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Kurzkommentar zur Fed: Viel zu wenig für die immens dovishen Erwartungen!

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Das hatten sich die Märkte anders vorgestellt! Bilanzreduzierung bleibt auf Autopilot, weiter graduelle Zinsanhebungen (hier hatten viele gehofft, dass dieser Begriff wegfallen würde! Ok: leichte Senkung der Erwartungen für die Wirtschaft in den nächsten Jahren, auch die Inflationserwartung leicht herunter genommen. Aber die Erwartungen waren viel dovisher – daher der Abverkauf mit neuen Jahrestiefs bei den US-Indizes.

Was die Märkte wollen ist: Wachstum ohne Zinsanhebungen und Bilanzreduzierungen. Aber das gibt es eben leider nicht – und das erwischt die Märkte auf dem falschen Fuß! Die Rendite der 10-jährigen fällt unter die „Maginot-Linie von 2,80% (aktuell: 2,75%) – das sieht böse aus.

Die Jahresendrally bei den Aktienmärkten ist damit abgesagt – da müßte jetzt schon ein Wunder passieren!

Was die Märkte lernen müssen: die Fed managed die Wirtschaft, nicht die Aktienmärkte oder Anleihemärkte!

16 Kommentare

16 Comments

  1. Jochen Grimm

    19. Dezember 2018 21:32 at 21:32

    Sind die Märkt nicht die Wirtschaft zumindest ind er USA

    • Unwissender

      19. Dezember 2018 21:45 at 21:45

      @Jochen Grimm, falls dies als Frage formuliert gewesen sein sollte: Ich glaube nicht, dass die hier vorwiegend besprochenen Märkte (Aktien, Devisen etc.) die Wirtschaft eines Landes darstellen. Vielmehr geht es wohl darum, mittels Anlageformen bzw. Spekulationen an der Leistung der Wirtschaft (Industrie, Handel, Dienstleistung ect.) zu partizipieren.

      • Jochen Grimm

        19. Dezember 2018 22:27 at 22:27

        ja klar das weiss ich aber was ich damit sagen wollte. Die Wirtschaft spielt eine untergeodente Rolle. Es geht nur um Spekulation, es fliesst viel zu wenig in die wirkliche Wirtschaft. In Deutschland gibt es gottseidank noch so was wie das Rückrad der Wirtschaft, der die Steuern zahlt. Nicht nur der kleine Mann aber Trump entlasstet immer weiter und nimmt unbezahlbare Schulden auf. Schulden sind verzicht auf die Zukunft, nur die Usa kann sich leisten, als einziges Lander Welt unendlich Schulden zu machen. Ich verstehe nur nicht warum alle denken, es gibt wenige die über alle bestimmen dürfen. Nicht mal der Präsident der Atomkriege 90 Tage anfangen darf kann einfluss nehmen auf unser Geldsystem. Ich bin halt querdenker vielleicht lieg ich falsch, aber ich zweifel wenigst an meinen Gedanken. Aber ich glaube an Gold und das ist in dieser Situation nocht verkehert. Ja es mag sein das heute ein schlechter Tag für Gold war aber wenn ich Global dies betrachte sollte ich nch mehr Gold kaufen. Denken ihrgendjemand es geht immer nur aufwärts, dies Schulden können nur Inflozaniert werden oder gestrichen. Ich könnte die stunden Lan meine Gedanken schreiben, aber ganz ein fach ich glaube an das was anfassen kann.

        Mfg Grimmero

    • Hinterfrager

      19. Dezember 2018 21:50 at 21:50

      Die Droge für den (immerwährend geglaubten) highfly nach oben wird nun allmählich und stetig entzogen. Oder: Was zu sich steigt, kann tief fallen…

      • Hinterfrager

        19. Dezember 2018 21:55 at 21:55

        Ich korrigiere: Was zu stark steigt, kann tief fallen…

      • Jochen Grimm

        19. Dezember 2018 22:36 at 22:36

        Laut Fed gibt es die Droge nicht mehr. Woran ich nicht glaube, aber was ist glauge. Zum Glauben geht man in die Kirche. Trotzdem wir die Fed wieder einspringen wen es hart auf hart komt. Wenn nicht nur die Wirtschaftdaten einberechen wenn es realität wird. Es wird schnell kommen wie die Fed denkt

  2. Simply

    19. Dezember 2018 21:35 at 21:35

    Da bekommen ein paar Stillhalter wohl Futures/Aktien angedient, wenn’s so weiter geht.

  3. Moritz

    19. Dezember 2018 21:46 at 21:46

    Die Aussagen der FED in Richtung Trump Märkte etc. lässt sich in zwei Worte zusammenfassen: Ätschi Bätsch!

  4. Unwissender

    19. Dezember 2018 21:54 at 21:54

    Donald hat es wohl die Sprache verschlagen, denn bisher kam noch nix über Twitter.

  5. Michael

    19. Dezember 2018 22:10 at 22:10

    Was die Märkte lernen müssen: die Fed managed die Wirtschaft, nicht die Aktienmärkte oder Anleihemärkte!
    Ich gehe sogar weiter und wage zu behaupten, die Wirtschaft regelt sich selbst. Unflexible, hilflose, sture und viel zu lange dogmatische Mainstream-Notenbanken, rally- und kokainsüchtige Gierschlund-Märkte und narzisstische Präsidenten versuchen zwar weiterhin zu stören und zu manipulieren, müssen aber letztendlich eingestehen, dass die Wirtschaft am Ende ein unabhängiger, weil zu komplexer und zu sehr in andere Bereiche verflochtener Teil globaler Gesellschaften ist.

    • Hinterfrager

      19. Dezember 2018 22:23 at 22:23

      Es sei denn, namhafte Teile der sog. Realwirtschaft sind tagtäglich abhängig von jenem Geld, dass sich die Abhängigen so beschaffen…
      Gute Nacht!

      • leftutti

        20. Dezember 2018 01:05 at 01:05

        Da stellt sich mir die Frage, was Realwirtschaft eigentlich ist. Die vielen Milliarden arbeitender Menschen, Selbständiger und kleiner bis mittlerer Firmen, die täglich den Motor am laufen halten oder die paar Dickfische und Mächtigen, die den Motor täglich zum Stottern bringen.
        Jeder versagende Teil dieser seltsam ungleichen Gleichung könnte den Motor zum Stillstand bringen, es wäre jedoch eindeutig wesentlich schwieriger, die Milliarden wieder in die Spur zu bringen.

        Aber was lehrt uns die Geschichte? Geschichte wiederholt sich!

        Warum? Der eine Teil ist zu doof, der andere zu selbstverliebt. Der dritte wissenschaftliche Teil wird ignoriert oder zu eigennützigen Zwecken von Teil 2 missbraucht.
        In diesem Sinne, ebenfalls Gute Nacht!

  6. Wolfgang M.

    19. Dezember 2018 22:36 at 22:36

    Die Marktreaktion lässt folgende Schlüsse zu:
    1. Die Märkte wollten „one and done oder one and wait“ und damit wird die Abhängigkeit der Kapitalmärkte vom monetären Faktor überdeutlich.
    2. Die Aussagen Powells, Wachstum 2-2,5%, stabiler Arbeitsmarkt und moderate Inflation für 2019 st als Goldilock-Szenario nicht allzu glaubhaft.
    3. Die Fed-Projektion wird eine sehr kurze Halbwertszeit haben. Ein weiterer Kursrutsch in Richtung 2400 im S&P 500 wird so viel Schäden anrichten, dass die Psychologie schon für einen Wirtschaftseinbruch sorgen wird und damit würde auch Powells Zinsaussicht Makulatur. Man könnte dann schon auf die Spekulation auf die erste Zinssenkung wetten. Wenn die Zinsen weiter fallen (2 – 10-Jährig) und die Bankenkurse weiter einbrechen, ist es rasch vorbei mit dem Kreditzyklus.
    Wie sagte Powell selbst vor Kurzem: „When you walk into a dark room……..!“

  7. Wolfgang M.

    20. Dezember 2018 06:39 at 06:39

    Auch Stunden nach der Fed-Pressekonferenz bin ich immer noch verblüfft über die Einschätzungen von Fed-Chef Jerome Powell zu den Wirtschaftsaussichten der USA 2019. (Wachstum bis 2,5%, stabile Arbeitsmärkte und Inflation)
    Hat man denn nicht registriert, dass es in
    80% aller Länder des MSCI World zur Ausbildung eines Death Cross an deren Aktienmärkte gekommen ist und dass sich laut einer Studie der Deutschen Bank in
    90% aller Risk-Assetklassen weltweit bereits ein Bärenmarkt ausgebildet hat?
    Leben die Amerikaner wirtschaftlich auf einer Insel? Oder ist dieses Mal wieder einmal alles anders als früher? Hatte nicht erst gestern FedEx einen gewaltigen Kurseinbruch wegen globaler Wachstumssorgen? Säuft der US-Transportindex als Frühindikator nicht gerade so richtig ab? Hmmm!
    Aber auch 2006 hatte die Fed mit ihren Hunderten Ökonomen keine Rezession vorausgesehen.
    Mal sehen, wie lange es dauert, bis sich das „Wording“ verändert.

  8. Columbo

    20. Dezember 2018 08:27 at 08:27

    @Wolfgang M.,
    Daß sich ein Notenbankchef nicht an charttechnische Formationen wie ein „Death Cross“ orientiert, ist verständlich, es wäre nicht besonders professionell.
    Was das „Wording“ betrifft, bin ich auch neugierig, wann die Notenbanker ihre ersten dovishen Reden halten werden.
    Gruß

    • Wolfgang M.

      20. Dezember 2018 08:39 at 08:39

      @Columbo. Mit dem Argument Charttechnik haben Sie wohl recht. Aber diese seltene Formation ist doch nur Ausdruck des Umstands, dass sich zahlreiche Indizes in einem Bärenmarkt befinden. Eben wegen der gefallenen Gewinnaussichten. Darauf wollte ich hinweisen. Mit der Charttechnik habe ich ansonsten öfters so meine Probleme. Werden Sie gemerkt haben, bei meinen gefühlt 1000 Kommentaren des Jahres.
      Gruß

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Artikel 13 laut CDU doch ohne Uploadfilter? Achtung, Merkel-Falle!

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Auf den ersten Blick möchte man sagen, dass ein Wunder geschehen ist. All die Proteste gegen Artikel 13 des neuen EU-Urheberrechts scheinen Wirkung gezeigt zu haben. Kann das sein? Die CDU hat verkündet, dass man auf die Anwendung von Uploadfiltern verzichten will. Das klingt ja fast zu schön um wahr zu sein. Hier der entscheidende Tweet der CDU und der Text zum Nachlesen.

Artikel 13 ohne Uploadfilter?

Sind die Kritiker am Ziel? Ist die CDU einsichtig? Es klingt doch zu schön um wahr zu sein. In den folgenden Videos nehmen HerrNewstime und Christian Solmecke dazu eine Einschätzung vor.

In diesem Blogbeitrag des WDR wird das merkwürdige Zurückrudern der CDU in Sachen Uploadfilter ebenfalls kritisch kommentiert.

Achtung Merkel-Falle bei Artikel 13

Warum sprechen wir von einer „Merkel-Falle“? Das klingt doch nach polemischer oberflächlicher Hetze gegen unsere Kanzlerin? Wenn die CDU als Partei (beziehungsweise führende Politiker der CDU) sich offenbar dazu entschlossen hat bei Beschluss von Artikel 13 auf EU-Ebene das Gesetz zu entschärfen, dann wird doch noch alles gut? Denn letztlich bestimmt der deutsche Gesetzgeber, wie Artikel 13 für deutsche Internet-User in Deutschland angewendet wird. Denn alle EU-Gesetze müssen letztlich von den nationalen Regierungen noch in „Nationales Recht“ umgesetzt werden. Also muss hierzulande ein deutsches Gesetz dafür geschrieben werden, welches Artikel 13 des EU-Urheberrechts entspricht.

Nur wie genau man das Gesetz ausgestaltet, da ist natürlich Spielraum. Und das klingt doch super, dass die CDU diesen Spielraum nun im Sinne der Kritiker nutzen möchte? Ohhh, man erinnere sich bitte. CDU/CSU und SPD hatten sich im Koalitionsvertrag glasklar gegen Uploadfilter ausgesprochen. Bundesjustizministerin Barley und die „Bundesdigitalministerin“ Doro Bär aus der CSU hatten sich beide gegen diese konkrete Umsetzung des neuen EU-Urheberrechts stark gemacht. Trotzdem nutzte Angela Merkel einfach ihre „Richtlinienkompetenz“ als Kanzlerin, damit Deutschland als Staat im EU-Rat doch für Artikel 13 stimmt. Vorbei an allen gegenteiligen Meinungen der zuständigen Minister in ihrem Kabinett.

Tja, und nun kommen wir zur entscheidenden Sache. Wenn einige wichtige oder vermeintlich wichtige CDU-Funktioniere verkünden, dass Uploadfilter auf nationaler Ebene verhindert werden – warum sollte sich Angela Merkel daran halten? Sie kann ja schließlich über alle Partei-Kollegen hinweg regieren. Diese Zusage der CDU scheint relativ wenig wert zu sein, wenn man sieht, wie radikal und ignorant Artikel 13 offenbar auf EU-Ebene gerade durchgepeitscht wird. Angela Merkel muss so ein Papier ihrer eigenen Partei nicht interessieren, wenn das nationale Gesetz geschrieben wird. Also sollte man sich jetzt nicht auf dieser Beruhigungspille der CDU ausruhen als Gegner der Richtlinie. Ein SPD-Politiker merkt dazu aktuell an:

AKK spricht davon, dass die SPD in Sachen Artikel 13 Hetze betreibt

Einfach unfassbar. Angela Merkels Nachfolgerin AKK sagt doch allen Ernstes, dass die SPD in Sachen EU-Urheberrecht Hetze betreibe. Bitte? Bitte was Frau AKK?

Hier noch ein bisschen Realsatire. Die GEMA erklärt, dass das alles überhaupt kein Problem ist.

Angela Merkel Artikel 13 Uploadfilter
Foto: Sandro Halank, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

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Bundesbank: Bargeld unproblematisch, Industrie bremst Konjunktur

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Die Bundesbank hat vor wenigen Minuten ihren Monatsbericht für März veröffentlicht. Die Situation sieht wie folgt aus: Die Gesamttendenz bleibt mau, ist aber nicht katastrophal. Die Industrie laufe zwar wegen einer Delle bei den Autobauern schlecht, dafür würden aber die Baubranche und die Inlandsnachfrage viel von der Industrieschwäche wieder ausgleichen – so möchten wir die Worte der Bundesbanker sinngemäß wiedergeben. Zitat Bundesbank auszugsweise:

Die konjunkturelle Lage blieb nach der Jahreswende verhalten. Dies habe vor allem an der sich weiter abkühlenden Industriekonjunktur gelegen, heißt es im aktuellen Monatsbericht der Bundesbank. Das Verarbeitende Gewerbe könnte damit das dritte Quartal in Folge das gesamtwirtschaftliche Wachstum dämpfen, schreiben die Expertinnen und Experten. Als Stützen des Wachstums dürften ihrer Einschätzung nach hingegen der Bausektor und der private Konsum dienen.

Die Industrieproduktion ging im Januar 2019 kräftig zurück, saisonbereinigt um 1 ¼ Prozent gegenüber dem Vormonat. Ausschlaggebend war laut Monatsbericht ein erneuter Dämpfer in der KfZ-Industrie (-5 ¾ Prozent). „Die neuerliche Delle bei der Pkw-Fertigung dürfte größtenteils auf Produktionsausfälle infolge eines Streiks in einem Motorenwerk in Ungarn zurückzuführen sein“, schreiben die Fachleute. Da der Streik noch im Januar beigelegt wurde, erwarten die Expertinnen und Experten, dass die jüngsten Verluste bei der Pkw-Produktion vorübergehend bleiben. Größere Aufholeffekte in der Kfz-Branche nach dem Produktionsrückgang im zweiten Halbjahr 2018 infolge der Einführung eines neuen Emissionstestverfahrens seien für das laufende Vierteljahr aber nicht mehr zu erwarten. Ohne die Automobilbranche stagnierte die Industrieerzeugung im Januar laut Monatsbericht hingegen.

Bargeld

Die Bundesbank widmet sich in ihrem aktuellen Monatsbericht ausführlich dem Thema Bargeld (ab Seite 43). Um es vereinfacht auszudrücken: Die Bundesbanker sind einfach nicht in der Lage Beweise oder belastbare Studien zu finden, die den Verdacht erhärten, dass Bargeld in großem Umfang für kriminelle Aktivitäten genutzt wird. Aber genau dies ist ja stets das Argument der Anti-Bargeld-Lobby. Da muss diese Aussage der Bundesbank mehr als eine schallende Ohrfeige darstellen. Schon vor einem Monat hatte die Bundesbank ein Plädoyer pro Bargeld gehalten. Außerdem verweist man darauf, dass die EU-Kommission von einer europaweit einheitlichen Regelung für eine Obergrenze bei Bargeld-Zahlungen abgesehen hat. Denn 95% befragter Bürger hätten dies abgelehnt. Auch betroffene Berufsgruppen hätten sich gegen EU-weite Regeln ausgesprochen. Hier einige Auszüge aus der heutigen Bundesbank-Veröffentlichung zum Thema Bargeld. Zitat:

Zahlungen mit Bargeld sind einfach, sicher, effizient und anonym. Daher bezahlen die Verbraucher knapp drei Viertel ihrer Einkäufe an der Ladenkasse mit Bargeld. Gleichzeitig rücken diese Eigenschaften Bargeld auch in den Fokus für illegale Verwendungsmöglichkeiten. Bargeld befördere die Schattenwirtschaft und diene als Mittel der Verbrechensfinanzierung – so wird in der öffentlichen Diskussion behauptet. Mit Blick auf eine mutmaßlich umfangreiche rechtswidrige Verwendung werden regulatorische Maßnahmen zur Beschränkung der Bargeldnutzung gefordert. Vor diesem Hintergrund betrachtet der vorliegende Aufsatz empirisch die Bargeldverwendung in der Schattenwirtschaft sowie im Zusammenhang mit verwandten Bereichen wie Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung und sonstige Kriminalität. Wissenschaftliche Belege zum Umfang der aus Schattenwirtschaft und Kriminalität resultierenden Bargeldnachfrage sind aufgrund des illegalen Charakters der Aktivitäten nur schwer zu erbringen. Empirische Untersuchungen der Schattenwirtschaft sind deswegen überdurchschnittlich unsicher, sodass alle Ergebnisse vorsichtig interpretiert werden sollten. Oft wird lediglich auf anekdotische Evidenz zurückgegriffen, die direkt an der Höhe des Bargeldumlaufs oder des Umlaufs großer Banknotenstückelungen ansetzt. Ein Modellrahmen zur empirisch fundierten Untersuchung des Umfangs der unlauteren Bargeldnutzung ist der sogenannte Bargeldnachfrageansatz. Eigene ökonometrische Schätzungen mit diesem Ansatz untersuchen, ob die Bareinzahlungen bei den Filialen der Bundesbank sowie der geschätzte Inlandsumlauf von Euro-Banknoten in Deutschland mit schattenwirtschaftlichen Aktivitäten zusammenhängen.

Die Umfrageteilnehmer führten unter anderem Zweifel an ihrer Wirksamkeit an. Insgesamt kam die Europäische Kommission zu dem Ergebnis, dass Barzahlungsobergrenzen Kriminelle in der Regel nicht von der Ausübung einer Straftat abhalten werden, insbesondere bei Verstößen im Zusammenhang mit Steuerhinterziehung oder Terrorismusfinanzierung.

Den Studie (in Deutschland) liegen unterschiedliche Definitionen der Schattenwirtschaft zugrunde, sodass ihre Ergebnisse nicht immer direkt vergleichbar sind. Über die verschiedenen Untersuchungen hinweg liegt nach diesen Schätzungen in Deutschland das Ausmaß der Schattenwirtschaft in Relation zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) zwischen 2,4% und 16,6 %. Bezogen auf ein BIP in Höhe von rund 3 300 Mrd € im Jahr 2017 ergibt sich aus diesen Schätzungen ceteris paribus ein Umfang der Schattenwirtschaft zwischen circa 80 Mrd € und 550 Mrd €. Die erhebliche Bandbreite der bisherigen Schätzergebnisse spiegelt die Sensitivität in Bezug auf die Wahl der Ermittlungsmethode wider.

Bargeld
Euro-Banknoten. Foto: Europa credito urgente CC BY-SA 4.0

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Florian Homm über die schleichende Abschaffung des Bargelds

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Der Trend in vielen Ländern wird immer klarer: wir sind auf einem schleichenden Weg der Bargeldabschaffung, damit die Flucht aus den Niedrig-/Nullzinsen durch die Hortung von Bargeld immer schwieriger wird. Welche Schritte in diese Richtung unternommen wurden, welche Überlegungen die Zentralbanken derzeit anstellen – über all das berichtet Florian Homm in folgendem Video:


Bargeldabschaffung? Foto von einem 50 Euro-Schein. Foto: EZB

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