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Liquiditätsplanung: Das Ende von Excel – ohne digitale Tools geht nichts mehr

Liquiditätsplanung mit Online-Tools. Bild: Unsplash, Luke Peters

Die Liquiditätsplanung ist eine wichtige Säule im langfristigen Wirtschaften für Unternehmen. Vor Corona haben viele Firmen die Liquiditätsplanung mit Excel erledigt, jetzt wechseln immer mehr Unternehmen auf Online-Tools. Wie so viele Prozesse kann auch das Cashflow-Management mit innovativen digitalen Lösungen optimiert werden. Wie ein altmodisches und unübersichtliches Liquiditätsplanen hinderlich sein kann, erlebte auch Jürgen Faé in seiner jahrelangen Tätigkeit in Geschäftsführungen von Unternehmen. Gemeinsam mit zwei Partner entschloss er sich daher, eine digitale, auf Cloud-Lösungen und KI basierende Liquiditätsplanung zu entwickeln und gründete Commitly. Heute ist das Unternehmen von Faé einer der neuen, innovativen Anbieter für digitales Cashflow-Management und unterstützt dabei bereits zahlreiche Unternehmen.

Jasmin Haas, CFO des Hochtechnologie-Spezialisten EVK aus Graz im Blog von Commitly: „Excel hatte den Nachteil, dass, wenn man nach zwei Wochen die Ein- und Ausgänge einpflegen will, das ganze wieder von vorne los geht und damit viel zu aufwendig ist“. Seit der Einführung des Online-Tools könne man mit einem Blick sehen, welche Überweisungen schon eingegangen und welche Zahlungen geleistet worden sind. Online-Liquiditätsplaner wachsen mit dem Unternehmen mit: Von der Gründung über den Eintritt in internationale Märkte bis zum Einstieg eines Investors oder des Unternehmensverkaufs.

Welche Szenarien müssen in der Liquiditätsplanung berücksichtigt werden?

Das Rechnen mit einem Dutzend Szenarien ist aber nicht sinnvoll, so Börries Többens, Partner bei KPMG im Bereich Treasury Management: „Die Finanzabteilung sollte nicht mit zu vielen Szenarien planen, sondern nur mit circa drei, die die wichtigsten Determinanten enthalten. Dazu zählt etwa das Ausfallrisiko von Forderungen“ (in: dertreasurer.de). Gerade Online-Tools bringen die Gefahr mit, dass „der Vollständigkeit halber“ ein Dutzend Szenarien durchgespielt werden. Dies ist für das Management selbst mit den besten Dashboards nicht mehr überschaubar.

Immer wichtiger für die Liquiditätsplanung : Einflüsse von außen berücksichtigen

In zahlreichen Branchen kommt es aktuell zu erheblichen Umsatzeinbrüchen und damit zu Liquiditätsengpässen, weil Rohstoffe explosionsartig teurer wurden. „Durch den Mangel an Halbleitern und anderen kritischen Materialien werden zahlreiche Unternehmen, die der Coronakrise getrotzt haben, doch noch zu Sanierungsfällen“, erwartet der Restrukturierungsexperte Alfred Hagebusch, Leiter des Frankfurter Büros der Insolvenz- und Sanierungskanzlei Wellensiek in der „Wirtschaftswoche“. Umsatz und Liquidität brechen weg, das digital vorausberechnete Worst-Case-Szenario kann helfen: Welche Einsparmöglichleiten gibt es, welche Zahlungsziele sind verhandelbar, welche Stammkunden könnten teilweise vorausbezahlen? Welche Marketingmaßnahmen und Investitionsprojekte können schnell zurückgefahren werden, welche nicht? Excel mit Pivot-Tabellen stößt hier schnell an Grenzen.

Liquiditätsplanung darf Startups keine Flexibilität nehmen

Startups mit schneller Wachstums-Story setzen immer häufiger auf Online-Tools wie das von Commitly. Ein Beispiel ist Deutschlands größtes Yoga-Portal, auf dem Gründerin Henrike Fröchling mehr als 700 professionelle Yoga-Videos anbietet: „Die Kontobewegungen laufen automatisch per Schnittstelle ein und in Kombination mit den Planzahlen für das restliche Jahr entsteht fast ganz von alleine ein aktueller Forecast. So kommen wir viel leichter zu der Planungssicherheit, die für ein relativ kleines Internetunternehmen so wichtig ist. Die Liquiditätsplanung oder Cashplanung ist dabei das Wichtigste, denn wir müssen unsere Rechnungen bezahlen können, aber auch nicht zu konservativ wirtschaften, damit wir keine Wachstumschancen vergeben“.

Geschäfte im Ausland machen die Liquiditätsplanung schwieriger

Eine sinnvolle Liquiditätsplanung bleibt auch digital anspruchsvoll, denn es gibt viele Stellschrauben, die berücksichtigt werden müssen. Gerade, wenn ein Unternehmen international aktiv wird, so Christian Schmid, Chef des Experten für Sicherheitstechnologie Commend Austria: „Sobald man in andere Länder blickt, sind z.B. Vorauszahlungen nicht durchsetzbar. Zahlungsflüsse werden dort immer länger und unbeständiger. Da kann es passieren, dass es, aufgrund von bereits erfolgten Lieferungen und Vorarbeiten und sich weiter verzögernden Zahlungseingängen, zu einem mangelnden Cashflow kommt“.

Digitales Liquiditätsmanagement kann keine Umsätze schaffen, aber Inhabern und Verantwortlichen durch maximale Transparenz schlaflose Nächte ersparen. „Wer nicht plant, plant zu scheitern“ – modernisiert würde dieses berühmte Statement von Benjamin Franklin lauten „Wer nicht mit modernsten Tools plant macht sich viel Arbeit und riskiert trotzdem das Scheitern“.

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