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Kurzkommentar zur Fed: Viel zu wenig für die immens dovishen Erwartungen!

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Das hatten sich die Märkte anders vorgestellt! Bilanzreduzierung bleibt auf Autopilot, weiter graduelle Zinsanhebungen (hier hatten viele gehofft, dass dieser Begriff wegfallen würde! Ok: leichte Senkung der Erwartungen für die Wirtschaft in den nächsten Jahren, auch die Inflationserwartung leicht herunter genommen. Aber die Erwartungen waren viel dovisher – daher der Abverkauf mit neuen Jahrestiefs bei den US-Indizes.

Was die Märkte wollen ist: Wachstum ohne Zinsanhebungen und Bilanzreduzierungen. Aber das gibt es eben leider nicht – und das erwischt die Märkte auf dem falschen Fuß! Die Rendite der 10-jährigen fällt unter die „Maginot-Linie von 2,80% (aktuell: 2,75%) – das sieht böse aus.

Die Jahresendrally bei den Aktienmärkten ist damit abgesagt – da müßte jetzt schon ein Wunder passieren!

Was die Märkte lernen müssen: die Fed managed die Wirtschaft, nicht die Aktienmärkte oder Anleihemärkte!

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16 Kommentare

16 Comments

  1. Avatar

    Jochen Grimm

    19. Dezember 2018 21:32 at 21:32

    Sind die Märkt nicht die Wirtschaft zumindest ind er USA

    • Avatar

      Unwissender

      19. Dezember 2018 21:45 at 21:45

      @Jochen Grimm, falls dies als Frage formuliert gewesen sein sollte: Ich glaube nicht, dass die hier vorwiegend besprochenen Märkte (Aktien, Devisen etc.) die Wirtschaft eines Landes darstellen. Vielmehr geht es wohl darum, mittels Anlageformen bzw. Spekulationen an der Leistung der Wirtschaft (Industrie, Handel, Dienstleistung ect.) zu partizipieren.

      • Avatar

        Jochen Grimm

        19. Dezember 2018 22:27 at 22:27

        ja klar das weiss ich aber was ich damit sagen wollte. Die Wirtschaft spielt eine untergeodente Rolle. Es geht nur um Spekulation, es fliesst viel zu wenig in die wirkliche Wirtschaft. In Deutschland gibt es gottseidank noch so was wie das Rückrad der Wirtschaft, der die Steuern zahlt. Nicht nur der kleine Mann aber Trump entlasstet immer weiter und nimmt unbezahlbare Schulden auf. Schulden sind verzicht auf die Zukunft, nur die Usa kann sich leisten, als einziges Lander Welt unendlich Schulden zu machen. Ich verstehe nur nicht warum alle denken, es gibt wenige die über alle bestimmen dürfen. Nicht mal der Präsident der Atomkriege 90 Tage anfangen darf kann einfluss nehmen auf unser Geldsystem. Ich bin halt querdenker vielleicht lieg ich falsch, aber ich zweifel wenigst an meinen Gedanken. Aber ich glaube an Gold und das ist in dieser Situation nocht verkehert. Ja es mag sein das heute ein schlechter Tag für Gold war aber wenn ich Global dies betrachte sollte ich nch mehr Gold kaufen. Denken ihrgendjemand es geht immer nur aufwärts, dies Schulden können nur Inflozaniert werden oder gestrichen. Ich könnte die stunden Lan meine Gedanken schreiben, aber ganz ein fach ich glaube an das was anfassen kann.

        Mfg Grimmero

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      Hinterfrager

      19. Dezember 2018 21:50 at 21:50

      Die Droge für den (immerwährend geglaubten) highfly nach oben wird nun allmählich und stetig entzogen. Oder: Was zu sich steigt, kann tief fallen…

      • Avatar

        Hinterfrager

        19. Dezember 2018 21:55 at 21:55

        Ich korrigiere: Was zu stark steigt, kann tief fallen…

      • Avatar

        Jochen Grimm

        19. Dezember 2018 22:36 at 22:36

        Laut Fed gibt es die Droge nicht mehr. Woran ich nicht glaube, aber was ist glauge. Zum Glauben geht man in die Kirche. Trotzdem wir die Fed wieder einspringen wen es hart auf hart komt. Wenn nicht nur die Wirtschaftdaten einberechen wenn es realität wird. Es wird schnell kommen wie die Fed denkt

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    Simply

    19. Dezember 2018 21:35 at 21:35

    Da bekommen ein paar Stillhalter wohl Futures/Aktien angedient, wenn’s so weiter geht.

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    Moritz

    19. Dezember 2018 21:46 at 21:46

    Die Aussagen der FED in Richtung Trump Märkte etc. lässt sich in zwei Worte zusammenfassen: Ätschi Bätsch!

  4. Avatar

    Unwissender

    19. Dezember 2018 21:54 at 21:54

    Donald hat es wohl die Sprache verschlagen, denn bisher kam noch nix über Twitter.

  5. Avatar

    Michael

    19. Dezember 2018 22:10 at 22:10

    Was die Märkte lernen müssen: die Fed managed die Wirtschaft, nicht die Aktienmärkte oder Anleihemärkte!
    Ich gehe sogar weiter und wage zu behaupten, die Wirtschaft regelt sich selbst. Unflexible, hilflose, sture und viel zu lange dogmatische Mainstream-Notenbanken, rally- und kokainsüchtige Gierschlund-Märkte und narzisstische Präsidenten versuchen zwar weiterhin zu stören und zu manipulieren, müssen aber letztendlich eingestehen, dass die Wirtschaft am Ende ein unabhängiger, weil zu komplexer und zu sehr in andere Bereiche verflochtener Teil globaler Gesellschaften ist.

    • Avatar

      Hinterfrager

      19. Dezember 2018 22:23 at 22:23

      Es sei denn, namhafte Teile der sog. Realwirtschaft sind tagtäglich abhängig von jenem Geld, dass sich die Abhängigen so beschaffen…
      Gute Nacht!

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        leftutti

        20. Dezember 2018 01:05 at 01:05

        Da stellt sich mir die Frage, was Realwirtschaft eigentlich ist. Die vielen Milliarden arbeitender Menschen, Selbständiger und kleiner bis mittlerer Firmen, die täglich den Motor am laufen halten oder die paar Dickfische und Mächtigen, die den Motor täglich zum Stottern bringen.
        Jeder versagende Teil dieser seltsam ungleichen Gleichung könnte den Motor zum Stillstand bringen, es wäre jedoch eindeutig wesentlich schwieriger, die Milliarden wieder in die Spur zu bringen.

        Aber was lehrt uns die Geschichte? Geschichte wiederholt sich!

        Warum? Der eine Teil ist zu doof, der andere zu selbstverliebt. Der dritte wissenschaftliche Teil wird ignoriert oder zu eigennützigen Zwecken von Teil 2 missbraucht.
        In diesem Sinne, ebenfalls Gute Nacht!

  6. Avatar

    Wolfgang M.

    19. Dezember 2018 22:36 at 22:36

    Die Marktreaktion lässt folgende Schlüsse zu:
    1. Die Märkte wollten „one and done oder one and wait“ und damit wird die Abhängigkeit der Kapitalmärkte vom monetären Faktor überdeutlich.
    2. Die Aussagen Powells, Wachstum 2-2,5%, stabiler Arbeitsmarkt und moderate Inflation für 2019 st als Goldilock-Szenario nicht allzu glaubhaft.
    3. Die Fed-Projektion wird eine sehr kurze Halbwertszeit haben. Ein weiterer Kursrutsch in Richtung 2400 im S&P 500 wird so viel Schäden anrichten, dass die Psychologie schon für einen Wirtschaftseinbruch sorgen wird und damit würde auch Powells Zinsaussicht Makulatur. Man könnte dann schon auf die Spekulation auf die erste Zinssenkung wetten. Wenn die Zinsen weiter fallen (2 – 10-Jährig) und die Bankenkurse weiter einbrechen, ist es rasch vorbei mit dem Kreditzyklus.
    Wie sagte Powell selbst vor Kurzem: „When you walk into a dark room……..!“

  7. Avatar

    Wolfgang M.

    20. Dezember 2018 06:39 at 06:39

    Auch Stunden nach der Fed-Pressekonferenz bin ich immer noch verblüfft über die Einschätzungen von Fed-Chef Jerome Powell zu den Wirtschaftsaussichten der USA 2019. (Wachstum bis 2,5%, stabile Arbeitsmärkte und Inflation)
    Hat man denn nicht registriert, dass es in
    80% aller Länder des MSCI World zur Ausbildung eines Death Cross an deren Aktienmärkte gekommen ist und dass sich laut einer Studie der Deutschen Bank in
    90% aller Risk-Assetklassen weltweit bereits ein Bärenmarkt ausgebildet hat?
    Leben die Amerikaner wirtschaftlich auf einer Insel? Oder ist dieses Mal wieder einmal alles anders als früher? Hatte nicht erst gestern FedEx einen gewaltigen Kurseinbruch wegen globaler Wachstumssorgen? Säuft der US-Transportindex als Frühindikator nicht gerade so richtig ab? Hmmm!
    Aber auch 2006 hatte die Fed mit ihren Hunderten Ökonomen keine Rezession vorausgesehen.
    Mal sehen, wie lange es dauert, bis sich das „Wording“ verändert.

  8. Avatar

    Columbo

    20. Dezember 2018 08:27 at 08:27

    @Wolfgang M.,
    Daß sich ein Notenbankchef nicht an charttechnische Formationen wie ein „Death Cross“ orientiert, ist verständlich, es wäre nicht besonders professionell.
    Was das „Wording“ betrifft, bin ich auch neugierig, wann die Notenbanker ihre ersten dovishen Reden halten werden.
    Gruß

    • Avatar

      Wolfgang M.

      20. Dezember 2018 08:39 at 08:39

      @Columbo. Mit dem Argument Charttechnik haben Sie wohl recht. Aber diese seltene Formation ist doch nur Ausdruck des Umstands, dass sich zahlreiche Indizes in einem Bärenmarkt befinden. Eben wegen der gefallenen Gewinnaussichten. Darauf wollte ich hinweisen. Mit der Charttechnik habe ich ansonsten öfters so meine Probleme. Werden Sie gemerkt haben, bei meinen gefühlt 1000 Kommentaren des Jahres.
      Gruß

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Finanzaufseher reaktivieren den „legalen Bilanzbetrug“ bei Banken

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Hochhäuser von Banken in Frankfurt

Vom legalen Bilanzbetrug bei den Banken sprach schon vor Monaten Markus Krall. Ja und auch Nein, kann man dazu sagen. Wenn der Staat durch neue Gesetze oder Verordnungen eine Änderung vornimmt, wird eben aus einer Straftat oder einem Vergehen eine legale Vorgehensweise – so kann man es auch sehen. Werden Kreditforderungen bei Banken uneinbringbar, und der Kreditnehmer zahlt monatlich Tilgung und Zins nicht mehr, müssen die Banken die Forderung unter normalen Umständen eigentlich abschreiben.

Damit entsteht ein Verlust, der aus dem Eigenkapital der Bank ausgeglichen werden muss. Da die Finanzaufseher von BaFin und EBA (europäische Aufsichtsbehörde) aber richtigerweise annahmen, dass die Coronakrise massenweise Kreditausfälle und somit gigantische Verluste bei den Banken bescheren könnte, entschloss man sich im April dazu, den Banken europaweit eine kleine und unauffällige, aber extrem wichtige Erleichterung zuzugestehen. Sie waren von April bis Ende September nicht verpflichtet, bei gestundeten Krediten Abschreibungen vorzunehmen beziehungsweise Rückstellungen zu bilden.

Oder um es klarer auszudrücken: Schrottkredite mussten nicht länger als Verlust verbucht werden, womit die Bankbilanzen keine milliardenschweren Verluste ausweisen mussten. Und das, obwohl die Kreditforderungen in den Büchern Schrott waren. In welchem Umfang dies der Fall ist und war, wissen wir nicht. Denn wenn die Banken in ihren Büchern wertlose Forderungen weiter als werthaltig deklarieren, wie soll ein externer Beobachter dann wissen können, wie groß der Umfang des Schrotts ist?

„Legaler Bilanzbetrug“ bei Banken wieder erlaubt

Und nun lief diese Sonderregel bis Ende September. Von da an mussten auch diese wackligen Forderungen wieder wie früher sauber verbucht werden. Aber nun läuft ja die zweite Corona-Welle durch Europa. Viele neue Insolvenzen und damit ausgefallene Kredite drohen. Und was sehen wir da? Zack, EBA und BaFin veröffentlichten gestern die „Reaktivierung der Leitlinien zu allgemeinen Zahlungsmoratorien“. Dass es im Kern darum geht, dass Banken Schrott erneut nicht mehr als Schrott deklarieren müssen und daher auch keine Verluste ausweisen müssen, das wird so nicht direkt erwähnt. Man verweist nur auf die Reaktivierung einer alten Leitlinie (aber dort kann man es bei genauem Hinschauen nachlesen).

Zitat EBA aus April:

The aim of these Guidelines is to clarify the requirements for public and private moratoria, which if fulfilled, will help avoid the classification of exposures under the definition of forbearance or as defaulted under distressed restructuring.

Zitat BaFin im März:

So ist beispielsweise ein Schuldner nicht zwingend als ausgefallen einzustufen, wenn bei einem Kredit Kapitaldienst und Zinsen in Folge des Corona-Virus gestundet werden.

Das Gute an dem Zeitpunkt könnte auch sein, dass sie über den Jahreswechsel (Stichtag 31.12.) gültig sind. Könnten Banken so die Chance haben, für das Gesamtjahr 2020 massenweise Schrottkredite als vollwertige Forderung im Jahresabschluss auszuweisen, womit gigantische Verluste vermieden werden können, obwohl sie real vorhanden sind? Denn die von nun an erfolgte Reaktivierung bedeutet, dass die Banken bis März 2021 wieder so tun können, als würden Schrottkredite vollwertige Forderungen in ihren Büchern darstellen. Ohne diese Reaktivierung müssen Banken automatisch damit beginnen Rückstellungen zu bilden für ausgefallene Kredite, bei denen die Kunden mit ihren Zahlungen mehr als 90 Tage im Verzug sind. Laut EBA können auch Kredite, die bislang nicht in den Genuss dieser „Erleichterungen“ kamen, nun auch von Zahlungsaufschüben profitieren.

Die BaFin erwähnt dazu, dass problematische Kredite auch weiterhin als solche in den Büchern ausgewiesen werden sollen. Aber hey, wenn ich Problemkredite als saubere Kredite deklarieren darf, dann nutze ich diese Gelegenheit doch? Zitat BaFin:

Die Reaktivierung werde sicherstellen, dass Darlehen, die bisher nicht in Zahlungsmoratorien einbezogen waren, nun auch einbezogen werden können. Die EBA will erreichen, dass die Institute weiter Kredite an die Realwirtschaft vergeben. Problematische Engagements sollen sie aber sauber in ihren Bilanzen abbilden. Daher darf eine neue Zahlungsentlastung – einschließlich ggf. bereits schon gewährter Zahlungsentlastungen – nur innerhalb von insgesamt neun Monaten fällige Zahlungen betreffen.

Die EBA erlaubt den Banken neue Zahlungsziele ohne genaue Prüfung jeden Kredits zu akzeptieren. Die neue Regelung soll wie gesagt bis Ende März 2021 gelten. Wohl um so zu tun, als würde man die Zügel diesmal enger anziehen und die Lage genau im Griff haben, führt man zwei verschärfende Beschränkungen ein, die aber auch für bereits bestehende Moratorien schon gelten.

So sollen die Banken ihrer jeweiligen Aufsichtsbehörde (in Deutschland der BaFin) Pläne vorlegen, aus denen hervorgehen soll, wie man sicherstellen will, dass man rechtzeitig die Zahlungsunfähigkeit eines Kreditkunden in Bezug auf die dem Moratorium unterliegenden Kredite bemerkt. Klingt doch ziemlich nach Erstellung von ein paar schönen Seiten Papier, die abgeheftet werden. Wir denken uns einen Notfallplan aus, reichen den beim Amt ein, und hoffen das Beste. Die Aufsichtsbehörde hofft auch das beste, und ist froh, dass wie vorgeschrieben ein „Plan“ eingereicht wurde?

Und noch was. Wenn im Rahmen eines allgemeinen Zahlungsmoratoriums durch Banken neue Zahlungsziele vereinbart werden, dann dürfen sie nicht länger als neun Monate dauern. Damit wird die Dauer eines Moratoriums gegenüber einem Kreditnehmer ab 30. September insgesamt gekappt. Dabei sollen auch die vor dem 30. September bestehenden Moratorien mit einbezogen werden. Auch für sie gelten die neuen Regeln, selbst wenn dann die Spanne von neun Monaten überschritten werden sollte.

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Sparverträge: BaFin rät Kunden zu aktivem Vorgehen gegen Banken

Redaktion

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am

Von

Sparverträge sind seit Jahren ein heißes Thema bei Banken, und zwar wegen den in den „guten alten Zeiten“ versprochenen hohen Zinszahlungen. Heute dann der Hammer! Ein höchst ungewöhnlicher Vorgang ist das, was von Seiten Deutschlands oberster Finanzaufsicht BaFin da heute veröffentlicht wurde. Es geht um Prämiensparverträge, welche die Bankkunden sorgfältig überprüfen sollen. Viele ältere Verträge enthalten laut BaFin Zinsanpassungsklauseln, mit denen Banken die zugesicherte Verzinsung einseitig abändern könnten. Diese Klauseln sind laut Bundesgerichtshof (BGH) seit 2004 unwirksam.

Aber kurz ein Schritt zurück. Die letzte Zeit hat die BaFin alles andere als geglänzt. Das Wirecard-Desaster war nur die Spitze. Die BaFin-Vizepräsidentin Elisabeth Roegele spielte zum Beispiel beim CumEx-Skandal eine zweifelhafte Rolle. Sie war vor ihrer BaFin-Zeit Chefjuristin der Dekabank, als diese auf Gewinne aus Cum-Ex-Geschäften klagte (mehr Details dazu hier). Von daher kann man es als Image-Maßnahme ansehen, dass gerade Frau Roegele explizit mit Namen zitiert wird, wenn die BaFin heute betroffenen Sparern dazu rät, jetzt selbst aktiv auf ihre Banken zuzugehen und sich erläutern zu lassen, welche Klausel ihre Sparverträge ganz konkret enthalten.

Runder Tisch über Sparverträge gescheitert – BaFin rät Kunden zur Offensive gegen Banken

Der nächste Schritt müsse dann laut heutiger Aussage der BaFin sein zu prüfen, ob diese Klauseln rechtskonform seien. Bei Fragen zur Geltendmachung zivilrechtlicher Ansprüche oder zur Unterbrechung etwaiger Verjährungsfristen rät Frau Roegele den Kunden, sich bei Bedarf an eine Verbraucherzentrale oder auch einen Rechtsanwalt zu wenden. Das ist echt der Hammer. Die BaFin rät aktiv Bürgern dazu sich im Kampf gegen Banken an Anwälte oder Verbraucherschützer zu wenden? Bislang hielt sich die BaFin aus sowas doch raus?

Die BaFin geht davon aus, dass Banken und Sparkassen oft falsche Zinsklauseln verwendet und den Kunden zu wenig Zinsen gutgeschrieben haben. Betroffen seien laut BaFin-Statement insbesondere langfristig variabel verzinste Sparverträge aus 2004 und früher. Ein Runder Tisch, den die BaFin zum Thema Prämiensparen Ende November 2020 unter anderem mit den Verbänden der Kreditwirtschaft und Verbraucherschutzorganisationen einberufen hatte, habe leider keine kundengerechten Lösungen gebracht. Neben ihrem Verbraucheraufruf prüfe man deshalb jetzt auch konkrete verwaltungsrechtliche Optionen, mit denen das Ziel ausreichender Kundeninformation erreicht werden könne. Bereits im Februar 2020 hatte die BaFin die Banken aufgefordert, auf die betroffenen langjährigen Kunden zuzugehen und ihnen eine Lösung anzubieten.

Was soll man dazu sagen? Der gute Herr Hufeld (BaFin-Chef) und die gute Frau Roegele wollen wohl in der Öffentlichkeit endlich auch mal Pluspunkte sammeln, als oberste Beschützer der kleinen Leute mit Sparkonto? Zum Thema Prämiensparverträge liefert die BaFin auch folgende Erläuterung, im Wortlaut:

Ein Prämiensparvertrag ist eine langfristige Sparform mit variabler Verzinsung und gleichbleibender Sparleistung. Kunden erhalten zusätzlich zum Zins eine Prämie, die meist nach der Vertragslaufzeit gestaffelt ist. Viele Kreditinstitute verwendeten in ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) Zinsanpassungsklauseln, die ihnen einräumten, über Änderungen der vertraglich vorgesehenen Verzinsung mit unbegrenzt einseitigen Ermessensspielräumen zu entscheiden. Diese Praxis erklärte der BGH 2004 für unwirksam und äußerte sich auch in späteren Entscheidungen in 2010 und 2017 zu den Anforderungen an solche Klauseln. Dennoch bestehen weiterhin Unsicherheiten, wie Kreditinstitute mit den Anforderungen der BGH-Rechtsprechung umzugehen haben. Hinweise dazu liefert ein Urteil, welches das Oberlandesgericht (OLG) Dresden im April 2020 auf die Musterfeststellungsklage der Verbraucherzentrale Sachsen getroffen hat. Es stellt etwa klar, dass die Verzinsung sich an einem angemessenen, langfristigen, öffentlich zugänglichen Referenzzinssatz orientieren muss und monatlich anzupassen ist. Als angemessen sieht das OLG Dresden beispielsweise die 9- bis 10-jährige Zeitreihe der Deutschen Bundesbank WX 4260 (damalige Bezeichnung) an. Die Entscheidung ist bislang nicht rechtskräftig; es wurde Revision beim Bundesgerichtshof eingelegt. Weitere Musterfeststellungsklagen sind anhängig.

Sparverträge werden oft in Beratungsgesprächen abgeschlossen
Beispielfoto einer Beratung in einer Volksbank. Foto: Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken

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Deutschland: Restaurants und Hotels bis 10.Januar geschlossen

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

In Deutschland werden laut einem Insider sowohl Gastronomie als auch Hotels bis zum 10.Januar geschlossen bleiben – darauf haben sich laut diesem Insider die Bundesregierung und die Bundesländer verständigt. Am 04.Januar sollen dann Bundeskanzlerin Merkel und die Ministerpräsidenten zusammen kommen um das weitere Vorgehen zu beraten. Diese Entscheidung soll heute Nachmittag verkündet werden.

Also die nächste Hiobsbotschaft für Gastro und Hotels..

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