Allgemein

Das Versagen der EZB und eine desaströse Lagarde-Rede Lagarde über Inflation: Externe Schocks – EZB nicht daran schuld!

Wer wirklich Inflation bekämpfen will, muß zuerst die EZB abschaffen!

Lagarde EZB Inflation Energie

Vor wenigen Minuten hat die EZB-Chefin Christine Lagarde eine Rede zur Inflation in Tallin (Estland) gehalten – sie betont dabei die Rolle externer Schocks, die zu dieser Inflation geführt hätten, aber klammert die maßgebliche Rolle der EZB dabei völlig aus!

Inflation: Das Versagen von Lagarde und der EZB

Milton Friedman sagte einst: „Inflation ist immer und überall ein monetäres Phänomen“. Sprich: ohne vorherige Ausweitung der Geldmenge entsteht keine Inflation. Nun sehen wir uns einmal das Wachstum der Geldmenge in der Eurozone an:

 

EZB Lagarde Inflation Geldmenge

Grafik: Agenda Austria – EZB

Und nun der Blick auf die explodierte Bilanzsumme der EZB:

Bilanzsumme EZB in Euro

Grafik: boerse.de

Im Zuge ihres Krisenmanagements hat die EZB extrem viel Liquidität produziert – im Gefolge der Corona-Krise hat sich ihre Bilanzsumme innerhalb relativ kurzer Zeit auf neun Billionen Euro verdoppelt.

Nun führt Geldmenge und Liquidität nicht zwangsläufig zu einer starken Inflation. Aber sie schafft die Voraussetzungen dafür!

Inflation ist eine Folge des Ungleichgewichts zwischen Angebot und Nachfrage. Mit Corona sank durch Lockdowns das Angebot, während die neu geschaffene Liquidität der Notenbanken gleichzeitg die Nachfrage stimulierte. Damit haben also die Notenbanken, Fed wie EZB, maßgeblich zu diesem Ungleichgewicht beigetragen. Insofern trägt die EZB eine Hauptverantwortung für die Inflation in der Eurozone.

Die Energiekrise verschäfte das Problem weiter – aber diese Energiepreise waren schon im Jahr 2021 stark angestiegen, vor Putins Einmarsch in die Ukraine:

Energiepreise und Inflation Lagarde EZB

Die Folge: die Inflation stieg bereits im Jahr 2021 kontinuierlich an und erreichte im November 2021 bereits knapp die Marke von 5%:

Inflation jährlich Eurozone

Christine Lagarde aber sagte am 19.November 2021, dass die EZB sehr wahrscheinlich im Jahr 2022 keine Zinsanhebung machen werde. Und das zu einem Zeitpunkt, als die Erzeugerpreise – also eine Art „Pipeline-Inflation“, bereits bei 23,7% lag – Tendenz steigend:

Erzeugerpreise Inflation Lagarde

Lagarde und die EZB hätten also wissen können, ja wissen müssen, dass der Aufwärtsdruck bei der Inflation stetig zunehmend war. Gleichwohl sprachen Lagarde und andere EZB-Mitglieder stets davon, dass die Teuerung doch nur vorübergehend sei – und blieb daher tatenlos. Erst im Juli 2022 hob die europäische Notenbank erstmals die Zinsen an – viel zu spät angesichts der rasanten Entwicklung der Inflation!

Lagarde sieht nur externe Schocks

In der heutigen Rede von Christine Lagarde aber kommt all das natürlich nicht vor. Externe Schocks hätten die Inflation ausgelöst:

„Die Inflation im Euroraum ist viel zu hoch und erreichte im Oktober erstmals zweistellige Werte. Die Kombination der Schocks, mit denen wir konfrontiert sind – Krieg, Energiekrise, Lieferkettenengpässe, Umverteilung der Nachfrage – bedeutet, dass die Inflation noch einige Zeit über unserem Zielwert bleiben wird.

Heute stehen wir vor einem äußerst schwierigen Umfeld, in dem die Inflation durch mehrere verschiedene Schocks bedingt ist. Es ist aber die Geldpolitik, die darüber entscheiden wird, ob diese Schocks zu einer dauerhaft hohen Inflation führen. Und wir werden das nicht zulassen.“

Weil die EZB so stark „hinter der Kurve“ war, muß sie nun drastisch reagieren und würgt damit die Konjunktur ab:

„Daher werden wir die Zinssätze auf ein Niveau anheben müssen, mit dem wir unser mittelfristiges Inflationsziel von 2 % erreichen. Das endgültige Ziel unseres Zinspfades ist klar, und wir haben es noch nicht erreicht.“

Lagarde über Energie

Interessant auch, dass Lagarde mit der Hinwendung zu erneuerbaren Energien langfristig mit fallenden Energiepreisen rechnet (das Gegenteil dürfte der Fall sein!), aber nun davon ausgeht, dass die Preise für fossile Energieträger erst einmal steigen dürften:

„Längerfristig gesehen dürfte der Krieg zudem den grünen Wandel in Europa beschleunigen, einschließlich des Umstiegs auf erneuerbare Energien, was letztlich zu sinkenden Strompreisen führen sollte. In der Übergangsphase könnten jedoch niedrigere Investitionen in die Öl- und Gasförderung verzeichnet werden. Dies würde zu einem Aufwärtsdruck bei den Preisen für fossile Brennstoffe führen, zu einem Zeitpunkt, an dem die Nachfrage nach diesen Brennstoffen noch hoch ist.“

Dabei tut die EZB alles dafür, dass fossile Energieträger immer teurer werden, indem sie jene Banken abstraft, die Kredite an diesen Sektor ausreichen. Faktisch ist damit die EZB ein maßgeblicher Treiber der Energiepreise und damit der Inflation.

Wer die Ursache der Inflation verkennt, ist Teil des Problems und nicht Teil der Lösung. Wer daher wirklich Inflation bekämpfen will, muß wohl zuerst die EZB abschaffen!

 

 

 



Kommentare lesen und schreiben, hier klicken

Lesen Sie auch

7 Kommentare

  1. Hallo Herr Fugmann,

    sehr gut recherchierter Beitrag zum Thema EZB, Madame Lagarde und Inflation. Ich frage mich ernsthaft, warum wir das kommentarlos hinnehmen, dass bei der EZB in Frankfurt/M wirklich tausende hochbezahlte „Finanzfachleute“ beschäftigt sind, die einen derartigen Mist prognostizieren und dann auch noch anschließend die Übernahme der Verantwortung für diesen Mist verweigern. Wenn ich in meinem Job als Key-Account Manager während meiner aktiven Zeit einen derartigen Unfug Tag aus Tag gebaut hätte, dann wäre ich hochkantig aus der Firma geflogen. Aber diese Sorte Mensch macht einfach weiter und kümmert sich überhaupt nicht darum, dass es durch ihre Verantwortungslosigkeit gegenüber der Allgemeinheit in der näheren Zukunft eine Menge Arbeitslosigkeit in Deutschland und in der EU geben wird.

    1. Die EZB ist von den verschuldeten Mittelmeerländern unter der Präsidentschaft von Dragi und Lagarde umfunktioniert worden. Das Ziel der Wähungsstabilität wirde heimich preisgegeben. Das neue Ziel lautet, den Mittelmeerländern den Weg zu billigen Krediten zu verschaffen und offenzuhalten.
      Wenn man das verstanden hat, versteht man auch die Politik der EZB in der letzten Decade. Letztlich bezahlt haben die Sparer der Eurozone diese Schulden-Orgie, denn ihnen wurden durch die Niedrigzins- und Schuldenumverteilungspolitik die Zinserträge gestohlen.
      Die neuen Mehrheitsverhältnisse nach dem Brexit verhindern ein Veto der solide finanzierten Staaten. Im Falke eines EU-Austritts kämen durch die Verpflichtung zum Ausgleich von EZB-Forderungen für Deutschland ruinöse Schulden zustande. So hat uns Draghi an die EU gefesselt. Die deutsche Politik (Merkel) hat damals offensichtlich das Problem gar nicht verstanden, die Bundesverfassungsrichter hatten nicht den Mut, in die poltische Prozesse einzugreifen.
      Das alles läuft längerfristig auf eine Währungsreform hinaus, denn die Euro-Staatsschulden kann und will keine Generation mehr zurückzahlen.
      Wer das wiederum versteht, der hat nicht mehr so grosse Angst, wenn Deutschland nachholt und gegen Corona, Energiekrise und Ukrainekrieg gigantische Staatsschulden macht. Unruhig werden vielmehr die Mittelmeerländer, weil eine hohe deutsche Staatsverschuldung den Zusammenbruch des Euro-Währungssystems beschleunigt und deren Perspektive auf eine langdauernde und bequeme Finanzierung ihrer Staatskosten, ihres hohen Lohnniveaus, ihrer luxuriösen Rentensysteme, ihrer 35 Stunden-Arbeitszeit und des billigen Atomstroms auf Kosten anderer, „reicher“ EU-Staaten abkürzen wird.
      Ob die jetzige Regierung das allerdings verstanden hat und bewusst gestaltet, oder ob sie einfach, von der Not getrieben, zu bequemen Schulden greift, bleibt offen.

  2. Kann bitte mal jemand diese vorbestrafte, unwissende und unfassbar unfähige Tante weg machen!? Bitte

  3. Wie immer ist viel wichtiger, was jemand tut als was er von sich gibt. Die EZB begann erst mit Zinserhöhungen, nachdem mit einem neuen Instrument sichergestellt war, daß hoch verschuldete EU-Staaten und Unternehmen, die unter steigenden Zinsen leiden, weiterhin mit (zusätzlicher) Liquidität versorgt werden können. Das ist natürlich ein Taschenspieler-Trick, da letzteres die Verringerung der Geldmenge via höhere Zinsen konterkariert.
    Meinte die EZB es wirklich ernst mit der Bekämpfung der Inflation, dann müßte sie gleichzeitig ihre enorm aufgeblähte Bilanz abbauen, also Wertpapiere abstoßen. Zudem müßte Lagarde Brüssel drängen, die inflationstreibende, destruktive Sanktionspolitik zu beenden (sie ist der Schock, nicht der Ukraine-Krieg).

    Hohe Energie- bzw. Warenpreise schränken die Bürger in vielfacher Hinsicht ein (heizen, essen, Mobilität usw.), was angeblich dem Klima zugute kommt. Da die EZB wie Brüssel und Berlin eine grüne Agenda verfolgen (Green Deal, Öko-Transformation, Great Reset), dürfte ihnen die Inflation insgeheim durchaus zupass kommen. Auch ist Inflation der bequemste Weg, Schulden zu reduzieren, sofern nicht dauernd neue gemacht werden.

  4. Hallo Maik, so einfach geht das nicht. Sollte diese französische Tante nicht weiterhin ihren so wichtigen Job behalten, würde die Gefahr entstehen, dass die D-Mark durch die Hintertür wieder eingeführt wird. Das geht ja nun mal gar nicht. Die französischen Präsidenten de Gaulle und Mitterand waren beide der Meinung „schafft uns die D-Mark ab, es ist die Atombombe Deuschlands“. Wir können uns drehen und wenden wir wir wollen, Deutschland behält die Arschkarte bis in alle Ewigkeit!! Alles klar.

  5. Die EZB ist eine riesengroße BadBank ,sonst garnix.Abgesichert mit der Bonität von Österreich,Deutschland,Finnland. Ihre Order bekommt sie aus dem Finanzdistrict in Paris.
    Die Mischpoke hinter den Kulissen,diejenigen die immer mit alte Kohle die neuen Schuldenzettel zeichnen,die geben den Ton in Europsa an.So schauts aus.

    1. Richtig im Prinzip ist sie der Quell allen Übels erzeugt sie doch ungedecktes Geld aus dem Nichts.
      Keine Bilanzierung.Nichts.

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.




ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Meist gelesen 7 Tage