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Lesetipp: Trump und die Fed; und: wie die Wall Street mit dem Hurrikan Irma umgeht

Warum Trump mit seiner Wahl zum Fed-Chef alle überraschen wird - und den Tiefpunkt seines Ansehens schon hinter sich hat! Und: warum die Wall Street meint, dass Hurrikan Irma letztlich kein Problem ist - außer für die betroffenen Menschen (was aber nicht so wichtig ist)..

FMW-Redaktion

Der Blog „The Macro Tourist“ zählt zu den interessantesten Finanzblogs der USA. In dem Artikel „THE TRUMP ECLIPSE BOTTOM“ prognostiziert der Autor, wie Trump mit der Fed umgehen wird. Hier die spannenden Kern-Thesen:

– Trump hatte nie die Neigung, Gary Cohn zum Fed-Chef zu machen – weil dieser viel zu unabhängig denke und von Trump nicht kontrollierbar sei

– Trump werde eine völlig unorthodoxe Wahl als Fed-Chef treffen, mit der bislang niemand rechne („Trump will surprise us with the most unorthodox, easy money, lunatic you could ever dream up.“)

– der einzige etablierte Notenbanker, der überhaupt in Frage kommen könnte, sei Neil Kashkari, Präsident der Federal Reserve Bank von Minneapolis und – wichtig – Republikaner. Kashkari ist das dovishste aller Fed-Mitglieder und hatte stets gegen Zinsanhebungen gestimmt

– Trump ist der König der Schulden. Wenn Trump eines kann, dann Schulden machen („Trump is the King of Debt. If there is one thing he is good at – it’s debt“.)

– weil die Märkte ahnen, dass Trump eine Nullzinspolitik will (und auch durchsetzen kann), wird der Dollar abverkauft

– Trump sei in Hochform und agiere zuletzt schon fast präsidial („Trump seems to be sticking his foot in his mouth a lot less often these days. And with the recent debt ceiling deal with the Democrats, you could almost say he is acting Presidential.“) Daher: der Tiefpunkt seines Ansehens liegt hinter ihm, ab jetzt geht es mit dem Image Trumps wieder bergauf!

– Draghi habe gestern klar gemacht, dass die EZB alles tun werde, um die Inflation auf 2% zu bekommen – quasi eine Wiederholung der berühmten Aussage „whatever it takes“ zur Rettung des Euro, nur diesmal auf die Inflation gemünzt. Wer jetzt eine 10-jährige deutsche Anleihe kaufe mit einer Rendite von 0,3%, dem drohe, weil Draghi sein Versprechen wahr machen wird, der Verlust von -1,7% (Rendite 0,3% minus Inflation 2,0% ist -1,7%)

Lesen Sie den brillanten Artikel bitte hier..

Und jetzt was ganz anderes: was sagt die Wall Street zu dem Hurrikan Irma? Eine Aussage von Peter Tuchman ist besonders bezeichnend: „Wir werden immer das Geld finden, um die Dinge wieder aufzubauen!“.

Jep, das wird der Schuldenkönig Trump schaffen! Zum Beispiel durch Abschaffung der Schuldengrenze..



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10 Kommentare

  1. In other words, wir müssen uns auf steigende Aktienkurse in Amerika gefasst machen? Na, denn: fly me to the moon.

  2. Wie heute erwähnt. Jedes Ding hat zwei Seiten. Wird der king of debt einige Infrastrukturprojekte aufgrund der neuen Finanzierungssituation wegen der Naturkatastrophe in Angriff nehmen können?
    We’ll always find the money to build …..!

  3. Eigenartig das er von Schuldenkönig Trump spricht nach einigen Monaten Amtszeit.
    Wer hat denn die Ami-Schulden von 10 auf 20 Billionen getrieben in 8 Jahren Amtszeit:
    soviel ich weiß war das Obama und damit ist er der SCHULDENKAISER

    1. Sehr richtig!
      Und die Leute, die jetzt schon wissen, dass Trump Schuldenkönig ist, haben
      bestimmt auch nach hundert Tagen Obama-Amtszeit gewusst, dass dieser ein Friedensengel werden würde.
      Vorurteile wohin man schaut.

      1. @Gerd, @Lutz, der Artikel bezieht sich auf Trumps persönliche Schulden-Vergangenheit und zieht daraus den nach meiner Meinung berechtigten Rückschluss, dass Trump auch als Regierungschef nicht zimperlich sein wird, massiv Schulden zu machen. Sein Vorschlag, die US-Schuldenobergrenze aufzuheben, ist sicher kein Zufall..

        1. Da kennt er und Sie aber meine persönliche Schuldenvergangenheit schlecht. Oder übertreibe ich jetzt? Wahrscheinlich.

          Aber im ernst, finde ich die Abschaffung der Schuldengrenze voll in Ordnung. Denn die hat in den letzten Jahren ohnehin niemals dazu beigetragen, dass die Schuldenmacherei ungehemmt weiterging.
          Das ist die rein Farce. Verzögerte die Kreditaufnahme evtl. mal um ein paar Tage, aber dann ging es jeweils munter weiter.
          Die Schuldengrenze war niemals der Grund, den Gürtel enger zu schnallen.
          Dann müsste man es schon machen wie bei uns. Eine für Länder seit 2009 verfassungsmäßig verankerte und ab 2011 wirksame Schuldenbremse. Und ob die wirkt, wenn es drauf ankäme, sei auch noch infrage gestellt.

          1. Nicht dass jemand aufgrund meines Flüchtigkeitfehlers den falschen Schluss zieht:
            „…dass die Schuldenmacherei NICHT TROTZDEM ungehemmt weiterging. “
            So sollte es heißen.

  4. Herr Fugmann, daß geht aber aus dem Artikel nicht hervor das es sich auf persönliche Schulden bezieht. Im übrigen haben Unternehmer auch Schulden in der Bilanz, das ist nicht unüblich. Darauf auf die Regierungsarbeit zu schließen ist weit hergeholt.
    Und bis jetzt wurde noch bei jedem Präsidenten die Schuldenobergrenze angehoben, was eigentlich auch eine Aufhebung darstellt.
    Kann mich nur -Gerd- anschließen: Voreingenommenheit

  5. Naht das weltweite Schlaraffenland,oder ist es schon da?Geld wird gedruckt(vielleicht bald von jedem selbst!),für’s Schuldenmachen gibt’s Zinsen,Energie demnächst für die Hälfte oder noch billiger(Steen Jacobsen).Oh happy Days!Warum waren unsere Vorfahren so deppert,dass Sie das nicht auch schon herausgefunden hatten?Free Lunches for all & everywhere?Ich konsumiere,also bin ich!Kaum auszuhalten dieses Paradies.Virtual Reality ohne Brille?Der Nihilist in mir fragt leider permanent:Wo ist der Haken?Wir werden es erfahren und zwar schon bald(befürchte ich!)

  6. Super Einstellung von Donald Trump, der Wirbelstrum Irma ist nur ein Problem für einige Tausend Betroffene aber eigentlich positiv für einige Politiker die das Schulden-Obergrenze -Problem sofort lösen können u.dann ALLEN AMERIKANERN EINEN POSITIVEN DIENST ERWEISEN ,jetzt wissen wir auch warum Trump den Klimawandel leugnet.

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