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Europa

Kurzarbeit explodiert um 127%, Arbeitsmarkt insgesamt noch „robust“

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Kurzarbeit explodiert, Arbeitsmarkt insgesamt aber noch robust

Bevor wir uns dem Thema Kurzarbeit widmen, erst nochmal vorab die Gesamtdaten zum deutschen Arbeitsmarkt. Im Dezember lag die offizielle (!) Arbeitslosigkeit bei 2,23 Millionen oder 4,9%, nach 4,8% im November. Es geht also um einen leichten, geringfügigen Anstieg in der Arbeitslosigkeit. Rechnet man die versteckten Arbeitslosen (Kranke, in Weiterbildung befindliche Arbeitslose etc) mit ein, sind es tatsächlich 3,18 Millionen Arbeitslose oder 6,9%, was auch ein leichter Anstieg gegenüber November ist (6,8%). Hier ein kurzes Headline-Zitat aus Nürnberg von heute, auszugsweise:

Der Arbeitsmarkt zeigt sich weiter robust, Spuren der konjunkturellen Abschwächung sind jedoch erkennbar. Das Wachstum der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung setzt sich fort, wenn auch nicht mehr so stark wie in den Jahren zuvor. Die gemeldete Nachfrage nach neuen Mitarbeitern wird deutlich schwächer.

Arbeitsmarkt Daten für Dezember 2019

Kurzarbeit

Zum Thema Kurzarbeit ist es wichtig zu erwähnen, dass die offiziellen Daten der Bundesagentur für Arbeit (im heutigen Bericht auf Seite 13) immer mit zwei Monaten Verzögerung veröffentlicht werden. Bespricht sie also heute die Daten für den Arbeitsmarkt für den Monat Dezember, so wird beim Thema Kurzarbeit der Stand aus Oktober besprochen. Hier die wichtigste Aussage der Bundesagentur von heute im Wortlaut:

Nach vorläufigen hochgerechneten Daten der Bundesagentur für Arbeit wurde im Oktober an 84.000 Arbeitnehmer konjunkturelles Kurzarbeitergeld gezahlt, nach 74.000 im Vormonat und 37.000 im Vorjahr. Dabei waren Anstiege vor allem im Verarbeitenden Gewerbe zu verzeichnen. Auf Basis der bisher eingegangenen Anzeigen kann erwartet werden, dass die Zahl der Arbeitnehmer in konjunktureller Kurzarbeit in den nächsten Monaten weiter zunehmen wird.

Anhand aktueller Umfragedaten liegt die Anzahl der Arbeitnehmer in Kurzarbeit schon über 100.000, was ein logischer Anstieg wäre bei offiziell 84.000 zwei Monate zuvor. Aber schaut man nur auf die offiziellen Daten von Oktober 2019 im Vergleich zu Oktober 2018, so ergibt sich ein Anstieg von 127%. Tja, was tut man nun? Entweder ist es gut möglich, dass bei der aktuell gültigen maximalen Bezugsdauer von Kurzarbeitergeld von 12 Monaten die Arbeitslosigkeit in den nächsten Monaten stark ansteigt, wenn diese „versteckten Arbeitslosen“ auch tatsächlich offiziell arbeitslos werden. Oder Bundesarbeitsminister Heil setzt sich durch. Denn er wünscht sich eine Ausweitung der Bezugsdauer von Kurzarbeitergeld von 12 auf 24 Monate. Dann hätte man das Problem optisch auf das Jahr 2021 verschoben.

4 Kommentare

4 Comments

  1. Pingback: Meldungen und Nachrichten vom 3. Januar 2020 | das-bewegt-die-welt.de

  2. Avatar

    Stephan F.

    3. Januar 2020 15:13 at 15:13

    Und nicht vergessen, ca. 4,5 Mio. voll erwerbsfähige Menschen sind in Alg2 und zählen nicht zu den offiziellen Arbeitslosen!

  3. Avatar

    Koch

    3. Januar 2020 16:08 at 16:08

    Wäre es nicht richtiger,das Ortsschild umzudrehen und you’re hired durchzustreichen?Schliesslich werden demnächst mehr Arbeitskräfte frei als eingestellt!

  4. Pingback: Kurzarbeit explodiert um 127%, Arbeitsmarkt insgesamt noch „robust“ – Unser Geld- und Zinssystem

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Europa

BDI warnt vor Engpässen bei Lieferungen für deutsche Industrie

Der BDI fordert Hilfe der Bundesregierung – aber die wird wohl erst reagieren, wenn das Kind bereits in den Brunne gefallen ist..

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Der BdI (Bundesverband der Deutsche Industrie) warnt vor bald einsetzenden Lieferengpässen für die deutsche Industrie bei Lieferungen aus Fernost (vor allem natürlich China). Der BDI-Hauptgeschäftsführer Joachim Lang forderte heute die Bundesregierung auf „jetzt rasch wirtschaftspolitische Impulse für eine Belebung des Wachstums“ bereit zu stellen – womit vermutlich fiskalische Stimuli gemeint sind. So formuliert BDI-Hauptgeschäftsführer Lang im Wortlaut:

„Die deutsche Industrie fordert ein koordiniertes wirtschaftspolitisches Vorgehen der Bundesregierung. Neben dem Gesundheitsschutz muss die Politik ab sofort auch das wirtschaftliche Krisenmanagement in den Fokus nehmen. Die Unsicherheit über die Auswirkungen des Virus ist groß. Für die Konjunktur drohen spürbare negative Effekte.

Die Bundesregierung muss jetzt rasch wirtschaftspolitische Impulse für eine Belebung des Wachstums liefern. Erforderlich ist eine politische Einigung noch im ersten Vierteljahr. Die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft verdient mehr Aufmerksamkeit, als sie gegenüber parteipolitischen Fragestellungen erhält.

Aufgrund großer Unsicherheiten auf den Weltmärkten ist die Konjunktur in Deutschland schon schwach ins neue Jahr gestartet. Die Effekte der Epidemie erhöhen den Druck auf unsere Unternehmen zusätzlich.

Die Auswirkungen des Coronavirus sind in der globalen Wirtschaft und der exportorientierten deutschen Industrie deutlich zu registrieren. Die mehr als 5000 deutschen Unternehmen in China sind derzeit in Beschaffung, Produktion und Absatz stark eingeschränkt. In den kommenden Wochen rechnen mehrere Industriebranchen in Deutschland mit Engpässen bei Lieferungen aus Fernost, unter anderem Elektro, Automobil, Pharma und Papier.“

Erstaunlich ist, dass der Dax (vielmehr aber noch die Wall Street!) das bis zum letzten Wochenende irgendwie anders wahrgenommen hat – erst heute scheint sich die Schere zwischen fundamentaler ökonomischer Realität und Index-Kursen etwas zu verkleinern. Das gilt umso mehr für die US-Aktienmärkte – schließlich sind gerade die USA besonders abhängig von Zwischenprodukten, die aus China geliefert werden (und das viel stärker als Deutschland!). Bislang aber haben US-Verbände noch nicht ähnliche Warnungen heraus gegeben wie der BDI.

Dass die Bundesregierung, wie vom BDI gefordert, wirklich noch im ersten Vierteljahr reagieren wird, halten wir für überaus unwahrscheinlich. Der deutsche Finanzminister Olaf Scholz dürfte, beflügelt vom guten Abschneiden der SPD in Hamburg – wobei der SPD-Wahlsieger Tschentscher ausdrücklich auf den Auftritt von SPD-Granden aus Berlin wie eben Scholz verzichten wollte – lieber an der schwarzen Null festhalten und sich das Geld für die Rente von den kleinen deutschen Aktien-Sparern holen. Erst wenn das Kind dann schon in den Brunnen gefallen ist, dürfte die auf „Aussitzen“ spezialisierte deutsche Groko reagieren..

 

Die Forderung des BdI dürfte bei der Bundesregierung ins Leere laufen

Olaf Scholz und Angela Merkel. Foto: Sandro Halank, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

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Europa

Aktuell: ifo Index etwas besser

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Der ifo Index (wichtigstes deutsches Konjunkturbarometer) für den Monat Februar liegt bei 96,1 Punkten (Prognose war 95,3; Vormonat war 95,9).

Die aktuelle Lageeinschätzung liegt bei 98,9 (Prognose war 98,6; Vormonat war 99,1).

Die Geschäftserwartung liegt bei 93,4 (Prognose war 92,2; Vormonat war 92,9).

Dazu kommentiert ifo: Deutsche Wirtschaft scheint von Entwicklung durch Coronvirus unbeeindruckt (FMW: das dürfte sich nun geändert haben!); derzeit erwarten wir Wirtschaftswachstum von +0,2% im ersten Quartal; im Handel und bei Bau hat sich Stimmung verschlechtert

Der ifo Index ist das wichtigste Barometer für die deutsche Wirtschaft

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Europa

Verbraucherpreise in Eurozone: Kurzfristig sogar deflationär!

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Die europäischen Statistiker haben heute die ausführlichen und endgültigen Daten für die Verbraucherpreise im Januar veröffentlicht. Für die Eurozone sind sie im Jahresvergleich mit +1,4% nun den dritten Monat in Folge gestiegen, von +0,7% im Oktober. Im weniger wichtigen Monatsvergleich, da gibt es ein überraschendes Minus der Verbraucherpreise von -1,0%.

Im Monatsvergleich reißen die „Industriegüter ohne Energie“ den Schnitt mit -3,4% am Stärksten in den negativen Bereich. Im wichtigeren Jahresvergleich wird der Schnitt gestützt durch angesprungene Verbraucherpreise für Energie, die gegenüber Dezember von +0,2% auf +1,9% gestiegen sind. Hier möchten wir erneut warnen, wie schon seit mehreren Tagen. Der Ölpreis ist die letzten Wochen massiv gesunken. Daher könnten die Verbraucherpreise für Februar wieder einen Schwächeanfall erleiden.

Im folgenden Chart sehen wir den deutlichen Absturz im Monatsvergleich von Dezember auf Januar.


source: tradingeconomics.com

Verbraucherpreise der Eurozone im Januar

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