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LIBOR-Händler: „Wollte meinen Job so gut wie möglich machen“

Von Claudio Kummerfeld

Einer der LIBOR-Händler, die jahrelang den wichtigsten Referenzzinssatz der Welt (London Inter Bank offered rate) manipulierten, machte gestern vor einem Londoner Gericht Aussagen zu seinen Handlungen. Tom Hayes, ehemals für die größte Schweizer Bank UBS tätig, sagte er sei sich keiner Schuld bewusst. Alles was er tat sei stets im Sinne der Bank gewesen. Seine Vorgesetzten hätten von seinem Handeln gewusst, und es sei weit verbreitet gewesen.

Er sagte er manipulierte den LIBOR, weil er seinen Job so gut wie möglich machen wollte. Er sieht sich selbst als unschuldig an, hat aber in einer früheren Aussage ein Fehlverhalten gegenüber britischen Ermittlern eingeräumt, da er eine Auslieferung an die USA verhindern wollte, wo ihm statt 10 Jahren vielleicht bis zu 30 Jahre Haft drohen. Jetzt hat er alle Anschuldigungen von sich gewiesen, z.B. „unehrenhaft gehandelt zu haben“, da er „lediglich im wirtschaftlichen Interesse seines Arbeitgebers handelte“.

Es ist kaum davon auszugehen, dass bei Banken wie der UBS die Händler einfach so drauf los manipulieren, und die Vorgesetzten kriegen davon nichts mit. Banken wie die UBS haben bereits Ablass gezahlt, in dem sie sich mit den Behörden in Großbritannien und den USA auf Strafzahlungen in Milliardenhöhe einigten. Strafrechtlich belangt werden wohl nur die Händler selbst. Teamleiter, Abteilungsleiter etc scheinen nicht herangezogen zu werden, sondern nur die Händler selbst.



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