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Krypto-Währungen

Libra: Die Glaubwürdigkeit ähnelt dem Schicksal von Sisyphus

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Libra

Das Schicksal von Libra, der globalen grenzüberschreitenden Kryptowährung von Facebook, wurde in den letzten Monaten immer unsicherer. Laut einem kürzlich an ABC News gesendeten Schreiben zog PayPal seine Mitgliedschaft in der Libra Association zurück, die nun aus 27 Gründungsmitgliedern besteht. Kurz darauf forderten zwei US-Senatoren, dass Visa, Mastercard und Stripe ebenfalls auf ihre Unterstützung für das Projekt verzichten.

David Marcus, der Leiter von Libra und ehemalige Präsident von PayPal, verteidigte die Einbeziehung von Facebook in das Projekt, indem er erklärte, dass es nur eines der Unternehmen sei, das die Vereinigung gegründet habe. Da die Organisation jedoch in ihrer Mitgliederzahl schwächer wird, scheint es, dass Facebook als einzige bedeutende Einheit in der Vereinigung bestehen bleiben könnte.

Nach dem jüngsten Ereignis rund um den Ausstieg von PayPal, das von einigen Fachjournalisten als „schwerer Schlag“ für das Projekt angesehen wird, beschloss die Abgeordnete Maxine Waters, Facebook in seinem schwächsten Moment zu treffen. Am Mittwoch gab Waters offiziell bekannt, dass Mark Zuckerberg am 23. Oktober vor dem Kongress erscheinen wird. Der CEO der umstrittensten Social Media Plattform wird bei einer Anhörung des Kongresses mit dem Titel „An Examination of Facebook and Its Impact on the Financial Services and Housing Sectors“ aussagen.

Regulatorische Heuchelei – Institutionen belohnen die Einhaltung der Richtlinien von Facebook nicht

Die bevorstehende Anhörung wird eine entscheidende Rolle im Kryptowährungsprojekt von Facebook spielen. Das Unternehmen hat mehrfach erklärt, dass es das für das Projekt Libra erforderliche strenge Niveau der Einhaltung der Vorschriften erreichen wird. Facebook hat jedoch auch erklärt, dass es die Kryptowährung fallen lassen wird, wenn sie weiterhin unerträglich unter Druck von politischen und finanziellen Institutionen steht. In diesem Zusammenhang wird der Kongress-Auftritt von Zuckerberg im Oktober zeigen, ob der CEO seine Versprechen in Bezug auf die Compliance einhalten wird. Aber es gibt eine kritische Frage. Planen Regierungen und Finanzinstitute überhaupt, die Existenz von Libra zu unterstützen?

Obwohl Zuckerberg offenbar bereit ist, sich an mögliche zukünftige regulatorische Rahmenbedingungen zu halten, scheint es, dass die Politik nicht plant, das Projekt zu genehmigen. Ehrlich gesagt wurde Facebook durch den starken Rückgang seines Aktienkurses im letzten Jahr motiviert und schaffte es den zuständigen Institutionen dabei zu helfen die notwendigen Vorschriften zu erlassen, die verhindern, dass Facebook zu mächtig wird.

Allerdings haben sowohl europäische als auch US-amerikanische Beamte mit ihren Aussagen bewiesen, dass sie nicht einmal in Betracht ziehen, das Projekt zu genehmigen. Obwohl sich Libra im September dieses Jahres mit mehreren Vertretern der Zentralbank (einschließlich der EZB) getroffen hat, um mögliche finanzielle Risiken zu bewerten, haben die Finanzminister aus Frankreich und Deutschland sofort erklärt, dass das Projekt nicht auf europäischem Boden entwickelt wird.

Beide Nationen können berechtigterweise den Einfluss von Facebook auf die Stabilität der Weltwirtschaft fürchten. Sie behaupten jedoch scheinheilig, dass sie die Kryptowährung zulassen würden, wenn sie reguliert würde, während sie gleichzeitig die Entwicklung des Projekts mit harten Aussagen blockieren. Facebook hat sich sicherlich für die Zukunft von Libra zurückgehalten. Warum belohnen Institutionen also nicht die Einhaltung der Compliance des Unternehmens?

In Anbetracht vergangener Ereignisse und des kürzlichen Ausstiegs von PayPal ist Facebook möglicherweise nicht in der Lage, sowohl mit externen als auch mit internen Belastungen fertig zu werden. Sollte Facebook in naher Zukunft die Einhaltung der Vorschriften nicht erreichen, könnte der Technologieriese unter dem Druck zusammenbrechen und den für 2020 geplanten Start von Libra verzögern.

Zuckerbergs frühere Kontroversen hatten einen großen Einfluss auf Libra

Während die Kongressanhörung von Zuckerberg im Jahr 2018 kein wirklich befriedigendes Ende fand, hatte sie einen großen Einfluss auf den Plan des Unternehmens, ein internationales Digital Asset einzuführen. Sowohl Politiker als auch Banker befürchten, dass der Start von Libra das globale Währungssystem destabilisieren könnte. Darüber hinaus führte der Cambridge Analytica-Skandal dazu, dass die Welt das Vertrauen in das Unternehmen verlor.

Nach Angaben von Statista, einer Analyse-Online-Plattform, hatte Facebook im zweiten Quartal 2019 rund 2,41 Milliarden aktive Nutzer (MAU) im Monat. Sollte die soziale Plattform auch zu einer Bank werden, wären die Auswirkungen für ihr Kryptowährungsprojekt wohl verheerend, wenn Facebook seine alten Wege beibehalten würde.

Statistic: Number of monthly active Facebook users worldwide as of 2nd quarter 2019 (in millions) | Statista
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Aktien

Indiz für die jüngste Zocker-Orgie in US-Aktien und Bitcoin – man schaue auf die Such-Trends

Claudio Kummerfeld

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Bunte Kurstafel

Markus Fugmann hatte die letzten Tage darüber berichtet, so auch heute früh (siehe hier). Vor allem über einen gigantischen großen Zocker-Blog auf Reddit (siehe hier) formiert sich quasi täglich neu eine gigantische Crowd aus gierigen Jung-Zockern, um sich auf einzelne US-Aktien zu stürzen. Besonders interessant waren die letzten Tage kräftige Kursanstiege Aktien wie „Gamestop“, bei denen es hohe Short-Volumina gab. Profi-Spekulanten wie Hedgefonds hatten große Wetten auf fallende Kurse aufgebaut. Steigt der Aktienkurs nun aber kräftig, kann der Verlust dieser Profis ins Unendliche steigen.

Und die Banken und Broker, die solchen Hedgefonds oft Kredite für ihre Spekulationen gewähren, könnten kalte Füße kriegen und mehr Sicherheiten verlangen – oder die Short-Positionen zwangsweise schließen, wodurch der Aufwärtssog der Aktien noch mehr verstärkt wird. Auf genau diese Bewegung hofften die Zocker wohl bei Gamestop und anderen Aktien. Man schaue in der folgenden Grafik, wie die Beliebtheit für den Google-Suchbegriff „Short Squeeze“ in den USA in den letzten fünf Jahren aussah. Erst in den letzten Tagen explodierte die Beliebtheit dieses Suchbegriffs extrem. Mit Short Squeeze bezeichnen Börsianer einen stark steigenden Aktienkurs, der durch das Schließen von Short-Positionen verursacht wird. Der Wert 100 in der Grafik steht für die höchste Beliebtheit des jeweiligen Suchbegriffs.

Im folgenden Chart sehen wie in den Google Trends für die letzten fünf Jahre die weltweite Beliebtheit des Suchbegriffs „Bitcoin“. Man sieht, dass bei der ersten großen Hausse Ende 2017 die maximale Beliebtheit von 100 Punkten erreicht wurde, und Anfang diesen Jahres nur ein Wert von 69 – jetzt nur noch 42 Punkte. Die Gier der Internet-Gemeinde nach dem Thema war damals also wohl noch größer als heute. Offenbar scheint sich ganz aktuell die „Meute“ auf die kleinen US-Aktien zu stürzen – weil die wohl von einer Meute Klein-Zocker leichter kräftig im Kurs zu bewegen sind?

Chart zeigt Beliebtheit der Suche nach Bitcoin

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Bitcoin

Bitcoin als das trojanische Pferd zur Bargeldabschaffung? Blick auf das große Bild

Claudio Kummerfeld

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Bitcoin Symbolfoto

Ist der Bitcoin zusammen mit den anderen Kryptowährungen das große „trojanische Pferd“ für die Abschaffung von Bargeld? Dirk Müller zeigte in einem Video aus letzter Woche (siehe hier) erneut ganz klar, dass er nichts vom Bitcoin hält. Eine pure Zockerei sei diese wichtigste aller Kryptowährungen – sie könne weiter kräftig steigen, oder auch ins Bodenlose fallen. Alexander Weipprecht vom Krypto Magazin hat im folgenden aktuellen Video mehrere von Dirk Müllers Kritikpunkten angesprochen, und ihm dabei teilweise Recht gegeben.

Steckt hinter dem Bitcoin eine Art von Verschwörung um den Bürger noch gläserner und überwachbarer zu machen? Haben die Reichen und Mächtigen einen großen Plan mit dem Bitcoin? Wie ich meine, geht Alexander Weipprecht sehr gut und im Detail auf diese Themen ein. Superreiche und große Vermögensverwalter würden nach Jahren des Zuschauens nun die Chancen im Bitcoin nutzen, indem sie zunehmend Bitcoins aufkaufen. Der Bitcoin biete Wohlhabenden die mobil sein wollen, eine hervorragende Chance Vermögen weltweit in Sekundenschnelle zu verschieben. Auch ein gutes Beispiel sei der Iran, der laut Alexander Weipprecht versuche sich vom US-Dollar zu lösen, in dem man Öl gegen Kryptowährungen tausche. Sehen Sie hier seinen interessanten Beitrag.

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Bitcoin

Bitcoin: Verdoppelung JETZT?

Rüdiger Born

Veröffentlicht

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Steht die Verdoppelung unmittelbar bevor? Viele schwören ja auf die Bitcoins und rechnen ganz fest mit einem schnellen und deutlichen Anstieg. Doch nach der jüngsten Pause stellen sich manche nun die Frage, ob es jetzt schon wirklich Zeit dafür ist. Dieser Beitrag gilt einmal der charttechnischen Betrachtung, aber kann man das tatsächlich hier anwenden? Schauen wir uns das doch einfach mal an.

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