Krypto-Währungen

Zu viele negative Ereignisse Kryptowährungen: Großanleger ohne Glaube an Mainstream-Zukunft

Es waren einfach zu viele Skandale, und jetzt noch FTX. Großanleger verlieren den Glauben an eine Mainstream-Zukunft der Assetklasse.

Coins auf einem Laptop

Mit den Kryptowährungen war es lange Zeit so eine Sache. Dahinter steht nichts – anders als zum Beispiel bei einer Aktie in Form von Fabriken und Produkten. Aber je beliebter die Kryptos im Lauf der Jahre bei Privatanlegern wurden, je stärker die Kurse jahrelang stiegen, je mehr Geschäft damit gemacht wurde, desto mehr fühlten sich Institutionelle Anleger und Anbieter dazu verleitet auf den Zug aufzuspringen. Aber die jüngsten Krisen am Kryptomarkt haben das Vertrauen in Kryptowährungen immer mehr zerstört. Und nun hat der Bankrott der Krypto-Börse FTX dem Absturz der Branche noch die Krone aufgesetzt. Im Chart sehen wir in den letzten zwölf Monaten den großen Absturz. Binance Coin -55 %, Ether -72 %, Bitcoin -74 %, FTX-Token -97 %.

Das Ende der Euphorie – Großanleger sehen Kryptowährungen skeptisch

Institutionelle Anleger hatten schon vor der vergangenen Woche eine Abneigung gegen Kryptowährungen. Der plötzliche Niedergang von Sam Bankman-Frieds FTX.com könnte die Aussichten der Anlageklasse, in Mainstream-Portfolios aufgenommen zu werden, jedoch dauerhaft zerstört haben, so Bloomberg. Zwar gibt es nach wie vor viele eingefleischte Anhänger solcher Vermögenswerte. Viele professionelle Fondsmanager sind jedoch der Meinung, dass die Argumente für Kryptowährungen als Portfolio-Diversifizierer oder digitales Gold entkräftet wurden. Die Verluste seien zu groß und die Marktstruktur zu riskant, heißt es.

“Es ist klar geworden, dass sie in der institutionellen Vermögensallokation keinen Platz finden werden”, sagt Hani Redha, ein Multi-Asset-Portfoliomanager bei Pinebridge Investments in London. “Es gab eine Zeit, in der sie als eine potenzielle Anlageklasse betrachtet wurden, die jeder Investor in seiner strategischen Vermögensallokation haben sollte. Das ist jetzt völlig vom Tisch.”

Entwicklung verschiedener Kryptowährungen seit November 2021

Die Implosionen und Skandale der letzten Monate haben die Hauptargumente der Krypto-Befürworter zunichte gemacht und die Vorstellung von Bitcoin als sicherem Hafen in turbulenten Zeiten nahezu zerstört. Keines dieser Ereignisse – vom Zusammenbruch von TerraUSD bis zum Konkurs von Celsius – war so vernichtend wie die Enthüllung, dass sogar FTX unsolide war. Die Börse galt in der Kryptobranche bis vor kurzem als einer der renommiertesten Namen.

Der Zusammenbruch von FTX “wirft Fragen über die Lebensfähigkeit des Krypto-Ökosystems auf”, sagte Salman Ahmed, Chef-Investmentstratege der Fondsgesellschaft Fidelity International, die von London aus 646 Milliarden Dollar verwaltet. “Es war schon immer schwierig, ein Argument für die Einbeziehung von Kryptowährungen zu finden. Jetzt ist das System aber noch mehr unter Druck geraten.” Fidelity brachte im Februar ein börsengehandeltes Bitcoin-Produkt auf den Markt, das sich an professionelle europäische Anleger richtet. Es hat seit seiner Einführung etwa 55% verloren.

Alte und neue Prognosen für den Bitcoin

Im Januar schätzte Bridgewater, dass 5% der Bitcoins von institutionellen Anlegern gehalten wurden. Überschwängliche Vorhersagen waren damals überall zu hören. Der Stratege Nikolaos Panigirtzoglou von JPMorgan Chase & Co. schrieb, dass Bitcoin theoretisch langfristig 146.000 Dollar erreichen könnte, indem es Gold verdrängt. Eine Umfrage von PWC vom April ergab, dass 42% der Krypto-Hedgefonds vorhersagten, dass Bitcoin bis Ende 2022 bei 75.000 bis 100.000 Dollar notieren würde.

Jetzt sind die Ansichten der Anleger zurückhaltender. Panigirtzoglou sagte letzte Woche in einer Analyse, dass Bitcoin die Tiefststände des Sommers von 13.000 Dollar wieder erreichen könnte. Bitcoin wurde am heutigen Montag unter 17.000 Dollar gehandelt. “Das Argument, zur Diversifizierung in Kryptowährungen zu investieren, ist schon seit einiger Zeit tot”, sagte er in einem Interview.

Der Bitcoin ist indessen schon vielfach abgestürzt und hat sich wieder erholt. Einige Verfechter der Digitalwährung sind der Meinung, dass die Hybris aus dem Markt herausgespült werden und die Branche schließlich reifen wird. Die Schwierigkeiten von FTX könnten etablierten Unternehmen mit einer Erfolgsbilanz im Risikomanagement wie Nasdaq Stock Market und CBOE Global Markets Inc. sogar zugute kommen, schrieb Analyst Mike Cyrys von Morgan Stanley.

Für Mark Dowding, Chief Investment Officer bei BlueBay Asset Management, ist das Argument, dass Bitcoin eine digitale Version von Gold werden könnte, nicht stichhaltig. Es sei nur eine Frage der Zeit, bis noch mehr Investoren abspringen und die Krypto-Preise wieder einbrechen. “Es hätte klar sein müssen, dass eine Branche, die nichts produziert, Geld verbrennt und verlockende Renditen bietet, zum Scheitern verurteilt ist”, sagt Dowding.

FMW/Bloomberg/Chart TradingView



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2 Kommentare

  1. Der Kryptomarkt wird’s überleben?
    Wie der Allseits Beliebte Dirk Müller vor Jahren refferrierte.
    Bitcoin ist eine Erfindung und Entwicklung und der Anfang.
    Sehen wir mal was passiert.
    Ein dubioser nicht bekannter Mann, hätte das Entwickelt und damit angefangen.
    Lächerlich.
    Der Innere Wert ist ein Halleluja, und das bei 1000. sente Kryptowährungen.
    So schaut Währungsliberallität aus.
    Such dir die Währung aus.
    Macht alles Liberal, Freiheit für Einstürtzende Neubauten.
    Hinterher hat man die Freiheit ein besseres Haus zu kaufen.
    Nur, kann man dann nicht mehr.
    Das Negative im Menschen wird bei allen Versuchen, die beste Aller Welten zu schaffen immer einen Weg finden………..
    Das Positive im Menschen ist Gemeinsinn in der Not……….

  2. Ich betrachte die Coins wie Aktien. Stellen sie etwas her und oder erbringen sie eine Dienstleistung?
    Einige wenige ja. Diese werden sich mit den Jahren etablieren. Es wird eine neue Welle mit reiferen Produkten entstehen. Verhindern würde dies nur ein wirtschaftlicher Rückgang großen Ausmaßes. Wenn die Energie-, Wasser- und Nahrungsmittelversorgung nicht mehr gesichert ist, entfallen die oberen Ebenen der Bedürfnispyramide. Das gilt dann auch für Aktienunternehmen.

    Zweitens lag hier, neben Betrug und Korruption, ein klassischer Bankrun vor, welcher nicht gestoppt wurde. Schauen wir mal auf die Ergebnisse der Zentralbanken, so sollten wir erkennen, dass es sich bei den Zauberern, auch nur um „ den alten Mann hinter dem Vorhang“ handelt.

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