Europa

Kurzarbeitergeld: Anzahl der Bezieher binnen 12 Monaten mehr als verdreifacht!

Wir alle wissen noch, wie extrem wichtig das Kurzarbeitergeld in den Jahren nach dem Ausbruch der Finanzkrise im Jahr 2008 war. In gigantischem Umfang fehlten in der Industrie schlagartig Aufträge. Eigentlich hätten die Betriebe hunderttausende Mitarbeiter vor die Tür setzen müssen. Aber durch das Kurzarbeitergeld (gezahlt durch die Bundesagentur für Arbeit) konnten viele Mitarbeiter in den Betrieben gehalten werden. Während die Aufträge fehlten, wurden umfangreiche Fortbildungsmaßnahmen durchgeführt, so dass die Mitarbeiter in den Unternehmen nach der Krise oft viel besser qualifiziert waren.

Im Sinne der gesamten Volkswirtschaft ist es natürlich deutlich besser, wenn die Belegschaft in einer Ausnahmesituation in den Betrieben gehalten und nach der Krise nahtlos weiter arbeiten kann. Auch wenn es dabei ein Geschmäckle gibt, dass die Beitragszahler quasi als Reserve-Sparbuch einspringen, wo doch eigentlich die Arbeitgeber mal ihre „Sparbücher“ für solche Notfälle plündern müssten. Aber wir schweifen ab. Kommen wir zur Tagesaktualität.

Zahl der Bezieher von Kurzarbeitergeld steigt kräftig an

Die jüngsten Daten der Bundesagentur für Arbeit zum Thema Kurzarbeitergeld beziehen sich auf den Monat Mai. Dort kann man nachlesen, dass im Mai 354.000 Personen Kurzarbeitergeld bezogen haben. Aber: Davon bezogen 304.000 Personen aus saisonalen Gründen Kurzarbeitergeld. Wir wollen aber nur auf die Personen schauen, die aus rein konjunkturellen Gründen Kurzarbeitergeld beziehen. Und da waren es im Mai 41.000 Arbeitnehmer.

Das hört sich nicht nach viel an. Das mag auch sein. Aber die Steigerungsrate ist beachtlich. Denn noch im Mai 2018 bezogen gerade mal 12.000 Arbeitnehmer sogenanntes „konjunkturelles Kurzarbeitergeld“. Das ist binnen 12 Monaten eine Steigerung von mehr als 300%. Und so ziemlich alle Aussagen und Indikatoren der Arbeitsmarktexperten sprechen für eine weitere Erlahmung/Verschlechterung der Lage. Und wenn man sieht, in welchem Tempo Autohersteller und vor allem Zulieferer derzeit abbauen, dann dürfte die Zahl der Kurzarbeiter in Juni und Juli deutlich weiter gestiegen sein!

Kurzarbeitergeld Statistik



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10 Kommentare

  1. Und deswegen ist auch der Einbruch in England nicht wegen dem pöhsen Brexit zu suchen, sondern in der Weltkonjunktur.
    https://www.youtube.com/watch?v=3J4gvTVAUL4

    Wie schon gesagt haben wir (Autozulieferer / vor allem wegen China) einen Umsatzeinbruch von 30-40% fürs erste Halbjahr 2019, der sich übrigens erst langsam herauskristallisiert hat. Ende Dezember 2018 hieß es noch, 10% Steigerung der Produktion ab Jan 2019.
    Mag sein, daß die Autohersteller erstmal Halden abbauen, die sie 2018 aufgebaut haben, weil sie wissen, daß 2019 hundsmiserabel wird oder besser gesagt, daß dann die immer wieder hinausgeschobene Rezession dann halt doch mal kommt.

    1. Drei Monate mindestens muß ich auf mein neues deutsches Auto warten. Von wegen Halden abbauen, die haben mir gesagt, daß es neu gebaut werden muß.

      1. @Columbo, die will doch nur regelmäßig ihrer Devotheit und unreflektierten Bewunderung für radikale Populisten wie Trump, Farage oder Johnson Ausdruck verleihen. Einfach ignorieren, dann verschwindet sie wieder ;)

      2. Columbo, da haben Sie noch Glück! Ein Arbeitskollege wartet bereits seit über 12 (!!) Monaten auf seinen E-Golf. Wir witzeln schon immer, dass jede Spule von Hand gewickelt und jede Schraube manuell gedreht wird.

      3. Mein Chef hat ebenfalls einen AUDI bestellt und muß 6 Monate warten. Auf meine Frage wegen der Halden sagt er, es ginge um Sonderausstattungen. So richtig befriedigt hat mich die Antwort auch nicht. Werde bei den OEM mal direkt nachfragen.

        Falls Blockwarts hier mitreden wollen, sollten Sie außer Mobbing auch auf die Sache eingehen können.
        Ein Professor hat sich vor kurzem über dieses persönliche Angreifen und Lächerlichmachen einiger User beschwert, und Herr Fugmann hat geantwortet, dies in Zukunft verhindern zu wollen. Ich bin dafür.

  2. Pingback: Nachrichten und Meldungen vom 5. August 2019 | das-bewegt-die-welt.de

  3. Nonkonformist sagt

    Was ich nicht verstehen tue Columbo warum muss es denn unbedingt ein neues Auto sein . Nebenbei gesagt bei einem neuen Wagen ist der Verlust dieses Objekts über proportional bei 33% des VK.
    Außerdem kommt doch die Irrensteuer von der Bananenrepublik BRVD die MWsT. 19% und das KFZ ist schon lange mehr kein deutsches mehr da ja über 50 Prozent der Teile aus dem Ausland sind.
    Bin und war schon immer ein Anhänger von flotten Kisten meiner ist 18 Jahre alt ein alter V8 BMW und der läuft und läuft hat ca. 99000km auf dem Tachostand .
    Viele Bekannte und Freunde sind auch meiner Ansicht diese neuen Pkws sind nur noch bestehend aus Plastik und vollgepflanzt mit Elektronik.
    Dieser überflüsiger Mist muss nicht sein lieber eine Maschine mit Kraft Staat mit Elektroschrott bestückt !!!!!!!!!

    1. @Nonkonformist
      Sie haben im Prinzip Recht, trotzdem, der Gebrauchtwagenmarkt ist sowas von kriminell. Da werden Unfallwagen in den Osten geschickt, aufbereitet und mit niederem Kilometerstand wieder importiert.
      Jeder dritte Kilometerstand ist manipuliert.
      Im Übrigen, wenn schon, bin lieber ich es, der das Getriebe ruiniert. Die neue Elektonik hat auch was Gutes, Beispiel „Dynamic light assist“.

    2. @Nonkonformist, falls Sie es noch nicht mitbekommen haben, innerhalb der EU bezahlt man netto, und darauf die Irren- und Bananensteuer der Republik, in der man lebt.

      99.000 km in 18 Jahren, das heizt so mancher in einem Jahr weg. Doch der V8 läuft und läuft und säuft: 5.500 km Fahrleistung pro Jahr, wow! Das dürften etwa 1.000 Liter Sprit pro Jahr sein, bei dem Vielfahrer wären es mal schlappe 18.000 Liter…

  4. Damit wird doch endlich das enorme Facharbeiterproblem gelöst sein, mit dem alle über 50Jährigen die erfolglos auf Stellensuche sind u.von den Politikern dauernd verhöhnt wurden . Jetzt müssen die Heuchler neue Gründe finden um die unkontrollierte Einwanderung zu rechtfertigen.

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