Der Iran hat die Straße von Hormus gesperrt. Katar war der große und entscheidende Lieferant von verflüssigtem Erdgas (LNG) für Asien. Darauf hatte man sich jahrelang verlassen, alles lief stets reibungslos. Aber schon nach wenigen Tagen Lieferunterbrechung zeigt sich eine echte Verknappung in Asien. Daran erkennt man, wie instabil Lieferketten doch sind, und wie sehr der Weltmarkt von wenigen großen Lieferanten wie Australien, Katar und den USA abhängt. Aktuell haben Indien und Thailand die größten Probleme.
Selbst wenn der Iran-Krieg in Kürze beendet werden könnte, und wenn – wie Donald Trump aktuell signalisiert – eine Lösung gefunden wird, die die Straße von Hormus wieder passierbar macht: Für den Augenblick wollen vermutlich alle Käufer von LNG so viel auf dem Weltmarkt zusammenraffen wie nur irgend möglich. Der Kampf um Brennstoff-Resourcen treibt die Preise nach oben, was die Preisniveaus für ganze Volkswirtschaften anfacht. Denn die höheren Brennstoffpreise werden über die Preisketten letztlich an die Endverbraucher wie Unternehmen und Privathaushalte weitergegeben.
LNG-Absatz in Asien mit massiven Problemen
Einige asiatische LNG-Käufer haben Schwierigkeiten kurzfristig Lieferungen zu finden, nachdem eine kriegsbedingte Unterbrechung der weltgrößten Exportanlage in Katar zu einer Verknappung des weltweiten Angebots an dem tiefgekühlten Brennstoff geführt hat. Dazu meldet Bloomberg: Länder wie Thailand, Bangladesch, Indien und Vietnam greifen auf den Spotmarkt zurück, um ihre kurzfristige Energiesicherheit zu gewährleisten, da weiterhin Unsicherheit über die Dauer des Krieges der USA und Israels gegen den Iran besteht. Einige Ausschreibungen für diesen Monat – beispielsweise von den indischen Unternehmen Gail und GSPC – blieben jedoch ohne Zuschlag, was auf einen Mangel an sofort verfügbarem Brennstoff hindeutet. Das thailändische Unternehmen PTT suchte nach einer Ladung für Ende März bis Anfang April, kaufte jedoch nur für den nächsten Monat.
Während einige Importeure sich Flüssigerdgas für März sichern konnten, wurden einige dieser Lieferungen zu hohen Preisen vergeben. Bangladesch sicherte sich zwei Notlieferungen für diesen Monat, eine zu etwa 28 US-Dollar pro Million British Thermal Units – etwa 2,5-mal so viel wie im Januar – und die andere zu fast 23 US-Dollar/mmbtu, so ein Vertreter von Petrobangla, der hinzufügte, dass dieser Schritt dazu diente, eine Energiekrise im Land abzuwenden.
Die knappe Versorgung kommt zu einer Zeit, in der Südostasien in den kommenden Monaten heißeres Wetter erwartet, was die Nachfrage nach Energie potenziell erhöhen könnte. Die Käufer in Asien werden weiterhin miteinander und mit Europa um die begrenzten Gasmengen konkurrieren müssen.
Die weltweiten LNG-Preise sind gestiegen, da der Konflikt im Nahen Osten die Energiemärkte weiterhin erschüttert. Europäisches Gas stieg am Montag nach einem Anstieg des Rohölpreises um bis zu 30 %, bevor es sich bei einem Plus von etwa 6 % einpendelte. Die asiatischen LNG-Preise haben sich seit Ausbruch des Krieges am 28. Februar mehr als verdoppelt, und Händler gehen davon aus, dass die Preise so lange hoch bleiben werden, wie der Krieg andauert.
FMW/Bloomberg
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Die Regierung Merz hat den Weg in Richtung LNG gesetzt. Bin gespannt ob man das durchzieht. Schätze schon, denn sonst kann sich Merz bei Trump nicht mehr sehen lassen. Ist das gleiche wie bei US-Waffen, US-Zöllen, etc. Naja, er kennt das schon aus der Koalition mit der SPD.
Sie können das Gas von Putin haben, was sonst noch bis 2027 in die EU gegangen wäre.
Viele Grüße aus Andalusien Helmut