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Kryptowährungen: Die große Zockerei in Japan und Südkorea kann weitergehen!

Japan und Südkorea sind die Antreiber für die massive Zockerei in den Kryptowährungen. Hunderttausende von jungen Leuten, die oft keine Job-Perspektiven haben, versuchen damit schnell reich zu werden. So sind zahlreiche…

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FMW-Redaktion

Japan und Südkorea sind die Antreiber für die massive Zockerei in den Kryptowährungen. Hunderttausende von jungen Leuten, die oft keine Job-Perspektiven haben, versuchen damit schnell reich zu werden. So sind zahlreiche Handelsplattformen entstanden, die sich als „Kryptobörsen“ präsentieren. Aktuell sieht man: Trotz Hackerangriff und mehr Regulierung kann die große Zockerei in den Kryptowährungen weitergehen. Wir möchten auf zwei wichtige Ereignisse eingehen.

Japan

Den gigantischen Hackerangriff auf die Handelsplattform „Coincheck“ hatten wir am Freitag und gestern besprochen. Dadurch ist die Verunsicherung natürlich groß. Die 260.000 Nutzer erhalten offensichtlich den Großteil ihrer gestohlenen Kryptowährungen (in diesem Fall „NEM“) von Coincheck erstattet.

Coincheck hat nun veröffentlicht, dass die japanische Finanzaufsicht Auflagen erteilt hat, was der Anbieter umzusetzen hat. Und wenn man sich diese Maßnahmen/Auflagen durchliest, findet man nichts, was die große Zockerei der Anleger blockieren oder einschränken wird. Es sind Vorgaben wie das Herausfinden der Hintergründe rund um den Hackerangriff, die Verbesserung der internen Kontrollsysteme, und die Implementierung von Maßnahmen, um zukünftig so etwas zu verhindern. Zitat Coincheck:

Coincheck, Inc. received an order to improve business operations from the Financial Services Agency based on the Payment Services Act defined in Article 63-16 in response to the illicit transfer of the cryptocurrency NEM following a breach of our platform. We earnestly accept the terms of the order and vow to re-examine our business practices while simultaneously striving to make all facts involved in this case clear, discover the root cause of the breach, safeguard our customers, and develop stronger and more effective measures for system risk management and prevention of similar events in the future.

I. Contents of Order to Improve Business Operations

1. Investigation of the facts and causes surrounding this case
2. Proper support of your customers
3. Strengthening of current measures to manage system risk
4. Creation of new measures for system risk management and prevention of similar events in the future in addition to making it clear where responsibility lies for different risks
5. A written report regarding items 1 though 4 to be turned in by Tuesday, February 13, 2018

Also findet man hier nichts, was den Kundenhandel an sich beeinflussen würde. Mehr technische Sicherheit bei den Plattform-Anbietern kann ja nur positiv für die Kunden sein. Mehr Sicherheit in dieser Hinsicht dürfte sogar noch mehr Zocker anlocken.

Südkorea

Gerade beim Zocker-Hotspot Südkorea war es in den letzten Wochen immer auf der Kippe, ob es ein Totalverbot von Kryptowährungen gibt, oder nur ein bisschen mehr an Regulierung. Letzte Woche hatte die Finanzaufsicht ihren Maßnahmenkatalog veröffentlicht, der heute in Kraft tritt. Bis jetzt sind keine weiteren Maßnahmen dazu gekommen. Dabei fällt auf: Den Behörden in Südkorea scheint es gar nicht so sehr um den Schutz der Kunden zu gehen, denn deren Schutz erwähnt man nicht wirklich. Es geht den Behörden offenbar in erster Linie darum, dass der Zugriff der Steuerverwaltung auf die Handelsgewinne verbessert wird.

So ist die Maßnahme am Wichtigsten, dass Zocker mit ihren Klarnamen identifiziert werden müssen. Banken werden dazu verpflichtet. Auch sollen „auffällige“ Transaktionen gemeldete werden im Sinne von Geldwächsebekämpfung – also etwas, das bei normalen Bankgeschäften auch schon weltweit Standard ist. In ihrem Fazit mit den gewünschten Effekten der Maßnahmen schreibt die koreanische Finanzaufsicht ganz klar: Es gehe um die Bekämpfung der Kriminalität, Steuerhinterziehung und Geldwäsche. Von mehr Kundenschutz oder dem Beschränken des Handels war nicht die Rede!

Einige Banken in Südkorea meldeten in den letzten Wochen, dass sie aus dem Krypto-Geschäft ganz aussteigen. Aber einen landesweiten Banken-Boykott zu Kryptowährungen gab es nicht. Also kann die große Zockerei grundsätzlich auch in Südkorea weitergehen. Probleme bekommen wohl in Zukunft einige Zocker in Südkorea, die noch nie etwas von Steuererklärungen gehört haben.

Langfristig gut für Kryptowährungen

Unsere Meinung: Vielleicht kommt es in Südkorea zunächst zu einem Abflauen des Krypto-Hypes, weil eine gigantische Masse von Zockern sich erst einmal legitimieren muss. Vielleicht verlieren einige auch die Lust am Traden, wenn ihre Klarnamen bekannt sind. Wer weiß das schon so genau. Aber langfristig sollte diese Regulierung doch einer breiteren Masse an Zockern ein Stück weit mehr Vertrauen geben in den Handel mit Kryptowährungen – auch wenn dieses Vertrauen nur ein ganz oberflächliches Gefühl ist. Zum Problem können langfristig viel eher diese lästigen Hackerangriffe werden, wenn sie sich häufen. Online-Diebstähle von Krypto-Konten scheinen für die Trader ein viel ernsteres Problem zu sein als einfache staatliche Standard-Regulierungen in einigen Ländern!

Großer Neukundenbonus der actior AG


„Gamer“ in Seoul. Vielleicht gibt es da eine große Überschneidung mit der Zocker-Community für Kryptowährungen! Foto: by Hachimaki – https://www.flickr.com/photos/robfahey/146145429/ (CC BY-SA 2.0)

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Es gibt tausende verschiedene Kryptowährungen, doch keine kann es bis heute mit Bitcoin aufnehmen. 65 Prozent der gesamten Marktkapitalisierung von mehr als 5.500 Kryptowährungen entfällt auf Bitcoin. Doch in China, wo ohnehin schon ein enormer Marktanteil auf digitales Bezahlen mittels Handy-Apps entfällt, entsteht jetzt eine Kryptowährung, die es mit Bitcoin aufnehmen könnte, ohne mit Bitcoin viele Gemeinsamkeiten zu haben.

Bitcoin und Co. sind bei Chinas Machthabern verpönt, da sie schwer zu kontrollierende Kapitalflüsse darstellen. Da es keinen freien Kapitalverkehr zwischen China und der Welt gibt und auch im Inland am besten alle Zahlungsflüsse kontrolliert werden sollen, standen Kryptowährungen lange auf der Abschussliste. Mining-Farmen galten sogar als im Land unerwünschte Branchen, Farmen wurden ab Januar 2018 geschlossen und Bitcoin selbst wurde ab Dezember 2013 schrittweise verboten. Ab September 2017 ist der Betrieb von Tradingplattformen für Kryptowährungen untersagt.

Inzwischen hat sich die Meinung etwas geändert. Bestehende Kryptowährungen sind noch immer verpönt. Doch die Staatsführung hat erkannt, dass Kryptowährungen wie Bitcoin perfekt nachvollziehbare und bis in alle Ewigkeit gespeicherte Zahlungsmittelflüsse abbilden, wenn bekannt ist, wem welche Wallet gehört. Staatlich kontrollierte Kryptowährungen wären somit das perfekte Überwachungsinstrument.

Chinas Bitcoin-Alternative heißt DCEP

Daher hat sich die Stimmung in der Führung inzwischen merklich gewandelt. Im November 2019 fand sogar ein Blockchain-Gipfel in China statt. Ziel ist die Erforschung und Entwicklung einer eigenen, chinesischen Alternative zu Bitcoin. Inzwischen begann bereits ein Pilotprogramm in vier Städten mit einer digitalisierten Version der staatlichen Währung Renmbini, genannte DCEP. Für die chinesischen Bürger entfallen dabei alle Vorteile, die klassische Kryptowährungen bieten, ohne dass die staatliche Kryptowährung dafür im Tausch neue Vorteile gegenüber zum Beispiel Bitcoin böte. Eine digitalisierte Form der staatlichen Währung können die Menschen schließlich bereits mit zum Beispiel Alipay oder WeChat nutzen.

Um die neue staatliche Währung unter die Menschen zu bringen, bedient sich die Regierung daher eines Tricks: Staatliche Leistungen werden in der neuen Kryptowährung ausgezahlt, was die Menschen dazu zwingt, diese neue Währung auch einzusetzen. Damit hat die Regierung auch die Möglichkeit, die neue Kryptowährung im Rekordtempo zu einem global unerreichten Marktanteil zu verhelfen. In letzter Konsequenz könnten z.B. Steuerzahlungen als Kryptowährung gefordert werden, was dann jeden chinesischen Steuerzahler zwänge, die Währung nicht nur einzusetzen, sondern auch einzunehmen.

In China ist die Bevölkerung bereit für digitale Zahlungsabwicklung

Schon ohne staatlichen Zwang werden 16% des chinesischen Bruttoinlandsprodukts mit Alipay und Co. abgewickelt, also privaten Handy-Apps. Mit staatlichem Zwang ließe sich der Anteil des digitalen Renminbi sicherlich auf noch deutlich größere Anteile heben. Damit bestünde für China dann auch die Möglichkeit, internationale Transaktionen ohne die Nutzung westlich dominierter Systeme wie Swift oder den Umweg über den US-Dollar abzuwickeln. Schon heute können chinesische Touristen in Westeuropa mit chinesischen Apps bezahlen. Künftig könnten zum Beispiel auch vom Westen sanktionierte Staaten wie der Iran auf die chinesische Bitcoin-Alternative umschwenken.

Ziel des digitalen Renminbis ist, dass er ohne Bankkonto auskommt. Die Wallet ist in diesem Fall das Konto. Noch immer gibt es in China 225 Millionen Menschen ohne Bankkonto. Gleichzeitig gibt es aber mehr Mobilfunkverträge als Einwohner. Die chinesische Bitcoin-Alternative wäre insofern ein Entwicklungsprogramm, das hunderten Millionen Menschen erstmals Zugang zu einem kontoähnlichen Produkt böte.

DCEP hat wenig Gemeinsamkeiten mit Bitcoin und Co.

Mit den von Krypto-Fans propagierten Vorteilen einer Kryptowährung hat DCEP natürlich fast nichts mehr gemeinsam. DCEP ist vollständig staatlich kontrolliert, die Geldmenge ist prinzipiell unbegrenzt und es gibt keine Blockchain. Insofern hat DCEP mehr mit Handy-Payment-Apps gemeinsam als mit Bitcoin und Co.

Sollte sich DCEP jedoch durchsetzen, stünde die Frage im Raum, wozu es die technisch deutlich aufwendigeren Kryptowährungen überhaupt noch braucht. Zweifelsohne verbrauchen die meisten Kryptowährungen Unmengen an Strom, um die kryptographischen Berechnungen durchführen zu können, die für den Betrieb der Blockchains erforderlich sind. Am Ende könnte also eine digitale Währung, die mit Kryptowährungen kaum etwas gemeinsam hat, den Stern der Kryptowährungen zum Sinken bringen.

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