Europa

Netto 26 Milliarden Euro Abfluss im August Leistungsbilanz der Eurozone so schlecht wie seit 2008 nicht mehr

Die Leistungsbilanz der Eurozone ist aktuell mit minus 26 Milliarden Euro für August so schlecht wie seit 2008 nicht mehr.

Containerschiff

Die Leistungsbilanz der Eurozone verschlechtert sich sehr schnell. Mit einen Defizit von 26 Milliarden Euro für August ist es das größte Defizit seit dem Jahr 2008, wie heute von der EZB veröffentlichte Daten zeigen. Im Juli 2022 war es noch ein Minus von 20 Milliarden Euro. Erst in den letzten Monaten ist man nach und nach weiter ins Defizit gerutscht, während man vorher jahrelang Überschüsse in der Leistungsbilanz sah.

Was das zu bedeuten hat? Netto fließt derzeit Geld Monat für Monat aus der Eurozone ab nach Übersee. Verursacht wird dieses Defizit eindeutig durch die stark gestiegenen Überweisungen der europäischen Importeure für Rohstoffe wie Öl, Gas, Kohle etc. In der Leistungsbilanz sieht man die effektiven Geldflüsse. Hier sind neben den Geldflüssen für Waren und Dienstleistungen auch diejenigen Zahlungen berücksichtigt, die für Kapitalerträge getätigt werden – oder wenn zum Beispiel Ausländer, die in Europa leben, Geld in ihre Heimat überweisen.

Die folgende Grafik reicht zurück bis zum Jahr 2017. Die blaue Linie zeigt den aktuellen Stand der Leistungsbilanz. Man erkennt den seit Monaten laufenden Absturz ins Defizit. Entscheidend sind hier die orangen Balken, die für die Geldflüsse zur Bezahlung von Waren stehen. Jahrelang brachten die europäischen Warenexporte satte Geldeinnahmen. Aber weil die Rohstoffe derart teuer geworden sind, sind die Geldflüsse für den Warenverkehr seit Monaten zunehmend defizitär.

Das Defizit im Warenverkehr lag im August 2022 bei 21 Milliarden Euro – im August 2021 war es noch ein Überschuss von 22 Milliarden Euro! Die gesamte negative Leistungsbilanz von -26 Milliarde Euro lag vor genau einem Jahr noch bei einem Überschuss von 17 Milliarden Euro.

Entwicklung der Leistungsbilanz der Eurozone seit dem Jahr 2017



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