hier der ganze Text von David Kahan)

Birkenstock hatte schon im Vorjahr damit aufgehört, seine Produkte über Amazon verkaufen zu lassen – vorwiegend aus Sorge um Fälschungen von nicht-lizensierten Firmen. Indem nun Amazon von Vertriebs-Partnern Birkenstock-Produkte erwerben könnte, wäre diese Strategie schon wieder obsolet.

Der kämpferische Appell von David Kahan ist aus unserer Sicht schon deshalb begrüßenswert, weil die immer größere Dominanz von Amazon für den Verbraucher zwar kurzfristig sehr bequem ist, aber langfristig die Konsumenten in eine immer größere Abhängigkeit von der Krake Amazon bringen wird. Wer wie Amazon den Handel immer mehr monoplisiert, hat früher oder später auch die totale Preis-Macht!

Wie heißt es so schön bei der Einleitung aller Asterix-Hefte:

„Wir befinden uns im Jahre 50 v.Chr. Ganz Gallien ist von den Römern besetzt… Ganz Gallien? Nein! Ein von unbeugsamen Galliern bevölkertes Dorf hört nicht auf, dem Eindringling Widerstand zu leisten.“

Jetzt befinden wir uns im Jahr 2017 – und es ist wieder Zeit, Widerstand zu leisten!

7 Kommentare

7 Comments

  1. Avatar

    lucki

    27. Juli 2017 16:07 at 16:07

    Warum erstellt Europas Einzelhandel nicht selbst eine solche Handelsplattform ?
    Zu bequem, zu gierig oder nur zu unfähig ?
    Wenn ich mir einige Schlafmützen aus diesem Bereich ansehe frage ich mich wieso die noch nicht längst pleite sind.

    • Avatar

      Hanno Nym

      15. September 2017 13:49 at 13:49

      Amazon ist m.E. im strengen Sinn keine Handelsplattform mehr. Die zahlreichen unbegründeten Händlersperrungen kamen einem „Rauswurf“ gleich… Im gleichen Atemzug sourct amzn direkt beim Hersteller. So kann direkt die Marge abgegriffen werden, die sonst im Zwischenhandel hängenbleibt. Ist der Zwischenhandel ausgeschaltet, können die Verbraucherpreise al gusto diktiert werden. Warum das Kartellamt und die deutschen Medien sogar dem Unternehmen noch den Rücken stärken ist m.E. unbegreiflich.

  2. Avatar

    Fritz Vogtländer

    27. Juli 2017 18:59 at 18:59

    Die kleinen Händler werden ruiniert und die Politik schaut nicht nur zu, sondern begünstigt dieses Treiben auch noch. Gab es vor 25 – 30 Jahren in jedem Dorf eine Einkaufsmöglichkeit für Waren des täglichen Bedarfes, ist heute eine Versorgung ohne eigenes Fahrzeug meist nicht mehr möglich. Und während der Schulferien sind viele Orte sogar vom öffentlichen Nahverkehr abgeschnitten.
    Die Läden waren damals nicht nur Einkaufsmöglichkeit, sondern auch Treffpunkt für die Einwohner.
    Hier ist die Politik gefordert, Waffengleichheit zwischen den kleinen Einzelhändlern und den großen Ketten herzustellen. Das Problem ist, der kleine Händler kann weder Schmiergeld an die Politiker zahlen noch private Interessenvertreter unterhalten.
    In anderen Bereichen sieht es genau so aus. Egal ob Wirt, Bauer, Handwerker…. Die Kleinen werden zu Gunsten der Großen abgewürgt.

  3. Avatar

    "Henriette"

    27. Juli 2017 20:18 at 20:18

    @Fritz Vogtländer – warten Sie nur noch ein Weilchen, sobald es kracht, und das kann jetzt täglich geschehen, werden die riesigen Unternehmen zusammenbrechen und die kleinen Geschäfte wieder aus der Asche emporkommen. Geduld, es passiert, das sagen inzwischen viele Menschen, die das aufgrund der Sachlage erkennen können. Die großen hängen mit der Politik zusammen durch Schmiergelder und zudem am Tropf der Banken wegen unglaublich hoher Kredite! Gier eben. Das geht nicht gut. Und hören Sie nicht auf die MSM als Sprachrohr der Politik; alles nur Lügen

    • Avatar

      Malie13

      28. Juli 2017 07:28 at 07:28

      Genau so, ich bin der selben Meinung. Der große Knall wird kommen. Es kann nicht mehr so weiter gehen.
      Es wird nur noch auf pump gekauft. Nur noch subventioniert und geschmiert was das Zeug hält. Das Geldsystem,Wirtschaft und der Staat ist genau so aufgebaut. Der kleine Mann wird verarscht und die Großen immer reicher.

      • Avatar

        sabine

        31. Juli 2017 09:52 at 09:52

        a) Der kleine Mann ist auch nicht besser. Leider. Und wenn ein Kleiner groß wird, ist es noch schlimmer. Robbespierre, Stalin, Hitler, Napoleon, Nero …
        b) Nur kommen aber die Fehler der Kleinen nicht an die große Glocke der Qualitätsmedien. Oder, wenn die fürs Schweigen geschmiert, an die der Alternativen.
        c) Es ist wie bei der Bekämpfung der Vendetta, und läßt sich nur so stoppen: „Lass dich nicht vom Bösen besiegen, sondern besiege das Böse durch das Gute!“ (Röm 12.21) Alles andere ist Fortsetzung von Bosheit und gelinde gesagt Zeitverschwendung.

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Tesla: Frank Thelen ist voll des Lobes über den „Battery Day“ -Video

Claudio Kummerfeld

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Innenansicht eines Tesla-Autos

Für die Börsianer war der diese Woche stattgefundene „Battery Day“ von Tesla eine Enttäuschung. Die Produktion viel günstigerer Autos mit sehr langer Batterielaufzeit dauere noch drei Jahre. Und zack, die Aktie von Tesla fiel spürbar. Aber der aus der „Höhle der Löwen“ bekannte Investor und Tech-Experte Frank Thelen singt im folgenden Instagram-Video ein Loblied auf den Battery Day von Tesla. Er sieht hier von A-Z ein sensationelles Konzept, und einen großen Schub hin zu einem wirklich erschwinglichen Auto. Dass so ein riesiger Sprung nach vorne nun mal nicht sofort funktioniere, sondern drei Jahre dauere, sei ganz normal. Aber sehen Sie selbst.

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Aktien: Vermögensreport offenbart, Deutsche investieren mehr

Entdecken die Deutschen plötzich ihre Liebe zu Aktien? Die Enteignung der Geldsparer durch die Zinspolitik wirkt, die Bürger wenden sich stärker Aktien zu

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Entdecken die Deutschen plötzich ihre Liebe zu Aktien? Der aktuelle Allianz Global Wealth Report hat es dargelegt: Die Notenbankpolitik der Länder wird dazu führen, dass das Vermögen der Wohlhabenden global trotz Corona ansteigen wird – auf 198 Billionen Euro zu Jahresende – FMW berichtete darüber. Der Report zeigt aber auch, dass sich die deutschen Sparer mehr den Aktien als Anlagevehikel zuwenden.

Aktien: Corona und die Vermögensbildung

Die Volkswirte der Allianz werteten Daten aus 57 Nationen aus, zum Vermögen aus Bargeld und Bankeinlagen, angelegtem Geld in Versicherungen und Pensionskassen sowie Anlagen in Wertpapieren und Fonds. Trotz der Pandemie erhöhte sich dies im ersten Halbjahr des Jahres um 1,5 Prozent, der Frühjahrseinbruch von geschätzten 4,3 Prozent ist damit mehr als ausgeglichen. Über die Gründe braucht nicht großartig spekuliert zu werden: Staatliche Rettungsprogramme, die Geldpolitik der Notenbanken, eine erhöhte Sparneigung der Konsumenten und natürlich der Anstieg der Aktien. Noch ein kurzer Blick auf die Vermögensübersicht der Länder pro Bürger:

USA: 209.524 Euro
Schweiz: 195.388 Euro
Singapur: 116.657 Euro

18. Deutschland: 57.097 Euro

An dieser Übersicht wird wieder einmal das Problem einer statistischen Erfassung von Durchschnittswerten ersichtlich. Die vier reichsten Amerikaner besitzen ein Vermögen von über 500 Milliarden Dollar, verteilt auf die 331 Millionen Amerikaner würde dies bereits 1500 Dollar pro Bürger ergeben. Dabei gab es 2019 allein schon 607 Milliardäre in den Vereinigten Staaten. Man bräuchte aus so einer Statistik nur den reichsten Mexikaner, Carlos Slim, aus der Liste entfernen und schon hätte man veränderte Zahlen für das Land. Aber erstaunlich ist diese Vermögensverteilung auf der Welt dennoch. Im Jahr 2019 lagen von den 192 Billionen Euro Weltvermögen nicht weniger als 83,7 Billionen in den USA.

Die Entwicklung in Deutschland

Was bedeutet das für das Land der (Geld-)Sparer, mit deren 2,4 Billionen Euro auf nicht verzinslichen Konten? Die Allianz stellt fest, dass sich die Bankeinlagen um 3,5 Prozent und damit weniger als in anderen Ländern erhöht haben (Frankreich plus 6 Prozent, China plus 9 und die USA plus 10 Prozent).

Dennoch stieg das Vermögen der Haushalte um 1,3 Prozent im ersten Halbjahr und sollte nach der Schätzung der Allianz zum Jahresende 6,8 Billionen Euro erreichen. Da dies nicht am Geldmarkt zu verdienen war, deutet dies auf eine Verhaltensänderung im Sparverhalten hin.

Die langsame Hinwendung zu Aktien

Lange hatte man es eigentlich schon erwartet, dass die Enteignung der Geldsparer durch die Zinspolitik der Europäischen Zentralbank wirkt und sich die Bürger stärker den Aktien zuwenden. Die Allianz stellt fest, dass die deutschen Sparer in den vergangenen drei Jahren 20 Prozent ihrer verfügbaren Ersparnisse direkt in Aktien angelegt haben. Auf Sechsjahressicht waren dies 5,8 Prozent und das Interessante daran ist, dass US-Bürger in dieser Zeit nur 0,7 Prozent in Aktien investiert haben. Das bevorzugte Investment waren börsengehandelte Indexfonds. Allerdings beziehen sich diese Werte auf die Zeit vor Corona und seither gibt es den großen Hype um die gebührenfreien Brokerdepots – Stichwort RobinHood. Diesen Trend gibt es auch in Deutschland mit der riesigen Zahl neu eröffneter Depots bei günstigen Direktanlagebanken.

Es verändert sich auch der so genannte Home Bias, also die Bevorzugung heimischer Titel. Deutsche Anleger investieren verstärkt in ausländische Aktien, die Quote stieg in den vergangenen sechs Jahren von 25 auf 38 Prozent. Aber noch ist Deutschland weit von der angelsächsischen Aktienpräferenz entfernt.

In den USA liegen 53 Prozent der Ersparnisse auf Wertpapierkonten, in Deutschland 25 Prozent.

Fazit

Auch wenn das Pflänzchen Anlage in Aktien in Deutschland langsam wächst, sind es laut Allianz vorwiegend die Haushalte mit einem höheren Einkommen, die sich an diese Assetklasse heranwagen. 30 Prozent unserer Haushalte besitzen kaum Geldvermögen. So zählt auch Deutschland zu den Ländern, in dem „die Vermögensverteilung relativ ungleich verteilt ist“, so Arne Holzhausen, Leiter Insurance und Wealth Markets bei der Allianz.

Die Deutschen entdecken ihre Liebe zu Aktien

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Abwarten beim Dax, ifo steigt, 5G startet, Tradingideen bei Adidas und Mastercard

Redaktion

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Von

Sollte man sich jetzt in den Dax reinkaufen? Im folgenden Video bespricht Manuel Koch die aktuelle Lage und die Aussicht für die nächsten Wochen mit einem Experten. Noch 3 bis 4 Wochen solle man abwarten. Würden die Kurse dann zurückkommen, seien es Kaufkurse. Wenn nicht, dann sehe der Markt neue Jahreshöchststände.

Der heute veröffentlichte ifo-Index gebe weiteren Optimismus für die deutsche Konjunktur. Auch im Video angesprochen wird das von Telefonica an den Start gebrachte 5G-Netz.

Konkret besprochen werden im folgenden Video zwei Handelsempfehlungen der trading house Börsenakademie. Die Aktien von Adidas und Mastercard seien beide ein Kauf. Man könnte mit einer Stop-Buy-Order einsteigen.

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