Folgen Sie uns

Aktien

Kurzeinschätzung von Lossless zum Dax

Die entscheidenden Marken beim Dax..

Redaktion

Veröffentlicht

am

FMW-Redaktion

Hier eine kurze Einschätzung von @Lossless zum Dax:

„Der DAX ist in einer sehr kritischen Phase. Sollte der DAX über die 12671 schießen kann es unangenehm werden für die Bären. Bleibt der DAX unter 12671 ist Luft bis 12141.“


(Chart mit den von @Lossles genannten Marken; durch anklicken vergrößern)

15 Kommentare

15 Comments

  1. Avatar

    philotos

    27. April 2018 15:06 at 15:06

    Abonnement.

  2. Avatar

    Andreas

    2. Mai 2018 14:40 at 14:40

    Schönen Tag Losless,
    wie ist ihre aktuelle Meinung zum DAX? Wann könnte man wieder shorten?

    Danke und beste Grüße

    • Avatar

      Gixxer

      2. Mai 2018 15:05 at 15:05

      Die 12.671 sind dynamisch genommen wurden.
      Würde mich auch interessieren, wie sie jetzt die Lage sehen.

  3. Avatar

    Lossless

    3. Mai 2018 18:34 at 18:34

    Hält die 12651 ist ein Angriff auf die 12919 sehr wahrscheinlich. Sollte der DAX unter die 12651 fallen ist die Aufwärtsbewegung beendet.

  4. Avatar

    Lossless

    4. Mai 2018 22:11 at 22:11

    Sieht so aus, als würde die 12651 halten. Sehen wir eine Aufwärtsbewegung in einer großen Abwärtsbewegung?

    • Avatar

      bademeister

      5. Mai 2018 11:21 at 11:21

      @Lossless: 12800 Widerstand/Unterstützung seit dem gestrigen Handel (Amis gingen steil rauf, DAX klebte längere Zeit förmlich an der Marke)???

  5. Avatar

    Lossless

    5. Mai 2018 12:07 at 12:07

    Das Volumen beim letzten Abverkauf an der Wall Street war enorm. Da haben große Hände etwas in kleine Hände verkauft. Anders kann ich mir das Reversal an der Wall Street nicht erklären. Dem DAX geht es ähnlich. Dennoch ist die Stärke im DAX beeindruckend. Solche Muster sieht man oft vor einer großen Bewegung und passt in den Mai.

    • Avatar

      Andreas

      5. Mai 2018 12:30 at 12:30

      Losless, meinen sie mit der großen Bewegung dann Richtung abwärts?

      • Avatar

        Lossless

        5. Mai 2018 20:49 at 20:49

        @Andreas jetzt warten wir erst einmal ab ob der DAX die 12919 bestätigt. Danach wissen wir mehr. Geduld!

    • Avatar

      Segler

      5. Mai 2018 14:12 at 14:12

      Hallo Lossless,
      Man muss schon aufpassen, dass man sich nicht vom Preismove irritieren lässt.
      Einerseits gebe ich Ihnen mit Ihrer pssimistischen Haltung recht.
      – Die Häufung der Distributionstage ist auffällig
      – das Put/Call ratio im Monthly ist auf einem Extremwert
      – Die Advance/Decline Linien insbesondere des Nasdaq lassen skeptisch werden
      – Die NH/NL (New Highs/Now Lows nach Dr. Elder) deuten abwärts

      Andererseits waren die Downmoves nicht von Liquidation gekennzeichnet
      Die grossen haben nach unten „gedrückt“, aber unterm Strich nicht substanziell verkauft
      Sie betreiben derzeit ein Spiel mit dem Markt
      Optisch treiben sie den Index abwärts indem sie Futures verkaufen, gleichzeitig bauen sie die Absicherungen über den VXX ab.
      Die vergangenen drei Tage haben es offensichtlich gemacht.
      Die Zeiten der Puts und Calls sind vorbei und die Aussage über das Put/Call Ratio durchschaut mittlerweile jeder Anfänger.
      Viel spannender und aussagekräftiger sind INTRADAY-PC-Ratio kombiniert mit den Divergenzen zwischen Absicherungen (VXX, VIX futures Differenzen) und Indexverlauf.
      Am Donnerstag nachmittag war solch ein Musterbeispiel der Katz- und Maus-Spieles.
      Die Preistrader und vor allem die Markttechniker wurden an der Nase herumgeführt.
      Man könnte auch sagen: Die Bären haben den Goldmännern ihren Ring in der Nase dargeboten und liessen sich devot und schicksalsergeben als Marktplatzattraktion zum tanzen zwingen.
      ‚Unvermeidlicher Drawdown‘ nennen sie es.
      Tunnelblick und Tellerrandgrenze könnte man es auch nennen.

      Man darf nicht vergessen, dass seit langem eine Rotation im Gange ist
      Raus aus US – Rein in Europa

      Saisonalitäten als Trading-Entscheidung herzunehmen halte ich für sehr fragwürdig
      Ebenso wie die Betrachtung der Zinsstrukturkurven
      Auch so ein Thema, das meist oberflächlich betrachtet wird.
      Die Auswirkung der gewaltigen Steuerreduktion kombiniert mit dem „Repatrieren“ gigantischer Geldmengen wird den Markt noch lange befeuern, oder zumindest auf hohem Niveau halten.

      kurzfristiges Fazit:
      Im Markt ist ein Long Inventory aufgebaut, der Markt ist „too long“
      Am Montag springen die Zuspätkommer auf und werden später verfrühstückt, wenn wirkliche Liqidation einsetzt.
      Mittelfristiges Fazit:
      Bearisches Szenario wird über Medien vrbreitet, jede Abwärtsbewegung mit Weltuntergangsszenarien und Bärenjubel verbunden, doch im Hintergrund werden sie Substanz kaufen.
      Vola-Sprünge !
      Langfristiges Szenario sehe ich ähnlich wie Sie.
      Zeichen deuten auf Sturm.
      Die Goldmänner werden sich rächen für die Demütigung, dass Trump sie aus dem Weissen Haus geworfen hat. So hatte man das gewiss nicht abgesprochen.
      Aus ihrer Sicht ist Trump wortbrüchig geworden.
      Man wird einen neuen verlässlicheren Kandidaten im Hintergrund aufbauen, und weiterhin Leichen aus dem Keller des Trump Towers ausgraben und zum passenden Zeitpunkt den Blonden absägen.
      Dem Publikum serviert man einen schönen kleinen Crash, schiebt ihn dem Trump in die Schuhe und präsentiert einen neuen Kandidaten und das Publikum applaudiert erleichtern, weil es anschliessend wieder bergauf geht.
      Ob man eine solche Entwicklung in den Kursen ablesen kann ?
      Vermutlich nicht, würde jedoch mit Ihnen über die Exegese der Charts diskutieren

      Herzliche Grüsse aus der Schweiz

      • Avatar

        Lausi

        5. Mai 2018 20:33 at 20:33

        Also meine Exegese lässt nur einen Schluss zu: Strong long! Wenn ich mir den Dow Jones-Chart (Daily) angucke so konstatiere ich zum einen einen Ausbruch aus dem Dreieck nach oben, und zum anderen einen Ausbruch aus dem seit dem ATH bestehenden Abwärtskanal inkl. zweimaligen Rücklauf und Abprall an diesigem (im 4h-CFD-Chart). Ein wahrer ästhetischer Augenschmaus! Mir scheint es nicht unwahrscheinlich zu sein, dass die seit Ende Januar laufende Korrektur nun beendet ist, und neue ATH’s angelaufen werden – zu mindestens im DJ. Der Crash kann dann im Herbst kommen :-)

      • Avatar

        Lossless

        5. Mai 2018 20:44 at 20:44

        Lieber Segler,

        von Crash kann nicht die Rede sein. Die Earnings waren vortrefflich. Die Dividenden-Ausschüttung brillant. Dennoch knistert es bei Apple. Tesla ist ein Übernahmekandidat und die Deutsche Bank sowieso.

        Die Zeiten sind herausragend für steigende Kurse aber sie tun es nur nicht. Der Geldhahn bleibt offen, die Zinsen niedrig. Investoren-Herz was willst du mehr.

        Haben wir das Peak schon gesehen?

        Zugegeben das Überschreiten der 12651 stört ein wenig im Chart. Sollte aber den langfristigen Trend nicht kompromittieren. Solange der DAX das letzte Hoch nicht rausnimmt würde ich mich nicht gegen den Trend stellen.

        Die Medien spielen immer das gleiche Lied. Geht es 100 Punkte rauf „Hurra wir kommen“ geht es 100 Punkte runter „Der Crash kommt“. Ergo alles beim Alten.

        Was mich ein wenig stört, ist die Divergenz DOW vs. DAX. Wir erleben gerade in den letzten zwei Tagen eine beeindruckende Stärke im DAX.

        Dennoch Skepsis ist angebracht.

        Die Vola ist zurück. Fondsmanager suchen nach Absicherungen. Einige haben bei 12.000 noch einmal beherzt zugegriffen

        Als erfahrener Segler auf den Weltmärkten riecht man förmlich den Sturm.

        Timing ist alles.

        Grüße in die Schweiz

        • Avatar

          Segler

          6. Mai 2018 15:14 at 15:14

          Hallo Lossless,
          Möglicherweise habe ich mich missverständlich ausgedrückt. Auf jeden Fall ist mein Kommentar in diesem Blog eindeutig zu lang. Soviel Zeug will keiner lesen.
          :-)
          Ich sehe ebenfalls keinen ‚crash‘. Das von mir beschriebene Szenario bezog ich darauf, falls die ganz grossen Akteure ihre Pfründe durch Donald Trump dauerhaft gefährdet sehen und ihn loswerden wollen. Das kann noch dauern.

          Was die Vola betrifft:
          Das mehrmonatige Niveau des VIX um 10 ist vorbei. Tendenz in den nächsten Monaten zwischen 13 – 18.
          Was die Absicherungen betrifft
          Zitat: “ Die Vola ist zurück. Fondsmanager suchen nach Absicherungen.“ muss ich widersprechen.
          Im Gegenteil haben die Absicherungen seit Mitte April drastisch abgenommen
          – Siehe Open Interest in den Optionen
          – Siehe Put Call Ratio auf weekly Basis
          – Siehe Preisverfall und Volumenrückgang in den VIX Derivaten
          – Rückkehr zum Contango in der Vola-Terminstrukturkurve

          War das auch wieder zu lang ?
          Grüsse aus den Bergen

          • Avatar

            Lossless

            6. Mai 2018 20:34 at 20:34

            Segler,

            die Wall Street geht in eine sehr wichtige Woche (siehe Lausi’s vortrefflichen Kommentar). Einige Marktteilnehmer würde es böse erwischen wenn der Markt nicht in ihre Richtung läuft.

            Ich habe mich gerade gestern mit einen befreundeten Analysten getroffen. Seine Einschätzung zum DOW sieht düster aus. Er präferiert die 15700 in den kommenden Monaten.

            Hier noch eine Horrornachricht aus Deutschland „Zwei Pensionskassen stehen kurz davor, die Betriebsrenten ihrer Versicherten abzusenken.“ Die Zinspolitik fordert ihren Tribut.

            Du kennst meine Meinung über Absicherungen und an dieser hat sich nichts geändert. Absicherungen sind Geldvernichtungsmaschinen nur weil der Akteur kalte Füße bekommt. Entweder man hat eine Strategie oder man hat keine. Liquidität ist alles.

            Bridgewater ist ein exzellentes Beispiel für die Spekulation wie selbige aufgebaut werden sollte. Schnell rein, Teilgewinne mitnehmen, schnell raus.

            Da fällt mir ein wunderbares Zitat von Peter Hohl ein.

            „Wenn alle Aktien steigen, triffst du viele Leute, die glauben, sie seien begnadete Börsenexperten.“

            Grüße in die Berge

  6. Avatar

    Lossless

    7. Mai 2018 12:54 at 12:54

    Update: Die MoB liegt bei 12777. Berührt der DAX die MoB ist Vorsicht angeraten! Der DAX hat Luft bis 12957.

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Aktien

Aktien: Die Rally und die Cocktail-Theorie von Peter Lynch

Ibrahim Sonay

Veröffentlicht

am

Klar, Corona ist das Gesprächsthema Nummer-Eins, doch dicht auf den Fersen folgt derzeit schon das Thema Aktien!

Aktien: Woher stammt die Cocktail-Theorie?

Der berühmte Magellan-Fonds Manager Peter Lynch, ein Maestro der Investment-Welt aus den 80er-Jahren, stellte damals die Interessante Cocktail-Theorie auf, um die unterschiedlichen Marktprognosen darzulegen, die er über Jahre entwickelt hatte, während er auf Partys herumstand.

Phase Eins

Gar nicht über Aktien sprechen die Leute in der ersten Phase, eines leichten Marktanstiegs, nachdem sie längere Zeit am Boden lagen, ohne Bewegung und Beachtung. Fragte man Lynch auf der Party, was er denn so beruflich treibe, antwortete er, dass er einen Aktienfonds manage. Daraufhin nickten die Leute freundlich und gingen weiter, um sich mit dem Nächsten auf der Party über Belangloses zu unterhalten. War dies der Fall, so wusste Lynch, dass der Markt vor einer Erholung stand.

Phase Zwei

Nachdem Lynch seinen Beruf nannte, blieben die Partygäste meist etwas länger – aber auch nur so lange, um ihn klar zu machen, wie gefährlich doch Aktien seien. Danach sprachen die Partygäste wieder übere andere Themen. Auch dies beobachtete er und stellte somit fest, dass die Börse in der zweiten Phase steckt, denn die Aktien stiegen bereits, doch es interessierte (noch) niemanden.

Phase Drei

Der Markt war bereits um 30 % gestiegen und Lynch wusste, dass ihn auf der Party eine neugierige Schar von Menschen umringen würde. Viele euphorische Zeitgenossen nahmen ihn beiseite, um herauszufinden, in was sie denn nun investieren sollten und fast jeder sprach von Aktien. Damit war klar, Phase Drei ist erreicht.

Phase Vier

In der vierten Phase umzingelten ihn die Leute erneut, aber diesmal nicht um zu erfragen, worin sie investieren sollten, sondern um ihn Tipps und Ratschläge zu geben, welche Aktien er kaufen solle. Erfuhr er Tage später, dass die Empfehlungen der Partygäste aufgingen, so erkannte Lynch, dass der Markt in Phase Vier steckt: Das Hoch war erreicht – ein Rückschlag der Märkte stand kurz bevor.

Das aktive Zuhören kann sehr wertvoll sein. Halten Sie also ihre Augen und Ohren auf. Auf lange Sicht sollte jeder für sich selber entscheiden, worin er sein Geld investieren möchte – ob er dabei Prinzipien, Ethik oder Trends berücksichtigt. Eines zeigt uns die Vergangenheit der Aktienmärkte jedoch: wenn man Aktien von Qualitäts-Unternehmen findet und das zu einem guten Preis, erzielt man über Jahre Rendite.

Aktien und die Cocktail-Theorie

weiterlesen

Aktien

Aktien: Die 2020-er, wieder das Jahrzehnt der Aktie?

Die Jahre 2010 bis 2020 war ein Jahrzehnt für die Aktien – den Notenbanken sei Dank! Aber wie sieht es für die 2020er-Jahre aus?

Wolfgang Müller

Veröffentlicht

am

Die Jahre 2010 bis 2020 war ein Jahrzehnt für die Aktien – den Notenbanken sei Dank! Aber wie sieht es für die 2020er-Jahre aus?

Derzeit wird viel spekuliert über die Zukunft nach Corona. Ein Jahrzehnt hat begonnen, in dem die Schulden weltweit auf noch nie gesehene Höhen gestiegen sind. Für einen Dollar Wachstum mussten in den USA bisher bereits sieben Dollar neue Schulden aufgenommen werden, um dieses zu generieren – die Demographiefalle schlägt in vielen Industriestaaten unbarmherzig zu. Deshalb sollte es schwierig werden, das Potenzialwachstum der letzten Jahrzehnte überhaupt zu halten. Man kann sich vieles vorstellen und darüber diskutieren, es gibt aber ein paar fundamentale Gesetzmäßigkeiten in neuzeitlichen Gesellschaften. Auch wenn das durch Geldhäuser ausgerufene Jahrzehnt der Aktien recht interpretationsbedürftig ist.

Aktien: Die Wirtschaft ist der Ast, auf dem wir alle sitzen

Bei allen Dikussionen über das FIAT-Geld, über Schulden und einem Auseinanderdriften der Gesellschaften in der Einkommensverteilung, darf man eines nicht übersehen: Ohne eine funktionierende Wirtschaft, ohne Steuereinnahmen funktioniert kein Gemeinwesen. Die Aufwendungen für einen Staat mit seiner Regierung, seiner Verwaltung, seiner Justiz, seiner Polizei, seinem Militär, seinem Gesundheits- und Bildungssystem, können nicht durch die Druckerpresse der Notenbanken produziert werden, zumindest nicht für lange. Die Kosten müssen durch Steuereinnahmen der Unternehmen und bei den Bürgern erwirtschaftet werden.

Was passiert denn in einem Staat, in dem durch Krieg oder Aufstände Polizei und Militär ausgeschaltet werden? Eine erste Reaktion in einem solchen Land (beispielsweise nach den Umstürzen im Irak oder Lybien) sind stets sofort Plünderungen, aber auch Vergewaltigungen und andere Abscheulichkeiten.

Anleihen können auf null gesetzt und entwertet werden, Schulden durch Währungsreformen vernichtet, aber ein Teil der Wirtschaft bleibt immer erhalten und damit auch der Aktienmarkt und die Aktien.

Denn was stellt der Aktienmarkt dar? Die Beteiligung an Unternehmen, an der Volkswirtschaft, bei allen stets immer wieder zu korrigierenden Entgleisungen. Damit wird auch im Jahrzehnt nach Corona höchstwahrscheinlich der Spruch von Warren Buffett, aus den letzten Jahren des 20. Jahrhunderts weiter gelten:

“Langfristig werden die Aktienmärkte für gute Nachrichten sorgen. Im 20. Jahrhundert durchlebten die USA zwei Weltkriege und weitere traumatische und teure militärische Konflikte. Eine Depression, mehrere Rezessionen, Börsenpaniken, Ölschocks, Virenpandemie und den Rücktritt eines Präsidenten. Dennoch stieg der Dow Jones von 66 auf 11.497.”

Sondersituation Deutschland

Deutschland wird im Anleihebereich als ein sicherer Hafen angesehen – mit fatalen Folgen für Sparer und Vorsorgesysteme. Denn wie sollen selbst bei leicht steigenden Zinsen Vorsorgeleistungen, Versicherungs- und Pensionsleistungen erwirtschaftet werden? Deutschland sitzt inmitten von Ländern, die sich keine höheren Zinsen leisten können. Der Zinseszinseffekt schafft erst ab einem Zinssatz von drei Prozent in überschau- und erlebbaren Zeiträumen einen Vermögensaufbaueffekt. Aber wie würden die Belastungen für die Staatshaushalte ausfallen, wenn die Renditen für Staatsanleihen in diese Regionen zurückkehren sollten. Die europäische Staatengemeinschaft mit ihrer Zentralbank wird also versuchen über die Zeit aus diesem Dilemma herauszukommen. Die Anleihelaufzeiten auf 30/50 Jahre plus verlängern, wie in Griechenland im Ansatz geschehen.

Die erzielbaren Renditen reichen nicht für das bisherige Vorsorgesystem. Wird man etwa den norwegischen Weg gehen und die Quote an Aktien erhöhen? Das Börsen-Urgestein Gottfried Heller (Partner von André Kostolany) hat auf einem Börsentag schon vor zwei Jahren die Prognose gewagt, dass Versicherer ihre Statuten ändern werden (müssen), um eine auskömmliche Rendite zu erwirtschaften und ihren ständigen Auszahlungsverpflichtungen nachzukommen. Die langlaufenden Anleihen im Bereich von 10 Jahren und mit ertragreichen Kupons, sind am Auslaufen. Allzu viele 30-jährige hat man sicher nicht in den Portfolios. Also wohin mit den Kundengeldern in Zukunft? In grüne Projekte, Private Equity u.ä.?

Was macht eine Allianz, eine der großen Dividendenzahler (4,8 Prozent aktuell), wenn es nicht einmal mehr am (nicht nutzbaren) Markt für Junk Bonds solche Renditen gibt? Der Zyklus der sinkenden Zinsen seit dem Jahr 1980 ist mit den großen Zinsschritten in den USA im März am Ende angelangt. Bis zuletzt konnte man wegen der Durationseffekte stets Gewinne mit den Anleihen erwirtschaften, so auch noch einmal im Jahr 2020. Aber wenn die Zinsen nicht unter null fallen, gibt es künftig kaum noch etwas – keine Kupons und keine Kursgewinne bei fallenden Zinsen.

Was machen Großfirmen mit ihren Betriebsrenten, Stiftungen mit ihren Anlagegeldern in den nächsten Jahren? Es spricht sehr viel für die Dividendentitel in diesem Jahrzehnt. Mit all ihren Schwankungen und vermutlich sind die jahrelangen Renditen von acht Prozent plus per annum auch bei Weitem nicht mehr realistisch. Aber wo sind die Alternativen?

Fazit

Obwohl ich absolut nichts davon halte, größere Zukunftsprognosen zu stellen – daran verbrennen sich schon ständig ganze Organisationen und Thinktanks die Finger, mit einer Heerschar von Professoren – so bin ich schon davon überzeugt, dass das jetzige Jahrzehnt wieder das Jahrzehnt der Aktien sein wird. Mit großen Schwankungen, Crashs, die Exzesse bereinigen werden, aber auch begründet in der Tatsache, dass man zwar Geldsysteme verändern und vernichten kann, aber nicht die Produktionsanlagen oder die Betriebe in einer Volkswirtschaft, ohne die es kein Überleben gibt, apokalyptische Szenarien einmal ausgenommen.

Es ist aber auch wahrscheinlich, dass es ein wesentlich langsameres Wachstum an den Börsen geben wird, nach Preisexzessen und deren Bereinigung, wie man es in Japan seit 31 Jahren nun schon beobachten kann. Aber selbst wenn Euro oder Kryptowährungen scheitern, wofür hat man nach 250 Staatsbankrotten seit 1800 (sowie 68 internen Pleiten) noch keinen Ersatz gefunden? Für Aktien..

Werden die 2020er-Jahre ein Jahrzehnt für Aktien?

weiterlesen

Aktien

JP Morgan-Quartalszahlen: Deutlich besser als erwartet – Milliarden-Rücklagen für faule Kredite aufgelöst

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Soeben wurden JP Morgan-Quartalszahlen veröffentlicht. Hier die wichtigsten Kennzahlen. Der Umsatz liegt bei 30,16 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 29,2/Erwartungen 28,7). Der Gewinn liegt bei 3,79 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 2,57/Erwartungen 2,62).

In der Grafik unten sieht man es in der dritten Spalte. JP Morgan hat im letzten Quartal die Risikofürsorge für faule Kredite um 1,9 Milliarden Dollar reduziert, wodurch natürlich der Gewinn erhöht wird. JPM ist der Meinung, dass sich das wirtschaftliche Umfeld (im Sinne der Zahlungsmoral der Kunden) bessert, und vor allem dass Firmenkunden nach wie vor frisches Geld am Kapitalmarkt aufnehmen können. Insgesamt spricht die Bank davon, dass sogar 2,9 Milliarden Dollar an Kreditreserven umgewandelt und in den Gewinn von 12,1 Milliarden Dollar verschoben wurden. Ohne diese Buchung wären es nicht 3,79, sondern nur 3,09 Dollar Gewinn pro Aktie, so die Headline-Aussage der Bank.

Zitat aus dem aktuellen Bericht von JPM:

The provision for credit losses was a net benefit of $1.9 billion, compared to an expense of $1.4 billion in the prior year driven by reserve releases in the current quarter. The Wholesale reserve release was $2.0 billion, reflecting an improvement in the macro-economic scenarios and the continued ability of clients to access liquidity and capital markets. The Consumer reserve release was $0.9 billion, in Home Lending, primarily due to improvements in HPI expectations and portfolio run-off. The prior year included a net reserve release in the Consumer portfolio and a net reserve build in the Wholesale portfolio. Net charge-offs of $1.1 billion were down $444 million from the prior year, driven by Card.

Die Aktie notiert vorbörslich mit +0,7 Prozent.

Hier das Headline-Statement von JPM-CEO Jamie Dimon:

Jamie Dimon, Chairman and CEO, commented on the financial results: “JPMorgan Chase reported strong results in the fourth quarter of 2020, concluding a challenging year where we generated record revenue, benefiting from our diversified business model and dedicated employees. While we reported record profits of $12.1 billion, we do not consider the reserve takedown of $2.9 billion to represent core or recurring profits – essentially reserve calculations, while done extremely diligently and carefully, now involve multiple, multi-year hypothetical probability-adjusted scenarios, which may or may not occur and which can be expected to introduce quarterly volatility in our reserves. While positive vaccine and stimulus developments contributed to these reserve releases this quarter, our credit reserves of over $30 billion continue to reflect significant near-term economic uncertainty and will allow us to withstand an economic environment far worse than the current base forecasts by most economists.”

Dimon added: “In Consumer & Community Banking, deposits grew 30% or over $200 billion driven primarily by growth in the Federal Reserve’s balance sheet and the continuation of modest market share gains. Within our consumer lending franchise, auto and retail mortgage originations were both up more than 20%. Consumer spending continued to recover, as reflected in combined debit and credit card spend being up for the full quarter. The Corporate & Investment Bank delivered another impressive quarter with growth in Global Investment Banking fees of 34% and Markets revenue of 20%. With a record quarter, Commercial Banking earned $3.3 billion of investment banking revenue in 2020, surpassing its previous $3 billion long-term target. In Asset & Wealth Management, AUM grew 17% due to higher asset values and net inflows of over $190 billion into long-term and liquidity products over the last twelve months.”

Dimon concluded: “We ended the year with a CET1 ratio of 13.1% (vs. 12.4% at the beginning of the year) and capital above $200 billion, providing us with meaningful capacity to further invest in our business and communities, while returning capital to
our shareholders. This increase in capital was after raising over $2 trillion of credit and capital for our consumer and institutional clients around the world, which includes nonprofits and U.S. government entities, including states, municipalities, hospitals and universities and adding net $12 billion to credit reserves. We also hold $1.4 trillion of cash and marketable securities, which is currently over $450 billion in excess of what is required. We opened branches in new markets, improved our digital capabilities, and made acquisitions that will enhance our product offerings and deepen our engagement with our customers. We also continued to invest in our communities – for example, through our initial commitments to support those most impacted by the pandemic and our longer-term commitment to advance racial equality and promote economic growth. Our earnings power and healthy capital position also provide us the flexibility to pay dividends and return excess capital to shareholders through share repurchases. I want to end by thanking our frontline colleagues and those working from home who quickly adapted to the pandemic and safely helped our clients, customers, communities and governments.”

Grafik zeigt aktuelle JP Morgan-Quartalszahlen

JP Morgan-Quartalszahlen - Jamie Dimon
Jamie Dimon. Foto: Steve Jurvetson Creative Commons Attribution 2.0

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage