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Lobbyisten machen Druck: Obama soll Ölexport-Verbot aufheben

Von Claudio Kummerfeld

Lobbyisten von allen Seiten üben derzeit Druck aus. US-Präsident Obama soll endlich das Ölexport-Verbot aufheben, dass in den USA seit den 1970ern besteht – es wurde damals aufgrund der Ölkrise eingeführt. Auch Senatoren im US-Kongress fangen vermehrt in den letzten Tagen an Druck zu machen. Vor Kurzem war eine Delegation von Öl-Bossen beim Präsidenten aufgeschlagen, um endlich dieses Verbot wegzubekommen. Das Öl, das die USA damals produzierten, sollte wenigstens im Land verbleiben, um den durch die Ölkrise entstandenen Engpass wenigstens etwas zu lindern. Dieses Verbot gilt grundsätzlich bis heute, wird in gewissem Umfang aber umgangen. Aber im großen Stil können US-Produzenten derzeit nichts anderes tun als die Überproduktion aus Fracking in die Öllagerstätten zu pumpen. Diese quellen über und erreichen schon bald ihre maximale Auslastung.

Schenkt man Gerüchten glauben, steht eine Aufhebung des Exportverbots kurz bevor. Die Republikaner wären sowieso dafür, und auch die Demokraten dürften kein ernsthaftes Argument finden, dass in 2015 noch dagegen spricht. Denn die Ölfördermenge in den USA hat sich in den letzten 40 Jahren, und erst recht in den letzten 5 Jahren dramatisch erhöht. Man weiß de facto kaum noch wohin mit dem Zeug. Und das US-Öl „WTI“ (West Texas Intermediate) weist schon seit geraumer Zeit einen enormen Spread zum europäischen Brent Crude auf. Brent notiert dieser Tage mal mehr mal weniger um die 10 Dollar höher als das WTI.

Heben die USA ihr Exportverbot auf, dürfte aufgrund der viel zu großen Fracking-Fördermenge in den USA der Angebotsdruck vom WTI-Preis weichen und der Angebotsdruck auf den Brent-Preis zunehmen. Folglich dürfte dann WTI etwas steigen, Brent etwas fallen, so dass sich der Abstand verkleinert. Angebot und Nachfrage balancieren sich dann durch den freien Transport des Öls wieder so aus, so dass die Kurse sich etwas weiter annähern dürften. Sollte das Verbot aufgehoben werden, kann es dennoch etwas dauern, bis die USA wider eine Infrastruktur haben, die den Export in großem Umfang zulässt.



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