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Lagarde gegen Trump, und die Wichtigkeit einer ausgewogenen Inflation

Nach einer ganzen Reihe von Ökonomen feuert nun auch die IWF-Chefin Christine Lagarde gegen Donald Trump. Denn man bedenke: Seine Steuersenkungen basieren alleinig auf der Annahme, dass dadurch das Wirtschaftswachstum der USA auf…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Nach einer ganzen Reihe von Ökonomen feuert nun auch die IWF-Chefin Christine Lagarde gegen Donald Trump. Denn man bedenke: Seine Steuersenkungen basieren alleinig auf der Annahme, dass dadurch das Wirtschaftswachstum der USA auf +3% pro Jahr getrieben werden kann, und das dauerhaft! Funktioniert das nicht, gibt es nicht genügend Steuereinnahmen, und die Staatsschulden explodieren ins Unendliche (leicht übertrieben formuliert).

Dem französischen TV-Sender „France 2“ sagte sie, dass Trumps Steuersenkungen zwar kurzfristig die US-Konjunktur pushen würden. Danach würde aber die US-Staatsverschuldung in die Höhe getrieben. Auch werde die Federal Reserve wohl schneller als gedacht die Zinsen anheben. Das, so möchten wir meinen, wird die Schuldenaufnahme der US-Regierung natürlich immer weiter verteuern, und noch mehr Schulden produzieren.

Wir alle wissen es, aber niemand spricht es wirklich aus. Donald Trump sind solche Hinweise von Notenbankern und Ökonomen völlig egal. Es geht nur darum hier und jetzt sofort spürbare Ergebnisse zu erzielen. Und die einzige Möglichkeit schnell etwas zu erreichen, sind neue Schulden. In diesem Fall werden sie durch fehlende Steuereinnahmen verursacht. Und wir wiederholen uns da in Bezug auf frühere Artikel: Noch nie in der Gesichte konnten nach Steuersenkungen die Einnahmeausfälle kompensiert werden durch spätere Steuermehreinnahmen, die auf zusätzlicher wirtschaftlicher Aktivität basierten.

Inflation

Wenn wir schon auf Frau Lagarde zu sprechen kommen: Der IWF versucht im folgenden Video kurz und knapp zu erklären, warum eine kleine, aber vorhandene Inflation wichtig ist. Fallende Preise (Deflation) führen nämlich dazu, dass Unternehmen Mitarbeiter entlassen oder ihre Gehälter kürzen müssen, was zu weniger Kaufkraft und noch mehr Deflation führt! Eine Abwärtsspirale, aus der erst kaum ein Entkommen gibt.

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IWF-Chefin Christine Lagarde. Foto: Français : Fonds monétaire international (identité du photographe non mentionnée) – http://www.imf.org/external/np/adm/pictures/caption2.htm

3 Kommentare

3 Comments

  1. Avatar

    leser

    16. Februar 2018 17:24 at 17:24

    Eine Deflation ist für Verbraucher durchaus vorteilhaft, da sie mehr für ihr Geld bekommen. Schwierig wird es nur dann, wenn die Deflation lange dauert und dann alle Anschaffungen aufgeschoben werden, weil es ja morgen noch preiswerter wird.

    Das eine kleine Inflationsrate gut ist, halte für ausgemachten Blödsinn. Das ist wie eine zusätzliche Steuer, die nur den Superreichen zugute kommt.

    Geldwertstabiliät muss das Ziel sein.

  2. Avatar

    Gixxer

    17. Februar 2018 14:16 at 14:16

    Ich finde das alles einen ausgemachten Blödsinn.
    Vielleicht bin ich ja der einzige, der es so sieht, aber wenn ich was brauche, kaufe ich es, auch wenn ich weiß, dass es nächstes Jahr billiger ist. Die Argumentation, dass eine Deflation schlecht ist, greift bei mir also nicht. Gleichzeitig kaufe ich etwas nicht, was ich nicht brauch, auch wenn ich weiß, dass es nächstes Jahr teurer ist. Die Inflation bewirkt hier also gar nichts.
    Das einzige, was bewirkt wird, ist dass das was ich sicher brauch (zB Nahrungsmittel) immer teurer wird. Und hier ist das Wissen, das es in Zukunft teurer ist, nicht der Kaufgrund.
    Also ich bräuchte demnach keine Inflation.

  3. Avatar

    Ulrich

    18. Februar 2018 22:02 at 22:02

    Nun, diese Superschlauen waren ja schon 2008 in Amt und Würden. Damals gab es keinen Trump und trotzdem grosse Probleme. Jetzt sind sie unendlich destruktiv: Trump ist #pöse# egal was er macht. Ich bin sicher er macht einen besseren Job als all die Klugscheisser zusammen. Übrigens wer hat nochmals die us-schulden exorbitant ansteigen lassen? Genau Obama war es….

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Rüdiger Born: Was der Markt bei Gold noch benötigt für einen Long-Einstieg

Rüdiger Born

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Der heutige Anstieg bei Gold (hier der jüngste Bericht auf FMW dazu) ist für mich der erste Hinweis, dass für einen Long-Einstieg etwas möglich sein könnte. Jetzt fehlt noch ein Trigger. Das Szenario hierfür bespreche ich im folgenden Video.

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Coronakrise vorbei? So stark verlieren die „kleinen“ Leute in den USA

Claudio Kummerfeld

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Verrammelte Einzelhandelsgeschäfte

Ist die Coronakrise überstanden? Die ersten Corona-Impfungen könnten schon in den nächsten Tagen erfolgen. Und außerdem, der Dow Jones steht bei 30.000 Punkten, während er vor Ausbruch der Coronakrise noch bei 29.300 Punkten im Januar lag. Auch der S&P 500 Index und vor allem der Nasdaq notieren deutlich höher als im Januar. Klarer kann die Börse doch nicht signalisieren, dass die Krise überwunden ist. Richtig? Nun ja. Schauen wir uns mal folgende Charts an. Sie sind Teil einer Datenbank, welche unter anderem von der Harvard University betrieben wird.

Geringverdiener in den USA verlieren in der Coronakrise brutal, Besserverdiener legen sogar zu

Anhand unzähliger Daten werden möglichst aktuell ökonomische Verläufe in den USA angezeigt, aus denen man den Verlauf der wirtschaftlichen Erholung aus der Coronakrise in diesem Jahr erkennen kann. Da wäre zum einen folgende Grafik interessant, wenn es um die Beschäftigung geht. Sie zeigt die Beschäftigungsquoten in den USA von Januar bis Ende September. Für die Besserverdiener mit mehr als 60.000 Dollar Jahresgehalt ist die Beschäftigungsquote seitdem sogar um 0,2 Prozent gestiegen. Man darf vermuten: Jede Menge neue Jobs für Webseitenprogrammierer, Cloud-Experten uvm. Alles was eben in der Coronakrise vermehrt gefragt ist. Die Beschäftigung in der Mittelschicht (27.000-60.000 Dollar) hat um 4,7 Prozent abgenommen.

Und jetzt kommt´s. Die Geringverdiener mit weniger als 27.000 Dollar Jahresgehalt hat eine um 19,2 Prozent sinkende Beschäftigungsquote in den USA. Es ist klar. Gerade im Land der unbegrenzten Möglichkeiten gab es für eine große Masse gering- oder gar nicht qualifizierter Menschen (bisher) massenweise Jobs in der Gastronomie oder im Entertainment-Bereich (Restaurants, Bars, Freizeitparks etc). Und gerade diese Bereiche leiden under Lockdowns in der Coronakrise (siehe jüngst Walt Disney mit zehntausenden Entlassungen in Freizeitparks). Die kleinen Leute verlieren in der Coronakrise massiv, die gut Qualifizierten sind unterm Strich die Gewinner. Die drei Linien zeigen die Verläufe der jeweiligen Beschäftigungsquoten seit Januar.

Chart zeigt Beschäftigungsquoten in den USA

Fast 30 Prozent der kleinen Geschäfte seit Januar geschlossen

Die folgende Grafik zeigt zum aktuellsten Stichtag 16. November mit Verlauf über das Jahr hinweg, wie viele kleine Unternehmen im Vergleich zu Januar noch geöffnet sind. Landesweit sind es in den USA derzeit 28,9 Prozent weniger, und die Tendenz ist negativ. Im derzeit zweiten Lockdown gibt es dank der Streitigkeiten zwischen Republikanern und Demokraten in den letzten Monaten keine neuen Hilfspakete. Kann Joe Biden ab dem 20. Januar als neuer US-Präsident einiges bewegen mit neuen Billionen-Hilfsprogrammen? Kann die ehemalige Fed-Chefin Janet Yellen als neue Finanzministerin womöglich bei den Republikanern im US-Kongress etwas herausschlagen für neue Hilfsprogramme? Die sogenannte Unterschicht und kleine Geschäftsinhaber drohen völlig abzustürzen und auch nach der Coronakrise zu den großen Verlierern zu gehören. Langfristig dürfte die Massenarmut in den USA wohl massiv zunehmen.

Chart zeigt Verlauf der geöffneten kleinen Geschäfte in den USA

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Arbeitsmarkt im Corona-Märchenland – weniger Arbeitslose!

Claudio Kummerfeld

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Eingang zu einer Außenstelle der Bundesagentur für Arbeit

Der Arbeitsmarkt zeigt sich weiterhin im Märchenland-Zustand, aber nur auf den ersten Blick. Man kann in der schlimmsten Rezession der letzten Jahrzehnte eine weiterhin sehr geringe Arbeitslosigkeit präsentieren, weil es hierzulande anders als in vielen anderen Ländern das Instrument der Kurzarbeit gibt. Zählt man diesen Ersatz für die Arbeitslosigkeit nicht zur offiziellen Arbeitslosenquote hinzu, dann kommt der deutsche Arbeitsmarkt derzeit ganz wunderbar durch die Coronakrise und den zweiten Lockdown.

Im November ist die offizielle Arbeitslosigkeit gemäß heute veröffentlichten Daten sogar rückläufig. Im Monatsvergleich sinkt sie von 2,76 auf 2,70 Millionen arbeitslose Personen. Die offizielle Arbeitslosenquote sinkt von 6,0 Prozent auf 5,9 Prozent. Gegenüber November 2019 steigt die Arbeitslosigkeit um 519.134 Personen an (Quote damals 4,8 Prozent). Die tatsächliche Arbeitslosigkeit (ohne Kurzarbeit) namens „Unterbeschäftigung“ sinkt von 3,56 auf 3,52 Millionen, oder von 7,6 Prozent auf 7,5 Prozent.

Kurzarbeit steigt

Tja, die zweite Corona-Welle und der „sanfte Lockdown“ beschert dem Arbeitsmarkt auf den ersten Blick keine Verschlechterung, dafür aber der Kurzarbeit. Letztlich in der Realität arbeitslos, werden viele Beschäftigte in Gastronomie und Hotellerie „geparkt“ als Kurzarbeiter. Laut heutiger Aussage der Bundesagentur für Arbeit wurde im Zeitraum vom 1. bis einschließlich 25. November für 537.000 Personen konjunkturelle Kurzarbeit angezeigt. Der deutliche Anstieg im Vergleich zum Vormonat erklärt sich laut der Bundesagentur mit dem seit Anfang November bestehenden Teil-Lockdown.

Endgültige Daten zur tatsächlichen Inanspruchnahme der Kurzarbeit stehen bis September zur Verfügung. So wurde nach vorläufigen hochgerechneten Daten der Bundesagentur für Arbeit im September für 2,22 Millionen Arbeitnehmer konjunkturelles Kurzarbeitergeld gezahlt. Die Inanspruchnahme des Kurzarbeitergelds hat nach dem bisherigen Höchststand im April mit knapp 6 Millionen sukzessive abgenommen. Das ifo-Institut hatte gestern zum Thema Kurzarbeit im November berichtet. Demnach steige die Kurzarbeit spürbar an. Der Anteil der Firmen mit Kurzarbeit ist demnach im November erstmals seit Monaten wieder angestiegen, und zwar von 24,8 Prozent im Oktober auf 28,0 Prozent im November. Die Bundesagentur für Arbeit sagt zu den Zahlen heute im Wortlaut:

Der Arbeitsmarkt hat auf die Einschränkungen im November reagiert – glücklicherweise aber im Moment nicht mit einer Zunahme von Entlassungen. Allerdings sind die Betriebe wieder zurückhaltender bei der Personalsuche und haben im November wieder für deutlich mehr Mitarbeiter Kurzarbeit angezeigt.

Grafik zeigt aktuelle Details aus November zum deutschen Arbeitsmarkt

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