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Larry Kudlows Auftritt bei dem amerikanischen Wirtschaftssender CNBC

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Man ist ja schon einiges gewohnt vom National Economic Council Director der US-Regierung, Larry Kudlow, einem Schönwetterboten par excellence. Aber was er am gestern Abend deutscher Zeit in einem langen Interview bei CNBC von sich gab, ist schon sehr spektakulär und verwirrend zugleich.

Hier seine Aussagen:

  • Man respektiere die Unabhängigkeit der Federal Reserve
  • Die US Wirtschaft ist gesund, die Inflation niedrig, aber die Fed hat einen Fehler gemacht; sie hat die Zinsen zu schnell angehoben
  • Deshalb fordert der Präsident und er selbst eine Zinssenkung um 50 Basispunkte – umgehend – gleichzeitig soll die Fed sofort die Reduzierung der Notenbank-Bilanz stoppen
  • Dies sei eine Vorsichtsmaßnahme, weil sich die Konjunktur in Europa und China spürbar abkühle, keine Notmaßnahme
  • Man möchte das beste Wirtschaftswachstum seit Jahrzehnten schützen
    Wirtschaftswachstum kann eine Menge von Problemen lösen, am Arbeitsmarkt, beim Abbau der Staatsschulden u.sw.
  • Man erwarte für 2019 ein 3 % Wirtschaftswachstum in den USA

Aber warum dann die Forderung nach einer solch starken Zinssenkung von 50 Basispunkten, die man sonst nur als Notmaßnahme bei einem Wirtschaftseinbruch tätigt? Ist das Wirtschaftswachstum vielleicht doch nicht so stabil?

Für mich steckt eindeutig Präsident Trump hinter dieser Geschichte, denn er will wiedergewählt werden und sein Wirtschaftsberater hatte bereits vor Tagen bestätigt, dass eine inverse Zinskurve ein alarmierendes Signal für eine Rezession sei – mit einem zeitlichen Vorlauf von einem Jahr. Und das kämme dann für Trump vor den Präsidentschaftswahlen zum ungünstigsten Zeitpunkt.

Mal sehen, wie Fed-Chef Powell auf diesen Versuch politischer Einflussnahme reagiert.

8 Kommentare

8 Comments

  1. Avatar

    Hesterberg

    30. März 2019 12:06 at 12:06

    Also deshalb gingen die US-Indizes gestern im späten Handel noch mal nach oben.
    Die Forderung von Trump und Kudlow zeigen die Angst vor einem Wirtschaftseinbruch auch in den USA überdeutlich. Jetzt können wir sehr gespannt darauf sein, wie Powell und die Märkte nächste Woche darauf reagieren. Eine verrückte Situation, denn wenn die FED nachgibt, kann sie damit vielleicht den Aktienmarkt stützen, nicht aber einen Wirtschaftseinbruch verhindern. Im Gegenteil überträgt man dann die Angst auch auf die Unternehmen und die Investitionsbereitschaft wird noch weiter absinken. Die Pferde werden dann erst recht scheu.

  2. Avatar

    bademeister

    30. März 2019 14:14 at 14:14

    Immerhin ist die Kehrtwende der Fed das Ergebnis der trumpschen Politik…der Präsident wollte nicht, dass die Zinsen weiter angehoben werden, die Fed lenkte ein…der Präsident will eine Zinssenkung, die Fed wird früher oder später mitmachen…aber erst nach bzw. während eines sich abzeichnenden Crash an den Börsen.
    So gesehen braucht Trump einen „von aussen“ aufziehenden Aktiencrash, mit dem er dann offensichtlich nicht in Verbindung gebracht werden darf, denn seine Stammwähler wollen ja bei schlechter Laune gehalten werden…und Powell kann später mal behaupten, dass er keine andere Wahl hatte…

    Wird der Auslöser für einen Crash an der Peripherie z.B. China oder vielleicht sogar der BREXIT/EU sein?..oder ein bisher unbekannter und unberingter schwarzer Schwan?

    Der (uns unbekannte) Zeitpunkt für ein solches Ereignis/Crash steht vermutlich schon fest, der Auslöser ist jedoch immer noch frei wählbar.

    3% Wirtschaftswachstum für die USA in 2019 sind übrigens auch eine sportliche Aussage, da müsste der Wert des Dollars heuer noch ordentlich blonde Federn lassen…

    …und was war da noch mal mit Mueller? …ähnliche Geschichte wie die derzeitige Fed-Posse: Zuerst das Maul aufreissen, um danach mit vollen Windeln einzuknicken, vermutlich hören wir nächste Woche noch positive Worte bzgl. Trumps Verhalten in dieser oder jener Sache…

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    BG

    30. März 2019 15:38 at 15:38

    Fed dreht sich in 3 Monaten um 180 Grad und die Regierung fordert Zinssenkung um 0,5%. Die Wirtschaft soll aber robust und gesund sein? Klingt für mich eher nach dem Gegenteil gepaar mit Panik.

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    Michael

    30. März 2019 19:06 at 19:06

    Mit Poison Ivy als Aufpasserin an der Seite wirkt der senile Knacker noch verwirrter und verwirrender, wie er da so devot und kontrolliert auf den längst vergessenen Textmarker in den Händen klatscht.

    Die Entscheidungen der als unabhängig repektierten Notenbank werden schon respektiert, aber… jetzt geht es um die Wiederwahl, nicht um die USA, die Wirtschaft, um irgendjemandes Unabhängigkeit !!!

    Mal sehen, wie Fed-Chef Powell auf diesen Versuch politischer Einflussnahme reagiert.
    Wie reagiert man auf einen offensichtlichen Möchtegern-Diktatoren, der per Dekret und nationalem Notstand seine billigen Wahlverprechen durchdrückt? Der sich gerade persönlich im euphorisch-populistischen Aufwind befindet, weil er den Kopf mit dem Pfannkuchen drauf nochmal hat aus der Schlinge ziehen können. Und das alles vor dem Hintergrund einer brüllenden, johlenden Stammwählerschaft, die er bis dato aufs Übelste verarscht und belogen hat…
    Will Powell im Amt bleiben, kuscht er, will er neutral und unpolitisch seinem „unabhängigen“ Amt nachkommen, geht er. So einfach funktionieren Demokratie und Gewaltentrennung.

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    Prognostiker

    30. März 2019 20:37 at 20:37

    Trump als schlechter Taktiker , er müsste jetzt eine Korrektur zulassen, ( die er noch der FED anlasten könnte) um dann vor den Wahlen wieder im Aufschwung zu sein. ( dank seiner verlangten Zinssenkung.)
    SOOOO WEIT KANN DER NICHT DENKEN, DIE BÖRSE MUSS STEIGEN.

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    Altbär

    30. März 2019 21:02 at 21:02

    @ Trigo, ja Daniel Stelter ist Einer der wenigen der den Durchblick hat u.wegen seiner Unabhängigkeit keine „Rosa Brille“ tragen muss. Das Problem der Unternehmensanleihen wird die Finanzwelt richtig durchschütteln, u.die Notenbanken haben dieses Problem selbst geschaffen.Ich erinnere mich, als anfangs 2009 am Tief der Börse ein bekannter Börsianer sagte, dass jetzt nach dem Aufschwung 2000- 2008 die sieben „ mageren Jahre folgen“. Diese mageren Jahre wollte oder konnte man nicht hinnehmen u.hat mit dem historisch einmaligen Experiment des Gelddruckens u.der Zinsmanipulation die heutige explosive Situation selbst geschaffen. Die sogenannt gekaufte Zeit wurde nicht genutzt, im Gegenteil , die Verschuldung wurde massiv erhöht. Es kann nicht mehr lange gut gehen.Die euphorischen Börsengänge von
    Firmen mit Milliardenverlusten sind ein guter Indikator für ein baldiges Ende der Party.

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Devisen

Aktuell: Pfund sieht kein Brexit-Problem, US-Dollar und Goldpreis in Bewegung

Claudio Kummerfeld

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Die aktuelle Lage bei Goldpreis, US-Dollar sowie im britischen Pfund sind Thema in diesem Artikel. Der Devisenmarkt reagiert tief entspannt auf die Ereignisse rund um den Brexit. Die Verhandlungen zwischen EU und UK sollen diese Woche weitergehen, aber die letzte Brexit-Deadline zur Klärung von Problem rückt unaufhaltsam näher. Und dann hört man heute, dass die britische Regierung an 200.000 Unternehmen Briefe verschickt, wonach diese Vorbereitungen für einen harten Brexit treffen sollten. Und zack, das britische Pfund rauscht ab in den Keller?

Nein, das Pfund steigt sogar leicht! Gibt es nicht? Doch, heute geschieht es genau so. Am Freitag hatten wir noch vor der großen Ungewissheit und dem Risiko gewarnt, übers Wochenende im Pfund engagiert zu sein. Die Trader sagen mit dem Kursverlauf heute: Leute, ganz entspannt, es wird noch einen Deal geben. Was für ein Optimismus! Pfund gegen US-Dollar hat seit Freitag Abend gut 80 Pips zugelegt auf aktuell 1,3018. Euro gegen Pfund hat verloren von 0,9066 auf aktuell 0,9048.

US-Dollar und Goldpreis spielen ihr Spiel

Der US-Dollar verliert schon seit heute früh. Die steigende Hoffnung auf eine Einigung für einen neuen Billionen-Stimulus in den USA schürt natürlich Hoffnung für eine bessere globale Konjunktur. Damit ist der „große sichere Hafen“ namens US-Dollar als Fluchtwährung weniger gefragt. So verliert der Dollar-Index (Währungskorb) seit heute früh von 93,75 auf aktuell 93,23 Indexpunkte.

Tja, und der Goldpreis? Die ständigen seit Tagen anhaltenden Versuche, deutlich über 1.900 Dollar zu laufen, scheiterten immer wieder. Erst heute Vormittag berichteten wir. Ein schwacher US-Dollar bedeutet in der Regel einen stärkeren Goldpreis. Und so kletterte er heute auch von 1.900 auf 1.918 Dollar in der Spitze um 14 Uhr. Aber bis jetzt kommt der Goldpreis wieder zurück auf 1.909 Dollar. Mal wieder scheint der Anlauf nach oben zu scheitern. Im Chart sehen wir seit Freitag früh den US-Dollar-Index in blau gegen den Goldpreis in rot-grün.

Chart zeigt Goldpreis-Verlauf gegen US-Dollar

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Devisen

Große Pfund-Wette übers Wochenende, US-Dollar und der Goldpreis

Claudio Kummerfeld

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Symbole für Pfund Euro, Yen und US-Dollar

Über das bevorstehende Wochenende hinweg wird womöglich eine große Pfund-Wette laufen. Die läuft folgendermaßen. Entweder das Pfund wird nächste Woche weiter deutlich fallen, oder es passiert gar nichts. Denn heute Mittag hat der britische Premier Boris Johnson mit einem harten Brexit gedroht. Die EU bewege sich nicht und habe nie ernsthaft verhandelt, so Johnson (hier mehr dazu). Daraufhin war das britische Pfund gegen den US-Dollar und gegen den Euro seit 12:50 Uhr gefallen.

Und die EU-Kommission hat geantwortet. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen twitterte, dass man weiterhin an einem Deal arbeite, aber nicht zu jeden Preis (sie will wohl nicht als erpressbar in der Öffentlichkeit da stehen). Wie bereits geplant, werde das Verhandlerteam der EU nächste Woche nach London aufbrechen, so ihr kurzer Text. Also: Entweder die Drohung von Boris Johnson sollte lediglich seine eigene Verhandlungsposition verbessern (auf dicke Hose machen), oder es kommt nächste Woche zu einer Konfrontation, die sich nicht mehr lösen lässt. Das wäre wahrscheinlich für das britische Pfund ein ziemlich schlechtes Signal. Den ersten Vorgeschmack gab es vorhin. Euro gegen Pfund steigt von 0,9047 auf 0,9090. Pfund gegen US-Dollar fällt von 1,2957 auf 1,2920. Das waren noch keine Riesen-Bewegungen, aber der Devisenmarkt hat negativ auf die Johnson-Aussagen reagiert. Wer jetzt noch vorm Wochenende eine Pfund-Position öffnet, geht ein großes Risiko ein. Denn man weiß nicht, wie sich die politische Lage übers Wochenende entwickelt.

US-Dollar

Der US-Dollar stand vorhin unter der Fuchtel von US-Konjunkturdaten. Um 14:30 Uhr wurden die Einzelhandelsumsätze deutlich besser gemeldet als erwartet. Dann um 15:15 Uhr folgten Daten zur US-Industrieproduktion, die schlechter gemeldet wurden als erwartet. Und vorhin um 16 Uhr dann der dritte Akt heute Nachmittag. Daten der Universität von Michigan zeigen ein etwas besser als erwartetes Vertrauen der US-Verbraucher. Der US-Dollar in Form des Dollar-Index (Währungskorb) hat sich durch diese drei Daten bis jetzt nur minimal geändert mit einem Anstieg von 93,56 auf 93,63 Indexpunkten.

Goldpreis

Der Goldpreis hat seit 14 Uhr von 1.913 auf jetzt 1.905 Dollar verloren. Wir erinnern an unsere Berichterstattungen der letzten Tage. Immer wieder gab es Anläufe im Goldpreis über die Marke von 1.900 Dollar, sogar deutlich stärker als heute – und immer wieder fiel der Goldpreis unter diese runde Marke. Gold ist seit Tagen nicht stabil und zeigt keinen nachhaltigen Aufwärtsmove. Hauptsächlich schuld ist der US-Dollar, der sich seit Montag im Aufwärtstrend befindet, und Gold auf dem Weg nach oben blockiert. Im Chart sehen wir seit Wochenanfang den Goldpreis in rot-grün gegen den Dollar-Index in blau.

Chart zeigt Goldpreis gegen US-Dollar im Kursverlauf

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Allgemein

Brexit: Boris Johnson – steuern auf No Deal zu, harter Abgang wahrscheinlich

Markus Fugmann

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Kommt doch der harte Brexit? Boris Johnson hat genau das soeben angedeutet: solange sich die EU nicht bewege, so der britische Premier, werde es einen No Deal beim Brexit geben. Man würde dann eine Vereinbarung haben wie zwischen der EU und Australien, so Johnson.

Johnson weiter in Schlagzeilen:

– der von der EU vorgeschlagene Deal wie zwischen der EU und Kanada wird nicht funktionieren

– die EU hat nicht wirklich ernsthaft verhandelt, daher sollten wir uns auf einen Brexit ohne Deal vorbereiten

Das britische Pfund zunächst stärker unter Druck, nun aber doch mit einer (volatilen) Erholungsbewegung. Vermutlich gehen die Märkte davon aus, dass doch zu viel auf dem Spiel steht und halten daher die Aussagen von Johnson für eine Drohgebärde ohne wirklich ernsten Hintergrund. Aber aus unserer Sicht meint es Johnson durchaus ernst..

Ein harter Brexit wird wahrscheinlicher, sagt Premier Johnson

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