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Kurzkommentar von Thorsten Polleit zur EZB-Sitzung

EZB-Leitzins unverändert – Euro-Entwertung geht weiter

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

EZB-Leitzins unverändert – Euro-Entwertung geht weiter

Der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) hat auf seiner heutigen Sitzung die Leitzinsen unverändert gehalten (Leitzins: 0,0%, Depositenzins: –0,4%). Der Entscheid war keine Überraschung.

Von Januar bis Ende September 2018 – möglicherweise sogar darüber hinaus – will die EZB Anleihen für 30 Mrd. Euro pro Monat kaufen.

Die Zinsen bleiben also extrem niedrig, obwohl die Konjunktur anzieht, und die Kredit- und Geldmengen im Euroraum wieder wachsen und höhere Inflation der Konsumentenpreise erwarten lassen. (Die EZB selbst prognostiziert eine Inflation von weniger als 2 Prozent bis 2020, stellt sich also selbst eine Unbedenklichkeitserklärung aus für ihre andauernde Niedrig- und Negativzinspolitik!)

Die Preise für Immobilien haben bereits angezogen: Im Euroraum stiegen sie in Q2 ‘17 um 4 Prozent gegenüber dem Vorjahr an, in Deutschland waren sie Mitte 2017 um 6 Prozent höher als im Vorjahr.

Wer in Bankeinlagen spart, erleidet folglich weiterhin Verluste: Die zweijährigen Zinsen nach Abzug der Inflation der Konsumentenpreise lagen im Oktober 2017 bei mehr als minus 2 Prozent! Für viele Sparer geht also die kalte Enteignung weiter.


(Grafik durch Anklicken vergrößern!)

Die künstlich niedrig gehaltenen Euro-Zinsen sorgen zwar für eine positive konjunkturelle Erholung im Euroraum, gleichzeitig stellen sich jedoch durch sie Fehlentwicklungen ein.

Dazu gehören beispielsweise ein „Boom“ in der Bauindustrie, das Aufblähen der Immobilienpreise und eine wachsende Abhängigkeit der Schuldner von extrem niedrigen Zinsen.

Die fortgesetzte Niedrig- und Negativzinspolitik befördert – und das sollte man nicht übersehen – die Entwicklungen, die aus einem Boom früher oder später einen „Bust“ werden lassen.

Das Festhalten der EZB an ihrer Niedrig- und Negativzinspolitik erklärt sich vermutlich durch das Bestreben, Staaten und Banken subventionieren und insbesondere deren reale Schulden (mittels negativem Realzins) entwerten zu wollen.

Abschließend sei gesagt, dass das Gold sich für langfristig orientierte Anleger aus dem Euroraum zur Wertaufbewahrung bewährt hat – und angesichts des aktuellen Preises eine attraktive Versicherung für das Vermögensportfolio bleibt: denn mit Wertverlust des Euro nach innen und außen ist zu rechnen.

9 Kommentare

9 Comments

  1. Avatar

    Gerd

    14. Dezember 2017 16:54 at 16:54

    Wer ist Thorsten Polleit?
    Er sagt u.a.: „…gleichzeitig stellen sich jedoch durch (die künstlich niedrig gehaltenen Zinsen) Fehlentwicklungen ein. Dazu gehören beispielsweise ein „Boom“ in der Bauindustrie, das Aufblähen der Immobilienpreise…“

    Er scheint jemand zu sein, der glaubt, die gestiegenen Immobilienpreise würden wieder sinken, wenn nur die Zinsen wieder steigen würden.
    Weil mit steigenden Zinsen auch die Wohnungssuchenden weniger würden?
    Weil dann die Löhne der die Immobilien errichtenden Bauarbeiter wieder sinken würden und die Anschaffungskosten sowie die Unterhaltungskosten der Baumaschinen billiger würden? Womit letztlich die „Produktionskosten“ zur Errichtung einer Immobilie fallen würden?

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      Wolfgang M.

      14. Dezember 2017 17:41 at 17:41

      @Gerd. Nein, ich glaube der Kausalzusammenhang ist ein anderer. Wenn die Hypothekenzinsen so niedrig sind, die Immobilienpreise aber immer höher werden, nehmen die Häuslebauer immer höhere Kredite auf. Wenn diese nicht mit einer hohen Tilgungsrate versehen sind, kommt bei steigenden Zinsen ein unheilvoller Mechanismus ins Laufen: Anstieg der Zinskosten (außer bei den extrem langen Zinsbindungen), höher Schuldenstand, Ende des Wirtschaftsbooms (bisher fast immer bei deutlich steigenden Zinsen), Anstieg der Arbeitslosigkeit. Wie 2007 in den USA beobachtet, fallen dann die Häuserpreise durch Notverkäufe oder Zwangsversteigerungen und selbst die Banken geraten dann mit den faulen Krediten in Schwierigkeiten – kurzum eine Rezession wird unvermeidbar, aufgrund der großen Bedeutung der Immobilienkredite. Die sinkenden Baukosten spielen hier keine Rolle, da auch die Flaute in der Bauwirtschaft die Wirtschaft zusätzlich schwächen wird. Wie gesagt erst vor „kurzem“ gesehen in den USA und besonders in Spanien. Gruß

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        Gerd

        14. Dezember 2017 18:19 at 18:19

        In Spanien wurde am wirklichen Bedarf total vorbei gebaut. Riesige Leerstände schon von Anfang an. Waren nie bewohnt. Ähnlich wie bei uns in Ostdeutschland in den Jahren nach der Wende. Die Situation ist bei uns heutzutage diametral entgegengesetzt.
        Die letztendliche Krise in den USA wurde ausgelöst, indem leichtfertig bis betrügerisch Hypothekenforderungen gebündelt als Pakete weiterveräußert wurde und die erwerbenden Institute sie im Verlauf zunächst wertberichtigen und alsdann abschreiben mussten.

        Das mögliche Szenario, was Sie ansatzweise für Deutschland aufzeigen, würde dazu führen, dass die Menschen nicht nur kein Dach mehr über dem Kopf hätten – schließlich fehlen trotz Bauboom in Deutschland auch heute schon eine Million Wohnungen. Es würde konsequent weitergedacht auch bedeuten, dass sie nicht mehr in Lohn und Brot stehen würden. Denn das, was Sie anführen entspricht einer wirtschaftlichen Katastrophe und hätte eine sich selbst verstärkende Spirale zur Folge.
        Und daher sehen Sie viel zu schwarz – will ich doch mal hoffen.

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          Wolfgang M.

          14. Dezember 2017 18:55 at 18:55

          @Gerd. Gemach, gemach. Ein Einbruch der Immobilienpreise wird bei uns m.E. nicht so heftig ausfallen, da bei uns eine von den Banken hohe Eigenkapitalquote verlangt wird – im Gegensatz zu den USA, wo eine 100 %-Finanzierung gang und gäbe war. Außerdem verschulden sich die Häuslebauer langfristig, so dass ein Zinsanstieg nicht, wie in anderen Ländern, als Keule zuschlägt. Nichtsdestotrotz wird der Einbruch kommen, im Immo-Bereich nur etwas gemäßigter. Was den gesteigerten Wohnungsbedarf anbelangt, dürfte dies einen anderen billigeren und kleineren Wohnraum erfordern. (Absenkung der Bauvorschriften, Verdichtung des Wohnraums u.ä.) Ich kann mir nicht vorstellen, dass z.B. unsere neuen Mitbürger in versteigerte Ein- oder Zweifamilienfamilienhäuser einziehen könnten.

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            Gerd

            14. Dezember 2017 19:24 at 19:24

            Lieber Wolfgang, ich mach ja gemächlich.

            Allerdings hatte ich angenommen, Sie würden Ihre Aussagen: „…kommt bei steigenden Zinsen ein unheilvoller Mechanismus ins Laufen:…“
            „…kurzum eine Rezession wird unvermeidbar, aufgrund der großen Bedeutung der Immobilienkredite…“
            auf Deutschland beziehen.

            Schöne Abendgrüße

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            Bademeister

            14. Dezember 2017 22:10 at 22:10

            Aber mit 30% Eigenkapitalquote kein Problem…dann noch einen ungünstig laufenden Fremdwährungskredit, und Opas Grundstücke, die oft als äusserst ungünstig bewertete Bürgschaft herhalten müssen, dann sind die Träume vom Eigenheim schwupdiwup weg. Dem Wohnungsnotstand im gesuchten urbanen Bereich stehen auch immer noch viel zu viele leider oft auch „strategische Leerstehungen“ in den Innenstädten gegenüber. Ich bin mir ziemlich sicher dass, wenn die Immo- und Mietpreise fallen sollten, der Markt mit diesen vergessenen Kapazitäten teilweise überschwemmt wird (grosse Immobesitzer sind sehr oft gleichzeitig Bauträger neuer Objekte und haben logischerweise direkten Einfluss auf Angebot und Nachfrage).
            Wenn ein jahrzehnte lang eingesessener syrischer oder iranischer Arzt seine quasi abbruchreifen Immobilien auf Staatskosten zu Wucherpreisen an seine Landsleute legal weitervermieten darf und das auch tut….wie nennt man sowas?….Marktwirtschaft!
            Der proklamierte Wohnungsnotstand ist sehr kritisch zu betrachten…die Medaillie hat mittlerweile wesentlich mehr als nur zwei Seiten…eine echte Marktbereinigung wäre längst fällig!

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    Altbär

    14. Dezember 2017 18:28 at 18:28

    @Wolgang M.
    Genau so ist es, auf jeden Fall in dem Land wo ich wohne.Der Wert einer Immobilie errechnet sich aus den Nettomieten diskontiert zum jeweiligen Zinssatz.
    Mitte der 90 er Jahre als die Hypozinsen gegen 9% stiegen war ein Nettomietertrag von 5-6% ein Verlust u.die Immopreise korrigierten derweil man 10jährige Bonds mit ca.6% Rendite kaufen konnte.
    Heute mit nur Nettomieten von 2-4% u.Hypozinsen von 1-1,5% darf die gleiche Immobilie natürlich viel mehr kosten
    ( gleicher Ertrag diskontiert mit z.B. 3% statt 5%
    Das gleiche Spiel passiert bei den Aktien auf Kredit.
    Das funktioniert nur wenn die Rendite ( Dividende ) höher ist als die Kreditkosten.Bei den Aktien ist das eine Zeitbombe, denn wenn die Rechnung nicht mehr aufgeht,
    werden in kurzer Zeit tonnenweise Aktien verkauft (werden müssen )
    Während Immobilien IMMOBIL sind u.eine Korrektur gesittet abläuft u.3-4Jahre dauern kann ( USA 2009 bis ca.2013 ca.30% Korrektur u. heute wieder etwa Gleichstand wie 2009.)
    Zudem ist eine Wohnung etwas was man braucht u.nur im Notfall verkauft wird, was bei Aktien nicht zutrifft.

  3. Avatar

    baeuerin

    15. Dezember 2017 09:08 at 09:08

    Nur gut,dass die ueberwiegende Menschheit auf dieser Erde,keinen Dunst vom Schuldgeldsystem hat!!!
    Die Minderheit(Eliten wie z.B.SORROS),zwingt die Mehrheit in die Knie…bis zum TOD…
    Ein Beispiel gefaellig:
    Nehmt man den heutigen faulen Primaten(im gegensatz zu D-Mark Zeiten), das Geld u.Smartphone weg,dann ist KRIEG….
    Wer steuert denn die Finanz&Medienwelt???
    Ich glaube nicht,dass bis heute in den Schulen, das Finanzsystem gelehrt wird und somit bleibt die konsumierende Mehrheit DUMM…
    (ist nat.so gewollt)

  4. Avatar

    Gixxer

    16. Dezember 2017 06:26 at 06:26

    Ich frag mich viel eher, wie die Banken das machen werden, wenn die Zinsen steigen sollten. Banken vergeben Darlehen mit langen Zinsbindungen, 20 Jahre sind aktuell keine Seltenheit. Gleichzeitig sichern sie sich kurzfristig ab. Wenn die Zinsen jetzt steigen, aber die lang laufenden Darlehen zu zB 1,5% noch bestehen, wie kann sich die Bank dann kostendeckend absichern?
    Folglich können die Zinsen meiner Meinung nach, wenn überhaupt nur minimal ansteigen.

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Netflix und Tesla bringen gute Laune

Redaktion

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Von

Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Netflix hat gestern Abend tolle Zahlen geliefert, und bei Tesla gibt es ein neues hohes Kursziel.

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Börse: Die Stimulus-Schecks und der große Börsen-Hype

Wiederholt sich das Muster an der Börse aus der ersten Corona-Welle? Damals stiegen Kleininvestoren ein, und nun kommen neue Schecks!

Wolfgang Müller

Veröffentlicht

am

Was sich im letzten Sommer durch die großzügigen Schecks der US-Regierung zur Unterstützung der Arbeitslosen an der Börse gezeigt hat, wiederholt sich mit den 600 Dollar-Schecks seit Jahresanfang in verschärfter Form. Man zockt mit dem staatlichen Geld immer zügelloser, in Pennystocks und in Optionen. Jetzt kommt bald die Aufstockung auf 2000 Dollar durch die Biden-Regierung – wird dies der Höhepunkt der Manie der Börse?

Börse: Corona und die Generation RobinHood

Es war ein großes Thema im Coronajahr 2020, die allein schon beim Neobroker RobinHood auf 13 Millionen, vorwiegend junger Anleger angewachsene Schar neuer und junger Investoren, die ihre Freizeit genutzt haben, um nahezu gebührenfrei an der Börse zu zocken. Zunächst mit den großen Aktien aus dem „Stay-at-Home-Umfeld“, Apple, Amazon, Alphabet, Microsoft, Nvidia, oder Zoom und natürlich Tesla. Aber da dies so gut geklappt hatte, dann auch mit Hebelprodukten aus dem Optionsbereich. Was die Stillhalter dazu genötigt hatte, teure Aktien zur Absicherung auch noch nachzukaufen, Stichwort Gamma-Absicherung. Die Hausse nährte ständig die Hausse. Dies ist natürlich den großen Häusern in den USA nicht verborgen geblieben. Goldman Sachs holte sich die Liste der meist nachgefragten Aktien bei den Billigbrokern und bei den Favoriten der Hedgefonds – und siehe da, die Lieblinge der RobinHoodies schlugen die Benchmark und die Profis um Längen.

2020: S&P 500, plus 16 Prozent – Hedgefonds plus 40 Prozent – und die RobinHooder plus 80 Prozent. Dies ist natürlich nicht die Performance der Depots, sondern die Berechnung der Performance der Favoriten.

Das neue Thema Pennystocks

Das Jahr 2021 entwickelt sich in Teilbereichen noch extremer als das Jahr 2020. Die jungen Spekulanten hatten bemerkt, dass sich nach den Wahlen im November und der großen Impfstoffstory ein Favoritenwechsel ergeben hat, weg von Big Growth und Value, hin zu kleinen Nebenwerten. Überaus deutlich ersichtlich an der Performance des Russel 2000, der allein von Anfang November bis dato von 1520 auf 2150 Punkte gestiegen ist. Ein Index, wohlgemerkt, in dem sich so viele Titel befinden, die gar keine Gewinne machen, seit Jahren „Zombies“ genannt. Manch erfahrener Börsianer wird sich die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen haben, angesichts der Kurssprünge einiger kleiner und eigentlich unbekannter Aktien aus dem Feld der Pennystocks.

Das extremste und am meisten zitierte Beispiel ist eine Firma aus der Medizintechnik, Signal Advance. Infolge einer Verwechslung aufgrund eines Musk-Tweets: „Buy Signal“ hatte sich der Pennystocks schlicht verdreiundzwanzigfacht. Nicht ganz so extrem, aber immerhin auch schon mit 120 Prozent plus, notierte GameStop, eine Firma aus der Videobranche. Ob Energiesektor, Elektromobilität, Wasserstofftechnologie, Solar oder sogar Aktien, die sich der Pleite genähert haben, Hauptsache billig, dann wird damit herumgezockt.

Das Volumen der gehandelten Billigaktien hatte bereits im Dezember die Billionengrenze erreicht.

Stimuli, oder die staatliche Quelle für das Zocken

Wie bereits angedeutet, viele Anleger hatten anscheinend nur darauf gewartet, dass der Staat ihnen endlich die lange erwartete Unterstützung mittels der 600 Dollar-Schecks zusandte. Der Beweis für diese Annahme ist der Anstieg des Handelsvolumens bei Pennystocks – Over the counter (OTC), also außerbörslich, der sich nach dem Erhalt der Schecks glatt fast versechfacht hatte.

Was bedeutet dies für die nahe Zukunft? Der neue US-Präsident hat letzte Woche sein 1,9 Billionen Dollar schweres Stimulusprogramm angekündigt, welches noch der Billigung durch den Kongress bedarf.

Eine Aufstockung um 1400 Dollar und es könnten weit über 100 Millionen Amerikaner in den Genuss der staatlichen Stimulus-Schecks geraten.

Wird sich das Verhalten der neuen Generation Anleger ein weiteres Mal wiederholen und das Geld unmittelbar wieder an der Börse landen, bei Werten, von denen unsereins noch gar nichts gehört hat?

Ein nochmaliger kurzfristiger Boom?

Daran sieht man einmal mehr, warum statistische und saisonale Annahmen stets mit Vorsicht zu genießen sind. Jedes Jahr, jeder Zyklus ist anders und bietet ständig Überraschungen. Wer hätte vor einem Jahr daran gedacht, dass kleinste Anlegergruppen mit staatlicher Stütze einen Einfluss auf die Kurse an der Börse ausüben können?

Fazit

Wieder ein Zeichen für eine Bubble an der Börse, die aber wie immer erst dann festgestellt wird, wenn sie geplatzt ist? Jede Übertreibung ist anders als die vorherige und die aktuelle Phase ist durch Umstände befördert worden, die es in dieser Kombination auch noch nicht gegeben hat. Die Notenbanken haben durch ihre Marginalisierung des Zinses den Aktienmarkt zu einer dominanten Anlageklasse gemacht, dann haben die neuen Broker die Handelsgebühren abgeschafft und das Handeln mit ganz niedrigen Beträgen möglich gemacht und zuletzt hat Vater Staat auch noch das nötige Spielgeld zur Verfügung gestellt, ungewollt. 2020 war es die Arbeitslosenunterstützung, die in manchen Staaten über 4000 Dollar pro Monat betragen hat, mehr als der Arbeitnehmer mit seiner Arbeit verdienen konnte. Dann kamen die 600 Dollar-Schecks und jetzt die nochmalige Aufstockung durch die neue US-Regierung.

Was mich wieder einmal in meiner These bestätigt, wann der Rally an der Börse sehr deutlich der Stecker gezogen werden könnte: Wenn die Wirtschaft ohne staatliche (Not-)Versorgung läuft, das Zinsniveau nur ein wenig weiter ansteigt und zusätzlich den jungen Zockern die staatlichen Schecks verwehrt werden.

Der Einfluß der Stimulus-Schecks auf die Börse

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Netflix-Quartalszahlen: Nutzerwachstum deutlich besser als gedacht, Aktie +11 Prozent

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

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Netflix auf Computer schauen - Beispielbild

Soeben wurden die Netflix-Quartalszahlen veröffentlicht. Hier zeigen wir die wichtigsten Eckdaten.

Der Umsatz liegt bei 6,64 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 5,47/Erwartungen 6,6). Im aktuell laufenden Quartal soll der Umsatz bei 7,1 Milliarden Dollar liegen.

Der Gewinn liegt bei 1,19 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 1,30/Erwartungen 1,39). Im laufenden Quartal erwartet man 2,97 Dollar.

Die Zahl neuer Abonnenten liegt bei 8,51 Millionen (erwartet 6,5). Für das laufende Quartal gibt man ganz aktuell die Zielmarke von 6 Millionen neuen Abonnenten aus.

Netflix sagt aktuell, dass man keine externe Finanzierung mehr benötige, und über Aktienrückkäufe nachdenke. Das und das Nutzerwachstum lassen die Aktie gut da stehen. Sie steigt aktuell nachbörslich um 11 Prozent!

Grafik zeigt Netflix-Quartalszahlen im Detail

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