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Aktien

Lieber Sparkassen-Kunde, Aktien kaufen! Laut Dekabank bleiben Realzinsen bis 2025 negativ!

Mittel- und langfristig also 3%-5% Gewinne mit Aktien pro Jahr, so lautet also die Deka-Prognose. Und mit Zinsanlagen? Ja, negative Realzinsen, und das noch sieben Jahre lang, laut Dekabank! Unrealistisch ist das nicht. Und wenn sie denn mal…

Redaktion

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am

FMW-Redaktion

Liebe Sparkassen-Kundin, lieber Sparkassen-Kunde. Aktien kaufen, los jetzt, verlieren Sie keine Zeit mehr! Was ist passiert? Die Dekabank als Dachorganisation der Sparkassen-Gruppe hat heute ihren „Konjunktur- und Kapitalmarktausblick 2018 und 2019“ veröffentlicht. Eine der drei Kernaussagen dort lautet kurz und knapp Zitat:

Realzinsen negativ bis 2025

Natürlich war unsere Artikel-Überschrift reißerisch und übertrieben, denn selbstverständlich wollen wir der Dekabank nicht unterstellen, dass man die Kunden aus Zinsanlagen rausdrängen will, damit sie in Aktienanlagen wie Deka-Fonds hineingehen. Denn vielleicht hat man einfach recht, wenn man aktuell schreibt Zitat:

An Aktien gehe daher zum Vermögensaufbau mittel- und langfristig kein Weg vorbei, auch wenn die Märkte zukünftig schwankungsanfälliger werden. „Nach heutigem Stand werden Aktien im Jahr 2017 eine Wertsteigerung im zweistelligen Prozentbereich erreichen“, kommentiert Joachim Schallmayer, Leiter Kapitalmärkte & Strategie bei der DekaBank. Damit würden sie wieder die erfolgreichste der vier großen Assetklassen sein. Allerdings sei zu beachten, dass das günstige Marktumfeld und die gute Gewinnentwicklung bereits eingepreist seien. Dies könne zu Übertreibungen führen, so dass in den kommenden Monaten Konsolidierungen mit Abschlägen von zehn Prozent und mehr möglich wären. „Nach den positiven Überraschungen dieses Jahres werden die Aktienmärkte 2018 auch wieder einmal durchatmen. Wir erachten eine solche Konsolidierung als gute Möglichkeit, die Aktienbestände weiter auszubauen“, ergänzt Schallmayer. Denn mittel- und langfristig rechnen die DekaBank-Volkswirte mit einer soliden Aktienmarktentwicklung mit durchschnittlichen Zuwächsen zwischen drei und fünf Prozent.

Mittel- und langfristig also 3%-5% Gewinne mit Aktien pro Jahr, so lautet also die Deka-Prognose. Und mit Zinsanlagen? Ja, negative Realzinsen, und das noch sieben Jahre lang, laut Dekabank! Unrealistisch ist das nicht. Und wenn sie denn mal ins Positive drehen, steigen sie ja nicht sofort auf 3% oder 5% an, wie die anvisierten Aktienrenditen. Also dürften Zinsanlagen noch weit länger als sieben Jahre schlechter rentieren als Aktien. Zitat Dekabank zur Zinssituation:

Obwohl in den USA ab 2018 die Zentralbankbilanz wieder zu schrumpfen beginnt, gestaltet sich ein Zinsanstieg zäh. Insbesondere die Europäische Zentralbank hört nach der Einschätzung der Volkswirte der DekaBank erst Ende 2018 auf, netto Anleihen zu kaufen. Für Spareinlagen prognostizieren sie daher in den kommenden fünf Jahren negative reale Zinsen von -1,5 Prozent, für Bundesanleihen von -0,5 Prozent. „Erst ab 2021 werden wieder spürbar positive Zinsen auf dem Sparkonto ankommen“, betont Kater. „Selbst bei einem Zins von einem Prozent verlieren die Sparer aber durch die Inflationsrate weiter an Kaufkraft – damit bleibt die Realzinsfalle weiterhin intakt.“ Es seien auch demografische Gründe, die den Zins niedrig hielten: „Weltweit sparen derzeit geburtenstarke Jahrgänge wegen der zu erwartenden Überalterung an. Das sorgt für ein Überangebot an Kapital und damit hartnäckig niedrige Zinsen.“

Diese Aussagen über langfristig nicht vorhandene Verzinsung bei Sichteinlagen (Girokonto, Termingeld, Sparkonto) und möglichen 3%-5% Gewinn pro Jahr bei Aktien wird möglicherweise bundesweit auf den Schreibtischen der Sparkassen-Berater landen. Da bieten sich Deka-Fonds als Alternative zum 0%-Sparbuch doch prima an? Nein, Häme und Spott bei Seite bitte! Stand heute weiß niemand, ob die Hausse bei Aktien so weitergeht, ob ein jahrelanger Rückgang bei Aktienkursen bevorsteht, oder ein langweiliger Seitwärtstrend.

Die Analyse der Deka an sich klingt gar nicht mal so dumm!

Weitere heutige Aussagen der Deka zu Konjunktur und Politik hier im Wortlaut:

Die Konjunkturaussichten bleiben auch für das kommende Jahr positiv: „Zwar werden sowohl 2018 als auch 2019 noch stabile Wachstumsjahre sein, allerdings werden sie auch den Übergang in eine „normalere“ und damit wieder schwankungsanfälligere Welt einleiten“, betont Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank in seinem Konjunktur- und Kapitalmarktausblick. 2018 wird die Weltwirtschaft nach Berechnung der Volkswirte der DekaBank um 3,7 Prozent wachsen. Im Euroraum erwarten sie ein Wachstum von zwei Prozent. „Selbst die krisengeschüttelten Staaten sind wieder auf einem guten Weg, allen voran die Länder, die Reformen angestoßen haben“, so Kater. Er erwartet für Griechenland im kommenden Jahr ein Wirtschaftswachstum von 3,2 Prozent, für Irland 3,3 Prozent und für Portugal 2,0 Prozent. „Erstmals seit langem findet der weltweite Konjunkturaufschwung synchron statt“, so Kater. „So gering waren die Abweichungen zwischen den Ländern der Weltwirtschaft noch nie“, ergänzt er. Zusammen mit weiteren Anzeichen wie der geringen Leistungsbilanzungleichgewichte und der stabilen Aufwärtsbewegung deutet das für die Volkswirte der DekaBank auf einen andauernden Konjunkturaufschwung hin, der sich selbst verstärkt. Steigende Inflationsraten und Zinsen seien zwar ein Konjunkturrisiko, allerdings eher für spätere Jahre: „Die Inflation hat Startschwierigkeiten.“

Deutschland: Boom mit moderatem Wachstum

Auch wenn es in Deutschland Anzeichen für ein Heißlaufen der Konjunktur gibt, spreche das Gesamtbild für ein gesundes Wachstum: „Die Politik bremst hier nicht“, sagt Kater. „Die wirtschaftspolitischen Unterschiede zwischen Jamaika und GroKo sind nicht so groß, dass die Finanzmärkte sich neu orientieren müssten.“ Im Übrigen seien die Unternehmen robuster gegenüber den aktuellen politischen Diskussionen geworden. Heiß laufe vor allem der Arbeitsmarkt. „Die Unternehmer klagen über Fachkräftemangel und Liefer- und Kapazitätsengpässe“, so Kater. „Das einzige, was zu einem klassischen Boom noch fehlt, ist eine Beschleunigung des Lohnwachstums.“ Allerdings benötige eine solche Beschleunigung Zeit und werde eher 2019 zum Thema. Noch sprechen für die Volkswirte der DekaBank viele Faktoren für ein ausgewogenes Konjunkturbild. „Die Exporte ziehen an und stimulieren angesichts der knapp gewordenen Produktionskapazitäten die Investitionen“, sagt Kater und ergänzt: „Der Konsum ist und bleibt die wichtigste Stütze der Konjunktur.“ Mit einem Wachstum von 2,2 Prozent sieht er Deutschland 2018 den stabilsten Aufschwung seit der Wiedervereinigung erreichen.


Die Dekabank-Zentrale in Frankfurt. Foto: Thomas Wolf, www.foto-tw.de / Wikimedia Commons / CC BY-SA 3.0

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    baeuerin

    28. November 2017 19:18 at 19:18

    Super….genau das selbe Spiel,wie im Jahr 2000,als man die DWS-Fonds ect.unters Volk brachte!!!
    Ab 2000 gings dann in den Keller mit allen INDIZIS auf der WELT!!!
    Verkauft euren Aktienplunder so schnell wie moeglich,bei solchen Nachrichten wie OBEN geschrieben!!!

    Das geilste ist am Hoehepunkt zu verkaufen!

  2. Avatar

    Bipa

    28. November 2017 19:53 at 19:53

    Nach heutigem Stand werden Aktien im Jahr 2017 eine Wertsteigerung im zweistelligen Prozentbereich erreichen“
    Tolle Prognose, 4 Wochen vor dem Jahresende.
    Ist wie beim Fußball wenn eine Mannschaft 5 Minuten vor Spielende mit 4:0 führt, einen Sieg vorherzusagen.

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Aktien

Immer mehr zusätzliche Luft für die Aktienblase, Branchenrotation dank Biden

Claudio Kummerfeld

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Derzeit gibt es immer mehr zusätzliche Luft zum weiteren Aufblähen der globalen Aktienblase, so ein Experte im folgenden Gespräch mit Manuel Koch. Notenbanken und Stimulus-Maßnahmen würden die Blase weiter befeuern. Dabei würden sich die Börsenbewertungen immer mehr von der realwirtschaftlichen Wirklichkeit entfernen. Deswegen sollten die Anleger Bestände gegen Verluste absichern. Auch interessant sind die Aussagen über eine Branchenrotation bei US-Aktien. Dank des neuen US-Präsidenten Joe Biden würden Branchen wie Pharma und alternative Energien profitieren, dafür könnte zum Beispiel die Ölindustrie verlieren.

Im Video auch besprochen werden zwei Handelsideen der trading house-Börsenakademie. Bei Netflix könne man market kaufen, und bei Microsoft könne man über das Vehikel einer Stop-Buy-Order auf steigende Kurse setzen.

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

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Aktien

Aber CFDs sind Termingeschäfte? Verbände für steuerliche Bevorzugung von Optionsscheinen

Claudio Kummerfeld

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Aktives Trading mit CFDs und Optionsscheinen könnte problematisch werden

Was sind CFDs? Die „Contracts for Difference“ erlauben gehebelte Wetten auf steigende und fallende Kurse. Die CFDs können Anleger zeitlich unbefristet lange halten. Und Optionsscheine? Die haben einen fest definierten Ablaufzeitpunkt. Und wie definiert man Termingeschäfte? In Kurzform: Dies sind Börsengeschäfte, bei denen die Erfüllung des Vertrags (Abnahme und Lieferung der Ware) zu einem späteren Termin erfolgt. Also sind Optionsscheine doch Termingeschäfte, und CFDs irgendwie nicht so richtig?

Egal. Wenn der Gesetzgeber eine Feststellung trifft, dann ist das eben so – weil es nun mal der Gesetzgeber ist? So wurde vor Kurzem die seit Anfang Januar gültige Novellierung des Einkommensteuergesetzes beschlossen, wonach Verluste aus „Termingeschäften“ nur noch bis zu 20.000 Euro pro Jahr mit Gewinnen aus Termingeschäften verrechnet werden dürfen. Dadurch wird die bizarre Realität entstehen, dass Anleger Steuern auf Gewinne zahlen müssen, obwohl sie effektiv in einem Börsenjahr im Handel keinen Gewinn erzielt haben (wir berichteten schon mehrmals). Danke Olaf Scholz, darf man da schon mal im Voraus sagen.

Klar zu sein scheint, dass die CFDs in die Kategorie der Termingeschäfte fallen im Sinne dieser Novelle des Einkommenssteuergesetzes – wohl ganz einfach, weil der Gesetzgeber es so will. Aber auch Optionsscheine, die per Definition doch viel eher Termingeschäfte sind? Wie man derzeit munkelt, wird das Bundesfinanzministerium noch eine Klarstellung für die ausführenden Steuerbehörden veröffentlichen, aus welcher hervorgehen könnte, dass auch Optionsscheine als Termingeschäfte zu betrachten wären. Das würde den Kreis der betroffenen Anleger deutlich erweitern.

Lobbyarbeit für Optionsscheine – von CFDs ist keine Rede

Aber halt. CFDs werden fast komplett von angelsächsischen und Offshore-Anbietern angeboten. Optionsscheine sind die Kinder der deutschen Bankenbranche. Und drei Mal darf man raten, wer den besseren Draht zu BaFin, Bundesfinanzministerium, Staatssekretären etc haben könnte? Diese Woche sieht man vom Deutschen Derivate-Verband, der Börse Stuttgart und der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) einen offiziellen Appell an das Bundesfinanzministerium (siehe hier), worin man eindringlich dazu auffordert Optionsscheine bezüglich dieser Neuregelung nicht als Termingeschäfte einzustufen. Man möchte also erreichen, dass Anleger auch weiterhin unbegrenzt Verluste aus Optionsscheinen mit Gewinnen aus Optionsscheinen verrechnen dürfen.

Gibt der Gesetzgeber dem nach, wäre dies ein glasklarer Vorteil für die Anbieter von Optionsscheinen, und ein riesiger Nachteil für die ausländischen CFD-Anbieter. Und wer ist denn Mitglied im Deutschen Derivate-Verband? Eben nicht die CFD-Anbieter, sondern so ziemlich alle deutschen Anbieter von Zertifikaten und Optionsscheinen, wie Deutsche Bank, Deka, Hypo, LBBW, DZ, Baader usw. Für CFDs bitten sie nicht um eine Ausnahme, sondern nur für Optionsscheine. Und die DSW? Hat sie die CFDs schon aufgegeben, und hofft nun noch darauf, wenigstens noch die Optionsscheine vor diesem Steuerirrsinn retten zu können? Aus dem Appell zitieren wir hier auszugsweise im Wortlaut:

Der Deutsche Derivate Verband (DDV), die Börse Stuttgart und die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) appellieren an das Bundesfinanzministerium, die Linie aus dem Juni 2020 beizubehalten und Optionsscheine nicht als Termingeschäfte einzuordnen. Im Entwurf des Anwendungsschreibens des BMF vom Juni 2020 wurden Optionsscheine nicht als Termingeschäfte klassifiziert und damit eine klare, angemessene Abgrenzung erreicht. Damit wird vermieden, dass Anleger in der Depotgestaltung beeinträchtigt werden und zudem aufwendige individuelle Veranlagungen vornehmen müssen. Anderenfalls drohen schwere steuerliche Nachteile, nachträgliche Steuerzahlungen und Unsicherheiten für hunderttausende von Anlegern. Für Termingeschäfte sieht das Jahressteuergesetz, das seit Jahresbeginn gilt, eine begrenzte Verlustverrechnungsmöglichkeit nur mit anderen Termingeschäften und Erträgen aus Stillhaltegeschäften vor.

Marc Tüngler, DSW-Hauptgeschäftsführer: „Die steuerliche Neuregelung der Verlustverrechnung ist ein weiterer herber Schlag für Privatanleger und führt zu massiven Verunsicherungen. Vom Grundsatz her halten wir die Regelung insgesamt für verfassungswidrig. Der Entwurf des BMF-Schreibens war immerhin ein fairer Vorschlag, wie die Anwendung zumindest in Bezug auf Optionsscheine zu regeln ist, und würde betroffenen Anlegern eine Perspektive geben. Wenn das BMF jetzt von diesem ursprünglichen Entwurf abweicht, weckt das Unverständnis und offenbart einmal mehr die feindliche Gesinnung gegenüber Privatanlegern.“

Würden Optionsscheine jetzt durch das Anwendungsschreiben des BMF den Termingeschäften zugerechnet, wird die neugeschaffene Unwucht im Steuerrecht weiter dramatisch verschärft.

Es gibt gute sachliche Argumente dafür, warum Optionsscheine steuerlich als sonstige Finanzinstrumente und nicht als Termingeschäfte zu klassifizieren sind. Die Klassifizierung sollte anhand der Erfüllungsweise von Optionsgeschäften vorgenommen werden. Diese ist bei Optionsscheinen „Zug-um-Zug“, sie sind daher bei der steuerlichen Behandlung den Kassageschäften zuzurechnen, und nicht den Termingeschäften. Diese Einschätzung wird auch von Wissenschaftlern geteilt.

Eine Studie der WHU aus dem vergangenen Jahr zeigt, dass hunderttausende von Privatanlegern von einer solchen Klassifizierung betroffen wären. Zudem stellt die Studie der WHU fest, dass 68,8 Prozent der Nutzer von Hebelprodukten wie Optionsscheinen diese zur Absicherung einsetzen. Die Beschränkung der Verlustverrechnung erschwert es Anlegern von dieser Möglichkeit Gebrauch zu machen.

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Quartalszahlen und Inflation

Redaktion

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Von

Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. IBM und Intel werden heute Abend ihre Quartalszahlen veröffentlichen – sie werden von ihm vorab besprochen. Auch das Thema Inflation ist auf der Tagesordnung.

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

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