Krypto-Währungen

Libra und Facebook – Zuckerbergs tickende Bombe

Heute wird Mark Zuckerberg, CEO von Facebook, vor dem US-Kongress über die mögliche Einführung des Libra sprechen – in Zeiten der Berichtssaison, in der die Zahlen von Boeing, der Chiphersteller und Finanzinstitute im Fokus stehen, wird dieser ganz wichtiger Termin fast vergessen!

Auf dem Spiel steht dabei viel, denn noch ist nicht klar, ob die in diesem Sommer angekündigte Kunstwährung, die nicht von Facebook allein, sondern von einem Konsortium vieler Unternehmen getragen werden soll, überhaupt in den USA zugelassen wird. Zuckerberg selbst hat immer wieder betont, dass er nur dann grünes Licht für den Libra geben wird, wenn alle Fragen der Finanzaufsicht geklärt sind.

Das ist durchaus nachvollziehbar, denn Facebook und Zuckerberg stehen in Amerika durchaus nicht auf der Liste der beliebtesten Unternehmen. So konnten sich beide politischen Lager bisher nicht für die Ideen Zuckerbergs erwärmen, sondern fürchteten den spürbaren Einfluss des Unternehmens.

Spannend ist diese neue Währung auf jeden Fall, denn sie soll den Zahlungsverkehr weltweit deutlich vereinfachen, verbilligen und schneller machen. Dadurch hat Zuckerberg durchaus das eine oder andere argumentative Problem. Die Frage nämlich, ob diese neue Kunstwährung eher für den US-Dollar oder doch eher gegen ihn spricht. Auch die Frage, ob der Libra nicht ein offizielles Zahlungsmittel für dunkle Geschäfte wird, ist spannend. Denn eröffnet Zuckerberg, dass hier völlige Transparenz möglich wäre, würde das wieder die Gegenseite wachrütteln, die sowieso ein Auge auf die Aktivitäten Facebooks geworfen hat.

Libra, Facebook und die Politik

Zuckerbergs Aussagen waren bereits gestern veröffentlicht worden. Heute um 16 Uhr deutscher Zeit findet nun die offizielle Anhörung statt. Eine der ersten Frage wird sein zu klären, ob Zuckerberg überhaupt eine faire Anhörung bekommt, seine Standpunkte entsprechend formulieren darf – oder ob hier das Urteil bereits gefällt ist.

Eine der Kernaussagen Zuckerbergs ist dabei, dass China, sollte Facebook in Verbindung mit den anderen begleitenden in westlichen Firmen nicht die Freigabe bekommen, mit Sicherheit in genau dieses Feld vorstoßen wird – und damit Amerika das Nachsehen hat. Damit versucht Zuckerberg das Problem aus dem Wirkungskreis Facebooks in den Bereich der globalen Politik zu verschieben.

Es steht also einiges auf dem Spiel heute. Es kann sein, dass die Welt sich etwas schneller oder doch etwas verspätet deutlich verändern wird. Ob dabei westliche Unternehmen oder vielleicht doch Asien, insbesondere China, die Nase vorn haben wird, könnte sich auch im Zuge der heutigen Anhörung entscheiden.

Für Marktakteure ist heute also einerseits Facebook, aber sicher auch die anderen in diesem Zusammenhang genannten Unternehmen wie Paypal, MasterCard, VISA (um nur einige zu nennen) ein spannendes Thema. Letztlich dürfte auch der Bitcoin durch die Aussagen kurz-, zumindest aber längerfristig beeinflusst werden.

Facebook gerät mit dem Libra in den Fokus der Regulatoren

Facebook-Chef Mark Zuckerberg. Foto: Anthony Quintano CC BY 2.0



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1 Kommentar

  1. Mit China meint er WeChat. Diese Bürokraten werden wohl noch im Schlafanzug überrollt.

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