Anleihen

Kurzmeldungen: Was heute rockt..

FMW-Redaktion

Hier eine kompakte Zusammenfassung von Dingen, die Sie wissen sollten!

1. Die deutsche Reederei Hamburg Süd wird an den Platzhirsch der Branche, Maersk, verkauft. Hamburg Süd ist die siebtgrößte Container-Reederei der Welt mit 130 Container-Schiffen, in 2015 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von knapp 6,5 Milliarden Euro. Der Kaufpreis wurde zunächst nicht bekannt. Während damit die Schiffsbranche in Deutschland einen weiteren wichtigen Vertreter verliert, steigert Maersk seinen globalen Marktanteil mit der Übernahme auf 18,6% und ist damit unangefochtener Spitzenreiter!

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Foto: Torsten Bätge, Hamburg – selbst fotografiert, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=6921210

2. Die Aufträge der deutschen Maschinenbauer sind im Vergleich zum Vorjahresmonat um 10,0% gefallen, wie heute die VDMA vermeldete. Die Aufträge aus dem Ausland sanken im Vergleich zum Vorjahrsmonat um -15,0%. Und die Aussichten dürften angesichts des globalen Trends zum Protektionismus nicht eben rosiger werden..

3. Besser dagegen die (offizielle!) Arbeitslosenquote in der EU, die auf 9,8% sank (Prognose war 10,0%; der Vormonat wurde auf 9,9% revidiert. Realistisch gesehen – also wenn man die Statistik-Tricks abzieht – dürfte die Arbeitslosenquote jedoch fast doppelt so hoch sein..

4. Der Abverkauf an den globalen Anleihemärkten seit dem Wahlsieg von Donald Trump hat den Investoren im November Verluste im Volumen von 1,7 Billionen (!) Dollar beschert – das ist der größte je verzeichnete Verlust in einem Monat! Dagegen hat sich die Marktkapitalisierung der Aktienmärkte im November um 635 Milliarden Dollar erhöht.

P.S.: Laut Angaben eines Sprechers des österreichischen Finanzministeriums plant das Land eine Emission einer Staatsanleihe mit 100 Jahren (!) Laufzeit. Gestern hatte der designierte US-Finanzminsiter Mnuchin ebenfalls angedeutet, die Emission von Anleihen mit ultralanger Laufzeit (50 bzw. 100 Jahre) zu überlegen (bislang ist die längste Laufzeut von US-Anleihen 30 Jahre).

Käufer dieser ultralangen Laufzeiten müssen schon sehr mutig sein: geht die Inflation nach oben (was sich abzeichnet), entstehen gerade bei diesen ultralangen Laufzeiten herbe Verluste. Die Staaten aber versuchen die Gunst der Stunde mit den noch niedrigen Zinsen zu nutzen – und denken sich offenkundig: wer das kauft, ist selber schuld!

5. Die Verschuldung der USA liegt nun gleichauf mit der Marktkapitalisierung der S&P500-Unternehmen – bei 20 Billionen US-Dollar:

https://twitter.com/epomboy/status/804178476790149120

Das bedeutet: würden die USA ihre wichtigsten Unternehmen verkaufen (zu dem gegenwärtigen Bewertungs-Niveau), wäre das Land schuldenfrei! Es ist auffällig, dass Schulden der USA und die Marktkapitalisierung ziemlich parallel verlaufen!


6. Nach dem Brexit: Enttäuschende Zahlen vom britischen Einkaufsmanagerindex Gewerbe
(von Markit), der mit 53,4 schwächer ausfiel als erwartet (Prognose war 54,2). Zwar profitieren die britischen Unternehmen von dem schwachen Pfund beim Export, aber gleichzeitig steigen die Kosten so stark wie seit sechs Jahren nicht mehr. Dazu schreibt Markit:

„The negative impact of the exchange rate was felt on the cost side. Average purchase prices rose at a pace close to October’s near six-year record (..). The concern is that higher costs may in time offset any positive effect of the weaker exchange rate, especially given that export order book growth has already waned.”



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3 Kommentare

  1. Britischer Immobilienindex und Einkaufsmanagerindex sehr enttäuschend!
    Konsequenz: Das Pfund schießt durch die Decke ;)

    1. deshalb steigt das pfund: EU’s Dijsselbloem states that the EU may be able to find a way for the UK to access internal market

      das wird als zeichen für einen „soft Brexit“ gewertet

      1. @wibe, dazu gleich ein Artikel online..

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