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Seit 9 Monaten durchgehend fallende Preise Lebensmittelpreise global deutlich gefallen – hier offizielle UN-Daten

Die globalen Lebensmittelpreise fallen im Schnitt nun durchgehend seit 9 Monaten. Hier dazu aktuelle UN-Daten mit einigen Details.

Die weltweiten Lebensmittelpreise sind deutlich rückläufig, zumindest im Gesamtschnitt. Seit neun Monaten sieht man nun durchgehend fallende Preise, und auch im Vergleich zum Vorjahr ist es ein Minus im Dezember 2022. Dies zeigt der „FAO Food Price Index“ (FFPI), der heute von der UN-Organisation FAO (Lebensmittel und Agar) veröffentlicht wurde. Im Chart sehen wir die Entwicklung des Index seit den 90er-Jahren. Im roten Kasten sehen wir den Verlauf der Lebensmittelpreise während der Coronakrise, und dann im Ukraine-Krieg. Erst sah man ab Februar 2022 den steilen Anstieg wegen drohender Lebensmittelknappheit, und in den letzten Monaten folgte die Erholung, weil klar wurde, dass die Verknappung doch nicht eingetreten ist.

Der Chart zeigt aber auch: Die Lebensmittelpreise sind mit einem aktuellen Indexstand von 132,4 Punkten im FAO Food Price Index immer noch deutlich höher als zu Anfang 2020, also kurz vor Ausbruch der Coronakrise. Damals notierte der Index noch um die 100 Indexpunkte. Der aktuelle Wert von 132,4 Punkten für Dezember 2022 bedeutet einen Rückgang von 2,6 Punkten (1,9 Prozent) gegenüber November 2022, was den neunten monatlichen Rückgang in Folge bedeutet, und 1,3 Punkte Rückgang (1,0 Prozent) gegenüber dem Wert des Vorjahres. Der Rückgang des Index im Dezember war laut FAO auf einen starken Rückgang der internationalen Preise für pflanzliche Öle sowie einen gewissen Rückgang der Getreide- und Fleischpreise zurückzuführen, der jedoch teilweise durch einen moderaten Anstieg der Preise für Zucker und Milchprodukte ausgeglichen wurde. Für das Jahr 2022 insgesamt lag der FFPI jedoch bei durchschnittlich 143,7 Punkten und damit sogar 18 Punkte oder 14,3 % höher als 2021.

Entwicklung der weltweiten Lebensmittelpreise seit 1996 Chart: TradingView

Hier verkürzt wiedergegeben der Blick auf einige Details der fallenden Lebensmittelpreise: Der FAO-Getreidepreisindex lag im Dezember bei durchschnittlich 147,3 Punkten und damit 2,9 Punkte (1,9 Prozent) niedriger als im November, aber immer noch 6,8 Punkte (4,8 Prozent) über dem Wert vom Dezember 2021. Die Preise für Weizenexporte gingen im Dezember zurück, da die laufenden Ernten in der südlichen Hemisphäre das Angebot erhöhten und der Wettbewerb zwischen den Exporteuren stark blieb.

Der FAO-Pflanzenölpreisindex lag im Dezember bei durchschnittlich 144,4 Punkten und damit 10,3 Punkte (6,7 Prozent) niedriger als im November und erreichte den niedrigsten Stand seit Februar 2021. Der Rückgang des Index im Dezember war auf die niedrigeren internationalen Notierungen für Palm-, Soja-, Raps- und Sonnenblumenöl zurückzuführen. Die Weltmarktpreise für Palmöl fielen um fast 5 Prozent, nachdem sie sich im Vormonat kurzzeitig erholt hatten, was vor allem auf die schleppende globale Importnachfrage zurückzuführen war, obwohl die Produktionsmengen in den wichtigsten Palmöl produzierenden Ländern aufgrund übermäßiger Regenfälle zurückgingen.

Der FAO-Milchpreisindex lag im Dezember bei durchschnittlich 139,1 Punkten und damit um 1,5 Punkte (1,1 Prozent) höher als im November. Damit verzeichnete er einen Anstieg, nachdem er fünf Monate in Folge gesunken war, und übertraf den Vorjahreswert um 10,1 Punkte (7,9 Prozent). Im Dezember stiegen die internationalen Käsepreise an, was vor allem auf eine robuste weltweite Importnachfrage und etwas knappere Exportmöglichkeiten bei hohen Binnenumsätzen im Einzelhandel und im Dienstleistungssektor, insbesondere in Westeuropa, zurückzuführen war.

Der FAO-Fleischpreisindex lag im Dezember bei durchschnittlich 113,8 Punkten und damit 1,4 Punkte (1,2 Prozent) niedriger als im November, was den sechsten monatlichen Rückgang in Folge bedeutet, aber immer noch 2,8 Punkte (2,5 Prozent) über dem Vorjahresniveau. Der Rückgang des Index im Dezember war auf die niedrigeren Weltmarktpreise für Rinder- und Geflügelfleisch zurückzuführen, die teilweise durch höhere Preise für Schweine- und Schaffleisch ausgeglichen wurden. Die internationalen Preise für Rinderfleisch fielen, was auf ein höheres Angebot an Schlachtrindern in mehreren großen Erzeugerländern und eine schwache weltweite Nachfrage nach mittelfristigen Lieferungen zurückzuführen war. Unterdessen gingen die Preise für Geflügelfleisch zurück, da die Exportverfügbarkeiten mehr als ausreichend waren, um die Importnachfrage nach Spotlieferungen zu befriedigen.



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