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Letzte Chance für Weihnachtsrally: Chartanalyse DAX KW50

Im Wochensaldo konnte der Dow Jones um 1,3 Prozent zulegen und der DAX senkte den Kopf um 0,4 Prozent. Die Outperformance und Hoffnung der Vorwoche, direkt in die Weihnachtsrally zu starten, zerschlugen sich schnell. Aber muss dies so bleiben?

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Eine Analyse von Andreas Mueller (alias Bernecker1977)

Die Zeit läuft langsam ab. Denn es gab keine Anknüpfung an den positiven Schwung der Vorwoche für die Entwicklung des Deutschen Aktienindex. Er resignierte vielmehr an den Widerständen um 13.200 und zog es vor, sich folglich an der Unterseite zu orientieren. Auch dies war letztlich in der Vorwochenanalyse skizziert, aber die falsche Richtung aus Sicht der Bullen. Konkret hatte ich beide klaren Signale zum Start der Handelswoche vorgestellt: Das potenzielle Ausbruchsniveau für eine Jahresendrally und das noch offene GAP auf der Unterseite. Wie dies letztlich abgearbeitet wurde und welche Auswirkungen dies auf die KW51 hat, zeige ich Ihnen nun in der Chartanalyse zum DAX auf.

Rückblick auf die Handelswoche

Als Erinnerung noch einmal beide Szenarien aus dem Fazit der Vorwochenanalyse:


(Alle Charts durch anklicken vergrößern!)

Warum das GAP auf der Unterseite mein Interesse erweckte?

Weil der DAX sehr oft ein solches GAP schließt. So zu sehen vor einer Woche, wobei jedoch nur das eine GAP zu Dienstag geschlossen werden konnte. Das hatte ich in der Vorwochenanalyse bereits skizziert. Dazu dieses Chartbild als Rückblick:

Die vergangene Handelswoche begann eher zaghaft. Nachdem am Montagmorgen der obere Bereich um 13.200 nicht überschritten wurde, nahmen sich die Marktteilnehmer den Bereich auf der Unterseite vor. Doch das GAP wurde nur ein wenig angerissen. Bei 13.112 Punkten stabilisierte er sich. Am Dienstag folgte der nächste Angriff, doch auch hier wurde nach wenigen Punkten im GAP die Lust der Bären gestoppt. Bei 13.080 Punkten drehte der Markt erneut ab. Dieses „scheibchenweise“ Abarbeiten des GAPs stellte ich am Dienstag im Forum wie folgt dar:

Diese Kehrtwende machte sich im Chartbild gerade für Daytrader sehr gut bemerkbar. Als Trigger für eine Richtungswende im Tageshandel lege ich mir gerne eine entsprechende Trendlinie an. Sobald der Kurs über (bzw. bei Aufwärtstrends dann unter) dieser Linie notiert, ist ein entsprechendes Handelssignal gegeben. So geschehen dann später am Dienstag:

Am Ende des Handelstages stand der DAX auf Tageshoch und erneut kurz vor dem Widerstand von 13.200 Punkten. Mehr ging nicht, auch am Mittwoch dann. Von dieser Marke entfernte sich der DAX erneut nach unten. Mit Blick auf die Wall Street, bei der im Vorfeld der US-Notenbanksitzung FED ein neues Rekordhoch zur Diskussion stand:

Das Rekordhoch kam, die Zinsanhebung auch. Immerhin die dritte Zinsanhebung in diesem Jahr. Notenbankchefin Janet Yellen stellte ebenfalls drei Zinsanhebungen für das kommende Jahr in Aussicht und unterstrich die Stabilität der amerikanischen Wirtschaft.

So hielten sich die Aktienkurse erst einmal auf hohem Niveau, wenn auch unter erhöhten Schwankungen. Dabei gab es durchaus eine neue Angriffsmöglichkeit für die Bären im Dow Jones mit dem Bruch des mehrtägigen Aufwärtstrends am Donnerstag. Ob dies für länger galt?

Sie werden es erraten – erneut nicht! Die Wall Street fing sich am Freitag und schloss, um dies einmal vorwegzunehmen, zum Handelsende auf neuen Allzeithochs. Parallel in allen großen Indizes: Dow Jones, S&P500 und Nasdaq 100!

Dem DAX war dies am Freitagmorgen natürlich noch nicht bekannt. Er hatte das aufgezeigte GAP dann doch noch geschlossen und dabei im Nachgang der EZB-Sitzung vom Donnerstag, bei der KEINE Zinsänderung erfolgte, ein neues kleines GAP auf der Unterseite eröffnet. Hierbei wirkte sich der erstarkte EUR/USD erneut als Bremse aus. Mit Kursen über 1.1820 drückte er vor allem die Exportwerte. Doch zurück zum Chartbild.

Zwischen diesem neuen GAP (nachdem das alte abgearbeitet war) und der Marke von 13.010 Punkten als Tief vom Donnerstag direkt zur EZB-Sitzung pendelte der Markt zunächst richtungslos am Vormittag in einer engen Handelsspanne:

Woher kam die Zurückhaltung?

Zum Mittag stand der große Verfall der Index-Futures an. STOXX-Familie und DAX-Futures verfielen am so genannten Hexensabbat und führten zu Umschichtungen am Aktienmarkt. Diese „Lähmung“ löste sich erst am frühen Nachmittag auf, als der US-Markt in Richtung Rekordhochs anzog. Dies lockte auch den DAX aus seiner Lethargie, ließ das GAP zum Vortag schließen und sorgte später für einen Anstieg, der nachbörslich knapp an die Hochs vom Donnerstag reichte.

Selbst handelte ich erst den zweiten Anlauf der Bullen mit diesem Setup, dies aber nur am Rande erwähnt:

Im Wochensaldo konnte der Dow Jones um 1,3 Prozent zulegen und der DAX senkte den Kopf um 0,4 Prozent. Die Outperformance und Hoffnung der Vorwoche, direkt in die Weihnachtsrally zu starten, zerschlugen sich schnell. Aber muss dies so bleiben?

Ausblick auf die KW50: Letzte Chance für Weihnachtsrally

Viel Zeit für die Weihnachtsrally bleibt nun nicht mehr. Genau genommen nur diese eine Woche!

In der letzten Handelswoche vor Weihnachten steht die Ausbruchsmarke für den DAX unverändert im Raum. Denn sie wurde noch nicht überschritten. Von daher kann das Chartbild aus der Vorwoche mit dem Trigger auf der Oberseite fortgeführt werden:

Dazu muss vorab jedoch noch diese Trendlinie überwunden werden, welche man im Ausschnitt dieses Chartbildes nun noch einmal besser sehen kann:

Es handelt sich hierbei um Chartausschnitte der XETRA-Handelszeit, also von 9.00 Uhr bis 17.30 Uhr. Die nachbörslichen Rekorde an der Wall Street wahren die Chance auf eine Bewegung am Montag zu dieser Linie hin und ggf. auch darüber hinaus. Damit ist der Weg erst einmal frei zur 13.200 und erst mit Überschreitung dieser Marke dann für die Weihnachtsrally:

Etwas spät, aber dennoch möglich! In Prozenten ausgedrückt würde bereits ein 1-Prozent-Tag genügen, um hier das Potenzial zu generieren und die Bullen zu wecken. Ein fallender Euro-Dollar oder die weitere Umschichtung von Gold in Aktien (ein Ausblick dazu gab es exklusiv an als Analyse hier) wie in den letzten Tagen zu spüren, könnte dies loslösen.

Die Weihnachtsrally muss man definitiv absagen, wenn der Markt bis zur Wochenmitte unter die Tiefs der letzten beiden Handelstage fallen würde. Denn dann geben wohl die letzten Optimisten auf. Im Chartbild sähe dieses Szenario, was ich den Anlegern nicht wünsche, wie folgt aus:

Doch selbst wenn dies geschehen würde, wäre es dennoch kein schlechtes Jahr gewesen. Immerhin steht der DAX aktuell mit einer Performance im laufenden Jahr von 14 Prozent über dem Durchschnitt einer Jahresperformance seit DAX-Einführung. Er hat somit womöglich etwas „Winterspeck“ angesetzt, den er loswerden könnte. Muss er aber nicht zwangsläufig, wie man am Kursverlauf der Wall Street seit mehreren Monaten nun schon bemerken kann. Insofern lassen wir uns, ähnlich wie bei den Präsenten unterm Weihnachtsbaum, doch einfach überraschen.

An Terminen sind die EU-Verbraucherpreise am Montag, das Bruttoinlandsprodukt der USA am Donnerstag und die Konsumdaten am Freitag in den USA wichtig. Und natürlich IHRE Weihnachtseinkäufe, die Sie nicht vergessen sollten! Denn es gibt neben der Börse auch weitere wichtige Dinge im Leben…

Mehr von Andreas Mueller unter http://www.trading-treff.de

5 Kommentare

5 Comments

  1. Avatar

    Gerd

    18. Dezember 2017 10:29 at 10:29

    Ist der Artikel einschließlich Grafiken nicht ein klein wenig zu umfangreich?
    Da komme ich ja zeitlich kaum dazu, den DAX-Aufschwung zu bestaunen.

    • Avatar

      baeuerin

      18. Dezember 2017 10:38 at 10:38

      Lieber Gerd,
      unter der Rubrik „Heute beginnt die Jahresendrally!“,
      findest du eine verkuerzte „DAX bauern-Prognose“fuer 2018!!
      Vorab…Das Gap,wie oben beschrieben,das wird mit voller Wucht nach unten gerissen werden…aber erst im Januar 18!
      Wo die Endstation ist,findest du heute noch mit Sicherheit…..!

      • Avatar

        Gerd

        18. Dezember 2017 11:03 at 11:03

        Das isses ja eben, bäuerin, man (ich) kann nicht alles lesen.
        Leider auch nicht alle Verlinkungen von dir.
        Und das obwohl da oft sehr Interessante dabei waren.
        ZB hatte ich noch nie von Guidants gehört gehabt.

        • Avatar

          baeuerin

          18. Dezember 2017 11:10 at 11:10

          Ja Gerd,wenn man sich mit einem Wischi Waschi Geraet vergnuegt,dann wirds halt unuebersichtlich!

  2. Avatar

    baeuerin

    18. Dezember 2017 11:07 at 11:07

    @Fugmann,
    … wg.der „scrollerei“…(bis ich ENDLICH zur Komment.Function gelangt bin)….,hat jetzt meine Opt.-Maus den Geist aufgegeben!!
    Koennten sie sich in Zukunft etwas kuerzer fassen,da ich ihnen sonst meine Hardware in Rechnung stellen muss!
    …aber is ja klar..die Maus ist aus CHINA-Schrott…den ihr auch im Westen kauft….

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Aktien

Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Bullen, Bären und fliegende Schweine

Redaktion

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Von

Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Ab morgen startet das verlängerte Thanksgiving-Wochenende in den USA. Die gut laufenden Kurse im November sind im Fokus seiner heutigen Berichterstattung.

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Indizes

Aktienmärkte: Abkühlung gefällig nach dem Novemberwunder?

Der Börsenmonat November wird in die Statistik eingehen, als Ausnahmemonat für die Aktienmärkte, wie es ihn in Jahrzehnten nicht gegeben hat!

Wolfgang Müller

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am

Wenn es noch ein paar Tage so weitergeht, wird der Börsenmonat November in die Statistik eingehen, als Ausnahmemonat für die Aktienmärkte, wie es ihn in Jahrzehnten nicht gegeben hat. Doch gemach, zieht man die zwei vorherigen Monate mit in die Betrachtung, sieht es schon erheblich unspektakulärer aus. Dennoch lagen die Indizes am gestrigen Börsenschluss wieder deutlich im Plus und die Frage wird täglich aufs Neue gestellt: Wann kommt die Abkühlung?

Aktienmärkte: Die aktuelle Novemberbilanz

Vier Handelstage vor dem Monatsultimo – in den USA wegen Thanksgiving nur zweieinhalb – bahnt sich eine extrem gute Monatsbilanz der Aktienmärkte an. Am Ende des gestrigen Tages lagen sowohl Dow Jones, als auch S&P 500 mit 10 Prozent auf Monatssicht im Plus. Besonders spektakulär das Durchbrechen der 30.000-Punkte-Marke beim altwürdigen Index. Hatte nicht Präsident Trump davon gesprochen, dass die Aktienmärkte dramatisch einbrechen würden, falls er nicht wiedergewählt werden sollte? Ich hatte schon am 5.11. in einem Artikel („Aktienmärkte und Wahlausgang: Warum fallen die Märkte nicht?“) mit historischen Daten belegt, warum die Rolle des Präsidenten für die Aktienmärkte überschätzt werde, es geht um andere Kriterien. Erstaunlicherweise liegt der Dax mit 11,5 Prozent seit der US-Wahl plus noch vor den US-Indizes, sicher auch wegen der Branchenrotation hin zu Value und weil der deutsche Leitindex einfach stets volatiler daherkommt.

Damit hätte der Monat bereits die durchschnittliche Jahresperformance der großen Indizes, über mehrere Jahrzehnte gerechnet, übertroffen. Und dies in einer Phase, in der viele Staaten gerade wieder in eine Rezession abrutschen. Aber das ist wiederum sehr häufig an der Börse, auch wenn Beobachter wieder viele unheimliche Kräfte für das Spiel verantwortlich machen. Wenn ein Wirtschaftsabschwung auf ein Ende zugeht, kommen oft die größten Zuwächse, wenn er dokumentiert wird, die Gewinnmitnahmen. Oder, „wenn die Nacht am dunkelsten ist, ist die Dämmerung am nächsten.“

Die aktuelle Konjunkturlage

Am gestrigen Tag wurde das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts für das dritte Quartal in Deutschland veröffentlicht, es fiel mit plus 8,5 Prozent besser aus, als die vorherige Schätzung. Was aber kurstechnisch keine Rolle spielt, denn „fürs Gehabte gibts nichts“ so ein bekannter Börsenspruch aus der Vergangenheit. Aber vermutlich auch nicht für den Ifo-Index, der bereits zum zweiten Mal in Folge gefallen ist und die ständig weiter nach unten geschraubten Wachstumszahlen für Q4 des laufenden und Q1 des kommenden Jahres. Eine „Double-Dip-Recession“ steht in vielen Industriestaaten an, dennoch dürfte sich der Kursschaden (temporär) sehr in Grenzen halten, denn es gibt gewaltige Gegenkräfte. Doch dazu später mehr.

Die Branchenrotation

Auch wenn es bisher nicht zum Abverkauf der dominanten Hightech-Titel gekommen ist, wie ETFs auf „Information Technology“ beweisen, so ist doch eine gewaltige Rotation hin zu Value, zu Industrietiteln und vor allem zu Nebenwerten erkennbar (Russel 2000). Die Techwerte laufen seitwärts, die Zurückgebliebenen haussieren.

So im SPDR Industrial erkennbar, einem ETF auf amerikanische Industriewerte, genau wie in einem Sammelindex für die Luftfahrtindustrie, in einem Bankenindex, bei Versicherungen, bei Reise- und Freizeitindizes, im Energiesektor und bei Grundstoffwerten. Am stärksten lief die Rally bisher im Nebenwerte-Segment, dessen Index sich schon über 25 Prozent von seinem Aufwärtstrend nach oben abgesetzt hat.

Was sagt uns das alles? Die Aktienmärkte blicken nicht auf die Aktualität, wie eigentlich immer, auch wenn dies viele, gebannt durch die tägliche Berichterstattung nicht wahr haben wollen, sondern deutlich in die Zukunft. Und da erwartet man die Rückkehr zur Normalität, die Coronazeit wird ausgepreist.

Die Notenbankpolitik

Hat nicht vor kurzem eine US-Großbank von einem Re-Balancing bei Mischfonds gesprochen, dergestalt, dass man die Aktien/Anleihe-Relation von 60/40 wiederherstellen müsse und damit bis zum Jahresende weltweit Aktien in Höhe von 300 Milliarden Dollar zu verkaufen wären? Aber was ist diese Summe gegen die Geldflut der Notenbanken (Fed, EZB, BoJ, BoE, SNB), um nur die Größten zu nennen, die demnächst aktiv werden? Soll nicht Janet Yellen neue US-Finanzministerin werden, die ehemalige Chefin von Jerome Powell? Der Fed-Chef wird sich eher mit der Professorin in Verbindung setzen, als mit Steven Mnuchin zu diskutieren, der in gut 30 Handelstagen sowieso nichts mehr zu sagen hat und wenn, könnte es die Neue umgehend wieder korrigieren.

Was nichts anderes heißt, als dass man in der schwierigen Phase des nochmaligen Anschwellens der Coronazahlen die Notenpresse in Gang hält, um zu unterstützen, wie es Jerome Powell erst kürzlich betont hat. In Kürze jährt sich der Kommunikationsgau von Powell zum zweiten Mal, als er 2018 die Aktienmärkte mit „hawkishen“ Bemerkungen bis fast ins Bärenterritorium gejagt hatte. Er wird gerade in der Phase der „transition“, des Übergangs, alles Marktschädliche unterlassen.

Die Impfhoffnung und die möglichen Konsequenzen

Auch wenn die Kursreaktionen nach jeder Impfstoffmeldung abnehmen, verbleibt das Vakzin gegen Covid-19 der fast alles bestimmende Faktor. Hunderte Impfzentren entstehen allein in Deutschland und wie viele werden es wohl weltweit werden, demnächst? Wird die Meldung für die Zulassung eines Impfstoffes und damit dem Beginn der Impfungswelle nicht noch einmal für einen Kurssprung sorgen? Wenn es Realität würde, dass man in 2 Minuten einen Menschen impfen könnte, so wie es in Deutschland berichtet wurde und das tausendfach in hunderten Impfzentren.

Würde dann die Zahl der Geimpften nicht schneller steigen, als es die Zahl bei den Infektionen in der Spitze getan haben – nur dann kontinuierlich? Ist es das, was die Märkte für das nächste Halbjahr einpreisen?

Fazit

Es kommt schon Vieles zusammen im Nebelmonat November. Ein Wahlkrimi, der anlegertechnisch in eine gewaltige Short Squeeze mündete und in eine Branchenrotation, die es nur ganz selten in dieser Ausprägung gab. Dann kamen noch die Impfstoffmeldungen, als Game Changer oben drauf, die das Ganze noch verstärkten. Als Turbo für viele ängstliche Investoren, die plötzlich Licht am Horizont sahen und eine Notwendigkeit für viele Investmentfonds, wenn man nicht endgültig gegen die passiven Vehikel ins Hintertreffen geraten will.

Am 9. November wurde durch die Märkte das Ende von Corona ausgerufen. Das Ergebnis ist eine Euphorie, die in normalen Situationen in einen gewaltigen Kurseinbruch münden würde. Wahrscheinlich aber nicht zum Ende des Coronajahrs 2020, in dem sich zwei Kräfte gegenseitig potenzieren: Die Hoffnung auf einen Anstieg der Wirtschaft zur Jahresmitte 2021, wenn „tote“ Branchen aufgrund der Impfauswirkungen zum Leben erweckt werden und eine Geldversorgung durch Notenbanken, die die Kapitalanleger „noch“ in eine Anlageklasse zwingt. Dennoch: Sollte es tatsächlich noch bis zum Monatsende mit den Kursen weiter nach oben gehen, der Monat November zum Jahrhundertrekord avancieren? Ich denke spätestens dann im Anschluss sollte die Schwerkraft mal kurz und kräftig zuschlagen. Ich bin nur auf den Anlass gespannt, wenn es wieder heißt „die Kurse machen die Nachrichten“  und die Aktienmärkte dann eine Zwischenkorrektur einlegen..

Die Aktienmärkte erleben im November eine Art Wunder

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Finanznews

Aktienmärkte: Alle sitzen im selben Boot! Videoausblick

Die Euphorie der Aktienmärkte scheint grenzenlos: Der Dow Jones mit dem besten Monat seit dem Jahr 1987. Aber alles sitzen im selben Boot!

Markus Fugmann

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Die Aktienmärkte auch gestern mit einem weiteren Anstieg – die Euphorie und die Rally scheinen kein Ende zu nehmen. Das Problem aber ist: alle sitzen auf der selben Seite des Bootes (vor allem in den Aktien, die zu den Corona-Verlierern gehört hatten) – und wenn plötzlich ein unerwartetes Hindernis auftaucht, dann bekommt das Boot Schlagseite und kentert. Nach dem morgigen Thanksgiving (Freitag ist halber Feiertag in den USA) werden Fonds und Pensionskassen ihre Aktien-Bestände reduzieren müssen – und das wird dann ein Gegegnwind für die Aktienmärkte. Der Dow Jones mit dem besten Monat seit dem Jahr 1987, der Russell 2000 mit dem besten Monat aller Zeiten – das Chance-Risiko-Verhältnis wird nun immer ungünstiger..

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