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Lebensmittelpreise global mit enormem Anstieg – heutige Daten von der UN

Weizenfeld

Die Lebensmittelpreise steigen weltweit spürbar an. Heutige Daten der UN zeigen, dass man kurz davor steht das höchste Peisniveau seit 10 Jahren zu erreichen. Und wie der Chart am Ende des Artikels zeigt, sind die Preisniveaus derzeit auch kurz davor Stände aus den 70er-Jahren zu erreichen. Laut heutiger Mitteilung der zuständigen UN-Organisation „FAO“ ist ihr Nahrungsmittelpreisindex (FAO Food Price Index) im August mit 127,4 Punkten um 3,9 Punkte oder um 3,1 Prozent gegenüber Juli gestiegen. Gegenüber August 2020 ist es ein Anstieg um 31,5 Punkte oder 32,9 Prozent. Vorher gab es in zwei aufeinanderfolgenden Monaten einen Rückgang in diesem Preisindex für die Lebensmittelpreise. Jetzt sieht man aber wieder einen deutlichen Anstieg.

Deutlich steigende Lebensmittelpreise

Schaut man auf den Vergleich von Juli zu August, dann treiben vor allem die Preise für Getreide (+3,4 Prozent), Pflanzenöle (+6,7 Prozent) und Zucker (+9,6 Prozent) den Gesamtschnitt der Lebensmittelpreise in die Höhe. Beim Zucker sei der Preisanstieg laut FAO auf die Besorgnis über Frostschäden an den Ernten beim weltweit größten Zuckerexporteur Brasilien zurückzuführen. Der Anstieg sei durch gute Produktionsaussichten in Indien und der EU sowie durch einen Rückgang der Rohölpreise und eine Abschwächung des brasilianischen Real abgeschwächt worden. Beim Pflanzenöl stiegen die Preise aufgrund der anhaltenden Besorgnis über eine unter dem Potenzial liegende Produktion und den daraus resultierenden Abbau der Lagerbestände in Malaysia.

Die Weltmarktpreise für Weizen stiegen laut FAO aufgrund geringerer Ernteerwartungen in mehreren wichtigen Exportländern um 8,8 Prozent. Die Maispreise gingen dagegen um 0,9 Prozent zurück, da die verbesserten Produktionsaussichten in Argentinien, der EU und der Ukraine die gesenkten Produktionsprognosen in Brasilien und den USA abschwächten. Die internationalen Reispreise blieben auf einem Abwärtstrend. Der FAO-Fleischpreisindex stieg im August leicht an, da starke Käufe aus China die Preise für Schaf- und Rinderfleisch stützten und eine solide Importnachfrage aus Ostasien und dem Nahen Osten die Geflügelpreise ankurbelte. Die Preise für Schweinefleisch hingegen fielen aufgrund des anhaltenden Rückgangs der Käufe aus China und der schwachen Binnennachfrage in Europa.

Weltweite Getreideversorgung soll trotz geringerer Produktionsaussichten weiterhin ausreichend sein

Die weltweite Getreideproduktion wird laut FAO im Jahr 2021 voraussichtlich 2,788 Milliarden Tonnen erreichen, was einem Anstieg von 0,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht, aber unter den Erwartungen vom Juli liegt, so der neue Cereal Supply and Demand Brief der FAO, der ebenfalls heute veröffentlicht wurde. Die FAO erwartet, dass die weltweite Weizenproduktion in diesem Jahr um 0,7 Prozent auf 769,5 Millionen Tonnen schrumpfen wird, was vor allem auf die negativen Auswirkungen der anhaltenden Dürre in Nordamerika sowie auf ungünstige Wetterbedingungen in Kasachstan und der Russischen Föderation zurückzuführen sei.

Die weltweite Produktion von Grobgetreide werde den Prognosen zufolge bis 2021 um 1,3 Prozent auf 1.499 Millionen Tonnen steigen, auch wenn die Produktion in Brasilien voraussichtlich zurückgehen wird. Die weltweite Reisproduktion soll im Vergleich zum Vorjahr um 0,9 Prozent auf ein Allzeithoch von 519 Millionen Tonnen ansteigen, was durch die für Vietnam gemeldeten Rekordernten begünstigt wird. Die FAO geht davon aus, dass die weltweite Getreidenutzung im Wirtschaftsjahr 2021/22 im Vergleich zum vorherigen Wirtschaftsjahr um 1,4 Prozent auf 2.809 Millionen Tonnen ansteigen wird, unterstützt durch ein starkes Wachstum der Futtermittelverwendung und einen höheren Nahrungsmittelverbrauch. Die Juli-Prognose für die weltweiten Getreidevorräte zum Saisonende 2022 wurde auf 809 Millionen Tonnen gesenkt, was einem Rückgang um 0,9 Prozent gegenüber dem Ausgangsniveau entspricht.

Die weltweiten Reisvorräte werden laut FAO voraussichtlich den zweithöchsten Stand seit Beginn der Aufzeichnungen erreichen, während die Weizenvorräte aufgrund des trockenen Wetters auf ein Achtjahrestief und die kanadischen Vorräte auf den niedrigsten Stand seit 40 Jahren sinken werden. Insgesamt werde das Verhältnis zwischen den weltweiten Getreidevorräten und dem Verbrauch auf 28,1 Prozent prognostiziert, ein Rückgang gegenüber 29,9 Prozent im Jahr 2021/22, der aber immer noch auf eine relativ komfortable Versorgung im historischen Vergleich hinweist, so die FAO.

Der Welthandel mit Getreide soll 2021/22 voraussichtlich um 1,3 Prozent auf 466 Millionen Tonnen zurückgehen, wobei die voraussichtlichen Rückgänge bei Weizen und groben Körnern den Anstieg des Welthandels mit Reis überwiegen.

Grafik zeigt steigende Lebensmittelpreise im FAO Food Price Index
UN-Grafik zeigt die Lebensmittelpreise (gelbe Linie) seit den 1960er-Jahren im FAO Food Price Index.



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