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Lesetipp: Varoufakis wollte EZB-Schulden nicht bedienen, daher Rücktritt

Redaktion

Veröffentlicht

am

FMW-Redaktion

Auftritte und Interviews von Yanis Varoufakis sind bekanntlich ja nicht unbedingt eine Seltenheit. Der Terminplan von Varoufakis ist vollgespickt mit Interviews, aber heute ist ein Interview des „Funkhaus Europa“ mit Varoufakis erschienen, das in vielerlei Hinsicht lesenswert ist. Vor allem deshalb, weil Vaoufakis offenkundig die Zahlungen an die EZB nicht bedienen wollte – und das hätte die Notenbank in ziemliche Schwierigkeiten bringen können, wie Varoufakis bewußt gewesen sein dürfte:

„Unsere Drohung in den Verhandlungen war nicht der selbstgewählte Grexit sondern, dass wir aufhören, die Schulden zu bedienen, aber im Euro verbleiben. Wenn ihr versucht, uns finanziell zu ersticken, nur damit wir unsere Unterschrift unter eine Vereinbarung setzen, die nicht umsetzbar ist, werden wir zum Beispiel die Rückzahlung der EZB-Anleihen für die nächsten zwanzig, dreißig Jahre aufschieben. Diese Reaktion hatten wir vor, falls sie uns zwingen würden, die griechischen Banken zu schließen (..) Und der Grund, weshalb ich zurückgetreten bin, war, dass mir nicht erlaubt wurde, das zu tun.“

Yanis Varoufakis
Foto: Jörg Rüger / Wikipedia (CC BY-SA 3.0)

Doch konnte er sich mit diesem Plan innerhalb der griechischen Regierung nicht durchsetzen, der Druck der Troika auf seine Absetzung war ohnehin groß. Lesen Sie dazu das gesamte Interview zwischn dem „Funkhaus Europa“ und Varoufakis hier..

5 Kommentare

5 Comments

  1. Avatar

    V

    9. November 2015 12:18 at 12:18

    was für ein elender selbstdarsteller !!

    • Avatar

      joah

      9. November 2015 12:33 at 12:33

      Sicher mag er die Medienöffentlichkeit etwas mehr als manch anderer – könnte daran liegen, das er mal Uni Professor war (einmal Lehrer, immer Lehrer). Ihn des wegen gleich mit der Eigenschaft „elender […]“ zu besehen halte ich für deutlichst überzogen.

  2. Avatar

    joah

    9. November 2015 12:29 at 12:29

    Titel des Artikels widersprüchlich: aufschieben ist nicht „nicht bedienen“.

    Derartige Kontraste zum eigentlichen Kontext (Verzerrung) kennt man sonst nur aus Kreisen sehr schäbiger Berichterstattung, wie den berüchtigten vier Buchstaben. Bitte degradiert euch nicht auf dieses Niveau!

    • Avatar

      Chris

      9. November 2015 16:21 at 16:21

      Hallo Joah,warum so aggressiv gegen das Neue Deutschland?Jede Partei hat nun mal ihr Presseorgan.Bei der CSU ist es der Bayernkurier,bei der SPD der Vorwärts(wohin auch immer?),bei der CDU eben die Bild.Demokratie heisst:Die Macht der Mehrheit!Wenn die Mehrheit eben einem neuen Finanznationalsozialismus oder was auch immer zujubelt,muss der Demokrat abwägen,ob es förderlich ist Widerstand zu leisten oder zu fliehen(emigrieren).Ich denke schon,dass der eher kotzbrockenartig daherkommende Spieltheoretiker Varufuckis grenzwertig argumentiert,aber auch gnadenlos die exorbitanten Schwächen des € darlegt! Yannis Varoufakis 00Greece.Casino Royal Europeanne!E?WG!Einer,wer?wird gewinnen!

      • Avatar

        joah

        9. November 2015 17:55 at 17:55

        Ich bin NICHT A-G-G-R-E-S-S-I-V !!! ;-) :-)

        Mir ging es doch hauptsächlich um den Titel, der am eigentlichen Inhalt von der Aussage her vorbeischlittert. Von Varufakis kann jeder gern halten was er mag und auch ich gehe mit ihm nicht auf allen Wegen konform, aber er hatte definitiv Mut – das muss man ihm lassen.

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Aktien

Dax mit Crash? Mögliche Ausweitung der EZB-Maßnahmen, Ideen zu SAP und Allianz

Redaktion

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Gibt es im Dax einen neuen Crash? Diese Frage bespricht Manuel Koch im folgenden Video mit einer Expertin. Auch Thema seines Videos sind die ganz frisch verkündeten neuen Rettungsgelder für die Wirtschaft, damit der anstehende kleine Lockdown im November verkraftet werden kann. Wichtig ist auch die heute angedeutete Ausweitung der EZB-Maßnahmen im Dezember.

Manuel Koch bespricht im Video auch zwei Handelsempfehlungen der trading house-Börsenakademie. Die Aktien der Allianz seien eine Short-Chance per Stop-Sell-Order. Die Aktien von SAP seien ein Kauf per Stop-Buy-Order. Beide Ideen werden ausführlich begründet.

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Allgemein

Corona-Hilfen: Ausfallzahlungen im November, und eine ganz wichtige Änderung!

Claudio Kummerfeld

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am

Neue Corona-Hilfen vom Bund

Aufgepasst liebe Selbständige und Unternehmer, es tut sich was bei den Corona-Hilfen des Bundes. Es ist ja inzwischen bekannt, dass die Bundesregierung betroffene Unternehmer mit bis zu 75 Prozent der Umsätze aus November 2019 entschädigen will, wenn sie jetzt im November 2020 durch Betriebsschließungen Umsatzeinbußen erleiden. Dies soll für Betriebe mit weniger als 50 Mitarbeitern gelten. Für Betriebe mit mehr als 50 Mitarbeitern gibt es gestaffelt Erstattungen von 70 Prozent und weniger. Vor allem die Gastronomie wird wohl profitieren, aber auch Freizeiteinrichtungen, und womöglich deren Zulieferbetriebe. Details werden gerade noch geklärt. Diese Corona-Hilfen sind sehr wichtig. Sonst hätte dieser neue kleine Lockdown, der ab Montag startet, wohl endgültig viele Unternehmen finanziell ruiniert.

Die genauen Details der neuen Hilfen sollen laut Olaf Scholz noch veröffentlicht werden auf https://www.ueberbrueckungshilfe-unternehmen.de . Noch ist die Seite nicht auf aktuellem Stand, aber aus den ganz frischen Aussagen der beiden Minister hört man, dass die beiden Ministerien genau in diesem Minuten die Details ausarbeiten. Also sollte man morgen oder am Wochenende diese Seite mehrmals besuchen und nach neuesten Infos Ausschau halten. Anträge sollen schnell bearbeitet werden. Wir empfehlen die nächsten Tage auch immer einen Blick zu werfen auf die Webseiten des Bundeswirtschaftsministeriums und des Bundesfinanzministeriums.

Corona-Hilfen mit kleinem, aber sehr wichtigem Detail

Aber ein wichtiges Detail bei den Corona-Hilfen wird für viele Unternehmer eine große Erleichterung darstellen, um jetzt weiter durchhalten zu können. Denn bisher galt die ziemlich unsinnige und unfaire Regelung, dass die KfW-Schnellkredite in der Coronakrise nur für Unternehmen zugänglich waren, die mindestens 10 Mitarbeiter haben. Jetzt liest man im offiziellen Infotext des Bundeswirtschaftsministeriums (siehe hier), dass der KfW-Schnellkredit für Unternehmen mit weniger als 10 Beschäftigten zugänglich gemacht werden soll. Diese winzige Änderung bei den Corona-Hilfen kann für viele kleine Unternehmer die Rettung bedeuten, zumindest in Sachen Liquiditätshilfe. Hier weitere Details im Wortlaut vom Ministerium:

Es hat sich als unvermeidlich erwiesen, für die Dauer der nächsten vier Wochen auch viele Unternehmen zu schließen, um auf diese Weise Kontakte im erforderlichen Umfang zu reduzieren. Das betrifft unter anderem Gastronomiebetriebe, Bars, Clubs und Diskotheken, aber auch Dienstleistungsbetriebe, Messen, Kinos, Freizeitparks oder Fitness-Studios. Viele von ihnen haben Vorbildliches bei der Umsetzung von Hygiene- und Abstandskonzepten geleistet und seit Ausbruch der Pandemie schwere Umsatzrückgänge hinnehmen müssen.

Die Bundesregierung wird diese Betriebe umfassend unterstützen, um ihnen den Fortbestand in dieser schweren Zeit zu erleichtern:

Wir gewähren den von temporären Schließungen erfassten Unternehmen eine außerordentliche Wirtschaftshilfe, die bis zu 75 Prozent des Umsatzes des Vorjahresmonats erfasst;

Wir werden die Leistungen der Überbrückungshilfe verlängern und für die hauptbetroffenen Wirtschaftsbereiche wesentlich verbessern;

Wir öffnen den KfW-Schnellkredit für Unternehmen mit weniger als 10 Beschäftigten;

Die Regelungen gelten unter anderem für Unternehmen, Selbständige und Soloselbständige. Insbesondere auch in der Kultur- und Veranstaltungswirtschaft.

Die beschlossenen Maßnahmen zeigen, dass wir unsere Unternehmen nicht allein lassen, sondern zielgerichtet unterstützen. Hierzu stellen wir Mittel bis zu einer Höhe von 10 Milliarden Euro bereit.

Hier weitere aktuelle Aussagen aus der vorhin gelaufenen PK von Olaf Scholz und Peter Altmaier, in Kurzform zusammengefasst:

Der Kultur- und Veranstaltungswirtschaft will man auch über den November hinaus eine Perspektive aufzeigen. Und auch der Gastronomie will man helfen die anstehende harte Zeit zu überstehen. An Einzelheiten arbeite man jedoch noch. Auch will man eine Verlängerung der „Überbrückungshilfe III“ bis ins nächste Jahr hinein erreichen. Und bis zu 300.000 Euro sollen auch über Kredite der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bereitgestellt werden können.

Hier die PK im Video:

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Christine Lagarde: Headlines zur EZB-Pressekonferenz – sehr dovish!

Markus Fugmann

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Die wichtigsten Aussagen der EZB-Chefin Christine Lagarde auf der EZB-Pressekonferenz – wie wird sie sich zu den ökonomischen Perspektiven durch die neuen Lockdowns äussern?

– Lagarde und Vize de Guindos betreten den Saal – beide mit Mundschutz..

– Neue Corona-Welle: Wirtschaft verliert an Fahrt, klare Verschlechterung des Ausblicks, vor allem im Dienstleistungsbereich

– Konsumenten halten sich zurück

– Inflation geringer aufgrundd fehlender Nachfrage

– FMW: jetzt das Übliche Loblied auf die EZB-Maßnahmen (gähn..)

– Risiken klar abwärtsgerichtet

– EZB wird im Dezember auf die neue Entwicklung reagieren und dabei auch Wechselkurs berücksichtigen

– Corona-Maßnahmen bringt „headwinds“ für wirtschaftlichen Ausblick (FMW: wo ist bloß die viel besungene „V-Erholung“?)

– Inflation dürfte negativ bleiben wegen deutscher Mehrwertsteuersenkung und niedrigem Ölpreis (FMW: Brent Öl fällt gerade erstmals seit Mai unter die Marke von 37 Dollar)

– Banken zeigen bei Kreditvergabe strengere Kriterien aufgrund steigender Risiken

– jetzt kommt der schon rituelle Aufruf Lagardes zu fiskalischen Maßnahmen, diese sollten zielgerichtet sein

– Lagarde jetzt über „Next Generation EU“ – wie Daniel Stelter sagen würde die „Klimaplanwirtschaft“

– Lagarde „hat“ fertig, jetzt kommen Fragen, natürlich alle virtuell..

—-

– Lagarde: für nächste EZB-Sitzung im Dezember werden alle Instrumente untersucht – das wird bereits vorbereitet, damit die EZB bei der Erholung (der Vermögenspreise…?) helfen kann

– FMW: Lagarde bisher sehr dovish, das bringt auch den Ölpreis so unter Druck, der Euro jetzt unter 1,17

– Lagarde: morgen kommen BIP-Zahlen, diese „könnten positiv überraschen“ (Prognose ist +15%), aber für das 4.Quartal sieht es nicht gut aus

– Lagarde zu Inflation: wir die derzeit negative Inflation nicht Deflation, weil es ein Sondereffekt der Pandemie ist

– Lagarde: Dass die Staaten der Eurozone Anleihen mit Gemeinschaftshaftung ausgeben, hat die Wahrnehmung der Eurozone verändert

– Lagarde: haben auf dieser Sitzung nicht über Veränderung der Geldpolitik diskutiert

Hier der Live-Feed zur EZB-PK:

Chrstine Lagarde - die Aussagen auf der EZB-Pressekonferenz

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