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Krypto-Währungen

Kryptowährungen: Sind 10.000% Wertsteigerung realistisch?

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Beispielbild für Kryptowährungen

Manche Kryptowährungs-Fans gehen davon aus, dass sich die Marktkapitalisierung der Kryptowährungen in zehn Jahren verzehn- bis verhundertfachen wird. Ist das realistisch und was folgt daraus für Sie als Anleger oder Trader? Eine Verzehnfachung halte ich für denkbar. Wir reden dann von 2,2 Billionen US-Dollar Wert aller umlaufenden Kryptowährungen. Alles, was darüber hinausgeht, wird jedoch absurd. Insbesondere die genannte Verhundertfachung auf dann 22 Billionen US-Dollar. Setzen wir doch diese Summe einmal ins Verhältnis. Die vorhandene Marktkapitalisierung aller Kryptowährungen können wir vergleichen mit der Geldmenge M0 aller Staaten dieser Erde. Die beläuft sich grob geschätzt auf fünf bis sieben Billionen US-Dollar. Bei einer Verhundertfachung der Marktkapitalisierung wären also Tokens im Umlauf, die den Wert allen weltweit umlaufenden Bargeldes um den Faktor drei übersteigen.

10.000% Wertzuwachs sind möglich – bei Hyperinflation der nationalen Währungen

Ist es überhaupt denkbar, dass Kryptowährungen so stark im Wert zulegen und gleichzeitig so allumfassend verfügbar sind? Natürlich! Da der Wert der Kryptowährungen in einer etablierten Landeswährung wie dem US-Dollar gemessen würde, müsste letzterer nur um den Faktor 100 abwerten, damit die Marktkapitalisierung der Kryptowährungen (auf diese Risiken sollten Anleger achten) ebenfalls verhundertfacht wird. Doch die Kaufkraft wäre dann identisch wie heute. Was die Fans jedoch meinen, ist eine Wertsteigerung um den Faktor 100. Und die ist meiner Ansicht nach unmöglich. Was würde passieren, wenn die weltweite Geldmenge vervierfacht würde? Es käme zu einer starken Geldentwertung. Kryptowährungen können in zehn Jahren nicht 100 mal wertvoller sein als heute, wenn das einer Vervierfachung der weltweiten Geldmenge M0 gleichkäme. Einzige Ausnahme: Die Weltwirtschaft wächst im kommenden Jahrzehnt im Gleichschritt mit der Geldmenge, was jedoch unwahrscheinlich ist.

Proof-of-work-Konzept macht Kryptowährungen zu teuer

Es kommen noch ein paar weitere Probleme auf die Bitcoin-Economy zu, jedenfalls, solange teure Proof-of-work-Konzepte wie eben bei Bitcoin angewendet werden. Immanenter Bestandteil vieler Kryptos ist der Fakt, dass bei zunehmender Rechenleistung im System der Aufwand für die Erzeugung neuer Blöcke, mit denen Transaktionen bestätigt werden, steigt. Bei zunehmenden Wert der einzelnen Token wird es also attraktiver, Rechenkapazität zum Netzwerk hinzuzufügen und neue Blöcke an die Blockchain anzuhängen, um die Transaktionsentgelte der damit bestätigten Transaktionen, bezahlt in Token, zu vereinnahmen. Durch die zusätzliche Rechenkapazität steigt jedoch der Aufwand, was die Profitabilität wiederrum reduziert. Am Ende wird mit deutlich größerer Rechenleistung und damit zu deutlich höheren Kosten der gleiche Nutzen erzielt.

Die Auswüchse dieses Hochrüstens sind schon heute zu bemerken. In Texas wird derzeit eine Miningfarm geplant, die nicht weniger als ein Gigawatt elektrischer Leistung benötigen soll. Die Leistung eines Kernkraftwerkblocks soll also für das Berechnen von Blockchains verbraten werden, die derzeit noch praktisch keinerlei Akzeptanz als Zahlungsmittel haben. Wo soll das enden, wenn erst einmal Token im Umlauf sind, die den Wert umlaufenden nationalen Bargelds um den Faktor drei übersteigt?

Die Zahl der Kryptowährungen ist beliebig vermehrbar

Ein Argument von Krypto-Fans ist, dass bis zur weiten Verbreitung von Kryptos im Zahlungsverkehr Lösungen für das Problem gefunden werden können. Das Problem dabei: Diese Lösungen bedingen neue Kryptowährungen, und seien es auch nur Abspaltungen bereits bestehender Währungen. Bitcoin Cash, Diamond, Gold, Private und SV entstanden durch solche Abspaltungen. Wenn es jedoch neuer Kryptowährungen bedarf, um die sich aus den aktuellen Kryptowährungen ergebenden Probleme zu lösen, die den massenhaften Einsatz im Zahlungsverkehr erst zu ermöglichen, warum sollten dann die aktuellen Kryptowährungen im Wert weiter massiv zulegen? Welchen Nutzen hätten sie in zehn Jahren, wenn neue Kryptowährungen ihren Platz im internationalen Zahlungsverkehr gefunden haben?

Das Fan-Szenario für Kryptos ist in sich unschlüssig

Zwei weitere Probleme ergeben sich aus obigen Überlegungen: Wenn Kryptowährungen in den kommenden Jahren weiter massiv an Wert zulegen würden, welchen Sinn würde es dann machen, die Währungseinheiten schon heute auszugeben? Wer annehmen muss, dass das Geld morgen mehr wert ist als heute, gibt es nicht aus, sondern hortet es. Wenn jedoch die Token gehortet und nicht ausgegeben werden, mangelt es am Umlauf. Händler, die Kryptos akzeptieren, aber kaum jemanden finden, der damit bezahlen will, werden die Akzeptanz wieder einstellen. Das Horten der Token beraubt den Kryptowährungsboom seiner Legitimität, nämlich der Idee, dass später einmal ein Großteil der Zahlungsströme mit Kryptowährungen abgebildet werden würde.

In genau die entgegengesetzte Richtung zeigt Problem Nummer zwei: Wenn durch einen simplen Fork, eine Abspaltung einer bestehenden Kryptowährung, eine neue Kryptowährung erschaffen werden kann, dann steigt die Geldmenge beliebig und vor allem schneller an, als die Warenmenge. Die mehr als 5.000 existierenden Kryptos zeigen bereits, wie schnell sich die Geldmenge durch zusätzliche Währungen erhöhen lässt. Das ungebremste Anwachsen der Geldmenge jedoch, das ist Hyperinflation. In diesem Fall hätten Händler keinen Grund, Kryptowährungen als Zahlungsmittel zu akzeptieren. Die Theorie, Kryptowährungen in der aktuellen Form könnten in wenigen Jahren etablierte Zahlungsmittel, vor allem aber deshalb deutlich wertvoller werden, ist in sich unschlüssig.

Fazit: Kryptowährungen sind ideal für Trader, wenig geeignet für Anleger

Was bedeutet das nun für Sie? Meiner Meinung nach sind Kryptowährungen ein ganz hervorragendes Tradinginstrument. Die hohe Volatilität macht schnelle und große Gewinne möglich. Als Anlageinstrument, das über Jahre in der Hoffnung auf große Wertsteigerungen im Anlage-Portfolio verbleibt, sehe ich Kryptowährungen hingegen nicht.

2 Kommentare

2 Comments

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    BrettonWood

    9. Januar 2020 14:47 at 14:47

    Wieso M0 ????? als Bemessungsgrösse ? M0 ist der Physische Bargeldumlauf + die Sichtguthaben der Geschäftsbanken bei der Nationalbank.

    die Phyischen Bargeld(welche zur Geldmenge M1 & M2) gehören nicht ebenfalls durch Kryptowährungen abgelöst würden?

    https://de.wikipedia.org/wiki/Geldmenge

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    Florian

    19. Januar 2020 12:38 at 12:38

    Der Autor zeigt, dass er sich über das Thema nicht hinreichend informiert hat. Es braucht keine „neuen Kryptowährungen“, um die Probleme von Transaktionskosten und Ressourcenverbrauch zu lösen.
    Es gibt bereits eine ganze Reihe von Kryptowährungen, die superschnell, ressourcensparend und kostengünstig als Zahlungsmittel verwendet werden können.
    Diese Kryptowährungen basieren nicht auf Proof-of-Work, sondern nutzen andere Konsensmethoden, beispielsweise Delegated-Proof-of-Stake oder den Tangle.
    Hier handelt es sich auch nicht um irgendwelche Nischenprodukte, sondern um gut etablierte Projekte, teilweise mit Marktkapitalisierungen über einer Milliarde USD. Ich rede da beispielsweise von EOS, Tron (TRX) und IOTA.
    EOS und TRX sind zudem auch noch als Plattform für Smart Contracts nutzbar und ich denke, dass im Konzept der Smart Contracts viel Zukunft liegt, wenn wir beispielsweise an Internet der Dinge, Maschine-zu-Maschine-Transaktionen, Cloud Working und Smart Cities denken.

    Aber auch für Bitcoin (BTC) wird es weiter Verwendung geben. Die angesprochenen Probleme können durch Off-Chain-Lösungen wie das Lightning Network einfach behoben werden. Die Lösungen existieren bereits. Da brauchen wir nicht 10 Jahre warten.

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Bitcoin

Warum der Goldpreis zusammen mit Aktien und Bitcoin fällt – der Überblick

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Beispielbild für Gold Barren

Der Goldpreis ist jüngst gemeinsam mit den Aktienmärkten in den Keller gerauscht. Dabei sah es lange Zeit gar nicht mal so schlecht aus. Im folgenden Chart haben wir den Goldpreis in rot-grün übereinander gelegt mit dem Dow 30 auf CFD-Basis. Man kann den Aktiencrash beginnend ab dem 21. Februar gut erkennen. Zeitweise konnte der Goldpreis während des Crash seitwärts laufen, und zeitweise ist er sogar auf über 1.700 Dollar angestiegen von 1.575 Dollar Mitte Februar. Also, Gold konnte gut dagegen halten, während die Aktien richtig übel gecrasht sind. Aber vor allem zuletzt konnte der Goldpreis dann nicht mehr stand halten.

Risk Off funktioniert derzeit nicht, Goldpreis fällt mit nach unten

Trotz Absturz steht Gold immer noch gut da. Wo der Dow in den letzten Tagen 24 Prozent verloren hat, da hat der Goldpreis im selben Zeitraum nur 1,5 Prozent verloren. Man kann also immer noch von einer Stabilität im Gold sprechen, obwohl der Preissturz vor allem gestern kurzfristig deutlich ausfiel, mit einem Rückfall von 1.635 auf 1.560 Dollar. Aktuell notiert der Goldpreis bei 1.583 Dollar, und zeigt sich zusammen mit den Aktienkursen über Nacht kurzfristig ganz leicht erholt, nachdem die Federal Reserve gestern eine Abend eine Mega-Cash-Injektion in den Repo-Markt bekannt gab.

Wie Markus Fugmann (hier sein Marktkommentar von heute früh) es in einem Wort ausdrückt: Es geht um Deleveraging! Es ist also eine Enthebelung der Märkte. Viel wurde auf Kredit gezockt, und solche Marktmodelle sind die letzten Tage wohl oft brutal kollabiert. Die Trader, vor allem Institutionelle, brauchen jetzt vor allem Cash. Das ist in Kurzform ausgedrückt der Grund, warum der Goldpreis derzeit nicht seine Funktion als sicherer Fluchthafen ausüben kann, und zusammen mit den Aktienmärkten gefallen ist, anstatt zu steigen. Vor allem am Terminmarkt gab es seit geraumer Zeit hohe Long-Positionen, von denen wohl jüngst viele Kontrakte glattgestellt wurden, um an Cash zu kommen. Aber wir möchten daran erinnern. Das Gesamtbild spricht weiterhin für Gold. Die Zinsen sinken weltweit weiter in den Keller, was Gold grundsätzlich attraktiver macht. Hier zur aktuellen Gesamtmarktlage von heute früh der Kommentar von Milan Cutkovic von Axitrader im Wortlaut:

Ein weiteres Mal heißt es am Tag danach Wunden lecken und einen klaren Kopf bekommen. Übersetzt in die Kursentwicklung dürfte es sich daher heute Morgen eher um eine technische Gegenbewegung nach den massiven Verlusten als um eine nachhaltige Erholungsrally handeln. Den DAX sehen wir aktuell rund 250 Punkte im Plus bei 9.410 Zählern. Die Spekulanten, die auf fallende Kursverluste gesetzt haben, wollen vor dem Wochenende noch ihre Gewinne verbuchen. Ein Ende des Abwärtstrends ist jedoch weiterhin nicht in Sicht, auch weil sich die Gesundheitskrise kurzfristig wahrscheinlich weiter verstärken dürfte, vor allem in den USA. Die Investoren in Europa sind außerdem von der Europäischen Zentralbank enttäuscht. Anders als in den Vereinigten Staaten entschied sich die neue Präsidentin Christine Lagarde gegen Zinssenkungen und signalisierte damit, dass es nun an den Regierungen in Europa sei, der aktuellen Krise mit Hilfe der Fiskalpolitik zu begegnen.

Also, ist heute (zumindest nach aktuellem Stand) ein Tag des Durchschnaufens angesagt nach dem gigantischen Absturz in den bisherigen vier Tagen dieser Woche? Das könnte auch eine kleine Erholung für den Goldpreis bedeuten. Bitcoin gilt natürlich nicht als Sicherer Hafen in Crash-Zeiten. Aber eigentlich hat sich in den letzten Jahren eine riesige Gemeinde von Tech-Freaks und Tradern zusammengetan (so wollen wir es mal salopp formulieren), um den Bitcoin und andere Kryptowährungen als eine Alternative zu bisherigen Assetklassen zu definieren. Eigentlich hätte von der Logik her auch eine Flucht von Aktien hin zum Bitcoin einsetzen können oder sollen? Aber nein, auch der Bitcoin ist gerade gestern übel in den Keller gerauscht. Auch hier haben Anleger wohl Kasse gemacht, um in diesen Crash-Zeiten Cash vorhalten zu können. Bitcoin fiel alleine gestern von 7.400 auf 4.300 Dollar (hier im Chartverlauf). Auch wenn sich der Kurs aktuell auf 5.509 Dollar erholt hat, so zeigt der gestrige Tag doch, wie anfällig die Kryptos sind!

Goldpreis vs Dow 30 seit Anfang Februar

Schweizer Franken und Staatsanleihen als Fluchthäfen

Der Goldpreis fiel zuletzt also. Gold als Sicherer Hafen konnte kurzfristig nicht funktionieren. Aber der Schweizer Franken als Fluchtwährung und Staatsanleihen haben in dem Sinne funktioniert. Die Anleger nutzen sie als vermeintlichen Hort der Sicherheit. Mit heute früh 1,0538 notierte der Euro gegen den Schweizer Franken so tief wie seit 2015 nicht mehr! Im Chart sehen wir EURCHF seit Oktober 2019. Der Franken wertet immer weiter auf. Seit 21. Februar, wo der Crash bei den Aktien begann, strömten die Anleger unter anderem auch in die deutschen Staatsanleihen. Die wichtigste Laufzeit mit zehn Jahren hatte dementsprechend am 21. Februar noch eine Rendite von -0,44 Prozent, und erreichte Anfang dieser Woche mit -0,90 Prozent ihr Allzeittief (Kaufdruck sorgt für steigende Kurse und damit folgerichtig für eine fallende Rendite). Aktuell zeigt sie sich etwas erholt auf -0,63 Prozent.

Euro vs Schweizer Franken seit Oktober

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Krypto-Währungen

Ripple, IOTA und CO – was unterscheidet die einzelnen Coins voneinander?

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Der Markt der Kryptowährungen hat sich in den vergangenen Jahren deutlich weiterentwickelt und es kamen mehr und mehr Währungen hinzu. Das änderte bisher nichts daran, dass der Bitcoin nach wie vor die unumstrittene Nummer 1 unter den Kryptowährungen ist. Dennoch besteht für Trader und Investoren inzwischen ein umfangreiches Angebot mit vielerlei Coins und Token.
So mancher Einsteiger stellt sich dabei jedoch die Frage, was für Möglichkeiten die einzelnen Kryptowährungen bieten und welche Unterschiede es zwischen diesen gibt. Der folgende Text liefert hierzu die Antworten auf verschiedene Fragen und hilft bei einer ersten, grundlegenden Orientierung.


Abbildung 1: Welche Kryptowährungen sind außer dem Bitcoin interessant? Die Auswahl ist nahezu endlos. Bildquelle: Thought Catalog / Unsplash.com

Einzelne Kryptowährungen im Überblick und Vergleich

Die Zahl der Bitcoin-Alternativen ist so unerschöpflich, dass ein Komplettüberblick kaum möglich erscheint. Aus diesem Grund werden mit Ripple, Ethereum und IOTA drei interessante Coins gezeigt:

1. Ripple

Der Bitcoin war der Einstieg in die Welt der Kryptowährungen und ist bis heute das Maß aller Dinge. Ripple hingegen kam erst später, sorgte aber für eigene, neue Maßstäbe im Bereich der Kryptowährungen. Seit 2012 gibt es Ripple und die Währung basiert dabei ebenso wie der Bitcoin auf der Blockchain.

Allerdings hatte Ripple von Beginn an ein klares Ziel: man will damit Zahlungsabläufe einfacher machen, die zwischen Banken und anderen Institutionen abgewickelt werden. Auch Kosten sollen sich durch den Einsatz von Ripple sparen lassen. Derartige Transaktionen sind derzeit nämlich (noch) ziemlich teuer und zudem auch zeitaufwändig.

Ripple unterscheidet sich allein durch den Umstand vom Bitcoin, dass die Währung für einen bestimmten Zweck geschaffen wurde. Eine öffentliche Blockchain gibt es hierbei nämlich nicht und es gibt auch kein dezentrales Hosting. Als normaler Benutzer besteht zudem keine Gelegenheit, Ripple zu minen.

Als pre-minded Kryptowährung wurden alle Coins – unter der Bezeichnung XRP – direkt mit der Erstellung der Blockchain ausgegeben. Ripple wird von Ripple Labs mit Sitz in San Francisco, USA entwickelt und dies erfolgt somit zentral.
Die Blockchain betreibt Ripple Labs eigenständig und arbeitet dazu mit einigen Partnern zusammen. Nach derzeitigem Stand ist Ripple die drittwichtigste Kryptowährung weltweit – man verfügt aktuell über eine Marktkapitalisierung von ungefähr 15,5 Milliarden US-Dollar.

Wer Ripple kaufen möchte, kann dies über viele gängige Kryptobörsen oder auch per CFD-Trading. Der Ripple Kurs hatte zuletzt wieder etwas an Wert verloren, nachdem es zu Beginn des Jahres 2020 erst einmal steil bergauf ging.

2. IOTA

Auch IOTA ist eine Alternative zum Bitcoin und verfolgt ebenso ein eigenes Ziel. Man will sich als Währung für das Internet der Dinge (englisch: Internet oft Things, IOT) etablieren und in diesem Zusammenhang auch als Kommunikationsmittel dienen. Anders als der Bitcoin setzt IOTA nicht auf eine Blockchain, sondern stattdessen auf eine Tangle. Diese bietet Vorteile bei der Skalierbarkeit und der Geschwindigkeit. Aktuell hat bereits der Konzern Bosch in IOTA investiert, zudem arbeitet die IOTA Stiftung auch mit Volkswagen zusammen.

Seit dem Jahr 2016 gibt es IOTA und das System soll hierbei vor allem Transaktionen zwischen Fahrzeugen, Geräten sowie Maschinen im Internet der Dinge möglich machen. Insbesondere die private Wirtschaft zeigte bereits anfangs großes Interesse an der Währung – dies trug auch dazu bei, dass die Währung mit Unterstützung großer Unternehmen vorangebracht wurde. Auch Jaguar, Fujitsu und weitere Konzerne waren daran beteiligt. Die Unternehmen erhoffen sich hierdurch eine sichere Infrastruktur für die Transaktionen zwischen unterschiedlichen Geräten.

IOTA basiert entweder auf Value Transactions oder Data Transactions – diese unterscheiden sich zwischen Wert- sowie Datenübermittlungen. Somit kann man mit Hilfe von IOTA sowohl bezahlen als auch Informationen übermitteln.

3. Ethereum

Auch Ethereum gibt es als Alternative zum Bitcoin – dabei ist diese Währung zur Zeit der wohl größte Konkurrenz für den Platzhirsch. Bei Ethereum handelt es sich um die zweitbeliebteste Kryptowährung der Welt – diesen Status konnte Ethereum bereits sieben Monate nach der Einführung im Sommer 2015 erreichen. Da gab es bereits eine Marktkapitalisierung von rund 500 Millionen US-Dollar.

Wenige Wochen später überschritt Ethereum die Grenze von einer Milliarde Dollar, heute sind es mehr als 32 Milliarden US-Dollar.
Großer Beliebtheit erfreut sich Ethereum vornehmlich bei Start-Ups. Diese agieren durch Initial Coin Offerings (ICO) und umgehen dadurch die Kapitalvergabe durch Banken und erhalten hierdurch ihr Kapital.

Eine Gemeinsamkeit zwischen Ethereum und Bitcoin besteht darin, dass es sich hierbei um digitale Währungen handelt, die nur online gekauft werden können. Zudem sind beide Währungen unabhängig von Banken und anderen öffentlichen Institutionen. Dennoch können Ethereum und Co. auch zum Bezahlen verwendet werden und sie sind in vielen Ländern als offizielle Zahlungsmittel zugelassen.

Ethereum unterliegt ebenfalls der Blockchain und wird dezentral verwaltet. Somit ist die Datenübertragung verhältnismäßig sicher und frei von Fälschungen möglich.


Abbildung 2: Der Bitcoin ist und bleibt die Nummer 1 und den Kryptowährungen. Bildquelle: @ Thought Catalog / Unsplash.com

Fazit: Alternativen zum Bitcoin gibt es einige

Nach wie vor ist der Bitcoin aktuell die beliebteste Kryptowährung – und das weltweit. Dennoch gibt es inzwischen auch viele andere Coins und Token, die als Alternativen in Frage kommen.

Durch Spezialisierungen sind diese teilweise nur für bestimmte Bereiche am Markt von großer Relevanz, können von Investoren und Tradern allerdings durchaus zum Handeln verwendet werden. Somit ergibt sich hieraus ein entsprechendes Potential und es lässt sich mit Ripple, IOTA und auch Ethereum Handel betreiben – oder aber die Währungen werden zum Bezahlen verwendet.

Die meisten Kryptowährungen basieren dabei auf der Blockchain, das gilt jedoch längst nicht für alle Angebote. IOTA arbeitet zum Beispiel mit einer Tangle, die jedoch auch wieder auf dem Prinzip einer Blockchain basiert.

Um mit Kryptowährungen zu handeln oder diese in den täglichen Alltag mit einzubeziehen, lohnt es sich letzten Endes durchaus, einen Blick über den Bitcoin-Tellerrand zu werfen und somit auch die Alternativen im Fokus zu haben.

Ripple, IOTA und Ethereum bieten hierbei – wie auch weitere Währungen wie Litecoin und Co. – ein durchaus großes Potential und entwickeln sich stetig weiter. Über Kryptobörsen besteht dabei die Gelegenheit, die einzelnen Währungen zu kaufen oder deren Kurse immer im Fokus zu behalten.

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Bitcoin

Bitcoin crasht: die Flut hebt alle Boote, die Ebbe zeigt, wer nackt badet

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Der Preis für Bitcoin ist vorhin in wenigen Minuten um -30% abgestürzt. Der Kurs der Kryptowährung sackte im Tief auf 5618 Dollar ab und erreichte damit den tiefsten Stand seit Mai 2019. Die Bewegung vollzog sich in wenigen Minuten (hier dazu der Chart von Bitcoin).

Eine klar benennbare Ursache dafür gibt es wohl nicht – es handelt sich vermutlich um den derzeit laufenden Enthebelungsprozeß. Investoren, die Bitcoin, aber auch andere Assets halten, müssen um Margin Calls etwa für ihre Aktienpositionen zuvorzukommen, Positionen schließen.

Wir erleben derzeit eine Liquiditätskrise: die Finanzkonditionen haben sich in kurzer Zeit dramatisch verschlechtert (aktuell so schlecht wie seit der Finanzkrise nicht mehr). Ergo: das Geld sitzt nicht mehr locker, Kredite werden weniger vergeben, Bonitäten spielen nach Jahren der Sorglosigkeit wieder eine Rolle. In diesem Sinne könnte man fast sagen: das Coronavirus zwingt die Finanzmärkte, sich mit der ökonomischen Realität zu konfrontieren.

Warren Buffett hat einst den Satz gesagt: „erst wenn die Flut verschwindet, sieht man, wer nackt gebadet hat“ („only when the tide goes out do you discover who’s been swimming naked“).

Und jetzt ist Ebbe – die Exzesse der vergangenen Jahre mit einer durch die Notenbanken ausgelösten Liquiditäts-Party erfahren derzeit eine Bereinigung. Nach dem Rausch folgt das Kopfweh, auch und nicht zuletzt bei Bitcoin.

Man wird nun alles versuchen (Politik und Notenbanken), um das Rad weiter am Laufen zu halten. Vielleicht muß Draghis legendärer Satz aus dem Jahr 2012 („Within our mandate, the ECB is ready to do whatever it takes to preserve the euro. And believe me, it will be enough“) sich nun irgendwie wiederholen. Die Finanzmärkte brauchen jetzt einen „game changer“, etwas, das die negative Dynamik beendet.

Ob Christine Lagarde dazu heute in der EZB-Pressekonferenz in der Lage ist? Vermögenswerte wie Bitcoin galten als eine Art sicherer Hafen gegen eine Krise des Finanzsystems. Nun aber zeigt sich, dass die Preise für Bitcoin nicht weniger fallen als die von klassischen Aktien oder anderen Risiko-assets. Kein so gutes Zeichen..

Bitcoin fällt heute in der Spitze fast 30%

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