Folgen Sie uns

Allgemein

Lohnt sich ein Einstieg in den Immobilienmarkt noch?

Avatar

Veröffentlicht

am


Bild 1: stock.adobe.com © peterschreiber.media #36814656

Seit Jahren kennen die Preise für Immobilien scheinbar nur eine Richtung – es geht steil nach oben. Wie stark die Preissteigerungen sind, zeigen verschiedene Preisindizes. Sind damit die goldenen Zeiten für interessierte Kapitalanleger vorbei? Nein, es gibt diverse Möglichkeiten für den Einstieg. Wie sehen diese aus? Der Direkteinstieg ist letztlich nur eine Option. Hier ist zu beachten, dass Investoren einen gewissen Kapitalstock. Über Fremdkapital lässt allerdings eine Hebelwirkung erzielen.

Wann lohnt sich der Einstieg? Es geht nicht nur um die Anschaffungskosten und das Potenzial von Wertsteigerungen. Am Ende ist auch von Bedeutung, wie die Mietrendite aussieht. Welche Alternativen bieten sich als Instrument außerdem an? Investoren können mit niedrigem Budget ins Crowdinvesting einsteigen. Oder nutzen Möglichkeiten offener Immobilienfonds. Was ist in den einzelnen Bereichen zu beachten?

Preisniveau sehr hoch

In den letzten Jahren ist die Nachfrage am Immobiliensektor sehr stark angestiegen. Eine Tatsache, die ihre Ursachen unter anderem in der Finanzmarktpolitik der EZB (Europäische Zentralbank) hat. Nicht nur institutionelle Anleger und Investoren interessieren sich für Immobilen. Gerade private Bauherren und Kaufinteressenten haben zum Nachfrage-Boom geführt.

Die Reaktion des Marktes hat nicht lange auf sich warten lassen. Immobilienpreise steigen seit Jahren. Bestes Beispiel ist der vdp Preisindex. Das Trendbarometer der Pfandbriefbanken kennt nur eine Richtung – es zeigt nach oben. Dabei sind es nicht nur die Kaufpreise für Einfamilienhäuser. Auch im Segment der gewerblichen Immobilien ist der Preisindex gestiegen. Was lässt sich für angehende Investoren aus dieser Entwicklung herauslesen?

Investoren setzen nicht nur auf den Cashflow durch Mieteinnahmen. Das Geschäft mit Immobilien preist auch Wertsteigerungen ein. Wie wichtige ein positiver Preistrend ist, lässt sich einfach an drei wichtigen Faktoren ablesen:

– Maklercourtage
– Grundbucheintrag und Notarkosten
– Finanzierungskosten

Alle drei Bereiche müssen entweder durch Mieten oder einen Wertzuwachs abgedeckt werden. Mieteinnahmen amortisieren die Kostenfaktoren eher langfristig. Kurz- bis mittelfristig sind die Wertzuwächse interessant.

Je höher das Preisniveau, umso größer wird am Ende der Druck. Gerade in den Großstädten sind die Innenstadtlagen inzwischen so teuer, dass sich die Zielgruppe massiv einschränkt. Ein Beispiel für einen angespannten Immobilienmarkt mit hohen Preisen ist München. Medienberichten nach liegt der Preis pro Quadratmeter im Neubau bei knapp 10.000 Euro. Aber auch die Metropolregionen in den neuen Ländern haben inzwischen extrem angezogen.

So lange die Nachfrage bei guter Konjunktur und niedrigen Kreditkosten hoch bleibt, können Investoren am Wertzuwachs verdienen. Mit jedem Euro, der investiert werden muss, steigt aber das Risiko. Trüben sich die Aussichten ein – etwa im Zusammenhang mit dem Brexit – kann dies mittelfristig auch den Immobiliensektor erfassen.

Wichtig: Durch Fremdkapital können Eigentümer die Rendite hebeln. Dieser Leverage-Effekt entsteht dadurch, dass mit der Fremdfinanzierung das Verhältnis aus Mieteinnahme zu Eigenkapital verschoben wird. Die Rechnung geht allerdings nur auf, wenn durch Leerstand oder Ähnliches die Mieteinnahmen nicht unter die Zinskosten fallen.

Hohes Mietniveau sorgt für Cashflow

Die zweite Ertragssäule im Immobiliensektor sind die Mieteinnahmen. Speziell in den A-Lagen der Großstädte und Metropolregionen sind die Mieten in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Diese Preistrends sind regional sehr unterschiedlich. Der Mietpreisindex des Statistischen Bundesamts zeigt aber für alle Bundesländer seit einigen Jahren flächendeckend Anstiege.

Bedeutet für Immobilieninvestoren: Der Cashflow durch Mieten ist gesichert. Zu falschen Schlüssen darf diese Erkenntnis allerdings nicht führen. In der Praxis muss auch berücksichtigt werden, dass aus der Kaltmiete diverse Kosten zu bedienen sind. Viele Betriebskosten lassen sich zwar auf die Mieter umlegen. Dies trifft aber eben nicht auf alle Ausgaben zu. Beispiel Instandhaltung: Hier geht es um den Substanzerhalt. Und dieser ist Aufgabe des Vermieters. In den letzten Jahren sind Handwerkerleistungen teurer geworden – was auch Immobilienbesitzer zu spüren bekommen.

Strategien für angehende Immobilieninvestoren


Bild 2: stock.adobe.com © amnaj #177630897

Betongold ist kein einfaches Investment. Wer sich daran versucht, muss nicht nur Marktfaktoren kennen und einschätzen. Es geht auch darum, sich gewisse Strategien zurechtzulegen. Nur so wird es möglich sein, auf Situationen und Veränderungen im Preisniveau adäquat zu reagieren.

1. Wertsteigerungen durch das Gebäude selbst erzielen

Immobilien sind ein Selbstläufer. Kaufen, die Besitzurkunde unters Kopfkissen legen und in ein paar Jahren abkassieren. Was vor einigen Jahren funktioniert hat, muss heute nicht mehr zutreffen. Immobilienbesitzer können Wertsteigerungen auf die Sprünge helfen. Gerade beim Immobilienbesitz im Bestand lässt sich mit Modernisierungen eine Aufwertung erreichen.

Zu den beliebten Maßnahmen gehören energetische Sanierungen. Speziell im Zusammenhang mit Mietobjekten ergeben sich besonders interessante Ansätze. Auf der einen Seite können Eigentümer die Maßnahmen fördern lassen. Die KfW-Programme aber auch die Landesförderungen erweisen sich in diesem Bereich als äußerst großzügig. Auf der anderen Seite erlaubt der Gesetzgeber, dass Modernisierungskosten in einem gewissen Rahmen auf Mieter umgelegt werden können. Die geschickte Kombination aus:

  • Förderung
  • Mietanpassung

erlaubt Synergieeffekte. Außerdem steigert sich der Wert einer solchen Immobilie durch die aufgewertete Bausubstanz und die höheren Mieteinnahmen.

Aber: Dieser Schritt stößt bei Mietern nicht unbedingt auf Gegenliebe. Gerade der Blick auf die Berichterstattung der letzten Jahre zeigt, wie angespannt das Verhältnis zwischen Mieter und Vermieter werden kann, wenn Handwerker anrücken und die Miete nach oben angepasst werden soll.

2. Immobilienkäufe in B-Lagen suchen


Bild 3: stock.adobe.com © Dan Kosmayer #112379306

Innenstadtlagen sind extrem begehrt. In den Großstädten werden hier Quadratmeterpreise aufgerufen, die private Kaufinteressenten einiges an wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit abverlangen. Wer als Investor auf zukünftige Wertsteigerungen aus ist, sollte sich nicht nur nach Immobilien in den A-Lagen umsehen – wo viele Käufer nach lukrativen Angeboten suchen.

Gerade in den Städten werden die Randlagen und der sogenannte „Speckgürtel“ zunehmend attraktiver. Auf lange Sicht kann es sich durchaus lohnen, eher hier zuzuschlagen. Sobald in den A-Lagen die Zielgruppe kleiner wird, zieht es viele Kaufinteressenten in die B-Lagen. Das Endergebnis: Auch hier werden die Preise anziehen.

Aber: Die B-Lagen bringen nicht nur Vorteile mit sich. Es gibt einige Punkte, die Investoren in diesem Bereich zu beachten haben. Es kann durchaus sein, dass in den B-Lagen Immobilien einen Modernisierungstau erkennen lassen. Niedrige Anschaffungskosten steht ein hoher Investitionsaufwand gegenüber. Zu den Schwierigkeiten gehört außerdem die Tatsache, dass die Mieten in B-Lagen nicht selten niedriger sind. Alle Punkte zusammengenommen bedeuten, dass Investitionen in solchen Lagen intensiv geprüft und vorbereitet werden müssen. Hierzu gehört auch, die Risiken intensiv abzuschätzen.

3. Bei zu geringem Kapital: Andere Zugänge zum Immobilienmarkt finden

Immobilien als Kapitalanlage ins Portfolio aufzunehmen bedeutet, mit einem gewissen Kapitalstock zu arbeiten.
Direktinvestitionen setzten sechsstellige Summen voraus. Diese müssen entweder aus dem Eigenkapital zu stemmen sein oder über Finanzierungen. Was, wenn die Bank nicht mitspielt? Interessenten haben inzwischen verschiedene Möglichkeiten, auch ohne das „große Geld“ ins Betongold zu investieren.

Alternativen zum klassischen Direktinvestment sind:

– Crowdinvesting
– Immobilienfonds
– Aktien

Crowdinvesting basiert auf dem Konzept der Schwarmfinanzierung und wird gern von Bauträgern als Modell der bankunabhängigen Fremdfinanzierung genutzt. Bei Immobilienfonds ist die offene Variante eher zu empfehlen, da hier ein Ausstieg möglich ist – was im Fall eines geschlossenen Immobilienfonds nicht möglich ist.

Aktien sind eine eher indirekte Form, sich am Immobiliensektor zu beteiligen. Viele Baukonzerne und Immobiliengesellschaften treten inzwischen als Aktiengesellschaft auf. Deren Wertpapiere bieten nicht nur eine Partizipation über Kurssteigerungen, sondern auch zusätzliche Erträge über Dividenden. Aber: Immobilienaktien bergen Risiken – durch Kursschwankungen, die sich im Depot deutlich bemerkbar machen.

Fazit: Mit den richtigen Strategien in Immobilien investieren

Betongold gilt als krisensicher und bringt dank der Nachfrage über Wertsteigerungen und Mieten eine Rendite. In den zurückliegenden Jahren sind die Anschaffungskosten im Immobiliensektor stark gestiegen. Dass sich der Einstieg in Immobilien immer noch rechnet, liegt an den verschiedenen Strategien, welche Investoren offenstehen. Neben dem Direkteinstieg – sprich Kauf eigener Immobilien – gibt es diverse Alternativen. Schwarmfinanzierungen oder Immobilienfonds bieten die Möglichkeit, mit begrenztem Budget trotzdem vom Boom und Nachfrage nach Immobilien zu profitieren.

Hier klicken und kommentieren

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Allgemein

Autoindustrie: Das Problem ist der Standort Deutschland

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Autoindustrie in Deutschland im Wandel

Steht die deutsche Autoindustrie vor einem Niedergang wie der Standort Detroit, die ehemalige Hochburg der Autoproduktion in den USA? Die Deutsche Bank (DB) hat ein hochinteressantes Research-Dokument dazu veröffentlicht. Darin wird die Branche nicht wirklich schlecht geredet. Aber schaut man genauer hin, geht es vor allem um den Standort Deutschland, der problematisch sein soll. Die deutsche Autoindustrie selbst sei relativ gut aufgestellt, aber eben nicht der Standort Deutschland. Vorab wollen wir aus der Analyse einige Aussagen erwähnen, was denn positiv am Standort Deutschland zu bewerten ist.

Der Automobilstandort Deutschland verfüge über außergewöhnliche Vorteile. Zu nennen sei vor allem die enge technologische und räumliche Verzahnung von Herstellern, industriellen Zulieferern, Ausrüstern (z.B. Maschinenbau), Entwicklungsdienstleistern, Logistikunternehmen sowie von universitären und sonstigen Forschungseinrichtungen. Von dieser vertikal integrierten Wertschöpfungskette sowie dem über Jahrzehnte gewachsenen Know-how der Beschäftigten könne der Standort zehren. Auch der intensive brancheninterne Wettbewerb war und ist ein Motor für stetige Innovationskraft und Produktivitätsfortschritte. Fasst man aber alle in der Analyse der DB skizzierten Faktoren zusammen, dann falle es jedoch schwer, die Zukunftsaussichten für den Automobilstandort optimistisch zu sehen.

Negative Standortfaktoren für die Autoindustrie in Deutschland

Negativ zu erwähnen hat die DB-Studie so einiges. Und dabei geht es überhaupt nicht um den Absturz während der Coronakrise, sondern um strukturelle Faktoren. Zum Beispiel würden strenge CO2-Grenzwerte für neue Pkw in der EU dazu führen, dass die Hersteller mehr Elektroautos auf den Markt bringen müssten. Der resultierende Kostenanstieg verschärfe den Strukturwandel in der Branche. Kaum jemand erwarte, dass die Netto-Bilanz dieses Strukturwandels für die Wertschöpfung und Beschäftigung der Automoindustrie in Deutschland positiv ausfallen wird.

Auch die Unsicherheiten hinsichtlich der Klima- und Energiepolitik hätten dazu beigetragen, dass der Kapitalstock in energieintensiven Branchen wie der Metallerzeugung oder der Chemieindustrie in Deutschland seit vielen Jahren sinke. Diese Sektoren zählen auch zur automobilen Wertschöpfungskette. Durch die Investitionszurückhaltung würden laut der Studie Teile dieser Kette geschwächt. Höhere Kosten kämen auf die Autoindustrie auch durch die geplante Verschärfung der europäischen Abgasnormen zu (Euro 7). Im Volumensegment dürfte der Kostenaufschlag pro Fahrzeug besonders ins Gewicht fallen. Dies setze die Produktion von „Autos für den Durchschnittsbürger“ in Hochlohnländern wie Deutschland, aber auch in Frankreich oder Italien unter Druck.

Bei klassischen Standortfaktoren wie der Steuerbelastung von Kapitalgesellschaften, Lohnhöhe oder der Flexibilität bei Arbeitszeiten habe sich Deutschlands Position laut der Studie der DB im internationalen Vergleich zuletzt eher verschlechtert. Auch die anhaltenden Handelskonflikte würden die Investitionsbereitschaft hemmen. Zudem ist die Pkw-Nachfrage im wichtigen westeuropäischen Absatzmarkt gesättigt. Schließlich bedeute die demografische Entwicklung eine Herausforderung, da sie zu einem sinkenden Erwerbspersonenpotenzial führe und die Nachfrage dämpft.

Angesichts der strukturellen Herausforderungen sei es fraglich, ob die früheren Produktionshöchststände am Standort Deutschland jemals wieder erreicht werden. Die DB befürchtet, dass es immer schwerer wird, eine konkurrenzfähige Produktion von Pkw im Volumensegment in Deutschland aufrechtzuerhalten. Der Anteil Deutschlands an der globalen, aber auch an der europäischen Autoproduktion könnte in den kommenden Jahren sinken. Ähnlich sei es der Autoindustrie im US-Bundesstaat Michigan (Detroit) ergangen, wo heute deutlich weniger Fahrzeuge gefertigt werden als zu Beginn des Jahrhunderts. Die deutsche Autoindustrie sei besser für die elektromobile Zukunft und andere strukturelle Herausforderungen der Branche gerüstet als der Automobilstandort Deutschland.

Autoindustrie wird sich anpassen – Standort mit Problem?

Wir wollen nur kurze und interessante Auszüge der DB-Studie zitieren. Zum Beispiel gehen wir nochmal auf den Detroit-Vergleich ein. Die DB sagt, dass dieser Vergleich vielleicht zunächst schockieren möge. Aber noch immer würden in Michigan viele Light Vehicles (LV) produziert. Allerdings waren es in den letzten Jahren etwa ein Drittel weniger Fahrzeuge als zu Beginn dieses Jahrhunderts. In der Folge ist der Anteil des Bundestaates an der gesamten LV-Produktion der USA von knapp 25 Prozent im Jahr 2000 auf deutlich weniger als 20 Prozent in den letzten Jahren gesunken. Profitiert hätten dagegen einige Südstaaten der USA, in denen auch deutsche Hersteller in neue Autofabriken investiert haben. Hohe Standortkosten in Michigan (z.B. Lohn- und Pensionskosten der angestammten Belegschaft) seien ein wesentlicher Grund für diese Verschiebung innerhalb der USA gewesen. Eine ähnliche Entwicklung sei für den Automobilstandort Deutschland nicht unwahrscheinlich. Auch in Deutschland könnten die Produktionszahlen der Branche dauerhaft unterhalb der früheren Niveaus verharren. Der Anteil Deutschlands nicht nur an der globalen, sondern auch an der europäischen Automobilproduktion drohe zu sinken.

Die DB-Studie geht an das gesamte Thema durchaus differenziert heran. Man schreibt die Branche nicht einfach pauschal ab. Unter dem Strich sei man davon überzeugt, dass die deutsche Autoindustrie besser für die „elektromobile“ Zukunft und andere strukturelle Herausforderungen der Branche gerüstet sei als der Automobilstandort Deutschland. Die Unternehmen könnten Standortentscheidungen frei treffen und sich im Laufe der Zeit anpassen, wenn sich die Rahmenbedingungen an einem Standort verschlechtern. Bei der Beurteilung der Zukunftsperspektiven des Standorts Deutschland würden aus heutiger Sicht jedoch die negativen Faktoren überwiegen. Bedauerlich dabei sei, dass ein Teil dieser Faktoren durch eine klimapolitische Regulierung begünstigt werde, die deutlich weniger effektiv als möglich und teurer als nötig sei.

Der Vorwurf an die deutsche Autoindustrie, technologische Trends zu verschlafen, werde auch beim Übergang zu E-Mobilität stetig wiederholt. Doch auch in diesem Fall sei er laut DB nicht pauschal zutreffend. Richtig sei, dass der Anteil deutscher Hersteller an den verkauften Elektroautos in vielen Märkten unter ihrem Marktanteil bei traditionellen Fahrzeugen liegt. Gleichwohl gleicht der Übergang vom Verbrennungsmotor zur E-Mobilität einem Langstreckenlauf und nicht einem Sprint. Kein Anbieter liege uneinholbar vorne. Zudem sei die Produktpipeline der deutschen Hersteller gut gefüllt. Die Deutschen seien eben lediglich später dran als manche Konkurrenten, aus Sicht der Autoren der Studie jedoch nicht zu spät.

weiterlesen

Allgemein

Biden sei dank: Märkte glauben an die große Rettung – Risiko war gestern

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Joe Biden tritt heute sein Amt als US-Präsident an. In Windeseile wird er sich offenkundig daran machen sein 1,9 Billionen US-Dollar schweres Stimulus-Paket durch den US-Kongress zu bekommen. Die dortige Mehrheit ist zwar hauchdünn. Aber die Märkte sind frohen Mutes. Woran man das sieht? Schauen wir auf den folgenden Chart im Tweet. Er zeigt die Rendite für US-Schrottanleihen (Junk Bonds). Dies sind Anleihen, bei denen das Ausfallrisiko besonders hoch ist. Da Anleger für ein hohes Risiko entschädigt werden wollen und müssen, erhalten sie höhere Renditen als Inhaber von (vermeintlich sicheren) Staatsanleihen. Die Rendite fungiert hier also als Risikoprämie.

Die Höhe der Risikoprämie zeigt an, für wie ausfallgefährdet der Markt diese Anleihen hält. Je höher die Rendite, desto höher ist in den Augen des Kapitalmarkts das Risiko, dass die begebende Firma dahinter pleite geht, und somit die Anleihe nicht zurückzahlen kann. Im Chart sehen wir seit dem Jahr 2010 den Verlauf der Rendite bei US-Schrottanleihen. Zum Start der Coronakrise im März 2020 schoss die Rendite von 5 Prozent auf über 11 Prozent in die Höhe. Und danach beruhigte sich die Lage wieder, aktuell auf nur noch 4,13 Prozent – ein Rekordtief! In den letzten Monaten kamen die Impfstoff-Hoffnungen auf. Und jetzt seit einigen Tagen wird der große Stimulus in den USA immer konkreter. Wie gesagt, Joe Biden wird heute vereidigt. Und wie seine neue Finanzministerin Janet Yellen gestern klar machte, wird man die US-Volkswirtschaft kräftig mit Geld fluten.

Und wie sie sagte, sei das kräftige Schuldenmachen im Augenblick wichtiger als der Blick auf eine zu hohe Staatsverschuldung. Die müsse man zwar später mit höheren Unternehmenssteuern wieder abbauen, aber kurzfristig müsse man sich stark neu verschulden und die Konjunktur anfeuern. Und ja, der Kapitalmarkt scheint fest daran zu glauben, dass somit die Schrottunternehmen weiterhin im Spiel bleiben, und ihre Schulden weiterhin bedienen können. Wenn nur genug frisches Geld vom Staat kommt, geht die Party also weiter? Dieser Chart zeigt es jedenfalls an. Die Risikoprämie sinkt immer weiter, auf wie gesagt ein Rekordtief von nur noch 4,13 Prozent.

Hier klicken, um den Inhalt von Twitter anzuzeigen

Blick nach Deutschland

Aber schauen wir auch mal nach Deutschland. Hier sehen wir im folgenden Langfristvergleich seit dem Jahr 2010, wie die Rendite für deutsche Staatsanleihen immer weiter fällt, und der Dax (orange) immer weiter steigt. Das immer weiter sinkende Zinsniveau (in Deutschland dank hoher Bonität deutliche Negativrendite) treibt die Anleger in Aktien, Immobilien etc. Aktuell notieren die Aktienmärkte an ihren Allzeithochs. Heute hat auch der deutsche Staat mal wieder für 30 Jahre laufende Anleihen verkauft, mit einem Bruttovolumen von 1,5 Milliarden Euro. Die Nachfrage lag bei einem Volumen von 1,79 Milliarden Euro.

Und (wie gesagt 30 Jahre Laufzeit) die Emissionsrendite lag bei minus 0,13 Prozent, nach minus 0,06 Prozent im November. Immer weiter sinkende Zinsniveaus, immer mehr Stimulus – da wird die Lücke doch gut aufgefangen oder besser gesagt aufgefüllt, die Corona gerissen hat? Und diese Rettungsorgie wird vor allem in den USA kräftig weiter gehen, davon darf man ausgehen. Und so könnte man glatt sagen, dass „Risiko“ bei Anleihen irgendwas war, dass man mal kannte – aber heute gibt es das nicht mehr?

Chart zeigt Vergleich von Dax gegen Anleiherenditen

weiterlesen

Allgemein

Achtung: Korrektur voraus – Werbung

Avatar

Veröffentlicht

am

Werbung

Lieber Börsianer,

die Stimmung auf dem digitalen Börsenparkett ist prächtig. Wir haben überhaupt nicht genug Geld, um alle die großartigen Titel des internationalen Kurszettels kaufen zu können, so eine verbreitete Empfindung.

Das sind einige der Zutaten dieser Euphoriewelle, die bereits seit einigen Monaten über die Aktienmärkte hinwegrollt.

Fokussierung auf wenige Trendbranchen: Die Hausse verkürzt sich zunehmend auf einige wenige Titel aus einigen Trendbranchen wie Wasserstoff oder E-Mobilität. Das waren zuletzt etwa die Favoriten auf der Privatanleger-Plattform Tradegate: NEL ASA, Plug Power, Xiaomi, Tesla und Ballard Power.

Es ist ein Warnsignal, wenn eine Hausse nur noch auf den Schultern weniger Aktien liegt. Gesund ist eine Hausse immer dann, wenn sie von möglichst vielen Aktien aus unterschiedlichen Branchen getragen wird.

Kauf zu jedem Preis: Typisch ist dabei, dass die Anleger derzeit bereit sind, für eine „geile“ Aktie jeden Preis zu bezahlen. Die Bewertung interessiert nicht mehr, solange der Titel einer Trendbranche zuzurechnen ist. Typisch ist auch, dass man diese Aktien nicht erst in einer Woche haben will, sondern jetzt sofort. Folglich verzichten immer mehr Anleger auf die Bestimmung eines Kauflimits und fassen stattdessen billigst zu.

In der Folge erleben wir immer öfter prozentual zweistellige Kursanstiege auf Tagesbasis, ohne dass eine Nachricht aus dem Unternehmen vorliegt. Zu Deutsch: Die Kursanstiege sind in der Regel nicht mehr fundamental begründet.

Am Ende entsteht ein gewaltiger Sog, dem wir uns kaum noch entziehen können. Selbst Profis fallen dann um, werfen ihre bewährten Strategien über…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage