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Letzte Chance für Weihnachtsrally: Chartanalyse DAX KW50

Im Wochensaldo konnte der Dow Jones um 1,3 Prozent zulegen und der DAX senkte den Kopf um 0,4 Prozent. Die Outperformance und Hoffnung der Vorwoche, direkt in die Weihnachtsrally zu starten, zerschlugen sich schnell. Aber muss dies so bleiben?

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Eine Analyse von Andreas Mueller (alias Bernecker1977)

Die Zeit läuft langsam ab. Denn es gab keine Anknüpfung an den positiven Schwung der Vorwoche für die Entwicklung des Deutschen Aktienindex. Er resignierte vielmehr an den Widerständen um 13.200 und zog es vor, sich folglich an der Unterseite zu orientieren. Auch dies war letztlich in der Vorwochenanalyse skizziert, aber die falsche Richtung aus Sicht der Bullen. Konkret hatte ich beide klaren Signale zum Start der Handelswoche vorgestellt: Das potenzielle Ausbruchsniveau für eine Jahresendrally und das noch offene GAP auf der Unterseite. Wie dies letztlich abgearbeitet wurde und welche Auswirkungen dies auf die KW51 hat, zeige ich Ihnen nun in der Chartanalyse zum DAX auf.

Rückblick auf die Handelswoche

Als Erinnerung noch einmal beide Szenarien aus dem Fazit der Vorwochenanalyse:


(Alle Charts durch anklicken vergrößern!)

Warum das GAP auf der Unterseite mein Interesse erweckte?

Weil der DAX sehr oft ein solches GAP schließt. So zu sehen vor einer Woche, wobei jedoch nur das eine GAP zu Dienstag geschlossen werden konnte. Das hatte ich in der Vorwochenanalyse bereits skizziert. Dazu dieses Chartbild als Rückblick:

Die vergangene Handelswoche begann eher zaghaft. Nachdem am Montagmorgen der obere Bereich um 13.200 nicht überschritten wurde, nahmen sich die Marktteilnehmer den Bereich auf der Unterseite vor. Doch das GAP wurde nur ein wenig angerissen. Bei 13.112 Punkten stabilisierte er sich. Am Dienstag folgte der nächste Angriff, doch auch hier wurde nach wenigen Punkten im GAP die Lust der Bären gestoppt. Bei 13.080 Punkten drehte der Markt erneut ab. Dieses „scheibchenweise“ Abarbeiten des GAPs stellte ich am Dienstag im Forum wie folgt dar:

Diese Kehrtwende machte sich im Chartbild gerade für Daytrader sehr gut bemerkbar. Als Trigger für eine Richtungswende im Tageshandel lege ich mir gerne eine entsprechende Trendlinie an. Sobald der Kurs über (bzw. bei Aufwärtstrends dann unter) dieser Linie notiert, ist ein entsprechendes Handelssignal gegeben. So geschehen dann später am Dienstag:

Am Ende des Handelstages stand der DAX auf Tageshoch und erneut kurz vor dem Widerstand von 13.200 Punkten. Mehr ging nicht, auch am Mittwoch dann. Von dieser Marke entfernte sich der DAX erneut nach unten. Mit Blick auf die Wall Street, bei der im Vorfeld der US-Notenbanksitzung FED ein neues Rekordhoch zur Diskussion stand:

Das Rekordhoch kam, die Zinsanhebung auch. Immerhin die dritte Zinsanhebung in diesem Jahr. Notenbankchefin Janet Yellen stellte ebenfalls drei Zinsanhebungen für das kommende Jahr in Aussicht und unterstrich die Stabilität der amerikanischen Wirtschaft.

So hielten sich die Aktienkurse erst einmal auf hohem Niveau, wenn auch unter erhöhten Schwankungen. Dabei gab es durchaus eine neue Angriffsmöglichkeit für die Bären im Dow Jones mit dem Bruch des mehrtägigen Aufwärtstrends am Donnerstag. Ob dies für länger galt?

Sie werden es erraten – erneut nicht! Die Wall Street fing sich am Freitag und schloss, um dies einmal vorwegzunehmen, zum Handelsende auf neuen Allzeithochs. Parallel in allen großen Indizes: Dow Jones, S&P500 und Nasdaq 100!

Dem DAX war dies am Freitagmorgen natürlich noch nicht bekannt. Er hatte das aufgezeigte GAP dann doch noch geschlossen und dabei im Nachgang der EZB-Sitzung vom Donnerstag, bei der KEINE Zinsänderung erfolgte, ein neues kleines GAP auf der Unterseite eröffnet. Hierbei wirkte sich der erstarkte EUR/USD erneut als Bremse aus. Mit Kursen über 1.1820 drückte er vor allem die Exportwerte. Doch zurück zum Chartbild.

Zwischen diesem neuen GAP (nachdem das alte abgearbeitet war) und der Marke von 13.010 Punkten als Tief vom Donnerstag direkt zur EZB-Sitzung pendelte der Markt zunächst richtungslos am Vormittag in einer engen Handelsspanne:

Woher kam die Zurückhaltung?

Zum Mittag stand der große Verfall der Index-Futures an. STOXX-Familie und DAX-Futures verfielen am so genannten Hexensabbat und führten zu Umschichtungen am Aktienmarkt. Diese „Lähmung“ löste sich erst am frühen Nachmittag auf, als der US-Markt in Richtung Rekordhochs anzog. Dies lockte auch den DAX aus seiner Lethargie, ließ das GAP zum Vortag schließen und sorgte später für einen Anstieg, der nachbörslich knapp an die Hochs vom Donnerstag reichte.

Selbst handelte ich erst den zweiten Anlauf der Bullen mit diesem Setup, dies aber nur am Rande erwähnt:

Im Wochensaldo konnte der Dow Jones um 1,3 Prozent zulegen und der DAX senkte den Kopf um 0,4 Prozent. Die Outperformance und Hoffnung der Vorwoche, direkt in die Weihnachtsrally zu starten, zerschlugen sich schnell. Aber muss dies so bleiben?

Ausblick auf die KW50: Letzte Chance für Weihnachtsrally

Viel Zeit für die Weihnachtsrally bleibt nun nicht mehr. Genau genommen nur diese eine Woche!

In der letzten Handelswoche vor Weihnachten steht die Ausbruchsmarke für den DAX unverändert im Raum. Denn sie wurde noch nicht überschritten. Von daher kann das Chartbild aus der Vorwoche mit dem Trigger auf der Oberseite fortgeführt werden:

Dazu muss vorab jedoch noch diese Trendlinie überwunden werden, welche man im Ausschnitt dieses Chartbildes nun noch einmal besser sehen kann:

Es handelt sich hierbei um Chartausschnitte der XETRA-Handelszeit, also von 9.00 Uhr bis 17.30 Uhr. Die nachbörslichen Rekorde an der Wall Street wahren die Chance auf eine Bewegung am Montag zu dieser Linie hin und ggf. auch darüber hinaus. Damit ist der Weg erst einmal frei zur 13.200 und erst mit Überschreitung dieser Marke dann für die Weihnachtsrally:

Etwas spät, aber dennoch möglich! In Prozenten ausgedrückt würde bereits ein 1-Prozent-Tag genügen, um hier das Potenzial zu generieren und die Bullen zu wecken. Ein fallender Euro-Dollar oder die weitere Umschichtung von Gold in Aktien (ein Ausblick dazu gab es exklusiv an als Analyse hier) wie in den letzten Tagen zu spüren, könnte dies loslösen.

Die Weihnachtsrally muss man definitiv absagen, wenn der Markt bis zur Wochenmitte unter die Tiefs der letzten beiden Handelstage fallen würde. Denn dann geben wohl die letzten Optimisten auf. Im Chartbild sähe dieses Szenario, was ich den Anlegern nicht wünsche, wie folgt aus:

Doch selbst wenn dies geschehen würde, wäre es dennoch kein schlechtes Jahr gewesen. Immerhin steht der DAX aktuell mit einer Performance im laufenden Jahr von 14 Prozent über dem Durchschnitt einer Jahresperformance seit DAX-Einführung. Er hat somit womöglich etwas „Winterspeck“ angesetzt, den er loswerden könnte. Muss er aber nicht zwangsläufig, wie man am Kursverlauf der Wall Street seit mehreren Monaten nun schon bemerken kann. Insofern lassen wir uns, ähnlich wie bei den Präsenten unterm Weihnachtsbaum, doch einfach überraschen.

An Terminen sind die EU-Verbraucherpreise am Montag, das Bruttoinlandsprodukt der USA am Donnerstag und die Konsumdaten am Freitag in den USA wichtig. Und natürlich IHRE Weihnachtseinkäufe, die Sie nicht vergessen sollten! Denn es gibt neben der Börse auch weitere wichtige Dinge im Leben…

Mehr von Andreas Mueller unter http://www.trading-treff.de

5 Kommentare

5 Comments

  1. Avatar

    Gerd

    18. Dezember 2017 10:29 at 10:29

    Ist der Artikel einschließlich Grafiken nicht ein klein wenig zu umfangreich?
    Da komme ich ja zeitlich kaum dazu, den DAX-Aufschwung zu bestaunen.

    • Avatar

      baeuerin

      18. Dezember 2017 10:38 at 10:38

      Lieber Gerd,
      unter der Rubrik „Heute beginnt die Jahresendrally!“,
      findest du eine verkuerzte „DAX bauern-Prognose“fuer 2018!!
      Vorab…Das Gap,wie oben beschrieben,das wird mit voller Wucht nach unten gerissen werden…aber erst im Januar 18!
      Wo die Endstation ist,findest du heute noch mit Sicherheit…..!

      • Avatar

        Gerd

        18. Dezember 2017 11:03 at 11:03

        Das isses ja eben, bäuerin, man (ich) kann nicht alles lesen.
        Leider auch nicht alle Verlinkungen von dir.
        Und das obwohl da oft sehr Interessante dabei waren.
        ZB hatte ich noch nie von Guidants gehört gehabt.

        • Avatar

          baeuerin

          18. Dezember 2017 11:10 at 11:10

          Ja Gerd,wenn man sich mit einem Wischi Waschi Geraet vergnuegt,dann wirds halt unuebersichtlich!

  2. Avatar

    baeuerin

    18. Dezember 2017 11:07 at 11:07

    @Fugmann,
    … wg.der „scrollerei“…(bis ich ENDLICH zur Komment.Function gelangt bin)….,hat jetzt meine Opt.-Maus den Geist aufgegeben!!
    Koennten sie sich in Zukunft etwas kuerzer fassen,da ich ihnen sonst meine Hardware in Rechnung stellen muss!
    …aber is ja klar..die Maus ist aus CHINA-Schrott…den ihr auch im Westen kauft….

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Aktienmärkte: Die Renaissance der Nebenwerte – dauerhaft?

Spätestens nach dem 9. November und der Pfizer-Impfstoff-Meldung haussieren mit den Nebenwerten die vorherigen Verlierer der Aktienmärkte!

Wolfgang Müller

Veröffentlicht

am

Spätestens nach dem 9. November und der Pfizer-Impfstoff-Meldung haussieren die vorherigen Verlierer der Aktienmärkte. Nun aber  ist er wieder öfters im Gespräch, der Russel 2000, der Sammelindex für die Nebenwerte in den USA. Er haussiert seit der großen Impfstoffhoffnung und konnte sein Hoch aus dem Herbst 2018 überwinden, weil sich natürlich viele sogenannte Value-Werte in ihm befinden. Eine etwas absonderliche Bezeichnung für zahlreiche Titel, die man auch unter dem Begriff „Zombies“ einordnen könnte, weil sie nur wegen der niedrigsten Zinskosten am Leben gehalten werden können. Doch welche Bedeutung hat der Nebenwerte-Index überhaupt für die Aktienmärkte der USA oder auch bei globalen Indizes?

Aktienmärkte: S&P 500, der große Wal

Betrachtet man sich den gesamten US-Aktienmarkt, so könnte man schon etwas in Schleudern geraten. Der US-Markt ist mit seinen über 40 Billionen Dollar Marktkapitalisierung unglaublich riesig, auch im Verhältnis zur Welt-Marktkapitalisierung, die in diesem Jahr bereits über 98 Billionen Dollar gestiegen ist. Dies schlägt sich natürlich auch in der Gewichtung des Weltindex MSCI World mit seinen 1650 Aktien nieder. Der US-Anteil liegt aktuell bei 66 Prozent. Wer den Weltindex kauft, kauft die USA, so könnte man es salopp formulieren. Und dabei in erster Linie das Dickschiff, den S&P 500. Dieser Leitindex ist der mit Abstand größte Aktienindex in der Welt und repräsentiert etwa 75 Prozent der US-Marktkapitalisierung. Hier beginnt das Verwirrspiel, denn die großen FANGMAN-Titel, also Amazon, Apple und Co, die bereits über 25 Prozent an Gewicht im Index bringen, sind teilweise zugleich auch in anderen Indizes vertreten. Aus diesem Umstand ergibt sich folgende Marktkapitalisierung der Aktienmärkte in den USA zum gestrigen Stand:

S&P 500: Marktkapitalisierung 27,34 Billionen Euro, umgerechnet 32,8 Billionen Dollar
Dow Jones: Marktkapitalisierung 7,92 Billionen Euro – 9,5 Billionen Dollar
Nasdaq: Marktkapitalisierung 12,96 Billionen Euro – 15,55 Billionen Dollar
Allein die Addition ergäbe schon über 52 Billionen Dollar.

Und was bleibt da für die Nebenwerte im Russel 2000? Dieser repräsentiert in etwa 10 Prozent der US-Marktkapitalisierung. Die aktuell höchste Gewichtung haben folgende Titel:

Novocure Ltd – Medizin&Geräte – 0,39 Prozent
Arrowhead Pharmaceutical – Biotec&Pharma – 0,33 Prozent
Haemonetics Corp – Medizintechnik&Geräte – 0,31 Prozent
Generac Holdings Inc – Elektrotechnik- und Elektroindustrie – 0,30 Prozent

Aktien, die hierzulande nicht besonders bekannt sein dürften. Der Russel 2000 stieg im November um etwa 20 Prozent und lief in eine Überhitzung hinein, die für manche Beobachter schon als sicheres Anzeichen für ein Korrektur gewertet wird.

Aber spielt das für das Börsengeschehen die große Rolle? Der Wechsel von Growth zu Value hat eher eine große Bedeutung im Dow Jones, der mit seinem Anstieg von 12 Prozent den großen S&P 500 abhängen konnte.

So war im November im US-Index Dow Jones der Flugzeugbauer Boeing der stärkste Gewinner, gefolgt von alten Industriewerten wie dem Ölkonzern Chevron, dem Mischkonzern Honeywell oder dem Chemiekonzern Dow. Stark auch die Dow Jones-Werte aus dem Bankensektor wie Goldman Sachs, JPMorgan oder auch der Kreditkartenanbieter American Express. Das waren im November die großen Profiteure, mit Zuwächsen zwischen knapp 50 Prozent bei Boeing und 22 Prozent bei Dow.

Hier eine Übersicht, die zeigt, wie die zyklischen Werte aus einer Rezession herauskommen.

Die Aktienmärkte und typische Rotationen

Der heiß gelaufene Russel 2000 dürfte auch im Falle einer Korrektur nicht die ganz große Rolle für die Aktienmärkte spielen.

Der Blick nach Deutschland

Auch hierzulande gibt es die Unterteilung der Aktienindizes nach der Unternehmensgröße. Stand am 1.12. 2020:

Dax: 1,22 Billionen Euro

MDax: 469 Milliarden Euro

TechDax: 383 Milliarden Euro

SDax: 116 Milliarden Euro

Hier sieht man, dass es auch in Deutschland das Thema Mehrfachl-Listung gibt, denn die Marktschwergewichte SAP und Deutsche Telekom sind sowohl im Dax als auch im TechDax enthalten, dessen Gewicht ohne diese beiden Werte bereits deutlich geringer wäre. Aber auch hierzulande gilt, dass sich eine Hausse der Nebenwerte nicht allzu sehr im Gesamtmarkt bemerkbar machen würde. Für Langfristanleger spielen die Nebenwerte-Segmente schon eine größere Rolle, denn diese sind seit der Finanzkrise etwa doppelt so stark gestiegen als der Dax. Viel flexibler als die Dickschiffe, aber umso sensibler bei einer Korrektur.

Fazit

Der gewaltige Anstieg des Nebenwerte-Index Russel 2000 im Monat November ist eindeutig seiner langen Underperformance geschuldet: Value in diesem Bereich lief eindeutig schlechter als die Techwerte, besonders im Coronajahr 2020. Aber, wie die Grafik gezeigt hat (siehe oben), erholen sich Value oder zyklischen Aktien ganz besonders, wenn ein Land aus der Rezession kommt – und dies dürfte auch in den USA nach der Bekämpfung der Pandemie der Fall sein. Ein Anstieg ist umso größer, desto stärker vorher der Abstieg gewesen ist. Wie immer aber gibt es allgemeines Staunen bei einer solch heftigen Wende. Der Index ist kurzfristig heißgelaufen, aber durch seine niedrige Gewichtung im Bereich der Aktienmärkte der USA würde eine Korrektur den Gesamtmarkt nicht so nach unten reißen – es wäre eher das psychologische Moment.

Ja, und was die schlechte Kreditwürdigkeit und das BBB-Anleiheproblem betrifft, da gibt es noch die Federal Reserve, den anderen großen Wal, aber im Anleihebecken.

Die Nebenwerte sind im November die großen Gewinner der Aktienmärkte

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Finanznews

Aktienmärkte: Trump blockiert Stimulus! Videoausblick

Trump droht mit einem Veto gegen alle Stimulus-Maßnahmen und eröffnet damit zwei Szenarien, die für die Aktienmärkte beide ungünstig sind!

Markus Fugmann

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am

Die Aktienmärkte gestern mit einer Rally, die sich dann zum Handelsende hin abschwächte. Nun tritt Donald Trump wieder in Erscheinung: er droht mit einer Blockade (Veto) aller Stimulus-Maßnahmen, wenn nicht die „section 230“ abgeschafft werde – eine Attacke auf die US-Tech-Konzerne (Twitter etc.). Damit spielt der scheidende US-Präsident seine letzte Trumpf-Karte in der „lame duck“-Periode – werden die Aktienmärkte heute darauf reagieren? Die Szenarien, die Trump hier eröffnet, sind beide unschön: entweder es gibt bis zur Amtsübernahme Bidens (20.Januar) keinen weiteren Stimulus – oder die US-Tech-Konzerne werden geschwächt. Gestern die Aktienmärkte stark wegen Geld-Zuflüssen am Monatsanfang, aber nun beginnt bis Mitte Dezember einer saisonal schwache Phase..

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Indizes

DAX daily: Schließt der Dax heute die letzte Corona-Kurslücke?

Stefan Jäger

Veröffentlicht

am

Der Dax hat am gestrigen Dienstag einen guten Start in den Dezember hingelegt. Dank starker Wirtschaftsdaten aus China und gut gelaunten US-Indizes konnte der Dax mit einem Plus von 91 Punkten (0,69%) bei 13.382 den Handel beenden. Während der S&P500 und Nasdaq ein neues Allzeithoch markierten, fehlte dem Dax jedoch die Kraft das September-Hoch zu erreichen. Der deutsche Leitindex scheiterte wie tags zuvor an dem Widerstand bei 13.440 Punkten. Dennoch kann sich der Index auf hohem Niveau halten und dürfte bald die Marke bei 13.500 ins Visier nehmen. Dort liegt noch ein letztes offenes Gap vom Corona-Crash. Nach dem Gap-Close könnte der Druck der Bären wieder zunehmen.

Im Reich der Mitte setzt sich die Erholung weiter fort, das bestätigten die gestern veröffentlichten Stimmungsdaten der Industrie. Folglich stimmt das auch die Anleger hierzulande zuversichtlich, man geht von einem baldigen Ende der Pandemie aus. Aber wie es schon Jerome Powell am Montag gesagt hat „es stehen herausfordernde Monate bevor“. In den aktuellen Kursen ist im Grunde alles Gute eingepreist, was die Märkte zu bieten haben. Ob Jahresendrally, Notenbank-Stimulus, Impfstoff-Hoffnung, gigantischer Wirtschaftswachstum im nächsten Jahr, Stimuluspaket der US-Regierung, usw. Unter dem Strich also die beste aller Börsenwelten. Bevor wir eine Jahresendrally sehen, dürfte es nochmal eine kleine Korrektur geben, dafür fehlt nur noch ein Trigger.

News und fundamentale Daten

Aktuelle Meldung: England lässt als erstes Land den Impfstoff von Biontech und Pfizer zu. Es soll kurzfristig mit den Impfungen begonnen werden. Damit impfen die Engländer noch vor Deutschalnd. Die Aktie vom Mainzer Biotech-Unternehmen notiert vorbörslich bereits 9% im Plus.

Datenseitig gibt es auch heute wieder etwas zu sehen. Zuerst wurden vor wenigen Minuten die Einzelhandelsumsätze aus Deutschland veröffentlicht. Diese sind mit einem Zuwachs von 2,6% deutlich besser als erwartet ausgefallen (Prognose 1,2%, vorher -2,2%). Zudem erscheint um 11:00 Uhr die Arbeitslosenquote aus der Eurozone. Um 14:15 Uhr gilt das Augenmerk der Anleger den ADP Beschäftigungszahlen aus den USA. Diese werden einen Vorgeschmack auf die am Freitag kommenden US-Arbeitsmarktdaten liefern und könnten heute für Bewegung in den US-Indizes und dem Dax sorgen. Danach erscheinen um 16:15 Uhr noch die US-Rohöllagerbestände. Zuletzt wird um 20:00 Uhr der US-Konjunkturbericht Beige Book veröffentlicht. Das Beige Book enthält Informationen über die aktuelle Wirtschaftslage. Der Konjunkturbericht wird achtmal im Jahr publiziert, jeweils zwei Wochen vor jeder FOMC-Sitzung.

Der Dax konnte gestern nicht für Schlagzeilen sorgen, dennoch war der Handelstag äußerst ereignisreich. Sowohl der S&P500 als auch der Nasdaq haben neue Rekordhochs erzielt. Zusätzlich haben Gold und Silber zurück in die Spur gefunden und eine Erholungsrally gestartet. Außerdem präsentierte sich der Eurokurs bärenstark. Die Euro-Währungspaare konnten kräftig zulegen. Insbesondere der Major EUR/USD wusste zu überzeugen, es gelang sogar der Ausbruch über dem vorherigen Jahreshoch. Der Trade wurde zuvor beim Börsen Jäger vorgestellt – hier mehr dazu.

Die wichtigen Marken für den Handelstag im Dax

Im frühen Handel notiert der Dax etwas unter dem gestrigen Schlusskurs. Ein erster Unterstützungsbereich befindet sich bei 13.320/300, von dort aus könnte der Dax wieder die Aufwärtsrichtung aufnehmen. Fällt er jedoch darunter, dann ist der Bereich bei 13.235 sehr wichtig. Geht es nämlich darunter, dann könnte zunächst eine kleine Korrektur bis 13.140 und gegebenenfalls bis 13.020 anstehen. Solange wie sich der Dax über 13.235 hält, dürfte er nochmal die Widerstandszone bei 13.430 testen. Gelingt der Ausbruch, dann könnte er zur 13.500 laufen und dabei die letzte Corona-Kurslücke schließen. Darüber liegen weitere Ziele bei 13.530 und 13.600.

Der Börsen Jäger

Haben Sie Interesse an konkreten Trading-Ideen, dann werfen Sie doch einen Blick auf unseren neuen Service „Der Börsen Jäger“. In dem kostenlosen Börsenbrief nehme ich Sie mit auf die Jagd und vermittle interessante Anregungen zu fundierten Handelsmöglichkeiten sowohl für die bekannten Indizes und Aktien, als auch für die Devisen- und Rohstoffmärkte.

Dax daily: Ausblick 02.12. - H1-Chart - Auf dem Weg zum Gap-Close?

Heutige Pivot Punkte (PP):

13.510 – Pivot Punkt R2

13.441 – Pivot Punkt R1

13.367 – Pivot Punkt

13.298 – Pivot Punk.t S1

13.223 – Pivot Punk.t S2

Dax Unterstützungen (US):

13.330 – vormals WS

13.235 – Tagestief 25.11.

13.137 – Schlusskurs 20.11.

13.054 – Tagestief 20.11.

13.004/020 – Doppelboden (Tief 13.11. / 12.11.)

Dax Widerstände (WS):

13.434 – Tageshoch 01.12.

13.460 – September-Hoch

13.500 – offenes Gap vom 21.02.

13.530 – 261,8 % Extension

13.600 – Ausbruchsziel Seitwärtsrange

Disclaimer

Die hier angewandte fundamentale und technische Analyse stellt keine Anlageberatung dar. Es handelt sich auch nicht um Kauf- oder Verkaufsempfehlungen von Wertpapieren und sonstige Finanzinstrumenten. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können eine individuelle Anlageberatung nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

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