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Lohnt es sich, monatlich in Investmentfonds zu sparen?

Redaktion

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Gastartikel von Roswitha Petrich

Immer mehr Verbraucher sind sich nicht ganz sicher, ob es sich bei diesem niedrigen Zinsniveau überhaupt noch lohnt, einen „Notgroschen“ monatlich beiseite zu legen. Ist es nicht besser das Geld auszugeben und das Leben zu genießen? Oder sollen wir nicht alle gar „auf Pump“ leben und damit einfach von einem auf den anderen Tag so leben, wie es uns Spaß macht?

Nein! Wer monatlich spart, wird auf Dauer als finanziell gut situierter Sieger hervorgehen. Schließlich kommen immer wieder Situationen im Leben auf uns zu, wo wir Kapitalbedarf haben. Wir brauchen ein neues Auto, möchten uns eine Reserve aufbauen, wenn im Eigenheim eine Renovierung ansteht, oder wir streben den ganz besonderen Urlaub an. Genau dann macht es Sinn, wenn Sie sich eine Summe angespart haben, die Ihnen die Verwirklichung der Träume ermöglicht.

Herkömmliche Sparprodukte bei der Bank

Keine Überraschung – schon längst leben wir in einer Welt ohne Zinsen. Das niedrigen Zinsniveau macht sich natürlich auch darin bemerkbar, dass wir auf Ratensparverträgen bei der Bank kaum noch Erträge erwirtschaften. Während noch vor vielen Jahren lukrative Prämien und Zinsen bei einem Sparbuch mit Prämie, beim Bonussparen oder auch beim Bausparen lockten, weisen diese herkömmlichen Produkte in Sachen Zinsen kaum mehr einen Mehrwert für den Kunden auf.

Warum also noch monatlich sparen? Dann kann doch das Geld „gleich auf dem Girokonto versauern“ – oder? Nein! Bleibt das Geld auf dem Girokonto, wird es meist ausgegeben. Es ist gut, wenn Sie auch nur eine kleine Summe monatlich beiseite legen. So ist es nicht mehr verfügbar und wird erst einmal angespart. Die Hürde, das Geld von einem Konto oder Depot wieder abzuholen ist deutlich größer, als wenn das Guthaben auf dem Girokonto zur Verfügung steht.

Doch Fakt ist, dass sich aufgrund der niedrigen Zinsen monatliche Sparaufträge bei einfachen Bankprodukten kaum noch lohnen. Genau deshalb stelle ich Ihnen hier Methoden vor, wie Sie bedarfsgerecht so sparen können, dass es zu Ihnen passt. Bieten Investmentfonds hier nicht eine lukrative Lösung für Jung und Alt?

Sparen in Investmentfonds bietet Flexibilität

Nicht immer muss das Ansparen auf Investmentfonds mit einer Langfristigkeit verbunden sein. Manchmal rentiert es sich schon, wenn Sie sich in 4-8 Jahren einen kleinen Wunsch erfüllen möchten, um in innovativen Finanzprodukten anzusparen. Der große Vorteil bei Investmentfonds ist, dass Sie über Ihr Guthaben jederzeit wieder verfügen können. Auch in Sachen Ansparrate sind Sie mit Fonds gut bedient.

Die Sparrate kann meist ab 25 Euro monatlich einmal im Monat abgebucht werden. Dabei können Sie selbst entscheiden, in welchem Turnus (zum Beispiel monatlich, jedes viertel oder halbe Jahr) Sie sich die Rate zum Sparen abbuchen lassen möchten. So wird es auch für Studenten und Auszubildende möglich, wenn sie alle 3 Monate nur 30 Euro ansparen, dass sie ein kleines monatliches Budget von 10 Euro beiseite legen. Kann sich dieses Sümmchen nicht jeder leisten?

Damit werden bereits junge Menschen zum monatlichen Sparen erzogen, was auf Dauer, in meinen Augen, mehr als wertvoll ist. Warum? Die Erfahrung zeigt: Wer mit 18 Jahren im Monat 15 Euro beiseite legt, wird als guter Verdiener mit gutem Einkommen später 150 oder 200 Euro monatlich sparen können. Wer allerdings nie gelernt hat, eine monatliche Summe anzusparen, wird auch mit einem guten Gehalt im besten Alter eher sein Geld ausgeben, als sich eine lohnenswerte Summe anzusparen.

Gerade wenn Sie in Investmentfonds sparen, können Sie die Rate jederzeit erhöhen, reduzieren, stoppen oder anderweitig verändern. Somit geht der Verbraucher in der Regel kein Risiko ein, wenn er beginnt, eine kleine Summe in Investmentfonds anzusparen.

Kosten Fonds nicht jede Menge Gebühren?

Gerade wenn Sie kurzfristig auf die Erfüllung eines Zieles ansparen (3-4 Jahre) sollten Sie nicht unbedingt in riskante Aktienfonds Ihr Geld investieren. Außerdem sollten Sie darauf achten, dass Ihre Investmentfonds nicht mit einem hohen Ausgabeaufschlag versehen sind. Was bedeutet dies genau?

Ein Beispiel: Wenn Sie einen Ausgabepreis von 5 % bezahlen, entstehen bei einer Sparrate von 100 Euro erst einmal 5 Euro an Gebühren. Gerade solche Anlageformen sollten deshalb auf lange Sicht kalkuliert werden. Wenn Sie die 5 Euro Gebühren auf 3 Jahre umrechnen, schlagen diese schließlich deutlich höher zu Buche, als wenn Sie die Summe auf 15 Jahre umlegen.

Deshalb rate ich entschieden davon ab, bei kurzfristigem Anlagehorizont hohe Ausgabekosten in Kauf zu nehmen. Welche Investmentfonds gibt es noch, um monatlich zu sparen? Mittlerweile bieten viele Banken an, dass Sie jährliche Kosten bei Fonds, umgerechnet auf Ihre Anlagesumme, bezahlen. Oftmals ist dies der günstigere Weg, wenn Sie keinen langen Anlagehorizont fokussieren.

Wie dem auch sei: Informieren Sie sich ganz genau, welche Gebühren bei Investmentfonds beim monatlichen Sparen entstehen. Hierbei sollten Sie die Depotgebühr, Verwaltungskosten und weitere Gebühren alle mit einrechnen.

Im Beratungsprotokoll, das seit einigen Jahren Pflicht bei allen Investmentfonds ist, werden alle Gebühren genau aufgeführt.

Kurzfristig in Aktienfonds ansparen?

Wie bereits erwähnt, ist es mit einem hohen Risiko verbunden, wenn Sie für ein kurzfristiges Ziel auf Aktien setzen. Warum? Aktienanlagen sollten stets Zeit haben. Kein Mensch weiß im Vorfeld, wie in 3-4 Jahren die Börsenkurse aussehen werden. Zu viele wirtschaftliche Faktoren spielen hier eine mehr als bedeutenden Rolle. Wer also in 3 Jahren ein neues Auto kaufen will und dafür seine Ersparnisse hernehmen möchte, sollte dieses Risiko nicht eingehen. Schließlich möchten Sie auf Kursgewinne setzen, oder?

Aktienanlagen, die monatlich angespart werden, sollten Sie immer auf eine lange Sicht betrachten. Wer auf Druck Aktien zum dann gültigen Börsenkurs verkaufen muss, kann unter Umständen auf die Nase fallen. Was ist besser?

Es gibt sichere Festgeldanlagen oder festverzinsliche Wertpapiere, die sich auch auf einen Anlagehorizont von wenigen Jahren lohnen. Natürlich werden Sie auch im aktuellen Zinsumfeld hier nicht unbedingt steinreich. Dennoch ist es wichtig, bei kurzfristigen Anlagen mit einem bestimmten Ziel das Risiko zu minimieren. Schließlich möchten die meisten Menschen auch Ihr Geld dann für die Reise, das neue Auto oder die große Wohnung sicher verwenden können, oder?

Investmentfonds mit langfristigem Anlagehorizont

Alle Menschen, die einfach „einmal ansparen möchten, und das auf unbegrenzte Zeit“ können durchaus alle Chancen auf dem Finanzmarkt nutzen. Was ist der Vorteil, wenn Sie auf Aktien im In- und Ausland setzen? Ganz einfach: Die Erträge, sprich der Zins, für den Verbraucher können hierbei deutlich höher liegen. Aktien schlagen auf Dauer alle Rentenanlagen. Sie beteiligen sich an der Wirtschaft und nehmen direkt am Unternehmensgewinn teil.

Die Dividendenausschüttung kommt auch Ihnen als Aktionär zu Gute. Möchten Sie am langfristigen Wirtschaftswachstum mit Ihrer monatlichen Sparrate profitieren? Steht ihr Geld auch längerfristig zur Verfügung? Können Sie die Schwankungen am Aktienmarkt aushalten? Genau dann ist der Aktienfonds für Ihre monatliche Sparrate genau das Richtige!

Natürlich muss jeder Anleger die Schwankungsbreite (Volatilität) am Aktienmarkt aushalten. Wer jedoch mit einem langfristigen Anlagehorizont spart, wird auf Dauer mit Sachwertanlagen wie Aktien profitieren. Wenn Sie nicht auf Druck Ihre Aktienanlagen verkaufen müssen, ist somit eine mehr als gute Grundlage zum Vermögensaufbau geschaffen.

So erwirtschaften viele Aktienfonds zum Beispiel zwischen 4 % und 8 % pro Jahr oder mehr, wenn Sie den dauerhaften Anlagehorizont von ca. 10 Jahren betrachten. Bei herkömmlichen Rentenfonds oder Sparprodukten erzielt man oft nur einen Bruchteil dieses Zinssatzes. Deshalb steht fest: Setzen Sie auf Aktien, wenn Sie Zeit haben! Auch in Sachen monatliches Ansparen mit Investmentfonds ist die Umsetzung dieses Gedanken in meinen Augen absolut möglich.

Wer allerdings die Schwankung am Aktienmarkt gar nicht aushalten kann, sollte die Finger von diesen Anlageformen lassen.

Das Depot – die beste Grundlage fürs Leben

Für alle Investmentfonds benötigen Sie ein Depot. Natürlich gibt es erhebliche Unterschiede, was das Depot kostet, ob Sie darin verschieden Produkte verwahren lassen können oder ob es lediglich für Investmentfonds dienen soll. Hier finden Sie einen Vergleich, der auch Sie sicher interessieren wird.

Alle Depotunterlagen sollte der Verbraucher stets sorgsam aufbewahren. Diese Unterlagen geben über alle Depotumsätze noch Jahre später alle notwendigen Informationen.

Fakt ist, dass man mit monatlichem Sparen ein kleines Vermögen aufbauen kann. Auch kleine Anlagesummen ergeben auf Dauer betrachtet ein kleines Vermögen. Je eher mit dem Sparen begonnen wird, desto besser. Natürlich muss jeder Verbraucher selbst entscheiden, ob auch er monatlich eine Summe zur Vorsorge beiseite sparen kann und will.

Wählen Sie bei der Sparrate bitte genau die Depotanlage aus, die zu Ihrer Risikobereitschaft und zur Anlagedauer passt. Genau so macht Sparen Spaß!

Fazit

Früh übt sich, wenn es um monatliches Sparen geht. Möchten auch Sie dabei nicht auf Flexibilität verzichten? Dann setzen Sie – in meinen Augen – auf Investmentfonds!

Investmentfonds? Börsen-Foto
Foto: Dontworry CC BY-SA 3.0

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US-Wahl: Was passieren muß, damit Trump gewinnt!

Markus Fugmann

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Die US-Wahl rückt immer näher, laut Umfragen liegt Donald Trump derzeit recht deutlich hinter Joe Biden. Eines scheint klar: wenn Trump die US-Wahl gewinnen will, muß er zwingend den Bundeststaat Florida gewinnen – gewönne Biden in Florida, wäre ein Wechsel im US-Präsidentenamt praktisch sicher. Die Zwischenstände aus Florida werden also extrem wichtig – es gibt sogar einen kleinen Wahlbezirk in diesem Bundeststaat, der schon früh die Richtung anzeigen dürfte.

US-Wahl – das sind die Szenarien

Die US-Seite https://fivethirtyeight.com/ zählt zu den führenden Prognose-Quellen in den USA. Sie bietet ein interaktives Tool an, mit dem man Szenarien durchspielen kann: gewinnt etwa Biden den swing state Pennsylvania, dann hat das einen positiven Einfluß auch auf seine Sieges-Chancen auch in Nachbar-Bundestsaaten. Sehen Sie hier, was passieren muß, damit Trump gewinnen kann:

 

Und so ist die Lage in den USA unmittelbar vor der US-Wahl – es ist ein gespaltenes, zerrissenes Land, wie folgende ARTE-Dokumentation zeigt:

 

Was muß passieren, damit Trump die US-Wahl gewinnt?

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Banken: Es hagelt sensationell gute Quartalsergebnisse!

Claudio Kummerfeld

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Hochhäuser von Banken im Londoner Viertel Canary Wharf

Was ist das los? Gerade in der schlimmsten Rezession seit Jahrzehnten sollten sich die Banken doch in einer dramatischen Schieflage befinden? Denn Kreditausfälle müssten aus Quartalsgewinnen eigentlich Verluste machen und damit folglich das Eigenkapital der Banken angreifen? Dieses Szenario steht womöglich bevor, wenn die anstehende Pleitewelle Löcher in die Bücher der Banken reißt.

Aber noch ist es nicht soweit. Derzeit hagelt es sensationell gute Quartalszahlen von Banken weltweit. Vor allem fällt auf, dass gerade die Banken tolle Zahlen melden, die stark im Kapitalmarktgeschäft tätig sind, und eher weniger im Privat- und Firmenkundengeschäft mit Krediten, wo Probleme mit Kreditausfällen drohen, und wo die Banken sich derzeit mehr denn je mühen neue Kundeneinlagen abzuweisen – weil sie selbst sonst Strafzinsen zum Beispiel bei der EZB entrichten müssten.

Banken mit starkem Kapitalmarktgeschäft im Vorteil

Wie gesagt. Wer stark im Kapitalmarktsegment engagiert ist, der feiert die Krise. Zum Beispiel lässt sich derzeit viel Geld machen mit den globalen Schuldenorgien. Wo die Banken zum Beispiel in Europa in den Erstauktionen der staatlichen Schuldenagenturen Staatsanleihen aufkaufen, können sie mutmaßlich schön und entspannt Gewinn machen mit dem Weiterverkauf der Anleihen an die EZB am Sekundärmarkt. Auch in vielen anderen Bereichen des Kapitalmarkts war die letzten Quartale viel los. Man beachte in diesem Zusammenhang die sensationell guten Quartalszahlen von Goldman Sachs vom 14. Oktober. Der Quartalsgewinn konnte gegenüber dem Vorjahresquartal verdoppelt werden (hier die Details). Bei den anderen großen US-Banken gab es keine Katastrophen-Meldungen. Und dann am Dienstag dieser Woche meldete die Schweizer Großbank UBS ebenfalls eine Gewinn-Verdoppelung (hier die Details).

Barclays

Heute nun hat die britische Großbank Barclays ihre Quartalszahlen veröffentlicht. Der Gewinn liegt mit 611 Millionen Pfund gut drei Mal so hoch wie erwartet, und auch dramatisch besser als im Vorjahr. Da war es noch ein Verlust von 292 Millionen Pfund – auch wenn man hier berücksichtigen muss, dass der Verlust aufgrund von Schadenersatzzahlungen an geschädigte Kreditnehmer zustande kam. Dennoch ist heute ein Gewinn, der drei Mal so hoch reinkommt wie erwartet, beachtlich. Außerdem hat Barclays wie viele andere Banken auch im dritten Quartal die Risikovorsorge für mögliche Kreditausfälle deutlich reduziert, nämlich auf 608 Millionen Pfund nach 3,7 Milliarden Pfund in den ersten sechs Monaten des Jahres.

Nordea

Bei der größten skandinavischen Bank Nordea könnte man glatt meinen, dass die Krise zeitlich auf den Kopf gestellt wurde. Auch hier gab es heute Quartalszahlen. Der operative Gewinn steigt binnen Jahresfrist von 875 Millionen auf 1,09 Milliarden Euro. Die Gründe für die guten Zahlen: Einerseits mehr Kreditvergabe-Volumen in der Krise – andererseits nicht mehr vorhandene Belastungen durch Schrottkredite (331 Millionen Euro Belastung im Vorjahresquartal). Dennoch erwartet Nordea für das Gesamtjahr Kreditausfälle von gut einer Milliarde Euro. Es klingt wie ein Witz, dass jetzt Belastungen durch Kreditausfälle weggefallen sind. Aber aktuell wirkt es noch schlüssig. Es werden weltweit auch mit Staatshilfen viele neue Kredite vergeben, wo die Kreditnehmer natürlich erstmal wieder liquide sind und auch die monatlichen Raten einige Zeit lang zahlen können.

Noch sieht es gut aus

Wenn die große Pleitewelle bei Unternehmen denn kommen sollte, dürfte sich die Lage für die Banken verdunkeln. Banken wie Goldman Sachs mit fast null klassischem Privatkundengeschäft könnten auch in einer Pleitewelle gut da stehen, weil man ja keine Kreditausfälle verkraften müsste. Und die deutschen Banken? Die Commerzbank meldet ihre Quartalszahlen am 5. November, die Deutsche Bank am 28. Oktober. Es ist möglich, dass sie schon vorab als Ad Hoc-Meldung ihre Finanzdaten berichten, wenn sie zu stark von den Erwartungen abweichen. Es könnte sein, dass auch die beiden deutschen Großbanken jetzt halbwegs akzeptable Zahlen melden, und dass die bitteren Verluste der Kreditausfälle erst noch anstehen, wenn die Pleitewelle wie von vielen Experten erwartet demnächst einsetzt. Aber es kann vielleicht noch einige Zeit dauern, bis eine Pleitewelle wirklich auf die Quartalszahlen der Banken durchschlägt. Denn bis die Bank wirklich einen Kredit als Verlust abschreibt, muss erstmal der Schuldner den Bach runtergehen, dann gibt es Verhandlungen über Umschuldungen usw. Also, kurzfristig könnten auch Deutsche Bank und Commerzbank noch akzeptable Quartalszahlen melden.

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Sahra Wagenknecht über die große Krise, und wie man sie lösen kann

Redaktion

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Sahra Wagenknecht hat den Ruf wirklichen wirtschaftlichem Sachverstand zu besitzen. Bei ihr kann man erkennen: Es wird nicht stumpf das sozialistische Lied abgespielt. Bei ihren Aussagen merkt man, dass sie das Gesamtbild im Blick hat und auch versteht. Natürlich kann und darf man über ihren Lösungsansatz für das große Gesamtproblem streiten. Aber auch ihren Lösungsansatz begründet sie inhaltlich nachvollziehbar.

Sahra Wagenknecht mit Bestandsaufnahme der Krise

In ihrem aktuellsten Video (am Ende dieses Artikels) wirft Sahra Wagenknecht die Frage auf, ob eine große Finanzkrise bevorsteht. Dafür arbeitet sie sich an vielen Ungleichgewichten und wirtschaftlichen Schieflagen ab, die in dieser Form in der Tat auch bestehen. So bespricht sie die gigantische Geldschwemme der Notenbanken, in der Europa verursacht durch die EZB. Diese sorge für einen riesigen Push bei den Aktienkursen. Profitieren würden vor allem die Reichen, die in großem Umfang Aktien besitzen. Der Kleinsparer, der sein Geld nur auf dem Sparkonto parkt, würde durch Nullzinsen (neuerdings immer öfters auch Negativzinsen) und Inflation laut Sahra Wagenknecht real jedes Jahr Geld verlieren.

Die Großkonzerne würden in der Coronakrise mit billigem Geld überschwemmt, so dass sie gar keine Probleme hätten durch diese Krise zu kommen (ja, dafür gibt es zahlreiche Beispiele). Gleichzeitig haben es laut Sahra Wagenknecht kleine Unternehmen und Unternehmer derzeit sehr schwer überhaupt an Geld zu kommen, um die Krise überleben zu können. Demnach seien die großen Konzerne die Krisengewinner, die kleinen Betriebe die Verlierer. Sahra Wagenknecht nennt in diesem Zusammenhang auch die Anleihekäufe der EZB, wo auch in großem Stil Unternehmensanleihen gekauft werden. Und hier geht es eben um Anleihen großer Unternehmen, und nicht um Schulden kleiner Betriebe, die eh keine Anleihen ausgeben.

Als weiteres Ungleichgewicht benennt Sahra Wagenknecht auch die Immobilienblase. Bei den niedrigen Zinsen lohne sich die große Spekulation, welche die Preise immer weiter nach oben treibe. Und letztlich beleuchtet sie die (von uns bei FMW oft angesprochene) steigende Bedrohung für das Bankensystem in Europa. Schon vor der Krise habe es laut Sahra Wagenknecht 600 Milliarden Euro Volumen an faulen Krediten bei Banken in Europa gegeben – jetzt drohe diese Summe auf 1,4 Billionen Euro zu steigen.

Problemlösung

Was sei nun die Lösung des Problems? Laut Sahra Wagenknecht seien immer neue Schulden und immer tiefere Zinsen nicht die Lösung des Problems. Die Wirtschaft könne auch nicht so kräftig ansteigen, dass Volkswirtschaft und Staat aus dem gigantischen Schuldenberg „herauswachsen“ könnten, wie sie es formuliert. Inflation sei auch keine Lösung, da hierbei die kleinen Leute mit ihren Sparguthaben enteignet würden. Die reichen Leute würden mit ihren Immobilien und Betriebsvermögen ihren Wohlstand behalten, während die kleinen Leute bei einer spürbaren Inflation den Preis bezahlen müssten.

Für Sahra Wagenknecht gibt es nur eine Lösung des Problems. Und da kommt natürlich die linke Politik wieder zum Vorschein. Man müsse die enorme angehäufte Schuldenlast restrukturieren, und zwar zu Lasten der wirklich Vermögenden. Dazu kann man anmerken: Das ist eine politische Frage, was man will. Diese Lösung kann man befürworten, oder eben auch nicht. Ansichtssache. Aber abgesehen davon: Die anderen Alternativen sind auch nicht berauschend. Man darf vermuten: So wie die aktuelle Merkel-Regierung wird wohl auch ein Nachfolger wie Herr Laschet keinen großen Wurf machen, sondern stillschweigend zusammen mit der EZB auf die Lösung setzen, die auch die Amerikaner seit Jahrzehnten praktizieren, wenn es um Problemlösungen geht. „Kick the can down the road“ – die Dose die Straße weiter runter kicken. Das Problem also in die Zukunft verschieben. Also jetzt immer neue Rettungsprogramme auflegen (letztlich finanziert durch die EZB, das neue EU-Schuldenprogramm uvm), – und diese Probleme darf irgendwer in ferner Zukunft abzahlen.

Sahra Wagenknecht
Sahra Wagenknecht. Foto: Ferran Cornellà CC BY-SA 4.0

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