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Letzte Chance für Weihnachtsrally: Chartanalyse DAX KW50

Im Wochensaldo konnte der Dow Jones um 1,3 Prozent zulegen und der DAX senkte den Kopf um 0,4 Prozent. Die Outperformance und Hoffnung der Vorwoche, direkt in die Weihnachtsrally zu starten, zerschlugen sich schnell. Aber muss dies so bleiben?

Markus Fugmann

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am

Eine Analyse von Andreas Mueller (alias Bernecker1977)

Die Zeit läuft langsam ab. Denn es gab keine Anknüpfung an den positiven Schwung der Vorwoche für die Entwicklung des Deutschen Aktienindex. Er resignierte vielmehr an den Widerständen um 13.200 und zog es vor, sich folglich an der Unterseite zu orientieren. Auch dies war letztlich in der Vorwochenanalyse skizziert, aber die falsche Richtung aus Sicht der Bullen. Konkret hatte ich beide klaren Signale zum Start der Handelswoche vorgestellt: Das potenzielle Ausbruchsniveau für eine Jahresendrally und das noch offene GAP auf der Unterseite. Wie dies letztlich abgearbeitet wurde und welche Auswirkungen dies auf die KW51 hat, zeige ich Ihnen nun in der Chartanalyse zum DAX auf.

Rückblick auf die Handelswoche

Als Erinnerung noch einmal beide Szenarien aus dem Fazit der Vorwochenanalyse:


(Alle Charts durch anklicken vergrößern!)

Warum das GAP auf der Unterseite mein Interesse erweckte?

Weil der DAX sehr oft ein solches GAP schließt. So zu sehen vor einer Woche, wobei jedoch nur das eine GAP zu Dienstag geschlossen werden konnte. Das hatte ich in der Vorwochenanalyse bereits skizziert. Dazu dieses Chartbild als Rückblick:

Die vergangene Handelswoche begann eher zaghaft. Nachdem am Montagmorgen der obere Bereich um 13.200 nicht überschritten wurde, nahmen sich die Marktteilnehmer den Bereich auf der Unterseite vor. Doch das GAP wurde nur ein wenig angerissen. Bei 13.112 Punkten stabilisierte er sich. Am Dienstag folgte der nächste Angriff, doch auch hier wurde nach wenigen Punkten im GAP die Lust der Bären gestoppt. Bei 13.080 Punkten drehte der Markt erneut ab. Dieses „scheibchenweise“ Abarbeiten des GAPs stellte ich am Dienstag im Forum wie folgt dar:

Diese Kehrtwende machte sich im Chartbild gerade für Daytrader sehr gut bemerkbar. Als Trigger für eine Richtungswende im Tageshandel lege ich mir gerne eine entsprechende Trendlinie an. Sobald der Kurs über (bzw. bei Aufwärtstrends dann unter) dieser Linie notiert, ist ein entsprechendes Handelssignal gegeben. So geschehen dann später am Dienstag:

Am Ende des Handelstages stand der DAX auf Tageshoch und erneut kurz vor dem Widerstand von 13.200 Punkten. Mehr ging nicht, auch am Mittwoch dann. Von dieser Marke entfernte sich der DAX erneut nach unten. Mit Blick auf die Wall Street, bei der im Vorfeld der US-Notenbanksitzung FED ein neues Rekordhoch zur Diskussion stand:

Das Rekordhoch kam, die Zinsanhebung auch. Immerhin die dritte Zinsanhebung in diesem Jahr. Notenbankchefin Janet Yellen stellte ebenfalls drei Zinsanhebungen für das kommende Jahr in Aussicht und unterstrich die Stabilität der amerikanischen Wirtschaft.

So hielten sich die Aktienkurse erst einmal auf hohem Niveau, wenn auch unter erhöhten Schwankungen. Dabei gab es durchaus eine neue Angriffsmöglichkeit für die Bären im Dow Jones mit dem Bruch des mehrtägigen Aufwärtstrends am Donnerstag. Ob dies für länger galt?

Sie werden es erraten – erneut nicht! Die Wall Street fing sich am Freitag und schloss, um dies einmal vorwegzunehmen, zum Handelsende auf neuen Allzeithochs. Parallel in allen großen Indizes: Dow Jones, S&P500 und Nasdaq 100!

Dem DAX war dies am Freitagmorgen natürlich noch nicht bekannt. Er hatte das aufgezeigte GAP dann doch noch geschlossen und dabei im Nachgang der EZB-Sitzung vom Donnerstag, bei der KEINE Zinsänderung erfolgte, ein neues kleines GAP auf der Unterseite eröffnet. Hierbei wirkte sich der erstarkte EUR/USD erneut als Bremse aus. Mit Kursen über 1.1820 drückte er vor allem die Exportwerte. Doch zurück zum Chartbild.

Zwischen diesem neuen GAP (nachdem das alte abgearbeitet war) und der Marke von 13.010 Punkten als Tief vom Donnerstag direkt zur EZB-Sitzung pendelte der Markt zunächst richtungslos am Vormittag in einer engen Handelsspanne:

Woher kam die Zurückhaltung?

Zum Mittag stand der große Verfall der Index-Futures an. STOXX-Familie und DAX-Futures verfielen am so genannten Hexensabbat und führten zu Umschichtungen am Aktienmarkt. Diese „Lähmung“ löste sich erst am frühen Nachmittag auf, als der US-Markt in Richtung Rekordhochs anzog. Dies lockte auch den DAX aus seiner Lethargie, ließ das GAP zum Vortag schließen und sorgte später für einen Anstieg, der nachbörslich knapp an die Hochs vom Donnerstag reichte.

Selbst handelte ich erst den zweiten Anlauf der Bullen mit diesem Setup, dies aber nur am Rande erwähnt:

Im Wochensaldo konnte der Dow Jones um 1,3 Prozent zulegen und der DAX senkte den Kopf um 0,4 Prozent. Die Outperformance und Hoffnung der Vorwoche, direkt in die Weihnachtsrally zu starten, zerschlugen sich schnell. Aber muss dies so bleiben?

Ausblick auf die KW50: Letzte Chance für Weihnachtsrally

Viel Zeit für die Weihnachtsrally bleibt nun nicht mehr. Genau genommen nur diese eine Woche!

In der letzten Handelswoche vor Weihnachten steht die Ausbruchsmarke für den DAX unverändert im Raum. Denn sie wurde noch nicht überschritten. Von daher kann das Chartbild aus der Vorwoche mit dem Trigger auf der Oberseite fortgeführt werden:

Dazu muss vorab jedoch noch diese Trendlinie überwunden werden, welche man im Ausschnitt dieses Chartbildes nun noch einmal besser sehen kann:

Es handelt sich hierbei um Chartausschnitte der XETRA-Handelszeit, also von 9.00 Uhr bis 17.30 Uhr. Die nachbörslichen Rekorde an der Wall Street wahren die Chance auf eine Bewegung am Montag zu dieser Linie hin und ggf. auch darüber hinaus. Damit ist der Weg erst einmal frei zur 13.200 und erst mit Überschreitung dieser Marke dann für die Weihnachtsrally:

Etwas spät, aber dennoch möglich! In Prozenten ausgedrückt würde bereits ein 1-Prozent-Tag genügen, um hier das Potenzial zu generieren und die Bullen zu wecken. Ein fallender Euro-Dollar oder die weitere Umschichtung von Gold in Aktien (ein Ausblick dazu gab es exklusiv an als Analyse hier) wie in den letzten Tagen zu spüren, könnte dies loslösen.

Die Weihnachtsrally muss man definitiv absagen, wenn der Markt bis zur Wochenmitte unter die Tiefs der letzten beiden Handelstage fallen würde. Denn dann geben wohl die letzten Optimisten auf. Im Chartbild sähe dieses Szenario, was ich den Anlegern nicht wünsche, wie folgt aus:

Doch selbst wenn dies geschehen würde, wäre es dennoch kein schlechtes Jahr gewesen. Immerhin steht der DAX aktuell mit einer Performance im laufenden Jahr von 14 Prozent über dem Durchschnitt einer Jahresperformance seit DAX-Einführung. Er hat somit womöglich etwas „Winterspeck“ angesetzt, den er loswerden könnte. Muss er aber nicht zwangsläufig, wie man am Kursverlauf der Wall Street seit mehreren Monaten nun schon bemerken kann. Insofern lassen wir uns, ähnlich wie bei den Präsenten unterm Weihnachtsbaum, doch einfach überraschen.

An Terminen sind die EU-Verbraucherpreise am Montag, das Bruttoinlandsprodukt der USA am Donnerstag und die Konsumdaten am Freitag in den USA wichtig. Und natürlich IHRE Weihnachtseinkäufe, die Sie nicht vergessen sollten! Denn es gibt neben der Börse auch weitere wichtige Dinge im Leben…

Mehr von Andreas Mueller unter http://www.trading-treff.de

5 Kommentare

5 Comments

  1. Avatar

    Gerd

    18. Dezember 2017 10:29 at 10:29

    Ist der Artikel einschließlich Grafiken nicht ein klein wenig zu umfangreich?
    Da komme ich ja zeitlich kaum dazu, den DAX-Aufschwung zu bestaunen.

    • Avatar

      baeuerin

      18. Dezember 2017 10:38 at 10:38

      Lieber Gerd,
      unter der Rubrik „Heute beginnt die Jahresendrally!“,
      findest du eine verkuerzte „DAX bauern-Prognose“fuer 2018!!
      Vorab…Das Gap,wie oben beschrieben,das wird mit voller Wucht nach unten gerissen werden…aber erst im Januar 18!
      Wo die Endstation ist,findest du heute noch mit Sicherheit…..!

      • Avatar

        Gerd

        18. Dezember 2017 11:03 at 11:03

        Das isses ja eben, bäuerin, man (ich) kann nicht alles lesen.
        Leider auch nicht alle Verlinkungen von dir.
        Und das obwohl da oft sehr Interessante dabei waren.
        ZB hatte ich noch nie von Guidants gehört gehabt.

        • Avatar

          baeuerin

          18. Dezember 2017 11:10 at 11:10

          Ja Gerd,wenn man sich mit einem Wischi Waschi Geraet vergnuegt,dann wirds halt unuebersichtlich!

  2. Avatar

    baeuerin

    18. Dezember 2017 11:07 at 11:07

    @Fugmann,
    … wg.der „scrollerei“…(bis ich ENDLICH zur Komment.Function gelangt bin)….,hat jetzt meine Opt.-Maus den Geist aufgegeben!!
    Koennten sie sich in Zukunft etwas kuerzer fassen,da ich ihnen sonst meine Hardware in Rechnung stellen muss!
    …aber is ja klar..die Maus ist aus CHINA-Schrott…den ihr auch im Westen kauft….

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Aktienmärkte: Wird die Entwicklung von Corona jetzt eingepreist?

Das Problem für Wirtschaft und die Aktienmärkte ist die Pflicht zur Gefahrenabwehr des Staates, die bei allem überzogenen Handeln (Stichwort Verhältnismäßigkeit) zu seinem gesetzlichen Auftrag gehört

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am

Bis vor ein paar Tagen schien es so, als ob die Aktienmärkte nichts beeindrucken könnte: keine düsteren Wahlszenarien, kein Geschachere um das US-Stimuluspaket und kein Anschwellen der Infektionszahlen um Covid-19. Doch jetzt nehmen die Abschläge zu, man registriert die zunehmende Zahl an kleinen und größeren Lockdowns, welche die Wirtschaftsentwicklung nicht unberührt lassen sollten.

Aktienmärkte: Der DAX geht in Trippelschritten nach unten

Von seinem Zwischen-Höchststand von 13.132 Punkten am 13. Oktober, ist der deutsche Leitindex nun schon im Tief fast 800 Punkte gefallen, beim Tief am Donnerstag und innerhalb von nur acht Börsentagen. Die Investoren registrieren zunehmend den wirtschaftlichen Schaden, den der Anstieg der Covid-19-Fälle anrichten könnte, am gestrigen Tag wurden immerhin schon über 11.000 Infizierte pro Tag gemeldet (ebenso heute). Nicht zuletzt bringt die exzessive Berichterstattung im Fernsehen viele Unternehmen und Konsumenten in Alarmstellung: allein aus der kleinen Region um Berchtesgaden sind schlagartig 2500 Urlauber abgereist, um den Folgen des Lockdowns zu entgehen. Und Deutschland ist mittlerweile übersäht von Hotspots. Da wird zumindest ein wenig in Erinnerung gerufen, wie der Dax im Februar/März binnen 34 Tagen um über 5000 Punkte bis auf 8255 Punkte abgesackt war. Damals herrschte aber nackte Panik, angesichts der Bilder aus Bergamo.

In letzter Zeit hatten sich die Aktienmärkte an Schreckensmeldungen gewöhnt, angesichts der gewaltigen Unterstützung von Staat und Geldpolitik und im Bewusstsein eines 60-Prozent-Anstiegs inmitten des größten Wirtschaftseinbruchs seit dem Zweiten Weltkrieg. Viele „Aussteiger“ sahen dem Anstieg der Aktienmärkte fassungslos zu. Nicht noch einmal FOMO (die Angst etwas zu verpassen), was aber derzeit nicht ungefährlich ist – zumindest auf kurze Sicht.

Revisionen für das vierte Quartal und Covid-19

Abstufungen wird es sicher geben, sollten die Fallzahlen von Covid-19 nicht bald gestoppt werden. Und da ist selbst der noch vergleichsweise moderate Anstieg in Deutschland für eine weitere Normalisierung unseres Lebens in vielen Bereichen Besorgnis erregend.

Wichtig: Die Tatsache, dass es so viele Corona Fälle in Deutschland gibt, hat relativ wenig mit der 3-4 fachen Erhöhung der Testzahlen gegenüber dem Frühjahr zu tun. Die Zahl der Tests pro Woche liegt bei etwa einer Million pro Woche und dies hat sich die letzten Wochen nicht verändert (RKI – Prof. Wieler) – die Zahl der positiven Tests dagegen schon. Im Frühjahr 2020 gab es in Deutschland nur wenige Hotspots, von denen die Verbreitung von Covid-19 ausging. Jetzt hat sich das Virus fast flächendeckend über das Land ausgebreitet und kann fast von jedem Ort aus, bei entsprechender Unvorsichtigkeit, seine exponentielle Ausbreitung beginnen.

War nicht ein Kabinettsmitglied der Regierung von Mecklenburg-Vorpommern im Urlaub in Berchtesgaden letzte Woche und ist bei seiner Rückkehr positiv auf Corona getestet worden? Mit der Folge, dass die erst vor Kurzem von ihrer Krebserkrankung genesene Ministerpräsidentin Manuela Schwesig in kurze Quarantäne gehen musste. Eine junge Frau, die dennoch Risikopatientin ist. Dies ist ein kleiner Aspekt, der darlegt, warum es nicht so einfach ist, Ältere und Risikogruppen zu schützen, während man bei den Jungen eine Herdenimmunisierung zulässt. Zu heterogen ist unsere Gesellschaft in punkto gesundheitlicher Stabilität. Es gibt eine große Zahl an jungen Menschen, die Risikopatienten sein können: Wenn man an Adipositas, Bluthochdruck, Asthma und weiteren Lungenkrankheiten leidet, an einer Herzerkrankung, Leber- und Nierenkrankheiten, Krebskranke, die es in jedem Alter gibt und Vieles mehr.

Es dürfte wenig Familien geben, die in ihrem größeren Kreis kein Mitglied haben, welches nicht von einem dieser Risikofaktoren betroffen ist. Vom Lebensalter ganz abgesehen, schließlich ist die Zahl der über 65-Jährigen in Deutschland schon auf über 20 Millionen angewachsen. Auch wenn das Risiko für gesunde 30-Jährige schwer an Corona zu erkranken sehr gering ist und statistisch eher im Bereich der Gefahren des Straßenverkehrs liegt.

Das Problem für Wirtschaft und die Aktienmärkte ist die Pflicht zur Gefahrenabwehr des Staates, die bei allem überzogenen Handeln (Stichwort Verhältnismäßigkeit) zu seinem gesetzlichen Auftrag gehört. Die Regierungen, selbst die Kommunalorgane müssen handeln, ob Naturkatastrophe, Atomunfall oder Pandemie. Wenn in einer Pandemie – egal wie gefährlich sie auch sein mag – leichtsinnig gehandelt wird, hat dies Auswirkungen auf Viele, auf Wirtschaft und Aktienmärkte.

Selbst bei einer Grippe geht ein Arbeitnehmer für gewöhnlich nicht in ein Großbüro und niest in der Gegend herum, mit entsprechenden Folgen für den Betrieb.

Was machen die stützenden Faktoren?

Es geht derzeit im Wahlgetümmel sogar etwas unter: Der Dow Transportation Index als wichtiger Frühindikator marschiert unbeeindruckt nach oben. Darin enthalten sind 20 Transportunternehmen, selbst sechs Fluggesellschaften, die eine echte Signalfunktion innehaben, schließlich müssen Güter vor Verarbeitung oder Verbrauch zunächst transportiert werden. Dieser Index markierte mit 12.000 Punkten gerade ein Mehrjahreshoch. Man wird doch nicht mit leeren Zügen und LKWs durch die Gegend fahren? Der zweite Aspekt ist die deutliche Erholung Chinas nach Corona, der gerade Exportländer wie Deutschland und vor allem Süd-Korea eine gewaltige Stütze gibt. Es gibt neben den ewigen Hoffnungen auf die Geldspritzen noch ein paar weitere Faktoren.

Fazit

Auch wenn das überragende Thema für die Aktienmärkte die opulente Versorgung der Märkte mit dem Geld der Notenbanken und dem weiteren Zuflüssen über Stimuluspakete bleibt, hat das Thema Pandemie an Bedeutung gewonnen. Eine Double-Dip-Recession im vierten Quartal haben die Aktienmärkte (kurzfristig) nicht eingepreist, wenngleich es immer wieder die Gegenkräfte am Markt gibt: Zum Beispiel Meldungen über die Zulassung eines Impfstoffes, von dem selbst der CEO von Merck, Stefan Oschmann, spricht, ein Mann mit jahrzehntelanger Erfahrung auf diesem Gebiet und dessen Firma als Zulieferer 50 Impfstoffprojekte in der Welt unterstützt. Zusätzlich kursieren Nachrichten über Antigen-Schnelltests, die in wenigen Minuten und für wenig Geld eine relativ hohe Wahrscheinlichkeit für eine Corona-Unbedenklichkeit oder auch das Gegenteil liefern sollen. Eine Chance für Gastronomie, Luftfahrt und Veranstaltungen?

Das Thema Corona wird für die Aktienmärkte immer wichtiger

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Finanznews

Aktienmärkte: Sind die Stimulus-Hoffnungen tot? Videoausblick

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Die Aktienmärkte werden nach wie vor von den drei großen Themen Stimulus-Hoffnung, den nahenden US-Wahlen sowie der Lage um das Coronavirus getrieben. Immer mehr Anzeichen deuten darauf hin, dass die beiden US-Parteien sich nicht auf einen Stimulus einigen können, schon gar nicht vor der US-Wahl. Letztere rückt nun immer mehr in den Fokus, heute Nacht das Duell zwischen Trump und Biden deutlich sachlicher als bei der ersten Fersehdebatte. Die Aktienmärkte der Wall Street nach wie vor in einer Seitwärtsbewegung – aber das Muster ändert sich: Finanzwerte werden stärker mit steigenden Anleiherenditen, Tech-Werte dagegen schwächer (gestern Intel mit enttäuschenden Zahlen)..

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DAX daily: Fällt die Richtungsentscheidung vor dem Wochenende?

Stefan Jäger

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am

Am gestrigen Donnerstag lief es zuerst gar nicht gut für den Dax, der Handelstag begann mit deutlichen Verlusten. Dabei hat der deutsche Leitindex die wichtige Unterstützung bei 12.340 ins Visier genommen und erfolgreich getestet. Vorerst ist das als ein positives Signal zu werten, dennoch muss die Marke nachhaltig verteidigt werden. Von seinem Tagestief bei 12.345 ging es dann im Verlauf des Handelstages aufwärts, wodurch der deutsche Leitindex seine Tagesverluste fast komplett wieder wettmachen konnte. Kurz vor Handelsschluss konnte der Dax fast noch das Tageshoch bei 12.583 erreichen. Schließlich ist er mit einem kleinen Verlust von 14 Punkten bei 12.543 aus dem Handel gegangen. Nichtsdestotrotz war das bereits der vierte Verlusttag in Folge.

Die Hängepartie um das US-Hilfspaket ist weiterhin ein Belastungsfaktor und bewegt die Märkte je nach Wasserstandsmeldung in die eine oder andere Richtung. Darüber hinaus erhöht sich das Risiko von weiteren Schutzmaßnahmen und partiellen Lockdowns aufgrund der neuen Höchstwerte bei den Corona-Neuinfektionen. Die weitere Entwicklung könnte somit das Zünglein an der Waage für eine Richtungsentscheidung im Dax sein. Sollte der Unterstützungsbereich bei 12.340 fallen, dann könnte es sehr ungemütlich für den deutschen Leitindex werden.

News und fundamentale Daten

Die Zahl der Covid-Infektionen ist am Donnerstag rasant angestiegen und hat dabei einen neuen Rekordwert von 11.287 Fällen erreicht. Damit übersteigt die Anzahl gemeldeter Neuinfektionen zum ersten Mal seit Ausbruch der Corona-Pandemie in Deutschland die Marke von 10.000 Fällen binnen eines Tages. Setzt sich diese Entwicklung fort, dann dürfte die Regierung bald die Maßnahmen verschärfen, was sich wiederum belastend auf die Wirtschaft auswirkt.

Heute Morgen werden wichtige Konjunkturdaten aus Deutschland veröffentlicht. Um 9:30 Uhr erscheinen zeitgleich der Einkaufsmanagerindex Dienstleistungen sowie der Index für das verarbeitende Gewerbe. Der ifo-Geschäftsklimaindex folgt am 26.10. um 11:00 Uhr (Termin korrigiert). Der ifo-Index konnte in den letzten Monaten einen positiven Trend aufweisen, die Prognose liegt diesmal aber minimal geringer bei 93,8 (vorher 93,4). Zusätzlich erscheinen heute um 10:00 Uhr auch noch die Einkaufsmanagerindizes aus der Euro-Zone. Danach folgen um 15:45 Uhr schließlich die US-Einkaufsmanagerindizes. Das sind jede Menge Daten, die den Dax und die Märkte bewegen könnten.

Bei den Quartalsberichten sieht es heute etwas mau aus. Unter anderem veröffentlichen die folgenden Unternehmen ihre Berichte – American Express, BB Biotech, Electrolux und Royal Caribbean Cruises. Hier sehen sie eine Liste der wichtigsten Unternehmen, die in den kommenden Wochen ihre Zahlen vorlegen.

Die wichtigen Marken für den Handelstag im Dax

Knapp eine Stunde vor Börseneröffnung notiert der Dax nahe seines gestrigen Schlusskurses. Um die gestern  begonnene Erholung fortzusetzen, muss der Dax den Bereich bei 12.600 und 12.614 überwinden. Gelingt der Ausbruch darüber, dann folgt der nächste Widerstandsbereich bei 12.680 bis 12.690. Dort könnte dem Index bereits wieder die Kraft ausgehen und der Rückwärtsgang eingelegt werden. Hält er sich jedoch auf dem Niveau, dann könnte er noch bis zur 12.725 ansteigen. Bei 12.768 befindet sich das entscheidende 61,8 % Retracement der Abwärtsbewegung von 13.028. Ein Anstieg darüber könnte den Dax  in der kommenden Woche dann bis 12.819 und 12.850 bringen.

Korrektur-Szenario:

Läuft es heute auch wieder so wie in den letzten Tagen, dann könnte es zur Eröffnung erneut abwärts gehen. Dabei ist der Widerstandsbereich bei 12.600 bis 12.614 zu beachten. Eine erste Unterstützung befindet sich bei 12.540. Rauscht der Dax dadurch, dann könnte er Halt an der 12.502 finden, ansonsten geht es direkt weiter in Richtung der 12.447. Hält der Dax die Marke und steigt wieder über die 12.502 an, wäre die Bodenbildung bestätigt und die Erholung könnte Schwung aufnehmen. Bricht er jedoch die Unterstützung, dann geht es in Richtung des gestrigen Tagestiefs bei 12.345. Darunter folgt an der 12.250 eine weitere Unterstützung.

Als Alternative sehen wir heute einen ruhigen Wochenabschluss, das heißt, dass die Anleger vor dem Wochenende die Füße still halten. Dementsprechend würde der Kurs in einer Seitwärtsrange hin und her pendeln.

DAX daily: Tagesausblick 23.10. - M30-Chart - Wochenabschluss

Heutige Pivot Punkte (PP):

12.773 – Pivot Punkt R2

12.682 – Pivot Punkt R1

12.512 – Pivot Punkt

12.421 – Pivot Punkt S1

12.251 – Pivot Punkt S2

Dax Unterstützungen (US):

12.540 – M15-Chart

12.502 – Punkt 1 Bodenbildung (12.345)

12.447 – Punkt 2 Bodenbildung (12.345)

12.339 – Tagestief 25.09.

12.253 – Tagstief 30.07.

Dax Widerstände (WS):

12.600 – Nackenlinie SKS (H4) – 100 % Ziel 12.015

12.614 Nachthoch

12.686 -50 % Retracement (13.028 – 12.345)

12.725 – mehrfache US (H1)

12.768 – 61,8 % Retracement (13.028 – 12.345)

12.850 – Tageshoch 20.10.

Disclaimer

Die hier angewandte technische Analyse stellt keine Anlageberatung dar. Es handelt sich auch nicht um Kauf- oder Verkaufsempfehlungen von Wertpapieren und sonstige Finanzinstrumenten. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können eine individuelle Anlageberatung nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

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