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Kurzarbeit: Von 0 bis 99 Prozent – so schlimm sind einzelne Branchen betroffen

Claudio Kummerfeld

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am

Die Gastronomie ist extrem hart getroffen, Kurzarbeit hilft

Letzte Woche wurde die Schocknachricht der Bundesagentur für Arbeit veröffentlicht. Arbeitgeber haben im Zuge der Coronakrise für mehr als 10 Millionen Arbeitnehmer Kurzarbeit beantragt. Ob dann auch letztlich exakt so viele Arbeitnehmer dieses Stützungsinstrument erhalten werden, ist unklar. Aber es dürfte wohl ungefähr diese Größenordnung sein. Heute liefert das ifo-Institut anhand einer aktuellen Umfrage Details dazu, welche Branchen wie stark von Kurzarbeit betroffen sind.

Pharma gar nicht von Kurzarbeit betroffen, Gastro und Hotels aber fast vollständig

Die aktuellen Daten würden „alle Zahlen“ aus der Finanzkrise 2009 schlagen, so ifo. Die Kurzarbeit treffe Beschäftigte in fast allen Branchen in Deutschland. Spitzenreiter sind die Gastronomie mit 99 Prozent der Betriebe und die Hotels mit 97 Prozent. Besonders betroffen ist auch die Schlüsselbranche Automobilbau mit 94 Prozent der Firmen. Der Durchschnitt liegt bei 50 Prozent. Die Pharmabranche repräsentiert das andere Ende der Skala, wo zu 0 Prozent das Instrument der Kurzarbeit genutzt wird, so ifo. Hier mehr Details der Umfrage im Wortlaut:

In der Luftfahrt fahren 91 Prozent der Betriebe Kurzarbeit, bei den Reisebüros und Reiseveranstaltern 90 Prozent der Betriebe. 98 Prozent der Lederwarenhersteller haben Kurzarbeit und 96 Prozent der Hersteller von Bekleidung. Aber auch kreative, künstlerische und unterhaltende Betriebe stecken mit 82 Prozent drin, Betriebe des Sports (Bäder, Golfclubs, Fitness-Studios, Freizeit- und Vergnügungsparks) zu 81 Prozent.

Gleichzeitig wird in einigen wenigen Branchen vergleichsweise wenig kurzgearbeitet. In der Chemie sind es 30 Prozent, bei den Herstellern von Nahrungs- und Futtermitteln 21 Prozent, im Gesundheitswesen 14 Prozent, in Anwaltskanzleien, bei Steuerberatern und Wirtschaftsprüfern 3 Prozent. Gar keine (0 Prozent) Kurzarbeit melden die Energieversorger, Betriebe der Abwasserentsorgung und die Hersteller von Medikamenten.

Ein Vergleich der Bundesländer zeigt Unterschiede beim Anteil der Kurzarbeit. Am stärksten betroffen sind Bayern mit 54 Prozent und Baden-Württemberg mit 53 Prozent. Am Ende der Skala liegen die drei mitteldeutschen Länder Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt mit 43 Prozent sowie Rheinland-Pfalz und das Saarland mit 39 Prozent.

Kurzarbeit Details vom ifo-Institut

Kurzarbeit bei Dienstleistungsbetrieben

5 Kommentare

5 Comments

  1. Avatar

    thinkSelf

    5. Mai 2020 10:16 at 10:16

    Erschreckend ist das auch in der Nahrungs- und Futtermittelindustrie signifikant kurzgearbeitet wird. Das zeigt das die angerichteten Schäden noch viel größer sind, als selbst von Pessimisten angenommen.

  2. Avatar

    asisi1

    5. Mai 2020 11:19 at 11:19

    Hier von einem Sozialstaat zu reden, hat sich eigentlich erledigt, nachdem Politiker den Banken Sozialhilfe zugesagt haben!
    Wer so etwas tut, hat mit dem Volk oder deren Leben nichts gemein.

  3. Pingback: Meldungen und Nachrichten vom 5. Mai 2020 | das-bewegt-die-welt.de

  4. Avatar

    globalvoterorg

    5. Mai 2020 11:45 at 11:45

    Die frappierende Situation, ist die euphorische Unverantwortlichkeit der politischen Führung. Sie war schon vor Corona überbewertet, schlägt sich, aber noch selber, in der Krise. Das Publikum schaut weg oder versteht es, einfach, nicht! Die GROKO steigt, wieder!
    Die EU fällt auseinander. Die neue Chefin, v.d.L., beweist das Peter Prinzip. Null „lidership“, null „Kreativität“. Nur, blah, blah. Merkel, Seehofer und Söder, von der SPD garnicht zu reden, haben, null, Demut, um, sich selbst, in eine nationen-, ja weltweltes Krisenmanagement einzubringen, welches mit den allerbesten, völlig neutral und objektiven Fachleuten besetzt sein müßte. NEIN, es wird „Wahlkampf“ gemacht, Ideologie „gepusht“. Bei einer weltweiten Tragödie und der schwersten Weltwirtschaftskrise, aller Zeiten !!! Ergo steckt was dahinter, was die Historiker, erst in 50 Jahren, sich zu beschreiben trauen werden. Ja, es gibt dunkle Mächte, Fremdbestimmung, im Hintergrund. Die Finanzkrake (FED/EZB/BIZ) verpulvert „Helikoptergeld“,was sie nie hatte und lügt weiter, wie bei Grimm´s Märchen. QE hoch 2 ! Ein Irrsinn.
    Wieviele Tote, frage ich Euch, seid ihr bereit, als „collateral damage“ für dieses Absurdistan preiszugeben!? Und wenn´s eure Kinder und Enkel würden!? Wie lange kann man sich in die Tasche lügen, „liebe“ MSM !? (Aushebelung der Grund- und Menschenrechte!) Für was !?

  5. Pingback: FINANZMARKTWELT – Kurzarbeit: Von 0 bis 99 Prozent – so schlimm sind einzelne Branchen betroffen - Q Anon

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Dirk Müller über das Börsenjahr 2021: „Mit Gas und Bremse durch den Markt“

Claudio Kummerfeld

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Bulle und Bär - Dirk Müller will mit Gas und Bremse durchs Jahr kommen

Dirk Müller hat in einem aktuellen Interview über das Börsenjahr 2021 gesprochen, aber auch über die Corona-Restriktionen und den Bitcoin. Beim Thema Corona ist er der Meinung, dass die Beschränkungen nach einer flächendeckenden Impfung und rückläufigen Infektionszahlen nicht verschwinden würden. In welcher Form genau es weitergehe, könne er auch nicht sagen, aber gewisse Arten von Einschränkungen im Alltag würden dauerhaft bestehen bleiben. Dirk Müller erwähnt in dem Zusammenhang die auch bei der Grippe ständigen Mutationen und jährlich neuen Impfungen, um sich dagegen zu schützen. Corona käme dauerhaft als neues Risiko hinzu.

Dirk Müller über das die Aktienmärkte in 2021

Immer weiter steigende Börsenkurse sind laut Dirk Müller auch im Börsenjahr 2021 möglich, auch dank der Notenbanken. Aber, so seine Worte, alle Welt glaube es gehe an der Börse jetzt nur noch nach oben. Man frage sich nur noch, wie kräftig die Kursgewinne im Jahr 2021 ausfallen werden. Aber ein großer Börsencrash sei jederzeit möglich. Was dafür exakt der Auslöser sei, könne man vorher nie sagen. Ein Problem für die Aktienmärkte sei aktuell das Ansteigen der Anleiherenditen in den USA (aktuell 1,09 Prozent). Diese würden laut Dirk Müller unabhängig von der Politik der Notenbanken anziehen, weil die Inflationserwartungen in den USA zunehmen. Es stehe für 2021 eine Sektorenrotation bevor. Das Anlegergeld verlasse die Tech-Aktien. US-Banken würden interessanter werden, aber auch Branchen wie der Flüssiggas-Sektor. Er gehe mit Gas und Bremse durch das kommende Börsenjahr. Man solle für weiter steigende Kurse offen sein, aber mit Absicherung.

Bitcoin

Und was ist mit dem Bitcoin? Wochenlang war der Kurs ja kräftig gestiegen, dann wieder deutlich gefallen (hier unsere aktuellste Berichterstattung). Dirk Müller bleibt bei seiner bisherigen Meinung. Der Bitcoin sei eine eindeutige Zockerei, dahinter stehe kein echter Wert. Er könnte kräftig verlieren, aber auch unendlich weiter steigen.

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EZB: Auf der Spur der wahren Gründe für das große Gelddrucken

Claudio Kummerfeld

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Die EZB-Zentrale in Frankfurt

Wir alle hören es seit Jahren und nehmen es zur Kenntnis. Offiziell betreibt die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Geldpolitik (Zinsen und Anleihekäufe), um die Inflation von der Null-Linie in Richtung 2 Prozent zu bekommen. Und Bürger und vor allem Unternehmen sollen durch die Banken in der derzeitigen Krise günstige Finanzierungsbedingungen erhalten. Daher flutet man alles und jeden mit Notenbank-Euros, und die Banken können dem braven Mittelständler noch günstigere Kredite anbieten? So kommt die Wirtschaft in Schwung, und letztlich auch die Inflation? So geht natürlich die offizielle Story. Und tatsächlich?

Viele Beobachter der EZB-Politik behaupten oder meinen erkannt zu haben, dass es Frau Lagarde und vorher Mario Draghi in Wirklichkeit darum ging, mit günstigen Finanzierungskonditionen und mit massiven Anleihekäufen die Südländer in der Eurozone am Leben zu erhalten. So wolle man die Eurozone als Konstrukt zusammenhalten. Auch wir bei FMW haben uns in den letzten Jahren diverse Mal zu diesem Thema geäußert. Nach der gestrigen PK von Christine Lagarde ist uns der Kommentar von Dr. Jörg Krämer aufgefallen, dem Chefvolkswirt der Commerzbank. Man kann ihn also ruhig als seriöse Quelle bezeichnen.

EZB hält Bedingungen für Südländer günstig

Er hat seinen Kommentar betitelt mit der Headline „Was Günstige Finanzierungsbedingungen wirklich bedeuten“. Er zielt auch auf die oberflächlichen Gründe der EZB ab, nämlich Kreditkunden in der Wirtschaft zu günstigen Konditionen zu verhelfen. Es sei interessant zu beobachten, wie stark Christine Lagarde das Konzept der „günstigen Finanzierungsbedingungen“ betont habe. Sie folge dabei einem „holistischen Ansatz“ und habe verschiedene Zinsen im Blick – etwa die für Kredite an Unternehmen oder private Haushalte. Tatsächlich aber (so Jörg Krämer) dürfte es der EZB aber vor allem darum gehen, die Renditeaufschläge der Anleihen der besonders hoch verschuldeten Staaten zu begrenzen. So lasse sich beobachten, dass die EZB im Rahmen ihres PEPP-Programms immer dann mehr Staatsanleihen kaufe, wenn die Risikoaufschläge steigen (siehe Grafik). Zitat Jörg Krämer:

Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg habe ein EZB-Vertreter gesagt, dass die EZB sogar bestimmte Höchstwerte für die Risikoaufschläge einzelner Staatsanleihen bestimmt habe. Offenbar sieht es die EZB als ihre Aufgabe an, die Währungsunion zusammenzuhalten, solange die hoch verschuldeten Staaten nicht ihre Hausarbeiten machen und damit latent die Existenz der Währungsunion gefährden.

Endet diese Politik der EZB, wenn das Corona-Aufkaufprogramm PEPP Anfang 2022 endet? Nein, Jörg Krämer glaubt, dass das Aufkaufen auch danach weitergeht, optisch eben nur über ein andere Vehikel. Die EZB werde dann das „normale“ Kaufprogramm namens APP aufstocken, und zwar von 20 auf 30 bis 40 Milliarden Euro pro Monat. Begründen dürfte sie dies unter anderem mit einer merklich unter zwei Prozent liegenden Inflation. Und ja, so möchten wir von FMW anmerken: So läuft es schon seit Jahren. Die Inflation, die ist einfach zu niedrig, deswegen muss man Billionen an Euros drucken und immer weitere Teile der Anleihemärkte aufkaufen. In Wirklichkeit will man, so nehmen wir es auch an, nur weiterhin gewährleisten, dass Italien, Griechenland, Spanien und Co sich so günstig wie nur irgend möglich immer weiter verschulden können.

EZB kauft mehr Anleihen um Spreads zu senken

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So sichern Sie Ihr Depot optimal ab – Werbung

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Lieber Börsianer,

die Aktienmärkte eilen von einem Rekord zum nächsten. Das Virus wühlt zwar weiterhin, und tatsächlich eilt auch die Anzahl der Covid-Neuinfektionen weltweit von einem Rekord zum nächsten. Wir vertrauen allerdings auf die Kraft des Impfstoffes und sehen die Volkswirtschaften dieser Welt nächstens befreit.

Bei so viel Euphorie beschleicht allerdings den ein oder anderen Börsianer ein ungutes Gefühl. Sie haben also das Bedürfnis Ihr Depot, Ihre Buchgewinne einmal zumindest teilweise abzusichern. Im Folgenden erkläre ich Ihnen, welche drei goldenen Regeln Sie berücksichtigen müssen, damit die Absicherung auch wirklich greift.

Das Absichern oder Shorten eines Depots ist kein Hexenwerk. Allerdings sind wir als Börsianer natürlich eher geeicht auf steigende Kurse und Chancen. Mit anderen Worten: Shorten zählt bei den meisten von uns nicht zur ersten Begabung.

Das sind die drei goldenen Regeln:

– Fassen Sie immer punktuell und kurzfristig zu!
– Definieren Sie Ihren Depotschwerpunkt und vergessen Sie Einzelaktien!
– Legen Sie eine prozentuale Absicherungsquote fest!

Was sagen uns diese Regeln konkret?

Zu 1. Ein Short – ganz gleich ob als Optionsschein, Short-ETF oder Zertifikat – ist kein Pkw-Anschnallgurt, den wir fortwährend zur Anwendung bringen. Erfolgreiches Shorten verlangt eine kurzfristige Marktmeinung. Solche Instrumente kaufen wir immer punktuell und lediglich für wenige Wochen oder Monate. Andernfalls verzichten wir auf Geld und Rendite. Dabei sind weniger die laufenden Kosten eines Short-ETFs oder eines Optionsscheins das Problem. Sondern: Shorts – egal in welcher Form – bringen uns Verluste, wenn der Markt entgegen unserer Prognose doch steigt. Zudem fehlt uns das Kapital für den Short auf der Aktienseite. Zu Deutsch: Ein unsauber gesetzter Short wird schnell zum doppelten Renditekiller.

Zu 2. Das ist offensichtlich: Wenn von 20 Ihrer Depotpositionen 15 aus dem DAX stammen, sichern Sie nicht gegen den S&P 500 oder NASDAQ-Index ab, sondern natürlich gegen den DAX. Als kluger Börsianer kennen Sie den Schwerpunkt Ihres Depots und erwerben dazu passend einen Short. Ganz wichtig: Vergessen Sie…..

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