Gas

Mangel an Kapazitäten und sehr hohe Nachfrage Frachtraten für LNG-Tanker erreichen Rekordhöhen

Global herrscht Mangel, die Nachfrage steigt sehr stark an. Daher erreichen die Frachtraten für LNG-Tanker derzeit neue Rekordhochs.

Wir berichteten gestern bereits über nur 6 nicht vertraglich gebundene schwimmende LNG-Terminals, die verflüssigtes Gas (LNG) wieder in normales Gas umwandeln können. Die Nachfrage nach diesen Schiffen ist enorm groß, die Charterraten gehen durch die Decke. Das selbe gilt derzeit für LNG-Tanker, die das Gas von den Absendehäfen (zum Beispiel in Texas) aufnehmen und derzeit vermehrt nach Europa transportieren. Aktuelle Berichte zeigen den enormen Preisanstieg, der logisch nachvollziehbar ist. Nicht nur, dass Europa so schnell wie möglich unabhängig von russischem Pipeline-Gas werden will. Nun ist die bis zum 31. August benutzte Nord Stream 1-Pipeline durch offenkundige Sabotage auch noch langfristig ausgefallen.

Europa giert nach Flüssiggas aus Übersee – enormer Anstieg der Charterraten für LNG-Tanker

Und nun benötigt vor allem Europa mehr denn je jeden freien LNG-Tanker, den man auftreiben kann. Da man aber solche speziellen Tankschiffe nicht über Nacht bauen kann, bleibt das Angebot an verfügbaren Schiffen erstmal gleich hoch, aber die Nachfrage nach Lieferungen explodiert. Die Eigner dieser LNG-Tanker sind die großen Gewinner. Denn die logische Folge der hohen Nachfrage lautet: Die Nachfrager streiten sich über immer höhere Gebote darum, wer die Tanker denn nun für Verschiffungen von LNG chartern darf.

Aktuelle Berichte zeigen die immensen Anstiege der Frachtraten für LNG-Tanker. Europa versucht laut aktuellen Aussagen und Daten von Bloomberg die russischen Pipelineströme durch LNG zu ersetzen, das unter anderem aus den USA und Nigeria kommt. Für den Rest des Jahres sind jedoch nur noch wenige Schiffe verfügbar, was ein neues Risiko für die weltweite Gasversorgung in diesem Winter darstellt. Die Käufer schnappen sich alle verfügbaren Schiffe, da die Nachfrage nach Gas mit dem nahenden Winter steigt. Sie geben keine Schiffe wieder auf den Markt frei, falls sie kurzfristig für Lieferungen benötigt werden.

Blick auf aktuelle Tanker-Buchungen für den Transport von LNG

Diese beiden Geschäfte wurden laut Bloomberg letzte Woche getätigt: Shell buchte den LNG-Tanker Yiannis für eine US-Ladung Ende Oktober zur Lieferung nach Europa, und zwar zu einem Preis von 400.000 Dollar pro Tag für die Hin- und Rückfahrt, so Händler. Nach Angaben von Händlern und Maklern ist dies wahrscheinlich der teuerste Vertrag, der jemals für die Atlantik-Strecke abgeschlossen wurde.

GAIL India Ltd. hat die LNG Schneeweisschen gebucht, um Anfang November eine Ladung aus den USA zu einem Preis von etwa 360.000 Dollar pro Tag zu laden, so Händler. Das Unternehmen, das vor kurzem eine LNG-Ladung aus seiner Exportanlage in Cove Point verkauft hat, habe das Schiff von einem europäischen Versorgungsunternehmen gechartert, hieß es.

Frachtraten für LNG-Tanker seit 2019

„Die Frachtraten für LNG-Tanker für die Atlantik-Route sind innerhalb eines Monats um mehr als 300 % gestiegen, da die Marktteilnehmer versuchen, sich die letzten verbleibenden Schiffe vor dem Winter zu sichern“, sagte Tim Mendelssohn, Geschäftsführer von Spark Commodities, das Spot-Frachtbewertungen von LNG-Schiffsmaklern entgegennimmt.

Der Anstieg der Energiepreise in diesem Jahr war ein Segen für Tankschiffseigner, die feststellen, dass die Kosten für den Transport von Diesel bis hin zu petrochemischen Rohstoffen neue Höchststände erreicht haben. Laut Händlern und Schiffseignern zahlen die Käufer viel Geld, um bei einem ungewöhnlich kalten Winter nicht ohne Versorgung dazustehen.

FMW-Kommentar: Die Frachtraten für LNG-Tanker könnten weiter durch die Decke gehen. Denn nun steht der Winter an, und die Panik vor einer Gasmangellage in Europa dürfte dazu führen, dass Regierungen bereit sein sollten jeden Preis zu bezahlen um LNG heranzuschaffen.

FMW/Bloomberg

Ein LNG-Tanker in Pakistan
Ein LNG-Tanker in Pakistan. Photographer: Asim Hafeez/Bloomberg


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7 Kommentare

  1. Mal die Spanier fragen, die kaufen viel LNG von den Russen. Und die Schiffe kommen doch an Deutschland vorbei. Vielleicht kann man ein paar Tankerladungen kaufen.

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

  2. Während eines Interviews mit dem US-Sender Bloomberg am Montag spekulierte der US-amerikanische Wirtschaftswissenschaftler Jeffrey Sachs darüber, dass die Sabotage der Nord Stream-Pipelines das Werk der USA und möglicherweise Polens sei. Sehr zum Leidwesen der Bloomberg-Moderatoren, die daraufhin versuchten, das Thema zu wechseln.
    Während der Bloomberg-Sendung Surveillance äußerte sich Sachs zunächst zu dem militärischen Konflikt in der Ukraine und erklärte, der Konflikt befinde sich „auf dem Weg der Eskalation zu einem Atomkrieg“ und habe nicht im Februar 2022 begonnen. „Der größte Teil der Welt sieht das nicht so, wie wir es beschreiben“, so Sachs.

    Der Ökonom sagte zudem, dass sich die EU in einem „sehr starken wirtschaftlichen Abschwung“ befinde. Die Energieengpässe würden durch die Zerstörung der Nord Stream-Pipelines noch verschlimmert, so Sachs weiter. In diesem Zusammenhang sagte er auch:

    „Ich würde wetten, dass dies eine Aktion der USA war – vielleicht der USA und Polens.“
    Immerhin sind neben den bekannten Äußerungen Nun, „auch direkte Radarbeweise vorhanden, dass US-Hubschrauber, Militärhubschrauber, die normalerweise in Danzig stationiert sind, über diesem Gebiet kreisten.“

    1. @ottonorma

      Ja wenn jetzt sogar schon Wirtschaftswissenschaftler darüber spekulieren, muss schon was dran sein. Die gehören schließlich zur Gilde der ganz Ernstzunehmenden, speziell, was Spekulationen und Zukunftsvisionen betrifft.

      1. Auf wenn geben Sie acht, nehmen ihn als Referenz ? Auf Journalisten des Spiegel, ZEIT oder die Staatszeitung (SZ) ?
        oder auf unsere ach so kompetente Außenministerin ?? (für die man sich schämen muss)
        Ich denke nicht, daß Ihnen mehr wie ein Funken Beurteilungskompetenz zukommt. Nur andere verunglimpfen.
        Über was spekulieren Sie ? Ob Puin irre ist ?

        1. @Ottonorma

          Ich habe Ihnen erst gestern geschrieben, dass ich mich an Spekulationen nicht beteilige.
          Ebenso wenig werde ich auf Ihre Suggestivfragen eingehen.
          Und es heißt übrigens mehr, als…, nicht mehr wie…, soweit ich das mit meinem Funken Kompetenz beurteilen kann 😃

          1. ich hab schon mein ganzes Leben lang mehr als gesagt und so wird es bleib, manchmal auch mehr wie. Ich bin eben flexibel. Für mein Sprachverständnis ist das gleichwertig. Ich rede nicht nach einer künstlich geschaffenen Regel. So ein Superschlauer hat mir noch gefehlt.
            Was sagt der Herr Duden ?
            „mehr als“ sagt man wenn etwas unterschiedlich ist und „mehr wie“ wenn etwas gleich ist.
            Sie sind Norddeutscher ?

          2. @Ottonorma

            Sie werden immer peinlicher und reden sich um Kopf und Kragen.
            Was Sie hier zum Besten geben, ist mehr als fadenscheinig und mehr wie die typisch alternativen Fakten von Trump 😂

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