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Krake BlackRock wird immer größer: Bank of America verkauft 87-Milliarden-Fonds

FMW-Redaktion

Die Bank of America, zweitgrößte Bank in den USA, wird ihr Geldmarktgeschäft an den größten Vermögensverwalter der Welt, BlackRock verkaufen. Insgesamt umfassen die Geldmarktmarktfonds der Bank of America derzeit 87 Milliarden Dollar – der Verkauf ist damit einer der größten Deals in der Geschichte im Geldsektor.

Hintergrund ist, dass ab 2016 in den USA regulatorische Reformen anstehen, die die Bank of America in ihrer derzeitigen Struktur viel Geld kosten könnten. Daher versucht sich die Bank of America durch den Verkauf von Geschäftsbereichen zu verschlanken und so aufwändige Massnahmen zu umgehen, die sie in ihrer ohnehin komplexen und weitverzweigten Struktur bewältigen müßte. Hinzu kommt, dass aufgrund von Basel III-Regularien das Halten großer Summen in Konten immer kostspieliger wird.

BlackRock ist mit einem verwalteten Vermögen von 4,5 Billionen (!) Dollar ohnehin die Krake schlechthin im Finanzbereich – und wird durch diese Transaktion noch größer. Allein ihr Geldmarktgeschäft wächst damit von 285 Milliarden Dollar auf dann 372 Milliarden Dollar. BlackRock ist darüber hinaus Anbieter von ETFs, Mutual Funds, und verwaltet das Geld von vor allem institutionellen Akteuren wie Pensionsfonds. Die in New York beheimatete Firma ist durch ähnliche Aquisitionen (so etwa der gesamte Investment Management Bereich von der Bank Merill Lynch im Jahr 2006) Schritt für Schritt zu einer dominanten Größe an den Finanzmärkten gewachsen.

Geldmarktfonds investieren meist in vergleichsweise risikoarme Staatsanleihen oder Unternehmensanleihen – Kunden können die Gelder, das ist ein wichtiger Vorteil – meist auch schnell wieder abziehen, weil die Liquidität in diesen Fonds sehr groß ist. Viele Geldmarktfonds leiden derzeit aber vor allem in einem Null-Zins-Umfeld, das Investments etwa in top-geratete Staatsanleihen kaum mehr rentabel werden läßt.

Mit dem Kauf wird BlackRock damit immer größer, mächtiger und systemrelevanter. Paradox ist insbesondere, dass ursprünglich gut gemeinte regulatorische Neuerungen, die eigentlich Risiken begrenzen sollen, zu einer weiteren Konzentration im Finanzbereich führen – und damit faktisch die Risiken dann doch wieder nicht verringern, sondern faktisch erhöhen. Würde BlackRock pleite gehen, wäre der Weltwirtschaft aufgrund der massiven Verflechtung BlackRocks mit anderern großen globalen Playern wahrscheinlich der Stecker gezogen..



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2 Kommentare

  1. Eigentlich sollte es doch „Too big to fail“nach dem letzten Casinocrash nicht mehr geben!Pustekuchen:Darwin rules forever.Erst kommt das grosse Fressen,dann lange nichts&Moral schon mal gar nicht!

    1. Von einem „bail-out“ ist hier allerdings nicht die Rede. Ansonsten kann Blackrock sehr wohl fallen [1] und mit einer Konzentration auf ein immer höheres Maß wird dies sogar noch wahrscheinlicher: man fängt an, sich mit sich selbst abzusichern (linke Tasche, rechte Tasche). Ungeachtet dessen wird man dennoch monetäre Rettungsversuche beim nächsten Crash sehen, welche allerdings dann den eigentlichen Abgesang in Vollendung einläuten werden.

      [1] meiner bescheidenen Meinung nach werden letztendlich (fast) alle großen Kraken fallen: einer nach dem anderen

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