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Lockdown in Shanghai: Schlaglichter – wackelt Xi Jinping?

In den letzten Tagen häufen sich die Nachrichten von Selbstmorden. Das ist ungewöhnlich, weil in China still gestorben wird

Shanghai Lockdown China Xi Jinping

Seit fast drei Wochen ist Shanghai im Lockdown – trotz der Unzufriedenheit vieler Menschen in China hält Xi Jinping an der Null-Covid-Politik fest.

So ist die Lage im Lockdown in Shanghai – Schlaglichter

– In den letzten Tagen häufen sich die Nachrichten von Selbstmorden. Das ist auch daher ungewöhnlich, weil in China still gestorben wird. Man nimmt Gift, aber springt nicht aus Fenstern oder erhängt sich

– Die Partei hat verkündet, dass es ab Mittwoch keine Infektionen mehr ausserhalb der Quarantäne-Zentren mehr geben würde. Montag waren es noch 550. Man weiss ja nicht, ob das Virus dem “Vorschlag” der Partei zugestimmt hat..

– es wird auffallend oft davon gesprochen, dass der Lockdown die Folge der “flexiblen Null-Covid”-Strategie von Xi Jinping sei. Die Interpretation ist noch nicht klar: Entweder soll der Wut auf Xi Jinping kanalisiert werden (was seinen Ambitionen auf eine dritte Regierungsperiode konterkarieren würde) – oder ob damit der Weg bereitet werden soll, dass die Kader in Shanghai die Strategie nicht richtig umgesetzt haben. Allerdings sind sowohl der Parteisekretär als auch der Bürgermeister in Shanghai von Xi höchstpersönlich nach Shanghai beordert worden.

– es gibt mitlerweile Richtlinien, wie die Öffnung des produzierenden Gewerbes bewerkstelligt werden soll. Es wird sich zeigen, wie die Stadtbezirke das handhaben werden. In der ersten Corna-Welle 2020 war das ein wenig unkoordiniert. Das größere Problem wird erst einmal sein, die Arbeiter hin und her zu schaffen. Und dann: dass die Produktionsmittel irgendwie dahin kommen, wo sie hinmüssen

– derweil hat die amerikanische Handelskammer in einem Meeting gesagt, dass sie noch mit 3-5 Corona-Wellen bis zum Herbst rechnet. Auch die staatlichen Medien haben noch einmal sehr ausdrücklich darauf hingewiesen, dass es immer und überall zu Lockdowns kommen kann

Die wirtschaftliche Lage in China – welche Folgen hat der Lockdown?

– das BIP Q1 lag bei 4.8%. Dabei zeigt sich, dass das BIP schon jetzt von Stimuli gestützt wird. Die Lockdowns sind in den Zahlen noch nicht berücksichtigt

– die Verkäufe neuer Immobilien in China sind bei einem Minus von 29% – damit sind die Verkäufe so schlecht, wie seit Juli letzten Jahres nicht mehr

– Volkswagen verkaufte 24% weniger Autos

– die chinesische Bahn sagt, sie setzt im Moment 70% weniger Züge ein – landesweit. Der Flugverkehr sieht ähnlich aus

– Teile von Zhengzhou (12,6 Millionen Einwohner) sind jetzt unter Lockdown, unter anderem das Foxcom-Werk, wo Apple produzieren lässt. Zhengzhou ist auch sehr wichtig für die Stahlproduktion



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2 Kommentare

  1. Die politische Führung scheint ebenso hirnverbrannt und stur an einmal getroffenen Entscheidungen und Ansichten festzukleben wie die Notenbanker der EZB. Obwohl die EZB ja noch ein bestimmtes Ziel damit verfolgt => Teilweise Entschuldung durch Inflation und niedrige Anleihenzinsen für die Euro-Länder. Bei China kann ich überhaupt keinen Sinn erkennen bei der No-COVID-Strategie. Anscheinend soll alles kaputt gehen, nicht nur das Virus.

  2. Wenn ich meinen Aluhut aufsetze, könnte ich auf den Gedanken kommen, dass man diese sinnfreie Null-Covid-Strategie nutzt, um den Warenstrom in Richtung Westen zu stören, um die dortige Inflation durch zunehmenden Mangel weiter anzuheizen. Im „best case“ für China fliegt der Euro den Europäern um die Ohren und schwächt den gesamten Westen nachhaltig. Am Ende stehen zwei Wirtschaftsräume – einer mit Rohstoffen und der Fähigkeit, Enderzeugnisse herzustellen i.V.m. riesigen aufstrebenden Volkswirtschaften und der andere mit viel Ideologie und Wunschdenken. Ich befürchte, wir befinden uns im letzteren…

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